Cristofs Bild der Welt

Trading-Fleiß für Trading-Preis

Trading mit Expert Advisors (EAs), also automatisierten Trading-Robots, klingt zunächst nach einer Goldgrube. Ein Computerprogramm übernimmt das Handeln, die Gewinne kommen von alleine? Das lässt die Kasse klingeln, lässt die €- und $-Zeichen aufleuchten.

Ein bekanntes deutsches Sprichwort lautet aber:

Ohne Fleiß kein Preis.

Es ist ein Naturgesetz, das für alle Bereiche des Lebens gilt. Auch fürs Trading, auch fürs Entwickeln von Strategien und somit auch für EAs.

Um dies besser zu verstehen, machen wir einen kleinen Exkurs, weg vom Gelde, hin zum Geist und zu dessen Training durch Meditation: im Buch Im stillen Meer des Glücks von Ajahn Brahm habe ich kürzlich vom Preis des Fleißes gelesen. Der Autor, ein buddhistischer Mönch aus England, der in Australien lebt, fügt weise hinzu:

Anstrengung allein genügt freilich nicht; Sie müssen geschickt zu Werke gehen. Das heißt: Sie setzen Ihre Energien an der richtigen Stelle ein, und zwar so lange, bis das, was Sie sich vorgenommen haben, erreicht ist.

Den Fleiß an der richtigen Stelle einsetzen, also; und zwar langfristig, mit Ausdauer und Beharrlichkeit. Wie geht das in wirkungsvoller Art und Weise?

Dazu heißt es weiter:

Um zu wissen, wohin sich Ihre Anstrengungen […] richten müssen, brauchen Sie eine klare Zielvorstellung.

Während es bei der Meditation um einen ruhigen, schönen und friedvollen Geist geht - meiner bescheidenen Erfahrung nach wohl das höchste Gut, das es überhaupt zu erreichen gilt - geht es im Trading darum, nachhaltige Renditen zu erwirtschaften. Nachhaltig soll heißen: sie können wiederholt erzielt werden, Jahr für Jahr. Nachhaltig soll auch heißen: es werden keine untragbaren Risiken eingegangen, die das Handelskapital so stark beschädigen könnten, dass der Weg der regelmäßigen Ertragsgenerierung und -kapitalisierung beeinträchtigt wird.

Trading mit EAs als nachhaltige Einkommensquelle

Damit irgendetwas nachhaltig sein kann, müssen wir uns offensichtlich eine langfristige Sichtweise aneignen. Nachhaltigkeit und Langfristigkeit gehen Hand in Hand, wie ein verliebtes Pärchen im Park.

Trading mit EAs soll uns als nachhaltige Einkommensquelle dienen (Photo von Mark Finn)

Damit eine spezielle Einkommensquelle nachhaltig sein kann, müssen wir denjenigen, die uns das Einkommen “verdienen lassen”, langfristig einen Mehrwert bieten. Trading mit einem guten EA muss demnach den anderen Marktteilnehmern einen Wert bieten, für den sie zu zahlen bereit sind. An den Finanzmärkten läuft dies naturgemäß indirekt ab, weil wir nahezu 100% der anderen Trader gar nicht kennen und auch niemals treffen werden.

Dabei müssen wir beachten, dass, wie alles im Leben, auch unsere Trading-Dienstleistung, für die der Markt bereit ist, uns eine Rendite zu überlassen, der ständigen Veränderung unterliegt. Daher wird auch der beste EA, der beste Trading-Algorithmus, den Sie jemals finden oder erfinden, immer wieder Verlustphasen durchlaufen.

Ich spüre dies derzeit am eigenen Leib: mein EA mFX-ProvideLiquidity hatte letztes Jahr erfreuliche 76,6% eingefahren (lt. Auswertung von mql5.com), angewendet auf ein Portfolio von 18 Währungspaaren. 2019 bis heute (Stand 19.8.) liegt das Konto mit knapp 2% hinten. Glücklicherweise kein Beinbruch, dennoch aber ein klares Anzeichen, dass die Mehrwerte, die dieser EA dem Markt zu bieten versucht, derzeit nicht besonders hoch im Kurs stehen.

Wer seine Trading-Ergebnisse überwacht und auswertet (z.B. mit Hilfe unseres sehr hilfreichen MT4-Skripts mFX-DealAnalyse), erhält im Endeffekt direktes Feedback über die derzeitigen Vorlieben der anderen Marktteilnehmer. Während diese Vorlieben sich ständig ändern, muss unsere innere Einstellung des Wert-Gebens immer stabil bleiben. Nur dann können wir langfristig Rendite erwarten.

Du erntest, was du säst.

Wenn wir mit der Absicht des Dienstleistens im wörtlichen Sinn an unsere EA-Strategien heran gehen, brauchen wir noch nicht mal um eine Gegenleistung bitten. Denn:

  • wer Apfelkerne säht, dem wird ein Apfelbaum wachsen, von dem man Äpfel ernten kann

  • wer Weizensaat pflanzt, wird Weizen erhalten

  • wer am Devisenmarkt mit seinen Deals Werte wie beispielsweise Liquidität gibt, wenn sie am meisten gebraucht wird, wird über kurz oder lang auf Renditeernte gehen können.

Man muss also die richtige Saat sähen und sich dann nur noch darum kümmern, dass die richtigen Bedingungen für das Wachstum der Setzlinge herrschen. Dann wird die Ernte kommen, ganz sicher sogar. Denn das ist ein Naturgesetz.

Ein Landwirt muss lernen, wann Wasser, wann Stickstoff, wann Phosphat und wann Kalium zu geben ist. Je nach Wachstumsphase der Pflanze ist ein anderer Dünger angebracht. Genauso ist es beim Trading auch: der Trader muss seine Strategien und EAs so einsetzen, seine Deals so platzieren, dass sie für die derzeitige Marktphase passend ist und mit Rendite entlohnt wird. Wie geht das?

Ein flexibles Portfolio an EAs und Tradingstrategien lässt uns ruhiger schlafen

Um stetig erfolgreich zu Trading, mit und ohne EAs, sollte es hilfreich sein, mehrere Tradingstrategien und Tradingtechniken parat zu haben. Jede in sich muss langfristig profitabel sein. Sie sollten sich aber gegenseitig so ergänzen, dass eine Schwächephase der einen Strategie durch eine Gewinnphase des anderen Algos mehr als ausgeglichen wird. Das glättet die gesamte Kapitalentwicklung und lässt uns ruhiger schlafen.

Wenn Sie generell kürzere Timeframes, z.B. 5-Minuten- oder 30-Minuten-Charts, bevorzugen, müssen Sie bereit sein, schneller umzustellen. Vielleicht müssen Sie sogar einen EA für eine Zeit lang ganz aussetzen, damit er anderen, erfolgreichen EAs nicht in die Quere kommt. Je länger aber die durchschnittliche Haltedauer und Deal-Frequenz, auf desto längere Phasen eines gewissen Marktverhaltens und somit einer Wertschätzung des gelieferten Mehrwerts stellen Sie Ihren Algorithmus ab.

Wichtig an dieser Stelle ist nochmals zu erwähnen, dass dieses Wertgeben natürlich immer im Rahmen eines dauerhaft verträglichen Risikomanagements geschieht. Denn nur wer durchhält beziehungsweise durchhalten kann, wird anwesend sein können, wenn die Erntezeit sich einstellt.

Die Natur zeigt uns den Weg

Rufen wir uns einfach in Erinnerung wie die Natur auf dieser Erde funktioniert: jede Pflanze, jedes Tier, jedes Wesen hat eine Wert-hinzufügende Funktion. Das garantiert ihr Überleben, weil es gleichzeitig anderen Spezies hilft. Ein kurzes Beispiel: Vögel essen Beeren und Körner und verteilen diese nach deren Verdauung in der Landschaft. Das hilft den Bäumen und Sträuchern, die diese Früchte tragen, “Nachwuchs” heranzuziehen. Das bereitet die Grundlage für zukünftige Generation von diesen Vögeln und Pflanzen.

In der Wirklichkeit ist diese Systematik natürlich nicht nur bilateral, sondern sehr komplex verwoben und vielschichtig. Dennoch gilt, vereinfacht gesprochen: nur solange diese Pflanzen und Vögel sich gegenseitigen Wert liefern, werden beide überleben.

Genauso müssen wir lernen, den anderen Marktteilnehmern am Devisenmarkt, insbesondere denen mit anderen Interessen und Handelsmotiven, mit unseren automatisierten Expert Advisors und auch manuell diskretionär platzierten Trades ineinandergreifend dienen.

Dass dies intensive Arbeit und langwierige Studien bedeutet, sollte offensichtlich sein. Wer aber diesen Fleiß aufwendet, wird ganz bestimmt den Preis in Form von Trading-Rendite erhalten.

Beste Trading-Erfolge wünscht
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

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Sinnfrage Trading

Vorletzte Woche ging es im Blog-Artikel Besser Traden durch bewussten Umgang mit Zweifeln um Skepsis am entwickelten Trading-Algorithmus sowie eventuell tief in uns selbst liegende Ängste, die uns vom systematischen Börsenerfolg abhalten können. Diese Woche will ich eine übergeordnete Art des Zweifels adressieren; nennen wir sie doch am besten “Zweifel auf der Meta-Ebene” oder gar “MetaZweifel”, wo es sich auf dieser Website doch ständig um Trading auf den Plattformen MetaTrader 4 und MetaTrader 5 dreht.

MetaZweifel: ist Trading überhaupt richtig?

Dies ist eine wichtig Frage, für die es keine generelle Antwort gibt. Denn jeder muss selbst für sich herausfinden, ob Trading richtig ist oder nicht. Im folgenden ein paar Gedanken, die mir bei der Beantwortung der Sinnfrage Trading geholfen haben.

Dazu habe ich die Angelegenheit in zwei Teilaufgabenstellungen aufgegliedert:

  1. Kann Trading langfristig überhaupt profitabel betrieben werden oder muss man dazu die Bank sein und Spread bzw. Kommission und andere Einkommensquellen nutzen?

  2. Ist Trading moralisch in Ordnung?

Gehen wir beide Punkte nacheinander durch.

Muss ich die Bank sein, um langfristig im Trading gewinnen zu können?

Wir alle kennen die Binsenheit: “die Bank gewinnt immer.” Beim Roulette gewinnt die Spielbank, weil es die grüne 0 gibt und der Croupier einmal alle 37 Kugelwürfe sämtliche Wetteinsätze auf schwarz und rot einkassiert. Das sind 2,7% aller Spieleinsätze. Wenn Sie in Las Vegas spielen wollen, hat die Bank neben der einfachen 0 auch noch die Doppel-0 “00”. Das bedeutet, dass sie zwei mal alle 38 Kugelwürfe ihre Provision erhält, also ca. 5,3% aller Spieleinsätze.

Im Trading begegnen wir dem selben Phänomen, nur in leicht anderer Form. Die Bank gewinnt durch folgende Verdienstmöglichkeiten:

  • Kombination aus Spread und Kommission für jeden Deal, je nachdem, ob Ihr Broker Ihre Deals auf’s Buch nimmt oder weiterleitet.

  • Zinseinnahmen für jeden Euro oder Dollar, der als Kapital auf Ihrem Tradingkonto eingezahlt ist und gerade nicht zur Deckung der offenen Dealrisiken verwendet wird - wobei das in Euro derzeit ohne weiteren Risiken ob der niedrigen Leitzinsen nicht gerade lukrativ ist; für in US-Dollar geführte Konten steht hier mehr zu Buche.

  • Finanzierungskosten, auch als Swap oder Rollover bekannt: wenn Sie Trades in Ihrem MT4- oder MT5-Konto halten, verwenden Sie Hebel (Leverage). Je höher der Konto-Hebel, desto höher die Finanzierungskosten, weil der Broker Ihnen im Hintergrund Geld leiht, um die erhöhten Positionen eingehen zu können. Ihr Broker muss sich die Leihgabe an Sie zwar auch erst leihen, verdient dabei aber einen Zinsaufschlag, welcher übrigens auch oft Spread genannt wird. Dieser kann zwischen 2 und 5% p.a. liegen, auf das gehebelte Volumen gerechnet, wohl gemerkt.

  • Gewinn- und Verlust-Konvertierung, wenn Ihre Kontowährung von der Quotierungswährung abweicht: ein Beispiel. Sie (oder Ihr EA) handeln auf Ihrem in Euro geführten Konto 1 Lot in EURUSD und machen 100 Pips Gewinn. Dieser Profit fällt in USD an, weil die Quotierung “1 EUR sind wie viele USD wert?” lautet. Die US-Dollar sind also der bewegliche Teil der Gleichung. Das sind 100.000 EUR x 0,01 USD pro EUR, als 1.000 USD. Der Kursgewinn wird durch einen EUR-USD-Kurs geteilt, den der Broker bestimmt, um zu den Euros zu gelangen. Dieser ist meiner Erfahrung nach recht fair, wobei aber immer ein paar Pips zu Gunsten des Brokers eingerechnet sind. Es lohnt sich, das mal nachzurechnen. Meiner Erfahrung nach befinden wir uns in der Regel im Bereich 1 bis 10 Pips, je nach Broker. Auf der Verlustseite sind natürlich ebenso ein paar Pips Gewinn für den Broker drin.

Dieser Exkurs zeigt uns schnell, dass die Bank im Forex- und CFD-Trading einige mehr Verdienstmöglichkeiten hat als wir Trader. Sollen wir also nun alle Broker werden? Sicherlich nicht ganz realisitisch und auch wenig zielführend. Denn eine Brokerlizenz ist gar nicht so leicht zu bekommen, vom Aufbau einer soliden Organisation und vom Kundengewinn ganz zu schweigen.

Bleiben wir als doch lieber Trader. Aber auch als Trader müssen wir unternehmerisch denken. Also brauchen wir ein Geschäftsmodell.

Ja, wir Trader brauchen ein Geschäftsmodell!

Zunächst wieder eine kleine Analogie, um die Idee des “Business Models” für Trader besser zu verstehen.

Wenn wir einen Laden oder e-Shop (z.B. einen ebay-Shop) betreiben, benötigen wir ein solides Unternehmenskonzept, um beim Kauf und Verkauf von neuen oder gebrauchten Waren einen auskömmlichen Gewinn erzielen zu können:

  • Wie, wann und von wem kaufen wir die Handelswaren ein?

  • Zu welchem Verkaufspreis können wir die Güter anbieten?

  • Was passiert, wenn sich die Konkurrenzsituation verändert?

  • Und so weiter und so fort…

Wenn wir im Forex- oder CFD-Markt kaufen und verkaufen wollen - oder natürlich auch zuerst verkaufen (short gehen) und dann zurück kaufen - brauchen wir ein Geschäftsmodell für unser Trading, um langfristig erfolgreich sein zu können.

Meines Erachtens und meiner Erfahrung nach benötigt jedes Unternehmenskonzept einen Mehrwert für die anderen Teilnehmer des Marktes, an dem das Geschäft teilnehmen möchte, um nachhaltig Erfolge zu schaffen.

Ein Bäckereistand am Bahnhof (Juhu, eine Butterbrezel!) mag nicht die preisgünstigste und geschmacklich allerbeste Wahl für die Laufkundschaft sein, aber sie spart den Reisenden und Pendlern unheimlich viel Zeit. Zeit ist ein Wert - der höchste Wert überhaupt für manche. Weitere geschaffene Mehrwerte: Bequemlichkeit (keine 200 Meter Umweg nötig), Verfügbarkeit (der Stand hat zu Zeiten geöffnet, zu denen andere Bäckereigeschäfte vielleicht noch oder schon geschlossen haben) und schnelle Transaktionen (kurze Warteschlangen).

Als Gegenbeispiel kann eine andere Bäckerei, die vielleicht ein bisschen weiter vom Schuss gelegen ist, sich auf Spezialitäten oder Biowaren oder bestes Preis-Leistungs-Verhältnis oder freundlichstes Personal und Ambiente fokussieren. Der Mehrwert muss für Kundeschaft, Lage, Kauf-Zeitpunkt und -Motiv attraktiv sein.

In ganz gleicher Art und Weise gilt es für uns Trader, einen Weg zu finden, mit einem uns gelegenen Handelsstil den anderen Marktteilnehmern einen Mehrwert bieten zu können. Das gilt, obwohl die allermeisten der anderen Macher am Devisenmarkt uns unser Leben lang anonym bleiben werden. Solange wir Wert geben wollen (und können), ist Trading aus meiner Sicht moralisch in Ordnung.

Wie geht das nun, dass wir dem riesigen Finanzmarkt einen Mehrwert bieten und somit die Sinnfrage Trading positiv beantworten können?

Meiner Ansicht nach ist der alleinige und einzige Zweck von spekulativen, Gewinn-suchenden Tradern, anderen einen liquideren Markt zu schaffen. Also müssen wir dann traden, wenn viele andere dies ebenso wollen - allerdings nicht in die gleiche Richtung, sondern dagegen. Es ist das zu tun, was in manchen psychologisch getriebenen Momenten der Marktentwicklung die meisten anderen Trader nicht tun wollen oder können.

Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.
— Carl Mayer von Rothschild

Schon im 18. Jahrhundert wussten die profitablen Börsenakteure um Rothschild und Co., dass wohl ausgesuchtes, antizyklisches Verhalten zum Erfolg führt. Gilt das aber auch noch heute?

Ein berühmtes Beispiel aus der heutigen Zeit ist einer der reichsten Menschen der Welt und wohl bekanntester lebender Vertreter der antizyklischen Investment-Strategie: Warren Buffett. Buffett kauft Unternehmensanteile und manchmal auch Rohstoffe und Edelmetalle, wenn keiner (oder zumindest nur sehr wenig andere) sie haben möchte.

Wenn der Preis einer Aktie wegen fundamental unbegründeter, übertriebener Ängste um das Unternehmen oder die Wirtschaft im Allgemeinen nach unten gepeitscht wird, die Verkaufs- und Finanzdaten der Firma aber laut Buffetts Analyse einen höheren inneren Wert vermuten lassen, kauft er sie. Damit hat er jahrzehntelange Überrenditen erzielt.

Warum bedeutet das einen Mehrwert für den Rest des Marktes? Dafür gibt es mindestens zwei Gründe:

  1. Mehrwert: Buffetts Nachfrage für die Aktie stützt effektiv den Aktienkurs, so dass andere Händler und Investoren, die vielleicht noch immer verkaufen wollen oder müssen, einen höheren Preis erhalten als ohne seine Käufe.

  2. Mehrwert: Die Firma erhält Kapital durch Buffetts Aktienkauf - direkt (z.B. bei Kapitalerhöhungen) oder indirekt (durch Aktienkäufe an der Börse). Er beabsichtigt eine Haltedauer von mindestens fünf Jahren, was dem Unternehmen effektiv Geld zum Arbeiten und zur Steigerung der Produktivität gibt.

Er bietet dem Finanzmarkt nicht nur einen, sondern gleich zwei starke Werte an. Der erste bezieht sich auf das Timing seiner Investments und das unmittelbare, der zweite auf das mittelbare Klientel seiner Aktion. Das belohnt dieses wiederum durch die Überlassung von Überrenditen über Jahrzehnte (!), die oftmals sich im zweistelligen Bereich sich bewegen.

Wer für Mehrwert sorgt, beantwortet die Sinnfrage gleichzeitig mit.

Im Forex- und CDF-Trading mittels EAs ist der Zeithorizont zumeist viel kürzer und wird in Wochen, Tagen, Stunden oder gar Minuten oder Sekunden ausgedrückt statt in Jahren oder Jahrzehnten wie bei Warren Buffett. Dennoch können wir auch hier für Mehrwert sorgen und damit gleichzeitig die Sinnfrage positiv beantworten. Wir müssen nur ein wenig graben und nachdenken und forschen und ausprobieren, an welchen Stellen der Marktentwicklung wir, selbst mit vergleichsweisen geringen Handelsvolumina, systematisch und sinnvoll traden können, so dass wir sowohl dem Markt (Liquidität bieten) als auch uns selbst bzw. unserer Familie (Performance erzielen) von Nutzen sind.

Diese grundsätzliche Einstellung zu meiner eigenen Marktteilnahme prägt meine eigenen Trading-Ansätze nun schon seit 2 Jahren. Die Ergebnisse (Stand 8.8.2019, 15:03 Uhr) sind eindeutig ersichtlich und in meinen öffentlichen, abonnierbaren Signalen, die auf Echtgeldkonten beruhen, nachvollziehbar:

  • +6% in 95 Wochen Echtgeldhandel mit der eigens entwickelten Strategie ArrayTrading - ein und derselbe EA läuft auf derzeit 63 verschiedenen Währungspaaren: Majors, Minors und Exoten.

  • +79% in 91 Wochen Echtgeldhandel mit der eigens entwickelten Strategie ProvideLiquidityDaily - ein und derselbe EA läuft derzeit auf 18 verschiedenen Major und Minor Währungspaaren.

  • +105% in 72 Wochen Echtgeldhandel mit dem eigens entwickelten Strategieportfolio Select7D, bei dem verschiedene EAs und nicht-automatisierte Algos auf derzeit 38 unterschiedlichen Währungspaaren laufen.

  • +17% in 43 Wochen Echtgeldhandel mit dem eigens entwickelten Strategieportfolio FXBreakoutStrategyPortfolio, bei dem ein Ausbruchs-Trendfolge-EA mit einem Fehlausbruchs-EA auf kombiniert ist, so dass sowohl in Seitwärts- als auch Trendmärkten positive Performance bei überschaubarem Draw-Down-Risiko generiert werden kann.

Die positive, teilweise sehr deutlich über der Aktienmarktrendite liegende Performance über annähernd zwei Jahre spricht dafür, dass der Ansatz des Wertgebens letztendlich zum Erfolg führt. Sind meine Trading-Ergebnisse frei von Durststrecken? Natürlich nicht. Schwankungen sind immer da, weil der von mir geschaffene Wert mal mehr und mal weniger geschätzt wird. Langfristig gesprochen verdichten sich aber die Indizien, dass die Vorgehensweise Sinn-voll ist.

USD und EUR verdienen, nachhaltig und Sinn-voll, am Forex-Markt mit Expert Advisors (Photo by NeONBRAND)

Daher empfehle ich Ihnen ebenso, sich intensiv darüber Gedanken zu machen, an welcher Stelle Sie mit Ihren eigenen Trading-Strategien Wert schaffen und schöpfen können. Das wird auch Sie zum profitablen Trader machen. All Ihre “MetaZweifel” können Sie damit an den Nagel hängen.

Beste Tradingerfolge wünscht
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

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Besser Traden durch bewussten Umgang mit Zweifeln

Zweifel und Selbstzweifel können uns in vielerlei Hinsicht zum Stillstand bringen. Wenn wir daran zweifeln, ob eine Trading-Strategie (mit oder ohne EA) gut ist, kann es passieren, dass wir sie niemals einsetzen und eine Chance verpassen. Das ist aber ein großer und vor allem vermeidbarer Fehler.

Der Knackpunkt ist, wie man “im Zweifelsfall” weiter vorgeht.

Wir können statt bei Zweifel uns abwürgen zu lassen, Demokonten zu unserem Vorteil verwenden. Wenn wir uns nicht sicher sind, ob ein Handelssystem seine Versprechen erfüllen wird, ist die Eröffnung eines Demokontos der nächste richtige Schritt.

Dann wenden wir die Strategie systematisch auf ein Porftolio an Assets an - nicht nur ein einziges. Zusätzlich müssen wir unterschiedliche Parameter-Einstellungen in unterschiedlichen Timeframes gegeneinander laufen lassen, z.B. die MAs 10 und 20 im H4-Chart versus die MAs 14 und 38 im H1-Chart im Moving-Average-Crossing-EA mFX-MAXingPro, oder Range-Ausbrüche versus Range-Einbrüche mit verschiedenen Range-Ausweitungs-Faktoren im EA mFX-OpenRangeBreakout.

Das ist wichtig, um herauszufinden, ob die Strategie robust ist. Sie können dazu auch mehrere Demokonten eröffnen, um leichter die Einstellungs-Profile und deren Ergebnisse nachvollziehen zu können. Um wochen- und monatelang ununterbrochen testen zu können, nutzen Sie einen Broker, der unbefristet laufende Demokonten anbietet, wie z.B. unser Bafin-regulierter Top-Partnerbroker JFD Bank.

Falls Sie einen EA nutzen, der rund um die Uhr arbeiten soll, ist die Nutzung eines VPS (Virtual Private Server) stark zu empfehlen. Lesen Sie dazu auch meinen Blog-Artikel Welchen Virtual Private Server (VPS) soll ich für meinen EA Dauerlauf verwenden?

EAs müssen 4 Marktphasen überleben können.png

Die vier Markt-Phasen,

die Trading-Strategien (ob mit oder ohne EA gehandelt) bewältigen müssen.

Die Tests sollten mindestens drei Monate dauern, besser sogar sechs bis zwölf. Warum so lange? Sie müssen Ihre Strategie in allen vier Hauptmarktphasen mit Erfolg getestet haben, siehe Grafik oben:

  1. niedrig volatiler Seitwärtsmarkt

  2. hoch volatiler Seitwärtsmarkt

  3. hoch volatiler Trendmarkt

  4. niedrig volatiler Trendmarkt.

Erfolg heißt in diesem Zusammenhang: die Tradingsignale haben Gewinne erwirtschaftet oder zumindest lagen die Verluste innerhalb verkraftbarer Risikogrenzen und konnten oder können realistischerweise wieder aufgeholt werden.

Am Ende des Testzeitraums können wir die Trading- und Strategie-Ergebnisse analysieren. Daraus lässt sich eine auf Fakten beruhende Entscheidung treffen. Klar sind Profite der Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft. Wenn aber nach einigen Monaten bei der Mehrheit der gehandelten Symbole sowie unterm Strich ein spürbarer Gewinn verbleibt, liegen klare Indizien für ein robustes, Gewinn bringendes System vor. Falls das Gegenteil der Fall ist, also entweder gemischte Resultate oder gar starke Verluste vorliegen, geht die Strategieentwicklung in die nächste Runde. Das geht z.B. durch das Anpassen der veränderbaren Modell-Parameter, leichte Regel-Adjustierungen oder aber durch komplettes Verwerfen und Neuentwicklung unseres Trading-Ansatzes.

Mit dieser Vorgehensweise können wir unsere Zweifel konstruktiv angehen. Wenn wir trotz klarer, positiver Ergebnisse noch immer an uns oder dem Handelsmodell zweifeln, sollten wir in uns gehen. In der Ruhe liegt die Kraft: vielleicht finden wir tief liegende Ängste, die wir mit Hilfe von Journal-Übungen oder unter Anleitung eines geschulten Psychologen oder professionellen Coaches überwinden können.

Ihnen allen beste Entwicklungs- und Tradingerfolge
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

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Wenn Sie schnell reich werden wollen, traden Sie besser nicht

Wenn Sie schnell reich werden wollen, ist Trading nicht das richtige für Sie.

Wenn Sie schnell reich werden wollen, lesen Sie auch nicht diesen Blog-Artikel. Es wäre reine Zeitverschwendung.

Lesen Sie nur dann weiter, wenn Sie bereit sind für einen Prozess, einen inneren Prozess. Denn Trading ist nichts anderes als ein Lernprozess: Techniken, Fachsprache und Technologien auf der einen; Selbstfindung, Börsenpsychologie und Disziplin auf der anderen Seite.

Sie verschwenden Ihre kostbare, unersetzliche Zeit und Ihr hart verdientes Geld, wenn Sie Trading auf irgendeine andere Weise angehen. In einem können Sie sich sicher sein: die meisten unserer Trader-Kollegen, insbesondere Neulinge, haben keinerlei Absicht zu lernen. Die sprichwörtlichen Dollar- (und Euro- und Yen- und Pfund-) Zeichen - ja, ich würde mich hauptsächlich als Forex-Trader bezeichnen - in den Augen der handelnden Personen sind schlicht und ergreifend zu groß, um ihren Lockversprechen zu entgehen. Das ist absolut verständlich und nachvollziehbar, gar kein Thema.

Das Geld, das die Mehrheit der Akteure verliert, gewinnen die professionellen, erfahrenen und disziplinierten Trader. Um es mit einem Augenzwinkern auszudrücken:

Keine Sorge, das Geld ist nicht verloren; es hat jetzt nur jemand anders.
— über Verluste, mit einem Augenzwinkern ausgedrückt

Forex ist eine Kurzform für “Foreign Exchange”, was zweierlei übersetzt werden kann. Dieser Artikel hat nichts mit der zweiten Bedeutung dieses englischen Begriffs zu tun, den internationalen Schüleraustausch. Der Forex-, zu deutsch Devisen-Markt oder Währungs-Umtausch ist ein Nullsummenspiel. Die Gewinne der einen sind die Verluste der anderen.

Für weniger als 5% der Umsätze im volumensstärksten Finanzmarkt der Welt ist die Gewinnerzielung allerdings nicht das Hauptmotiv. International handelnde Firmen, die Güter und Dienstleistungen im Ausland produzieren oder vertreiben, müssen schlicht und einfach ihre Fremwährungsumsätze jetzt oder in relativ naher Zukunft in ihre Heimatwährung umtauschen. Oder aber sie müssen die fremde Valuta am Devisenmarkt kaufen, um Ihre Wareneinkäufe in nahen oder fernen Ländern bezahlen zu können.

Solche Marktteilnehmer stellen genau betrachtet die ursprünglichen Nutzer des Devisenmarkts dar. Für sie stehen nicht die Gewinnerzielung durch Nutzung von Wechselkursschwankungen an sich im Vordergrund, sondern Kalkulationssicherheit und Liquidität.

Airlines wollen nicht mit Forex-Trading, sondern Ticketverkäufen Geld verdienen… Photo by Jacob Mathers

Ein Beispiel: eine in der Euro-Zone angesiedelte Fluggesellschaft, nennen wir sie fiktiv FlyingEuro, benötigt Flugbenzin, welches üblicherweise in US-Dollar gepreist und bezahlt wird. An den ca. 250 Börsentagen des Jahres kauft der Treasurer der Firma jeweils ein 250-stel des jährlichen USD-Bedarfs. Dadurch erzielt die Airline wirkungsvoll den Jahresdurchschnittskurs von EUR-USD, ohne dass Wechselkursschwankungen nach oben oder unten sich zu stark auf die in EUR kalkulierte Finanzplanung auswirkt. (Hinweis für Fortgeschrittene und Treasurer: wenn sie statt Kassegeschäften Termingeschäfte abschließt, kann die Fluggesellschaft sogar die Wechselkurse z.B. des Folgejahres festschreiben und somit mit verbesserter Kalkulationssicherheit rechnen. Das gleiche kann dann übrigens auch mit Sicherungsgeschäften auf Flugbenzin geschehen; das aber nur am Rande.) Nun kann sich die Firma auf ihr eigentliches Kerngeschäft fokussieren und muss nicht ständig auf den Kursschirm blicken und auf EZB, Fed und Co hoffen.

Für eine Fluggesellschaft, deren Geschäft es ist, Lufttransport-Dienstleistungen zu verkaufen, ist es nicht nur vollständig akzeptabel, dass die Gewinnmöglichkeiten des schwankenden EUR-USD-Kurses nicht maximiert werden. Im Gegenteil, Investoren und Darlehensgeber erwarten dies sogar von ihr, damit die Kostenplanung für den Kerosin-Einkauf eine solide Grundlage hat. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Cargoraten und Flugtickets mit Gewinn verkauft werden können.

Da nun diese 5% des Volumens am Devisenmarkt nicht nach Gewinn trachten, haben andere Trader die Möglichkeit, von Kursschwankungen am Forex-Markt zu profitieren. Von diesen nach Profit strebenden Händlern wird gesagt, dass 90% systematisch Geld verlieren, während nur 10% eine positive Rendite auf das eingesetzte Kapital erzielen.

Um eins klar zu stellen: ein bestimmter Prozentsatz dieser 90% hat kein Problem damit, Geld durchs Trading zu verlieren, weil Forex-Trading ja auch Spaß macht und Unterhaltung bietet. Es ist spannend und mitreißend wie ein guter Thriller oder ein packender Roman, wie Roulette im Kasino, wie downhill Mountain Biking oder alpines Skifahren, wie das Pokalfinale im Berliner Olympiastadion, wie eine Oper im Stuttgarter Großen Haus. Als Konsument von Entertainment muss man langfristig immer Geld bezahlen, auch wenn’s ab und zu etwas umsonst gibt. Das weiß jeder, der ein Hobby hat.

Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, mit dem Ziel zu traden, sich ein wenig Spaß, Spannung und Unterhaltung zu gönnen; solange man sich die Verlustrisiken, welche die Kosten für diesen Zeitvertreib darstellen, leisten kann.

Was traden und skifahren gemeinsam haben können… Photo by Joris Berthelot

Nehmen wir alpines Skifahren als Analogie. Es ist eine wundervolle Freizeitbeschäftigung, aufregend und erfüllend. Um auf den Berg hoch zu kommen, den Sie herunter carven möchten, kaufen Sie sich ein Lift-Ticket. Dann mieten oder kaufen Sie sich Ausrüstung sowie passende Kleidung und belegen vielleicht noch einen Skikurs. Sie als Hobby-Skifahrer, seien Sie noch so ambitioniert, geben also Ihr hart verdientes Geld einem Profi der Ski-Industrie, um Ihre Leidenschaft ausüben zu können. Im Gegenzug erhalten Sie Spaß, Lebensfreude, frische Luft und vieles mehr. Was Sie aber auf keine Fälle erwarten, ist, dass Ihnen jemand fürs Skifahren Bares reicht.

Das ist den Profis vorenthalten, seien es Ausstatter, Liftbetreiber, Ski-Lehrer oder Weltspitzen-Athleten. Um Profi zu werden, müssen Sie jahrelang lernen und trainieren, investieren und sich selbst verbessern. Bringen wir die Parallele aufs Forex-Trading zurück: Nur wer dazu bereit ist, Trading als ständigen Lernprozess zu sehen, der nicht in Stunden oder Tagen, sondern in Jahren oder gar Jahrzehnten gemessen wird und zudem niemals ein Ende hat, sollte sich dem Devisenhandel mit der Absicht der Gewinnerzielung widmen. Für alle anderen bleibt das Hauptmotiv Spaß und Unterhaltung - was an sich natürlich vollkommen in Ordnung sein kann, wer sich’s leisten kann.

Sind Sie reif dafür, nach Stürzen sich wieder aufzurappeln, und nach Erfolgen sich nicht von deren Vergänglichkeit blenden zu lassen?

Nur ein klares Ja auf diese Doppelfrage gerechtfertigt, sich mit dem Traden mit Gewinnmotiv weiter auseinander zu setzen.

Sind Sie bereit dafür, verborgene Schätze der Weisheit über die Welt des Tradings einerseits und über Ihre eigene, innere Welt der psychologischen Hindernisse andererseits kennenzulernen?

Wenn ja, dann können Sie bewusste Schritte dafür unternehmen, um ein ernsthafter, ständig dazulernender und daher schlussendlich erfolgreicher Trader oder Traderin zu werden. Dann können Sie sich vertiefen in die Fachsprache, in die Funktionalitäten der verfügbaren Märkte und Handelsplattformen und die Welt des Umgangs mit einem unzähmbar erscheinenden Ego.

Meiner Meinung nach ist es die Reise wert. Sie begeistert mich ob der monetären, aber auch der nicht-monetären Erfolge, die es auf dem Weg zu feiern gibt. Der Weg ist das Ziel. Mit schnell reich werden hat dies nichts zu tun.

Beste Lerneffekte im Trading wünscht
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

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Was Trader davon abhält, erfolgreich und profitabel zu sein

Eine Kette von Hindernissen steht uns Tradern im Weg, um (mit oder ohne EAs) am Markt erfolgreich und somit profitabel zu sein. Die gute Nachricht dabei: wir können es lernen, uns selbst so zu überprüfen und dann zu lenken, um diese Fallstrick sicher zu umschiffen.

Eine Kette von Hindernissen

Gier (in Form von Erwartungen unrealistisch hohen Renditen - denken wir immer daran, dass selbst die erfolgreichstens Anleger im langfristigen Schnitt nicht mehr als ca. 20% p.a. schaffen)

führt zu

zu hohen Risiken (Im Forex- und CFD-Handel sind unglaublich hohe Hebel möglich, was extrem hohe Drawdown-Chancen und gar Totalverlust-Risiken mit sich bringt - denken wir immer daran, dass selbst die erfolgreichsten Hedgefonds im Schnitt mit einem Hebel von 2 oder maximal 3 arbeiten)

führt zu

unangenehmen Schieflagen (Wir können nicht immer richtig liegen: die Zufallstheorie sagt aus, dass wir 50-50 richtig und falsch liegen. Daher werden wir immer wieder Verlustpositionen erleiden. Diese müssen wir zu managen lernen, indem wir entweder mit strikten Stop-Losses arbeiten oder aber über geringe Hebelung Verluste eine gute Weile lang bis zur gewünschten Erholung aussitzen können. Letzteres ist meiner Erfahrung nach nur zu empfehlen, wenn man die Exit-Strategie nicht am Gewinn oder Verlust der eigenen Position, sondern an objektiven Marktgegebenheiten ausrichtet.)

führt zu

Verdruss und Lähmung (Die menschliche Psyche tendiert dazu, sich von großen, ungenügend gemanagte Schieflagen abzuwenden. Wir verleugnen - zumindest zeitweise uns selbst gegenüber - schnell deren Existenz und setzen damit auf das Prinzip Hoffnung. Wenn wir uns dadurch verdrießen und lähmen lassen, entgehen uns wichtige Chancen, fürs nächste Mal dazuzulernen. Diese sehr menschliche Reaktion lässt sich dadurch in den Griff bekommen, Disziplin in der Exit-Strategie und Wahl der maximalen Positionsgröße einerseits und in der selbst-verpflichteten, objektiven Betrachtung der für die Handelsposition und deren Strategie entscheidenden Marktfaktoren andererseits zu entwickeln. )

führt zu

Rastlosigkeit, die erlittenen Verluste wieder gut machen zu wollen (Erinnern wir uns immer daran: 10% Verlust braucht 11% Gewinn, um wieder auf den Anfangsstand des Kapitals zurück zu klettern. Bei 20% Verlust sind 25% Gewinn notwendig, bei 33% werden 50% nötig und nach 50% Drawdown müssen wir das Kapital wieder verdoppeln - 100% Gewinn - um wieder den Kontostand vor dem großen Verlust oder der Verlustphase herzustellen. Da hilft nur eines: die Verluste von vornherein gering halten, indem wir die Renditeerwartungen und damit die Risiken zurückschrauben.)

führt zu

Zweifel an den eigenen Fähigkeiten (Wenn wir an uns selbst zweifeln, fehlt uns der Mut, nach dem Fall wieder aufzustehen und aus unseren Fehlern zu lernen.)

Die Lösung ist naheliegend:

Die Kette der Tugend

Vernünftige Renditeerwartung

führt zu

Gut steuerbaren Risiken

führt zu

Verkraftbaren Schieflagen

führt zu

Klarem Kopf und ausgeruhtem Schlaf

führt zu

Geduld nach dem Drawdown

führt zu

Selbstvertrauen, das uns erlaubt, von jedem Deal (ob Gewinn oder Verlust) dazuzulernen.

Wir Trader haben die Wahl, ob Sie die Kette von Hindernissen gegen sich oder die Kette der Tugend für sich wirken lassen wollen. Trading Robots (z.B. Expert Advisors für MT4/MT5) geben uns ein wichtiges Werkzeug in die Hand, stringent und systematisch uns in den Zyklus des Erfolgs zu begeben. Das wird uns aller Voraussicht nach nicht auf Anhieb gelingen, aber durch ständiges dazulernen mit der Zeit ermöglichen.

Der Schlüssel zum Erfolg im Trading, ob mit oder ohne EAs, liegt in der Beachtung des ersten Schritts der obigen Ketten: schrauben wir also unsere Gewinnerwartungen von Wunschträumen in die Realität herunter. Dann schlittern wir nicht unkontrolliert in die Kette von Hindernissen, sondern begeben uns auf die Erfolgsschiene der Kette der Tugend.

Ihnen allen wünsche ich nachhaltigen Tradingerfolg
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

EUR-USD-Kurs bei Parität bis zum Jahresende 2019

Fundamental gesprochen, gehe ich persönlich davon aus, dass der Dollar weiter Stärke zeigen wird und tendenziell in Richtung Parität (sprich: 1 EUR = 1 USD, ein Kurs von 1,0000 USD pro EUR also) marschieren wird.

Warum EUR-USD-Kurs 2019 in Richtung 1,00 tendieren wird

Denn im Euro-Raum wird weiter Geld gedruckt: die EZB verleiht quasi zum Nulltarif Gelder an die ansässigen Banken - und will daran wohl auch 2019 nichts ändern. Das schwächt langfristig den Wert des Euros.

Auf der anderen Seite des Atlantiks sieht es anders aus: die US-Notenbank Fed hat 2018 ganze vier Mal den Leitzins angehoben und will, Stand heute, in 2019 weitere zwei Scheiben drauflegen. Außerdem mausert sich die US-Wirtschaft klammheimlich vom Weltmeister der Dienstleistungs-Ausfuhr auch wieder zu einem weltweit führenden Rohstoff-Exporteur: Öl und Erdgas sei dank. Das wird über kurz oder lang die US-Handelsbilanz in Richtung ausgeglichen oder gar positiv tendieren lassen, so dass die Nachfrage nach Dollar stark bleiben wird.

Daher würde es mich ganz und gar nicht wundern, wenn wir dieses und vielleicht auch noch nächstes Jahr eher einen starken US-Dollar und einen schwachen Euro sehen werden. Den meistgehandelten Wechselkurs der Welt sehe ich also in Richtung 1,00 USD pro EUR sich abschwächen. Das macht es überlegenswert, Expert Advisors (EAs) auf EURUSD-Charts auf short-only einzustellen.

Bei solchen Prognosen fällt mir ein Zitat von André Kostolany ein, das Sie und ich uns natürlich bewusst sein und immer bleiben müssen:

An der Börse ist alles möglich. Auch das Gegenteil.
— André Kostolany

Herzliche Grüße und beste Trading-Erfolge
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

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Aktienmarkt derzeit tabu: Premiere unseres WeltGeldStimulanzIndex

Derzeit sollte für jedermann der Aktienmarkt tabu sein - zumindest für kurz- und mittelfristige Long-Positionen. Wer auf short setzt (oder Put-Optionen kauft), könnte in den kommenden Monaten seine Freude haben. Für all diejenigen, die langfristig Aktien kaufen und mindestens fünf bis zehn Jahre halten können, könnte das Jahr 2019 sehr schöne Einstiegskurse bieten.

Denn, allgemein für die weltweiten Aktienmärkte gesprochen: der Markt fällt - und wird dies auch noch eine Weile lang tun.

Warum ich so denke?

Damit Aktien steigen können, müssen grundsätzlich zwei Voraussetzungen erfüllt sein: gute Stimmung und Geld. Wie es um die Stimmung steht, brauche ich Ihnen nicht zu erzählen - die Schlagzeilen sind voller Krisenherde, die Volatiltät ist hoch, Stimmung also entsprechend schlecht. Geld war bis vor nicht allzulanger Zeit noch zur genüge vorhanden. Zwischenzeitlich dreht aber die deutliche Mehrheit der weltweiten Zentralbanken den Geldhahn zu.

Das sehen Sie an unserem WeltGeldStimulanzIndex (WGSI), über dem wir seit einiger Zeit brüten und nun konsistent berechnen. Sie, werter Blog-Leser, erfahren hier und heute die Weltpremiere unseres WGSI.

Premiere unseres WeltGeldStimulanzIndex (WGSI)

Der WGSI stellt in einer Zahl dar, ob die Notenbanken aller Weltnationen tendenziell stimulierende oder kontrahierende Geldpolitik betreiben. Ein Wert über 50 weist auf Expansion hin, während ein Wert unter 50 den Gürtel enger schnürt.

WGSI und sein jüngster Wert für Dezember 2018: 13,3

Damit hat er sich zwar von seinem Tief bei 6,7 im November 2018 leicht erholt, ist allerdings von der Stimulanzschwelle von 50 noch weit, weit entfernt.

Sehen Sie selbst, wie wunderbar der Index die Trendphasen des Dow Jones Industrial Averages der letzten Jahre erklärt:

Daher: der Aktienmarkt ist für Long-Trades derzeit tabu. Keine nachhaltige Erholung in Sicht. Unser WeltGeldStimulanzIndex sagt eindeutig ein Fortsetzen der seit ein paar Monaten vorherrschenden Baisse voraus.

…Wäre ja auch nicht verwunderlich nach fast einem Jahrzehnt Bullenmarkt…

Beste Wünsche und gutes Durchhaltevermögen für den anstehenden Bärenmarkt
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Daten-Quellen: http://cbrates.com/decisions.htm, https://www.onvista.de/index/Dow-Jones-Index-324977
Dow Jones® is a registered trademark of Dow Jones Trademark Holdings LLC.

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Brexit und die Brokerwahl fürs Forex-Trading

Einige von Ihnen traden bei MT4- und MT5-Brokern, die in Großbritannien angesiedelt sind. Sie mögen sich daher wundern, welche Folgen der Ende März anstehende Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (Brexit) auf die Forex-Broker haben wird. Der offizielle Zeitpunkt ist der 29.3.2019 um 23 Uhr Londoner Zeit, aber die Austritts-Verhandlungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Daher ist noch so einiges in der Schwebe.

Nichts genaues weiß man nicht

Meine eigene Meinung ist, dass alles voraussichtlich sehr glimpflich ausgehen und sich mit der Zeit regeln wird. Aber weil hier große Befindlichkeiten und menschliche Wesen politisch am Werk sind, besteht ein gewisses Risiko, dass es zu unerwarteten und derzeit unvorstellbaren Verwerfungen kommt.

Wir wollen aber doch ungehindert weiter traden können, mit oder ohne der brititschen Krone in der EU, oder etwas nicht?

Auf dieser Absicht und mit weitsichtigem Risikomanagement im Sinn basiert auch die kürzliche Bitte um Broker-Empfehlung einer meiner Kunden:

Ich habe mit dem Brexit und somit mit Admiral Markets und der Bank in England so meine Bauchschmerzen. Können Sie mir einen oder mehrere Broker für Forex empfehlen? Ich würde gerne wechseln.
— Bernd Winter, mindful FX Kunde

Danke für Ihre Bitte um Hilfe bei der Brokerwahl. Wir haben seit 2017 eine Partnerschaft mit JFD Brokers. Ich bin von deren Ausführungs-Qualität und Swap-Konditionen sehr beeindruckt und kann JFD daher besten Gewissens weiterempfehlen. Dazu kommen super enge Spreads und niedrige Kommissionen - eine Gewinn bringende Kombination für Sie als Kunden.

Außerdem bietet JFD eine komplette Non-Dealing-Desk-Lösung mit außergewöhnlicher Transparenz an, so dass keine Interessenskonflikte mit den Kunden bestehen. Ich finde das klasse.

Hier geht's zur kostenlosen Demo-Kontoeröffnung mit meinem Partnerlink, so dass Sie JFD testen können und JFD weiß, dass ich Sie dorthin geschickt habe.

Auf Weltfrieden und gute Beziehungen mit Großbritannien auch nach dem Brexit
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

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AUD-JPY Flash Crash - Lehren fürs EA-Trading

AUD-JPY Flash Crash am Morgen des 3. Januar 2019

In den frühen Morgenstunden des 3. Januars 2019 kam es binnen Sekunden zu krassen Kursausschlägen in Währungspaaren, die den Australischen Dollar (AUD) und den Japanischen Yen (JPY) beinhalteten. Weltwirtschaftliche Hiobsbotschaften (Chinesische Fabrikproduktion), traurige Unternehmensausblicke (Apple), zu rettende Banken (Banca Carige) und weltpolitische, ego-getriebene Sperenzchen (USA vs. China/Nord Korea) trafen auf dünne Liquidität, was einen lawinenhaften Ausverkauf, auch “Flash-Crash” genannt, in AUD-JPY (teilweise -7% binnen Sekunden!), mit entsprechend korrelierten Auswirkungen auf andere wichtige Währungspaare wie AUDUSD und USDJPY verursachte.

Wer den Aussie short oder den Yen long war, konnte schon zwei Tage nach dem Knallen der Neujahrskorken die nächste Champagnerflasche aus dem Kühlfach holen (oder frischen O-Saft aus Bio-Flug-Orangen pressen - für uns Abstinenzler). Was aber, wer - wie ich und einer meiner Trading-Spezls - in Gegenrichtung positioniert war?

EA-Portfolio vs. manuellem Trading

Wegen diverser Longs im AUD und einiger Shorts im JPY kam mein eigenes ProdiveLiquidityDaily EA-Portfolio mächtig unter Druck. Zeitweise belief sich der Equity-Rückgang im Vergleich zum Kontostand bei 49%, so viel wie nie zuvor. Das war zwar viel und tat weh, aber das Konto hat gehalten. Alle Positionen konnten offen gehalten werden, wodurch es sich wieder vom Allerschlimmsten erholen konnte. Zwar werde ich einige Verlustdeals realisieren müssen, verbleibe aber unterm Strich noch deutlich im positiven Bereich.

Mein Konto ist also

  1. heil geblieben,

  2. war keinerlei Zwangsschließungen unterzogen und

  3. es verbleibt unterm Strich noch immer ein Gewinn im bisherigen, 15 Monate alten EA-Portfolio-Trading-Ansatz übrig.

Das Risiko über insgesamt 17 Währungspaare zu verteilen und jede einzelne Position mit einem Hebel von kleiner als 1 zu handeln, hat sich also ausgezahlt.

Anders bei einem meiner Trading-Spezl. Er war USDJPY long, manuell, ohne System und ohne Expert Advisor. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern insgesamt 22-fach gehebelt. Der Kurs des US-Dollars in Yen fiel zeitweise um knapp 5% - jetzt können Sie sich schon denken, was mit dem Konto geschehen ist. Richtig: 22 x 5 ergibt mehr als 100, also wurde das Konto geplättet, der allseits gefürchtete Totalverlust war ganz plötzlich Realität.

Der einzige Wehrmuts-Tropfen ist, dass mein Spezl vor ein paar Monaten aufgrund von hohen Gewinnen im ersten Halbjahr sein ursprünglich eingesetztes Kapital abgezogen hatte und folgerichtig nur noch mit den Profiten spekulierte. Somit ist im Großen und Ganzen zumindest nichts verloren.

Sein Konto ist also leider

  1. leer getradet,

  2. wurde zwangsliquidiert und

  3. erleidet einen Totalverlust (wobei er glücklicherweise durch sein mutiges Kontokapitalmanagement “nur” vorher erzielte Gewinne verlor).

Was wir aus dem AUD-JPY Flash Crash lernen

  1. Wer gerne mit hohen Hebeln arbeitet, sollte sich selbst zumindest in der Form managen, das eingesetzte Kapital schnellstmöglich vom Konto abzuziehen, um “nur” Gewinne zu verlieren, möglichst nicht aber sein Kapital. Klar, das Spiel kann auch beim ersten Mal gleich schief laufen, daher ist bei einem solchen Trading-Ansatz nur der Teil des eigenen Geldes einzusetzen, auf den man absolut schmerzfrei verzichten kann. Ganz wichtig!

  2. Auch für niedriger gewählte Hebel sollte ein Kapitalmanagement-Mechanismus angewendet werden, durch den regelmäßig ein gewisser Prozentsatz des Trading-Kapitals abgezogen und somit gesichert wird. Siehe dazu auch unseren Blog-Artikel Wie man Trading zu Einkommen macht vom 24.11.2017.

  3. Wir selbst haben sofort unser Portfolio-Management (in unseren Signal-Konten ProvideLiquidityDaily, Select7D und ArrayTrading) weiter verbessert. Es ist nun noch konservativer. Die Zeit, die zwischen zwei Short- bzw. Long-Dealeröffnungen in der gleichen Währung liegen darf, unterliegt einem gewissen Minimum und wird von Position zu Position verlängert. Beispiel: USDJPY-long, also Yen short, am 2.1. um 6 Uhr, der nächste JPY-short (z.B. USDJPY long, CADJPY long oder AUDJPY long) darf erst frühestens um 18 Uhr geschehen; für den dritten JPY-short müssen statt 12 schon mindestens 24 Stunden vergangen sein. Das gibt weiteren Puffer für starke Bewegungen entgegen unserer Positionierung.

  4. Es ist vorteilhaft, ein Portfolio aus erfolgreichen EAs über ein Portfolio von Währungspaaren zu streuen. Man ist zwar nicht vor Verlusten schlechthin gefeit, der Diversifizierungseffekt hält diese aber im Rahmen des verträglichen.

  5. Unser Forex-Portfolio sollte Schocks von 10-15% pro Währung vertragen können, ohne dass einerseits ein gewünschter maximaler Drawdown überschritten wird und ohne dass andererseits das Equity unter die Close-Out-Schwelle Ihres Brokers rutscht. Vor jeder Deal-Eröffnung muss dies überprüft und ein Handelssignal bei Nichteinhalten dieser Bedingung verworfen werden.

Mit diesen Vorkehrungen werden wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weder zu hohe Risiken in Form von über-hebelten Deals eingehen noch zu große Gesamtpositionen aufbauen. Das hält uns diszipliniert, so dass wir zwar eventuell schmälere Renditen akzeptieren müssen, aber nicht mehr den Gefahren unserer eigenen Gier ausgesetzt sind.

In der Hoffnung, dass Sie vom AUD-JPY-Flash Crash unberührt blieben oder gar profitieren konnten
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

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Gutes tun mit EA-Trading in Forex und CFDs

Klar: was wir Trader gerne möchten, ist, von unseren Trading-Aktivitäten leben zu können. Das ist für viele ein Traum, weil wir dann von zu Hause aus arbeiten (lies: traden) können. Wenn wir dann noch mit Expert Advisors (EAs) alle oder zumindest Teile unserer Handelsansätze automatisieren, dann ist sogar Zeit “weg vom Bildschirm” denkbar und machbar.

Themawechsel: Die Macht und Kraft von “Gutes tun” ist vielen von uns bewusst. Wer anderen hilft, eigenes Geld spendet, Freiwilligendienst verrichtet, weiß, dass man im Endeffekt sich selbst Gutes tut - ohne das dies aber im Vordergrund steht. Denn man ist im Dienste der Interessen von Anderen unterwegs, darauf fokussiert, was für den Hilfeempfänger das Beste ist. Gleichzeitig erfüllt uns ein Gefühl der unfassbaren Freude, unser Ego für ein paar Momente unseres Lebens aufzugeben.

Ist das nicht erstaunlich?

Wir gehen täglich unserer Arbeit (und dem Trading) nach und stumpfen umso mehr ab, je mehr wir nur an uns selber denken. Wir wollen mehr Gehalt, mehr Gewinn, mehr Rendite, mehr Anerkennung, mehr Respekt, mehr Einfluss, mehr Erfolg. Während daran grundsätzlich überhaupt nichts auszusetzen ist, weil wir uns selbstverständlich selbst um die Grundbedürfnisse von uns und unseren abhängigen Familienmitgliedern kümmern müsen, ist es doch umso wichtiger zu erkennen, dass wir eine einzige große Weltgemeinschaft von Menschen und anderen Wesen sind, die alle im sprichwörtlichen selben Boot sitzen.

Wir alle wollen glücklich sein. Wir alle wollen einen friedlichen Geist und somit innere Ruhe finden.

Was man sät, das erntet man
— Lebensphilosophie, welche sich in den weisen Büchern und Lehren aller Weltreligionen wiederfindet


Um selbst Glück zu empfinden, muss man daher anderen helfen, glücklich zu sein. Das sät die richtige Saat. Genausowenig wie wir von einem Apfelkern erwarten würden, dass er zu einem Birnbaum oder einer Tulpe heranwächst, dürfen wir von egoistischen Gedanken, Worten und Taten nicht im Ernst annehmen, dass sie in Zufriedenheit und Ruhe enden.

Sie fragen sich nun zu recht: Was hat das alles mit Traden zu tun?

Mehr als wir gemeinhin annehmen:

  1. Wenn wir traden, nur um der in wohl jedem Menschen inhärenten Gier nachzugehen, wird uns das ertradete Geld nicht weiterhelfen, um Lebensglück zu erreichen. Womöglich wird uns der nachhaltige Trading-Erfolg gar nicht erst finden. Denn nur wenn wir unserer Gier bewusst sind und sie zu kontrollieren lernen, werden wir einerseits vernünftige Risiken eingehen und andererseits aus unseren Fehlern der Vergangenheit Verhaltensänderungen ableiten können.

  2. Wenn wir den Markt betrachten, als wäre er eine ewig und unbegrenzt melkbare Milchkuh, werden wir hinter den möglichen Renditen herhinken. Denn es verhält sich so: unser Arbeitgeber gibt uns Lohn, weil wir ihm/ihr (und direkt oder indirekt dessen/deren Kunden) mit unserer Arbeitskraft einen Mehrwert schaffen. Wir geben dem Bäcker in unserer Arbeitspause unser hart verdientes Geld, weil wir von seiner Butterbrezel einen Mehrwert erhalten. Genauso trifft dieses Prinzip auf den Finanzmarkt zu: nur wenn wir den anderen Marktteilnehmern einen Mehrwert herstellen mit unseren Trades, wird er uns im Gegenzug eine positive Rendite überlassen.

Und was sonst?

Wir haben uns selbst dazu verpflichtet, ganz im Sinne der Aktion “1% for the planet”, uns selbst eine freiwillige Umweltsteuer aufzuerlegen. Damit erhält unser Trading und unsere EA-Programmier-Dienstleistungen sofort einen guten Zweck und eine tiefere Bedeutung.

Dieses Jahr haben wir 1% unseres Umsatzes der Umwelt-Bildungs-Organisation Schützer der Erde e.V. gespendet. Der gemeinnützige Verein hat laut seiner Webseite zum Ziel, “bei Kindern und Jugendlichen einen achtungs- und verantwortungsvollen Umgang mit Tieren, Pflanzen, Menschen und der gesamten Mitwelt zu fördern.” Das ist meiner Meinung nach so wichtig, denn die Jugend von heute wird unsere Gesellschaft mehr prägen als wir Erwachsenen. Ein Sinn für die Umwelt bei zukünftig einflussreichen Personen ist Lebensgrundlage für uns alle.

Warum 1% vom Umsatz und nicht z.B. 10% vom Gewinn? Nun, der Gewinn ist buchhalterisch eine weitaus steuerbarere Größe als der Umsatz. Das führt dazu, dass wir wirklich jedes Jahr geben können, was wiederum der regelmäßigen Versorgung und Planbarkeit des begünstigten gemeinnützigen Projekts dient.

Behalten wir alle also das Große und Ganze im Auge! Lassen Sie uns alle Gutes tun mit unserem Trading! Nur dann wird es einem jedem Trader und einer jeden Traderin unter uns langfristig möglich sein, Lebensunterhalt auf der einen Seite und Lebensglück auf der anderen Seite zu erzielen. Davon bin ich überzeugt.

Stellen Sie sich vor, in was für einer friedvollen Welt wir leben könnten, wenn jeder so agieren würde?!

Einen frohen Jahresendspurt mit hoffentlich einer odentlichen Rally für Ihr Kapital
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Von den Besten lernen: André Kostolany

Was Tulpenzwiebeln mit Kryptowährungen zu tun haben

Neulich las ich (mal wieder) Börsenaltmeister André Kostolanys Buch "Die Kunst, über Geld nachzudenken". Immer wieder eine unterhaltsame und vor allem lehrreiche Lektüre.

Als ich das Kapitel über den Tulpenzwiebel-Hype aus den 1630er-Jahren las, traf es mich wie eine Bratpfanne auf den Kopf:

Das unvernünftige Spiel mit dem ‘Wertlosen’ ist geradezu ein Symptom für das Ende großer wirtschaftlicher Booms, für die letzte Phase der Prosperität und die dritte Phase des Bullenmarktes, wo das Geld in Strömen fließt. Und dieses Phänomen kehrt immer wieder zurück. Eine Haussebewegung bleibt anfangs im klassischen Rahmen, dann greift sie auf die fragwürdigen Werte über.
— André Kostolany in "Die Kunst, über Geld nachzudenken"

Ein paar Sätze weiter kommt's dann erneut wie der Wink mit dem Zaunpfahl:

Schließlich erfasst diese Aufwärtsbewegung eine große Zahl von Unwerten, ja, von Antiwerten. [...] Alle Welt wollte verdienen und bezahlte unglaubliche Preise. Glücksritter aus ganz Europa kamen nach Holland, um Tulpen zu erwerben, die ja im Preis steigen mussten. Ähnlich wie heute kleine Sparer jeden Preis für Internet-Aktien bezahlen.”
— André Kostolany in "Die Kunst, über Geld nachzudenken"

Kostolany schrieb diese Worte 1999. Was ab März 2000 nach Platzen der Internetblase gut zweieinhalb Jahre lang mit den Aktienmärkten geschah, daran erinnere ich mich noch gut. Als Kind des Bullenmarktes der neunziger Jahre sah ich kopfschüttelnd zu, wie ein Tief nach dem anderen erreicht wurde!

Nun ersetzen Sie in Kostolanys Zitat das Wort "Internet-Aktien" mit "Kryptowährungen". Fällt es Ihnen nicht ebenso wie Schuppen von den Augen?

Zwar steht das Argument der begrenzten Coin-Menge pro Coin-Emission im Raum als Argument, das für die Stabilität einer einzelnen Kryptowährung spricht. Allerdings gibt es keine Begrenzung, wie viele verschiedene der digitalen "Werte" geschaffen werden können. Es wimmelt doch nur so von neuen ICOs, Initial Coin Offerings!

Denken Sie mal darüber nach! Vielleicht hilft Ihnen ein Buch wie dieses von Kostolany zu eigenen, neuen Erkenntnissen, die Sie für Ihren verdienten Trading- und Börsenerfolg schulend vorbereiten.

Zwar sind Bitcoin und Co. schon wochenlang auf Sinkflug. Dennoch kann (und meines Erachtens muss) die Entwertung der in sich wertlosen Kryptowährungen in Richtung der theoretisch möglichen 0-Linie weiter gehen.

Herzliche Grüße und beste Börsenerfolge wünscht
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

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Von den Besten lernen: Ray Dalio

Einer der seit mehreren Jahrzehnten erfolgreichsten und bekanntesten Investoren und Trader ist Hedgefonds-Manager Ray Dalio. Er gründete die Investmentfirma Bridgewater Associates im Bundesstaat Connecticut im Nordosten der Vereinigten Staaten von Amerika, in guter Reichweite der Finanzmetropole New York City mit Manhattan und natürlich der Wall Street.

Ray Dalio ist aber nicht nur ein gewiefter Finanzjongleur, sondern auch eine Persönlichkeit, die gerne ihre am eigenen Leib erlernten Lebensweisheiten mit anderen Menschen teilt. Ich selbst bin auf seinem Email-Verteiler, über den er gelegentlich seine Meinungen veröffentlicht.

So habe ich Anfang dieser Woche über die folgende Videoserie von ihm erfahren, in der er die wichtigsten Elemente aus seinem, im Juni auch auf deutsch erscheindenen, Buch Die Prinzipien des Erfolgs (ein New York Times #1 Bestseller übrigens) unterhaltsam animiert zusammenfasst. Sehen Sie selbst:

Ob fürs Trading oder das Leben allgemein: von erfahreneren, erfolgreicheren Menschen zu lernen ist eine der spannendsten Beschäftigungen für mich. Vielleicht auch für Sie?

Drei Dinge, die für mich aus den acht Episoden oben besonders hervorstechen:

  1. Ray Dalio empfiehlt, sich mit klar denkenden Menschen zusammen zu tun, die aus anderen Blickwinkeln ein und dieselbe Sache betrachten können. So entsteht ein interessanter Austausch an Meinungen, mit dessen Hilfe man selbst über seinen eigenen Tellerrand zu blicken lernt.
  2. Als Trader lag er Anfang der 1980er-Jahre einmal so fehl, dass er alles wieder von Neuem aufbauen musste - daraus aber seine erfolgreichsten Lehren zog. Damit kann ich mich voll identifizieren.
  3. Alles ist ein Prozess. Am Weg zum Ziel muss man Freude finden, weil ansonsten das Erreichen der eigenen Erfolgsmaßstäbe selbst nur zur Hetzjagd von der einen zur nächsten Errungenschaft wird.

Was können Sie von Meister-Trader Ray Dalio lernen?

Allerbeste Trading-Erfolge wünscht Ihnen


Cristof Ensslin
von mindful FX,
Ihr EA Programmierer

Happy Birthday für Forex Trader

Diese Woche hat mein Trading-Spezl Geburtstag. Singen wir ihm alle gemeinsam:

Happy birthday to You
Pfund und Yen auf und zu
Short den Dollar, long den Euro
Happy Birthday to You

Wem können wir noch dieses Ständchen halten?

Ihnen allen eine guten Wochenausklang und viele gute Geschäfte
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Kann man mit EAs dauerhaft Geld verdienen?

Als EA-Programmierer und langjähriger Trader werde ich immer wieder gefragt, ob man mit Trading-Robots wie Expert Advisors (EA) für MetaTrader 4 (MT4) dauerhaft Geld verdienen kann. Also nach dem Motto: EA „Plug & Play“ anschalten – und ein Jahr später ist das Konto verdoppelt, verzehnfacht oder verhundertfacht.

Die Antwort darauf ist ganz klar: es kommt darauf an.

Warum? Weil die Frage nicht genau genug gestellt ist. Die Frage muss beinhalten, wieviel Geld man im EA Trading verdienen möchte. Nehmen wir uns also ein paar Varianten dieser sehr berechtigten Fragestellung vor.

Kann man mit EAs dauerhaft sein Kapital jährlich verdoppeln?

Meiner Meinung nach lautet die Antwort hierauf ganz klar nein. Es wird Marktphasen geben, in denen ein EA mit viel Hebel und somit hohem Risiko leicht eine Kapitalvervielfachung schaffen kann. Da Sie aber in einer solchen Einstellung regelmäßig Ihr gesamtes Kapital riskieren, ist dies eher der Kategorie Spielkasino zuzuordnen. Kann also Spaß machen, unterhaltsam sein, aber nicht als ernsthaftes investieren verstanden werden.

Denn ob Sie die richtige Phase des Markts erwischen ist Glückssache. Sie können zwar Systematiken wie Equity Trailing Stop (siehe Blog Wie ein Equity Trailing Stop funktioniert) oder Rollende-Backtest-Methode (siehe Blog Den richtigen EA für aktuelle Marktphase finden: rollende Backtests) anwenden. Bei solch hohen Verlustrisiken ist aber der Erfolgsfall dennoch eher dem Glück zuzuordnen und tendenziell mit zahlreichen verlustbehafteten Anschalt-Versuchen verbunden.

Kann man mit EAs dauerhaft 10% oder 20% p.a. auf sein Kapital verdienen?

Hier lautet meine Meinung ganz klar ja. Sie können entweder ein Portfolio an Expert Advisors und somit Handelsstrategien auf ein Portfolio von Assets anwenden, gegebenenfalls unter Marktphasenfilter-Ansätzen wie den oben schon erwähnten Equity Trailing Stop oder Rollende-Backtest-Methode. Damit erzielen Sie durch gestreutes Risiko sehr effektives Verlustrisikomanagement und können dennoch eine im Vergleich zu langristigen Aktieninvestments attraktive Rendite erwirtschaften.

Oder aber Sie verwenden EAs, die systematisch algorithmisch arbeiten und mit effektivem Risikomanagement ausgestattet sind. Zu diesem zähle ich unter anderem unseren Martingale-EA mFX-MartingaleKlassisch mit all seinen Risiko-Schutzmechanismen. Wir setzen ihn selbst mit unserem eigenen Geld ein, in der Erwartung auf 10-20% Rendite pro Jahr. Er wird also keine Wunder verbringen. Zwecks übergeordnetem Risikomanagement setzen wir hier nur einen im Verlustfall verkraftbaren Bruchteil unseres investierbaren Kapitals ein. Denn es verbleibt auch hier ein, wenn auch extrem geringes, Totalverlustrisiko.

Mit meinen nun über 30 Jahren Börsen- und gut 6 Jahren EA-Trading-Erfahrung kann ich guten Gewissens sagen:

  1. Für den passiven Investor sind EAs ein prima Mittel, um dem diversifizierten Portfolio als kleine, geringe Beimischung zu dienen.
  2. Einem aktiven Vollzeittrader dienen Expert Advisors hingegen als unerlässliches Werkzeug, um emotionslos die eigenen Strategien umsetzen zu können.

Letzterer wird immer auch einen Blick darauf haben müssen, ob die zu Grunde liegende Handelsstrategie zur aktuellen Marktphase im gewählten Symbol bzw. Asset passt.

Generell gilt: Je mehr Zeit Sie ins EA-Trading investieren, desto mehr Rendite können Sie generell erwarten. Wenn Ihnen irgendjemand erzählt, er habe einen Wunder-EA, der Ihnen risikofrei Ihr Geld vervielfacht, sollten bei Ihnen blitzartig alle roten Karten und Flaggen vor Ihrem geistigen Auge heftig wedelnd erscheinen.

Beste Trading- und Investment-Erfolge wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Risiko runter!

Heute (ich schreibe diese Zeilen am 12. Februar 2018) ist mein erster regulärer Arbeitstag nach kleiner Auszeit. Vor zwei Wochen hielt ich die Januar-Ausgabe unseres MQL4-Intensivkurses – EA-programmieren lernen. Danach ein paar Tage Buch schreiben mit meinem Trading-Partner im Hochschwarzwald (herrlich verschneit). Dann noch zwei ausführliche Programmier-Coaching Sessions mit Kunden, die den von mir erstellten Code besser verstehen möchten, um eigens weiterentwickeln zu können. Und schlussendlich Rückreise in mein derzeitiges zu Hause in den USA, mit Jetlag, endlich-mal-wieder-ausschlafen und Spaziergängen in den (derzeit verregneten) Blue Ridge Mountains.

Summa summarum zwei intensive Wochen in Deutschland, während denen aber nicht nur ein straff durchgetaktetes mindful FX-Programm für mich anstand. Sondern die zweite Hälfte dieser 14 Tage waren von sprunghaft gestiegener Volatilität an den Märkten geprägt – ausgehend von den Aktienmärkten.

Ich handle neben Währungen (vollautomatisiert mit Expert Advisors auf MT4: EURUSD im Martingale-Setup, die 13 liquidesten Wechselkurse in meinem ProvideLiquidity-Trading sowie bis zu 80 Währungspaare im niedrig-frequenten ArrayTrading-Setup) auch US Aktien. Um genau zu sein, handle ich vertikale Options-Spreads auf US Aktien. Diese Kombination von börsengehandelten Optionen wähle ich deshalb, um exakt das Risiko pro Deal definieren zu können, ohne einen wankelmütigen Stop-Loss vergeben zu müssen. Dazu aber vielleicht ein ander Mal mehr.

Die (zwar erwartete, aber vom exakten Timing her dennoch überraschende) starke Korrektur an den US-Börsen zeigte mir schnell auf, wie schnell mein Trading-System Risiko-technisch überlastet war. Obwohl ich zu Beginn der Kurskorrektur Long in einigen und Short in anderen Werten war, überwog nach ein oder zwei Tagen des Crashs die Long-Seite im Portfolio.

Die Abwärtsbewegung setzte sich aber noch weitere Tage fort. Das brachte mehr Drawdown zu stande als mir lieb war.

Daher habe ich als Konsequenz sofort die Risiko-pro-Deal-Werte in meinen drei Unterstrategien des Aktien-Optionshandels reduziert. Stark reduziert: Ich senkte in einer der Unterstrategien das Equity-Risiko pro Deal von 1,67% auf 0,5%.

Der Hintergrund: während in „normalen“ Marktphasen vereinzelte, hochwertige und in ihrer Handelsrichtung diversifizierte Dealsignale in den ca. 100 Einzelwerten des S&P 100 (ein Teilindex der größten 100 Werte des viel bekannteren S&P 500) erscheinen und das höhere Risiko pro Deal gerechtfertigen würden, generiert mein System in Stark-Korrektur-Phasen viele gleichgerichtete Signale.

Heißt: wenn's drauf ankommt, nimmt der Risiko-streuende Effekt des Portfolio-Ansatzes ab. Das ist eine wichtige Lektion. Natürlich ist es richtig und gut, mit Streuung der Einstätze auf verschiedene Assets das Gesamt-Risiko zu steuern. Das darf uns Tradern aber nicht die Illusion geben, dass die Korrelation immer niedrig ist.

Im Gegenteil: wenn's heiß wird, steigt oftmals der Gleichlaufquozient an, so dass der Portfolio-Effekt abnimmt. Das war schon im letzten Riesencrash von 2007/2008 leicht sichtbar, als quasi alle Vermögenswerte gleichzeitig in eine Richtung liefen.

Was können wir alle aus dieser Erfahrung lernen?

Ganz klar: Risiko runter!

In guten Zeiten ist das schwierig, da vielerorts die Versuchung auf hohe Profite lauert. Wir sind alle Menschen und daher unter anderem von Gier getrieben. Ein Portfolio an Underlyings und Strategien muss immer erst einen Crash einigermaßen glimpflich (oder zumindest innerhalb der vorgesehenen Rücklauf-, Schwankungs- und anderer Risikomaße) überstehen, bevor wir wirklich ein solides Moneymanagement Set-Up zur Verfügung haben.

Man muss immer im Spiel bleiben und weiter spielen können. Niemals so viel Risiko eingehen, dass es nicht mehr weiter gehen kann. Bei meinen Strategien war dies im aktuellen Marktgeschehen glücklicherweise der Fall. Nur der Drawdown war eben größer als geplant. Daher kann ich weiter am Ball bleiben, passe aber mein Risiko (teils stark, wie oben beispielhaft gesehen) nach unten an.

Das wird sicherlich meine Renditeerwartung etwas senken müssen. Aber: der nächste Crash kommt bestimmt – oder der derzeitige setzt sich fort, wer weiß.

Auf solide Renditen bei niedrigerem Risiko
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA-Programmierer

Soll die EA Programmierung auf Basis von MT4 oder MT5 aufgesetzt werden?

Die Firma MetaQuotes, die Ersteller von MetaTrader 4 (MT4) und MetaTrader 5 (MT5), pusht derzeit sehr stark den MT5 voran. Insbesondere auf deren Website mql5.com, die ein Forum und Marktplatz für beide Versionen darstellt und die für EAs und Indikatoren sowohl für MT4 als auch MT5 dient, sieht man teils sehr aggressive Eigen-Werbung für die neuere der beiden Trading-Plattformen.

Gleichzeitig fragen Sie sich vielleicht, wie auch einer meiner Kunden derletzt:

Soll die EA-Programmierung auf Basis von MT4 oder MT5 aufgesetzt werden? Wie lange wird es die Handelsplattform MT4 überhaupt noch geben?

Das sind sehr berechtigte Fragen, egal ob sie die EA-Programmierung selbst oder das Erlernen der MT4-Programmiersprache MQL4 betreffen. Danke hierfür. Es ist immer wieder wert, sich über diese Fragen ausführliche Gedanken zu machen. Immerhin steht teils viel Zeit- und Geldeinsatz auf dem Spiel.

Hier also meine aktuelle Meinung zur "Lage der Nation der EA-Trader".

Aktuell höre ich von Brokern, dass der MT5 sich nicht wirklich durchsetzt. Er hat zwar deutliche Vorteile (z.B. ist er für den Börsenhandel zugelassen) - wenn die Broker oder Trader ihn aber nicht verwenden wollen, bleibt's beim MT4. Es wird sicherlich noch Jahre dauern bis es den MT4 wirklich nicht mehr geben wird.

Mich erinnert das ein bisschen an einen Kampf der Giganten, den ich während meiner Kindheit mit erleben durfte.

In den 80er Jahren gab es den Kampf zwischen VHS und Beta-Tapes um die Vorherrschaft im Videokassetten-Markt. Beta war technisch um Längen voraus, dennoch hat sich VHS durchgesetzt. Warum? Weil VHS viel schneller viel mehr Nutzer gewinnen konnte. Weil es unter anderem darum ging, aufgezeichnete Videos mit anderen zu teilen, wählten Nutzer die Plattform, die unter Freunden beliebter war.

Ähnliches ist meines Erachtens bei MT4 zu beobachten. Für MT4 gibt es schon so viel mehr Code, EAs, Indikatoren etc. Dieser Netzwerkeffekt ist nicht zu unterschätzen, auch wenn MT5 technisch besser ist.

Dazu kommt, dass MQL5 (Programmiersprache für MT5) komplizierter zu verwenden ist als MQL4 (Sprache für MT4). Das bringt mit sich, dass die Programmierung eines EA's für MT5 ca. doppelt so viel kostet wie für MT4. Denn die Programmierung dauert in etwa doppelt so lange.

Eventuell suchen Sie den MT4 zum Download auf von MetaQuotes betriebenen Web-Seiten derzeit vergeblich. Keine Sorge: den MT4 erhalten Sie bei jedem MT4-Broker zum Download. Er kann dann auch für andere Broker verwendet werden, indem Sie einfach Ihre Kontonummer, Ihr Passwort und den Server des anderen Brokers eingeben.

Wenn Sie also noch auf der Suche nach dem MT4 sind, oder aber den meinen Vergleichen nach günstigsten (zumindest für EURUSD und DAX-Future-CFD) MT4-Broker ausprobieren wollen, testen Sie doch mal die von uns oft empfohlene direktbroker-fx (Partnerlink https://www.direktbroker-fx.de/demo-2/?ref=mindful), falls nicht schon geschehen.

Alternativ empfehlen wir seit diesem Jahr auch JFD Brokers, einen progressiven Broker mit bester Technologie für schnellste und besser als erwartete Deal-Ausführungen. Es gibt engste Spreads und niedrige Commissions in über 800 (!) Assets sowie keine Interessenskonflikte, da kein Handelsbuch vorhanden ist, sondern die Orders direkt 1:1 an Liquiditätsprovider weitergeleitet werden. JFD ist mindful FX Partner seit 2018. Partnerlink zum kostenlosen Demokonto: https://www.jfdbrokers.com/de/trading/konto/kontoeroffnung?ib=ensslin

Wenn alles nach mir ginge, würde meine Vision so aussehen, dass MetaQuotes den MT5 vollständig kompatibel zur Programmiersprache MQL4 macht. Das würde die technischen Vorteile des MetaTrader 5 und die leichtere Handhabbarkeit der MT4-Programmiersprache zu einem Dreamteam kombinieren. Wäre das nicht prima?

Ihnen wünsche ich allerbeste, gewinnbringende Trades
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

PS: es gibt neue Termine für unseren MQL4-Intensivkurs - EA-programmieren lernen im Mai 2018 in Stuttgart und Hannover - hier klicken, informieren und gleich anmelden!

Trading-Systeme, die richtig funktionieren

Neulich erhielt ich folgende Email:

Ist es möglich, dass dieses ganze Technischeanalyse-Ding sich sehr schwer tut mit der dauerhaften Rentabilität?
Es hört sich jetzt etwas blöde nach “Undergroud-Trader” an. Aber kann es sein, das Systeme, die richtig funktionieren, nicht einfach per Google zu finden sind?

Dies ist eine fantastische Frage, die sehr berechtigt ist! Vielen Dank dafür. Diese Mail ist tatsächlich stellvertretend für viele ähnliche Fragen, die mir per Email oder über unseren YouTube-Kanal gestellt werden.

Viele Neulinge im Bereich Trading erhalten durch diverseste Eindrücke aus Büchern, von Youtube-Gurus und Websites, dass Trading zu einfachem, schnellen und vor allem risikofreien Reichtum führt - oder zumindest führen kann. Manchmal finde ich sogar heraus, dass auch erfahrenere Trader solchen Verlockungen nur schwer widerstehen können - mich selbst inbegriffen, muss ich ehrlich zugeben.

An all uns Menschen, die von Gier und Angst getrieben werden: Aufgepasst!

Um es kurz und knapp zu sagen: es gibt keine Abkürzung.

Trading ist eine Arbeit wie jede andere. Je mehr Sie darüber lernen und je mehr Zeit Sie darin investieren, desto größer sind Ihre Erfolgschancen. Klar, kann es sein, dass Sie (oder obige Gurus) kurzfristig eine Glücksträhne haben und irrsinnige Profite im Schlaf erwirtschaften. Wer aber auf Dauer erfolgreich sein und das Gewonnene nicht schnell wieder verlieren will, muss viel Geduld mit sich bringen.

Geduld für:

  • all die Lektionen, die man lernen muss; unter anderem durch Verluste, da einfach nicht alles aus Büchern, Magazinen oder von gutmeinenden Lehrern lernbar ist.

  • all die Zeit, die man investieren muss, um Systeme zu entwickeln.

  • all die Erfahrungswerte, die zu sammeln sind, um diese Systeme in den richtigen Märkten und zu den richtigen Zeitpunkten einzusetzen.

  • die langfristige, stetige Entwicklung der Rendite.

Wer langfristig denkt und weiß, dass eher in 10-20% Jahresrendite gedacht werden sollte, statt nach durchaus menschlicher und daher sehr weit verbreiteter Gier-frisst-Hirn-Manier an schnelle, ständig sich wiederholende Kapitalverdoppelungen sich zu sehnen, ist schon halb am Ziel.

Ich bin selbst ein Kind des Bullenmarkts zu Zeiten des Neuen Markts und der High-Tech-Blase der Jahrtausendwende. Ich musste diese Lektionen durch zunächst jubelnde Gewinne und dann schmerzhaft dahinschmelzende Depot-Stände selbst lernen.

Meine wichtigsten vier Lernerfahrungen möchte ich mit Ihnen teilen:

  1. Haben Sie realistische Rendite-Erwartungen! Wo hohe Gewinne locken, verstecken sich immer extrem hohe Risiken.

  2. Denken Sie langfristig! Statt ständig im M1- und M5-Chart nach Mustern zu suchen, entwickeln Sie lieber ein Handels-System im Tages- (D1) oder Wochenchart (W1). Meine besten Erfolge sind in eben diesen Timeframes. Darin entwickelte Systeme haben meiner Erfahrung nach auch eine viel größere Wahrscheinlichkeit, dauerhaft zu funktionieren.

  3. KISS - Keep it simple, stupid! Einfache Systeme funktionieren besser als komplizierte Systeme. Zum Beispiel ein Range-Ausbruchs-Modell à la Donchian-Channel wie im EA mFX-HochTiefAusbruch abgebildet oder ein Trendfolge-Modell mittels zweier Gleitender Durchschnitte wie im EA mFX-MAXingPro automatisiert, jeweils im D1- oder W1-Chart angewendet und mit realistischen Renditeerwartungen, ist auf Dauer vielversprechender als Systeme, die 27 Indikatoren und andere Trigger-Faktoren enthalten.

  4. Trading ist eine Vollzeitbeschäftigung. Klar können Sie durch Trading-Robots wie eben Expert Advisors für MetaTrader 4 sich das Leben erleichtern und Ihre Strategien stringenter und emotionsloser umsetzen. Sie können aber nicht im Ernst erwarten, dass Sie im Schlaf Geld verdienen können, wenn Sie nicht vorher tausende von Stunden Ihrer wertvollen Zeit fürs Lernen, Ausprobieren und Korrigieren aufgewendet haben. Wenn Sie keine Zeit und Hirnkapazität investieren können oder wollen, dann sollten Sie lieber auf langfristige Investitionen in ein Portfolio echter Vermögenswerte (sprich Immobilien, Aktien, Edelmetalle) setzen. Dann können Sie ruhig schlafen.

Ist es also möglich, mit Hilfe technischer Analyse Trading-Systeme zu finden, die funktionieren? Ich denke ja, aber nur sofern realistische Rendite-Erwartungen, Langfristigkeit, Einfachheit des Systems und verfügbare Zeitkapazität seitens eines lernfähigen und -willigen Traders zusammenkommen.

Auf beste Umsetzung dieser Lerneffekte
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Wert geben = Wert erhalten

Liebe EA-Trading-Freunde!

Das Jahr 2017 hat seinen letzten Handelstag erreicht. Ein guter Moment, um einen kleinen Rückblick über das dieses Jahr Gelernte zu wagen.

Neben zahlreichen kleineren, technischen Lektionen, habe ich eine große Sache gelernt. Diese möchte ich mit Ihnen teilen. Denn ich denke, dass sie auch Ihnen im neuen Jahren helfen kann.

Warum möchte ich eine potenziell stark gewinnträchtige Idee mit Ihnen und (offensichtlich) der breiten Öffentlichkeit teilen? Aus (mindestens) drei guten Gründen:

  1. Ich sehe mindful FX als Plattform für (EA-) Trader, sich gegenseitig auszutauschen und voneinander zu lernen. Freunde helfen einander.
  2. Die goldene Regel: "Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu!". Ich drehe diese gerne ins positive: "Verhalte Dich anderen gegenüber so, wie Du selbst behandelt werden möchtest." In anderen Worten: positives Karma.
  3. Die Idee selbst ist eher allgemein gehalten. Ich denke, dass jeder Trader sie etwas anders auslegen und dann umsetzen wird und daher keine Konkurrenz enstehen wird.

Nun aber zur Idee selbst. Trading an den Finanzmärkten ist ein Spiegelbild des Lebens: wer Wert gibt, wird Wert erhalten.

Der Denkansatz vor der Entwicklung und Anwendung potenziell gewinnbringender Handelsstrategien muss also immer beinhalten, ob ich mit meinem EA und Handelsansatz den restlichen Marktteilnehmern einen Mehrwert biete - und sei er noch so klein. Viel mal klein macht mathematisch gesehen mehr als viel mal null oder viel mal negativ.

Die meisten Neulinge und teils auch Fortgeschrittene am Markt schauen immer nach dem nächsten heißen Eisen. Ausbruch: aufspringen. Wo geht gerade die Post ab? Dort muss es doch etwas zu holen geben. Das führt aber oft dazu, dass man "Wert nimmt" statt "Wert gibt".

Ein ganz einfaches Beispiel: bei einem Ausbruch aus einer Handelsrange wollen viele Trader gerade diesen Ausbruch in Ausbruchsrichtung handeln. Das ist eine beliebte Scalping-Strategie. Rein und mit ein bisschen Gewinn wieder raus. Das wird in neun von zehn Fällen gut gehen, aber in dem einen verbleibenden Fall das Gewonnene wieder zerrinnen lassen und den Trader unterm Strich sogar mit Verlust im Regen stehen lassen.

Warum das so sein muss?

Ganz einfach: wir entziehen dem Markt Liquidität, wenn wir das tun, was zu just diesem Zeitpunkt alle anderen Marktteilnehmer ebenso tun wollen. Liquidität verbrauchen heißt Wert konsumieren. Als Trader muss man aber Liquidität geben. Das ist der Hauptzweck eines Traders, eine der wenigen wirklichen wirtschaftlichen Funktionen des kurzfristigen Börsen-Akteurs.

Daher verdienen Banken in aller Regel auch gutes Geld im Börsenhandel. Abgesehen vom Eigenhandel schaffen sie als Market-Maker Liquidität, indem sie (fast) ständig bereit sind, zum etwas unterhalb der Mitte liegenden Geld-Kurs (Bid) zu kaufen und zum etwas oberhalb der Mitte liegenden Brief-Kurs (Ask) zu verkaufen. Sie liefern den anderen Marktteilnehmern also den Wert, dass ein Wertpapier oder anderes Asset jederzeit handelbar ist.

Wie können wir kleinen Trader unsere Strategien Wert-gebend gestalten?

Hier ein paar Beispiele:

  • Wir können bei Ausbruchsstrategien versuchen, mit nachziehenden Limitorders in den Markt zu kommen. Klar verpassen wir dadurch den einen oder anderen Ausbruch, werden aber langfristig durch die generell liquiditätsschaffenden Limitorders dem Markt einen Mehrwert bieten und somit Wert für uns Profite generieren.
  • Gleiches gilt für Ausstiege aus Deals: denken Sie eher an Limitorders (Take-Profit) oder Trailing-TPs im Verlustfall statt immer nur mit Stop Loss oder Trailing SL zu agieren. Hier ist natürlich das Gesamtrisiko zu beachten, so dass irgendwo dann doch eine Reißleine gezogen werden muss. Das persönliche Risikomanagement darf selbstverständlich nicht vernachlässigt werden. Nur wer seine Handlungsfähigkeit aufrecht erhält, kann auch dem Markt dauerhaft einen Mehrwert bieten.
  • Denken Sie neben der Trendfolge auch ernsthaft über Umkehrstrategien nach. Beispielsweise Range-Ausbrüche als Fehlausbrüche interpretieren und in die umgekehrte Richtung handeln? Das ist sicher einer der tendenziell größten Werte, die ein Trader geben kann. Allerdings sind hier starke Nerven und rigoroses Money- und Risikomanagement gefragt.
  • "Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen." - hat der 1788 in Frankfurt am Main geborene Bankier Carl Mayer von Rothschild schon gesagt. Sprich: antizyklisches Investieren liefert dem Markt einen Mehrwert. Sie kaufen, wenn alle anderen verkaufen wollen, und umgekehrt. Warum sonst hätte Warren Buffet und seine Investment-Firma Berkshire Hathaway über mehrere Jahrzehnte den Markt in außerordentlichem Maße outperformen können?
  • Neben Ordertyp und Handelsrichtung kann auch die Wahl des Handelsinstruments Wert schaffen. Wie wäre es, über Eurex, CBOE und Co. Optionen zu schreiben? Damit bieten Sie dem Optionskäufer eine Versicherung für fallende (Put) oder steigende (Call) Kurse. Dies bitte nicht mit digitalen (binären) Optionen umsetzen. Nur reguläre Optionen, die an einer Terminbörse gelistet sind, bieten dem Markt über den Versicherungseffekt einen echten Mehrwert. Auch hier können Sie dann anti-zyklisch und über Limitorder noch weiter den Wert steigern, den Sie dem Markt bieten. Auch hier ist äußerste Vorsicht und striktestes Money- und Risikomanagement angesagt!

All das gilt übrigens gleichgültig ob ich mit oder ohne Expert Advisor, also Automatisierung, und egal ob auf MetaTrader 4 oder einer anderen Trading-Plattform agiere. Ich handle z.B. selbst mit eigenem Geld und Risiko auf MT4 (siehe hier meine öffentlich verfolgbaren Konten, die Sie übrigens auch als MT4-Signal abonnieren können) in Währungen, während ich über einen nicht-MetaTrader-Broker börsengehandelte Aktien und Aktienoption trade.

Bei all diesen Aktivitäten stelle ich mir immer wieder die zentrale Frage: wie kann ich meine Strategie so gestalten, dass ich zu meinen gewünschten Handelszeitpunkten dem Markt einen möglichst hohen Wert biete?

Ich bin dankbar, diese Einsicht in 2017 gewonnen zu haben. Jetzt kann 2018 richtig losgehen!

Für das anstehende neue Jahr wünsche ich von ganzem Herzen Ihnen persönlich alles Gute sowie Ihrem Konto außerordentliche Trading-Gewinne,
Ihr Cristof Ensslin und das gesamte mindful FX Team.

PS: ich freue mich auf Ihre Meinung. Welche Ideen haben Sie, um dem Markt einen Mehrwert zu bieten und Ihnen selbst somit langfristig solide Gewinne zu ermöglichen?

Wie man Trading zu Einkommen macht

Ein Trading-Konto ist schnell eröffnet. Es folgt nur noch die Kapitalisierung des Kontos - eine Überweisung und schon kann's los gehen. Trading macht Spaß, keine Frage. Es soll aber in der Regel auch einen weiteren wichtigen Zweck erfüllen:

Einkommen schaffen.

Natürlich gehört dazu, dass man profitabel tradet, sei es automatisiert per Expert Advisor in MT4 oder MT5, sei es halbautomatisch mit Hilfe eines EA's oder Skripten, oder sei es vollständig manuell. In diesem Artikel geht es aber nicht darum, einen profitablen Handelsansatz zu finden. In diesem Artikel geht es darum, Trading zu Einkommen zu machen.

Wenn Sie Trading nur zum Spaß unternehmen oder um ausschließlich Geld wachsen zu lassen, brauchen Sie nicht weiter lesen. Wenn Sie aber ein regelmäßiges Einkommen aus Ihrem Trading erzielen wollen, brauchen Sie eine sinnvolle Methode, die Ihnen bei dieser Aufgabe hilft.

Das muss nicht kompliziert sein. Was ich seit diesem Monat mache, um Trading zu Einkommen zu machen, ist ganz einfach.

Jeden Monat ein Mal - bei mir ist's immer der letzte Sonntag im Monat, es kann aber auch der Monatserste oder -letzte sein - halte ich in einem Spreadsheet das aktuelle Gesamtkapital fest. Dieses Eigenkapital wird übrigens auch Equity (MetaTrader), Net Asset Value oder Net Liquidation Value. Es fasst den Marktwert der offenen Positionen und den aktuellen Kontostand zusammen.

Das Gesamtkapital multipliziere ich mit 0,005 und erhalte somit einen Wert, der einem halben Prozent des Gesamtkapitals entspricht. Wenn mein Tradingkonto am Stichtag z.B. 10.000 EUR Wert ist, erhalte ich 50 EUR aus dieser Berechnung. Diesen Betrag zahle ich mir dann von diesem Tradingkonto auf mein Bankkonto aus. Voilá: hier ist mein Einkommen.

Das bedeutet, dass ich mir ca. 6% des eingesetzten Kapitals pro Jahr auszahle. Wächst das Tradingkonto trotz dieser Auszahlungen an, habe ich offensichtlich mehr als 6% erwirtschaftet mit meinen Trading-Aktivitäten. Schrumpft es, habe ich entsprechend weniger Gewinn gemacht.

Warum ist das sinnvoll?

Ein Grund ist dieser: wenn mein Trading weniger als 6% pro Jahr verdient, sollte ich mich nach einer besseren Risikoanlageform umsehen - langfristig ausgerichtetes, passives Investieren in einen Aktienindex kommt in den Sinn. Hier geht es also um Selbstkontrolle und realistisches, objektives Betrachten meines Trading-Erfolgs.

Die 6% pro Jahr beziehungsweise 0,5% pro Monat sind ein veränderbarer Wert. Sie können beispielsweise von einer riskanteren Strategie einen höheren Prozentsatz fordern. Wichtig ist nur, dass Sie - egal wo Sie derzeit mit Ihrem Trading stehen - Ihre Denkweise in Richtung "Einkommen generieren" ausrichten. Nur dann können Sie Trading mit oder ohne Expert Advisors zu einer echten Einkommensquelle machen.

Ein weiterer Grund, der vielleicht sogar wichtiger ist: wenn ich kräftig Gewinn gemacht habe und das Konto gewachsen ist, wächst auch meine Auszahlung. Wenn ich Verlust gemacht habe, fällt die Auszahlung geringer aus.

Das ist darum wichtig, da jede Strategie ihre guten und schlechten Phasen hat. In einer guten Phase kann ich also regelmäßig mehr Gewinn entnehmen, während ich in einer schlechten Phase weniger Geld abziehe. In guten Zeiten nehme ich auf Strategie-Ebene also Gewinne mit und gebe der Trading-Stratgie in Verlustphasen für die nächste Gewinnphase eine weitere Chance gebe - natürlich nur gesetzt den Fall, dass dass die Strategie erwartungsgemäß überhaupt wieder gute Phasen haben kann.

Drei Voraussetzungen habe ich für die Einkommens-Ausrichtung meines Tradings als hilfreich und äußerst sinnvoll kennengelernt:

  1. Pro Trading-Strategie ein separates Konto - die meisten MT4-Broker erlauben mehrere Konten pro Kunde richten gerne Unterkonten ein. Oder Sie nutzen mehrere Broker - denn für die eine Strategie könnte der eine Broker sinnvoll sein, für die nächste ein anderer. Alternative: ein Konto verwenden und jeden Deal in einem Trading-Journal seiner Strategie zuweisen, um die Kapitalentwicklung pro Strategie nachzuvollziehen.
     
  2. Das Handelsvolumen pro Deal (in MT4 und in EAs Lots oder Lotsize genannt) muss vom Kontokapital abhängig sein, entweder durch regelmäßige manuelle Anpassung oder durch automatisches Ermitteln mittels im EA eingebauten Moneymanagements.
     
  3. Ein Überwachungsmechanismus mittels Tabellenkalkulation und Erinnerungsfunktion. Als Erinnerung kann ein sich wiederholender Eintrag in Ihrem Kalender dienen oder aber ein EA, der zwar selbst keine Deals auslöst, aber Ihnen in den gewünschten Intervallen, z.B. monatlich, das Kontoequity per Email zuschickt. Für den Eintrag in die Tabellenkalkulation habe ich Ihnen meine Spreadsheet-Vorlage in einem Google Sheet zum kostenlosen Kopieren vorbereitet.
Tabellenkalkulation "Google Sheet" zur regelmäßigen Ermittlung Ihres Tradingeinkommens - kostenlos für Sie.

Tabellenkalkulation "Google Sheet" zur regelmäßigen Ermittlung Ihres Tradingeinkommens - kostenlos für Sie.

Falls Ihnen Stift und Papier lieber ist, können Sie das Spreadsheet über Ihren Browser auch ausdrucken. Dann können Sie mit Bleistift und Taschenrechner (oder lieber Kopfrechnen?) vorgehen.

Aus dem monatlichen Trading-Einkommen ermittle ich dann am Ende noch, wie das Einkommen verteilt wird; also welcher Anteil in langfristiges Investieren in Real-Investments geht (für mich sind's 20% für substanzielle Vermögenswerte wie Immobilien, Aktien, Gold), welcher Anteil an gemeinnützige Zwecke gespendet wird (hier wähle ich 10% - der berühmte Zehnt) und welcher Anteil für Lebenshaltung (68%) sowie hemmungsloser Spaß (2%) verwendet wird. Diese Aufteilung ist natürlich je nach Lebens- und Vermögensumständen, Alter und persönliche Vorlieben bei jedem Menschen bzw. Haushalt unterschiedlich.

So lebt es sich glücklicher.

Ein netter Nebeneffekt: Sie können nun solide fundiert Ihrer besseren Hälfte (sofern vorhanden) den jeweils aktuellen Stand Ihrer Trading-Aktivitäten inklusive Haushaltsbeitrag berichten. Das wird dem oftmals von Lebenspartnern kritisch beäugte Trading einen besseren Ruf und damit mehr Akzeptanz verschaffen.

Damit bleibt natürlich noch immer die Herausforderung, profitabel zu traden. Klar. Aber Sie haben einen wichtigen Schritt unternommen, um die Grundlage dazu zu schaffen, aus Trading Ihr Einkommen zu erzielen.

Beste Trading-Erfolge und ein hoffentlich mehr als auskömmliches Einkommen daraus wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer.

Über die Kunst, mit Expert Advisors stetige Gewinne zu erzielen

Wir nutzen MetaTrader 4 oder 5 und Expert Advisors (EAs), um Trading-Strategien zu automatisieren. Dadurch, dass das Trading vom Computer erledigt wird, kann ich mir über Strategie-Entwicklung und Marktphasen Gedanken machen. Muss ich sogar, denn das ist und bleibt meine Aufgabe als Trader.

Wir können wirklich keine so guten Prognosen abgeben. Obwohl wir so tun, als könnten wir, können wir es nicht.
— Alan Greenspan

Der Markt ist wie ein Flussverlauf, den man vom Quellpunkt bis zur Meeresmündung verfolgt. Wir können immer nur die nächsten paar 100 Meter, wenn überhaupt, sehen. 

Beispiel des Verlaufs des Rheins. Stellen Sie sich die Quelle vor: mit dem Thomasee am Oberalbpass in der Schweiz (westliches Graubünden) findet Deutschlands längster Fluss seinen Ursprung. Das Wasser ist grünlich-blau, herrlich idyllisch. Dann geht es als kleiner Bach ins Tag hinab, fröhlich sprudelnd über Stock und Stein. Immer wieder gibt es kleine Ruhephasen, kleine Tümpel, dann geht es weiter talwärts.

Irgenwann beruhigt sich das Ganze, zwischen Chur und Bregenz ist der Rhein teils eingefasst, alles schön kontrolliert. Dann geht’s in und durch den Bodensee. Tagelange Ruhe, aber mit Sturmgefahren: gar Windhosen können sich darauf entwickeln, Segler wissen um die Gefahren, die auf sie lauern.

Aus Deutschlands größtem See hinaus geht’s bald die imposant-rasanten Rheinfälle zu Schaffhausen laut tosend hinab. Dann die oberrheinische Tiefebene, dann vorbei an großen Industriebauten in der Metropolregion Mannheim-Ludwigshafen. Hier ist der Rhein schon lange schiffbar. Wie ist der Wasserstand?

Dann geht’s in die malerischen Mittelgebirge, munter links und rechts, vorbei an der Lorelei, wo schon so einige Kähne auf Grund gelaufen und zerschellt sind. Bis schließlich der Unterrhein sich bei Rotterdam in die Nordsee ergießt.

Stellen Sie sich nun vor, Sie schiffen den Rhein abwärts. Für jeden Teil ihrer Reise benötigen Sie ein anderes Schuhwerk oder Gefährt. In den Alpen Wanderstiefel, ein Kanu vielleicht im Tal zwischen der Schweiz und Österreich, wie wäre es mit einem Segelboot auf dem Bodensee oder einem Drachenflieger, um die Rheinfälle von Schaffhausen zu überstehen? Dann per Binnenschiff oder auch Touristendampfer bis nach Köln, oder mit Ruderbooten oder Fähren nach Holland und schließlich mit Schlepperkähnen und Hochseeriesen im Rotterdamer Hafen.

Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.
— Mark Twain

Wir kennen den Rhein. Den Markt kennen wir aber nicht. Er ändert sich ständig. Daher stellen Sie sich vor, dass Sie nicht wissen, welches Schuhwerk oder welchen Kahn Sie zu welchem Zeitpunkt benötigen. Denn die aufeinanderfolgenden Marktphasen stehen nicht wie ein bekannter Flussverlauf von vornherein fest, sondern sie verändern sich stetig und unerwartet.

Munter wechselt der Markt zwischen Seitwärtsphasen und Trendmärkten, in ganz unterschiedlichen Volatilitätsausprägungen.

In den 80er Jahren wurde durch das Turtle Trading Projekt in Chicago das Trading per Trendfolgemodellen populär. Ist es heute noch aktuell, jetzt wo es Algotrader der Großbanken und Hedgefonds gibt, die für Flash-Crashes und unerwartete Zacken in der Chartentwicklung sorgen? Vielleicht ja, vielleicht nein, aber wir dürfen keinesfalls einfach gut-gläubig annehmen, dass ein Modell noch in die heutige Zeit passt. 

Marktmeinung, Markttechnik und Marktpsychologie sind im ständigen Wandel. Das einzig konstante ist die Veränderung. Daher gilt für uns Trader, ob mit oder ohne Expert Advisor (EA) am Markt unterwegs, ob auf MT4, MT5 oder einer anderen Plattform mit dem Broker unserer Wahl verbunden (z.B. die von uns wegen engster EURUSD- und Dax-Future-CFD-Spreads oft empfohlene direktbroker-fx), dass wir in regelmäßigen Abständen hinterfragen müssen, ob unser Tradingansatz noch der richtige ist.

Die Ergebnisse dieser so objektiv und sachlich wie möglich durchzuführenden Selbst-Reflektion müssen dann entsprechend beherzt in erneuertes Vertrauen ins eigene Trading-System, in kleinen Anpassungen im Detail oder in großen, gegebenenfalls schmerzhaften Umwälzungen in den verwendeten Strategien umgesetzt werden.