Erfolgs- & Risikomessung

Gewinn und Rendite eines Expert Advisors

In zwei der letzten Blog-Artikel hatte ich Ihnen Drawdown (Drawdown: zwei Definitionen zum Messen von Expert Advisors) und Profitfaktor (Profitfaktor als Erfolgsmaß von Expert Advisor Deals) als Risiko- und Erfolgsmaß für das automatisierte Trading mit Expert Advisors (EAs) vorgestellt. Während diese beiden Kennzahlen eher das Risiko sowie die Gewinn- und Verlustverteilung einer Tradingstrategie beschreiben, benötigen wir abschließend noch das Erfolgsmaß schlechthin, um festzustellen, ob wir unser Geld in das untersuchte System investieren wollen oder nicht.

Die Berechnung funktioniert eigentlich ganz einfach: wir betrachten den Netto-Gewinn nach Abzug aller Kosten. Diese Summe bezeichnen wir gerne auch als „Gewinn in Kontowährung”. Wir müssen also alle Kursgewinne und Kursverluste aufsummieren und eventuelle Finanzierungskosten sowie Gebühren davon abziehen.

Setzen wir diesen Gewinn ins Verhältnis mit dem Startkapital, erhalten wir die Rendite, den Gewinn in Prozent des eingesetzten Kapitals, also:

Um nun die Profitabilität eines EAs mit einer anderen Strategie oder gar komplett anderer Anlageformen vergleichen zu können, ist es sinnvoll, diese Rendite in eine jährliche Rendite, auch als Rendite p.a. (pro anno, lateinisch für pro Jahr) bekannt, umzurechnen. Die Formel dazu lautet wie folgt:

oder

oder

Rechnen wir ein Beispiel aus. Wenn ich, wie derzeit (Stand 07.08.2018) mit unserer mFX-ProvideLiquidity Strategie, vollständig als EA für MT4 automatisiert, z.B. 27,36% Rendite habe, und das Trading mit diesem EA auf bis zu 14 Major Währungspaaren seit Mitte November 2017 aktiv ist, komme ich per Mitte August 2018, also nach neun Monaten, auf folgende annualisierte Rendite:

Nun kann ich alles ins Verhältnis setzen. Ich kann 36,48% p.a. mit der Aktienmarktrendite oder dem Tagesgeldkonto vergleichen. Natürlich muss ich das vollständige Bild zeichnen, indem ich den wahrscheinlichen, möglichen Drawdown aller zu vergleichenden Renditen als wichtigstes Risikomaß hinzuziehe.

Die Live Trading Resultate im MT4 zu analysieren, ist manchmal etwas mühsam. Denn die Ergebnisse werden standardmäßig im HTML-Format und zudem im englischen Zahlenformat exportiert. In einem der nächsten Blog-Posts zeige ich Ihnen eine Lösung dafür: ein Skript, mit dessen Hilfe Sie Ihre Dealhistorie in ein sehr Excel-freundliches Format umwandeln können.

Bleiben Sie automatisch per Email über unsere Blog-Veröffentlichungen informiert:

Für meine Freitags-Mails rund um die Themen TRADING, EXPERT ADVISORS UND EA-PROGRAMMIERUNG anmelden:

Datenschutz nach DSGVO. Sie können sich jederzeit aus unserem Email-Verteiler austragen. Powered by ConvertKit

Bis dahin alles Gute für Ihr EA-Trading
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Profitfaktor als Erfolgsmaß von Expert Advisor Deals

Anfang Juli hatten wir in einer Leserumfrage festgestellt, dass Drawdown, Profitfaktor und Rendite p.a. bzw. Gewinn in Kontowährung die meist beachteten Risiko- und Erfolgsmaße einer Trading-Strategie sind, ob diese nun manuell getradet wird oder voll automatisch mittels Expert Advisors (EA) für MetaTrader 4 oder 5 (MT4/MT5). Während ich in einem weiteren Blog-Artikel den Drawdown in zwei verschiedenen Definitionen untersucht habe (Drawdown: zwei Definitionen zum Messen von Expert Advisors), komme ich in diesem heutigen Artikel auf den Profitfaktor zu sprechen.

Der Profitfaktor kombiniert sehr elegant die Trefferquote sowie die durchschnittlichen Gewinne und Verluste eines EA's zu einer einzigen Zahl. Weiter unten erkläre ich Ihnen genau mittels Formel und ein paar Beispielen, wie der Profitfaktor genau berechnet wird. Zunächst aber noch Wichtiges zum Hintergrund dieses Erfolgsmaßes.

„Ich habe über 90% Trefferquote“... Haben Sie eine solche Aussage schon mal gehört? Sind Sie dabei aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen und haben gefragt: „Wie machst Du das denn?“

Wenn die Antwort darauf lautet, „ich begnüge mich in meinem EA mit 1 Pip Gewinn pro Deal, während ich 100 Pips Verlust pro Deal risikiere“, wird dieser Tradingansatz voraussichtlich langfristig Verluste bringen – trotz der haushohen und fantastischen Trefferquote.

Rechnen wir es nach. In 90 von 100 Deals macht der EA 1 Pip Gewinn. Die Summe aller Gewinndeals macht also 90 Pips aus. Ein einziger Verlust von 100 Pips macht nun den gesamten angesammelten Gewinn zunichte, selbst wenn die Trefferquote auf 99% ansteigt.

Die Trefferquote alleine ist also nicht aussagekräftig. Wir benötigen zusätzlich den durchschnittlichen Gewinn aller Gewinndeals sowie den durchschnittlichen Verlust aller Verlustdeals, um aus der Trefferquote einen sinnvollen Reim zu machen. Hier kommt exakt der Profitfaktor ins Spiel.

Berechnung des Profitfaktors

Der Profitfaktor berechnet sich aus genau diesen Elementen:

Sie sehen aus dieser Formel, dass der Profitfaktor umso höher ist,

  1. je mehr Gewinndeals vorhanden sind,

  2. je weniger Verlustdeals vorhanden sind,

  3. je höher der durchschnittliche Gewinn pro Deal ist und

  4. je niedriger der durchschnittliche Verlust pro Deal ist.

Im obigen Beispiel mit 90% Trefferquote à 1 Pip Gewinn bei 100 Pips Risiko würde sich folgender Profitfaktor ergeben:

Praxisbeispiel zur Profitfaktor-Berechnung

Ein weiteres Beispiel aus der Praxis will ich anhand meiner Trading-Strategie mFX-ProvideLiquidity liefern, die ich mit Echtgeld vollautomatisch durch einen EA in MT4 handle und als abonnierbares und somit 1:1 kopierbares Signal auf dem EA- und MetaTrader 4 und 5-Forum mql5.com unter https://www.mql5.com/de/signals/364198 veröffentliche. Stand 3.8.2018 um 11:16 Uhr ergaben sich folgende Statistikwerte für das System, unabhängig berechnet und bestätigt von der mql5.com-Plattform seit Kontostart im November 2017:

  1. 100 Gewinntrades

  2. 44 Verlusttrades

  3. 8,83 USD Durchschnittlicher Profit

  4. -12,58 USD Durchschnittlicher Verlust

 ProvideLiquidity Signalstatistik lt. mql5.com-Auswertung, Screenshot vom 3.8.2018

ProvideLiquidity Signalstatistik lt. mql5.com-Auswertung, Screenshot vom 3.8.2018

Im Screenshot der Signalstatistik oben können Sie in der rechten Spalte, vierte Zeile von oben erkennen, dass der Profitfaktor vom mql5.com-Forum mit 1,59 berechnet wurde.

Validieren wir diesen Wert durch Ausfüllen der oben kennengelernten Formel:

Deutung und Bedeutung des Profitfaktors

Ein profitabler EA wird also immer einen Profitfaktor von größer als 1 haben. Ein Wert unter 1 deutet auf rote Zahlen unterm Strich hin. Ein Profitfaktor von exakt 1 würde bedeuten, dass der EA immerhin die Transaktionskosten (Swap, Kommission, Spread, Slippage und GuV-Umrechnung in Kontowährung) verdient hat.

Liegen noch keinerlei Verlusttrades vor, tendiert der Wert des Profitfaktor gegen unendlich. Denn dann wird durch 0 geteilt. Ein solcher Stand ist natürlich nur zeitweise vorhanden, weil auch die beste Strategie irgendwann Verlustdeals erleiden wird.

Generell gilt: je höher der Profitfaktor, desto besser. Betrachten Sie den Profitfaktor eines EA's aber niemals alleine. Denn wenn gleichzeitig z.B. ein unangemessen hoher Drawdown vorhanden ist, ist wohl das Risiko sehr hoch. Zum Drawdown lesen Sie am besten meinen Blog-Artikel zum Thema vom 10. August 2018: Drawdown: zwei Definitionen zum Messen von Expert Advisors.

Beste Grüße und viele erfolgreiche Trades wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Für meine Freitags-Mails rund um die Themen TRADING, EXPERT ADVISORS UND EA-PROGRAMMIERUNG anmelden:

Datenschutz nach DSGVO. Sie können sich jederzeit aus unserem Email-Verteiler austragen. Powered by ConvertKit

Drawdown: zwei Definitionen zum Messen von Expert Advisors

Im letzten Blog Drawdown, Profitfaktor, Rendite und Gewinn: Trading-Ergebnisse unter der Lupe hatten wir feststellen können, dass der Drawdown das meist beachtetste Risikomaß ist, um einen Expert Advisor (EA), also einen Trading Robot für MetaTrader 4 (MT4) und 5 (MT5) einschätzen zu können. Der Drawdown misst, allgemein gesprochen, den maximalen Rücklauf des Kontokapitals, auch Equity genannt. Man kann ihn entweder in Kontowährung oder als Prozentsatz ausdrücken.

Parallel zu diesen beiden Möglichkeiten der Ausdrucksweise gibt es – und das ist meines Erachtens viel wichtiger zu wissen – zwei unterschiedliche Definitionen für den Drawdown eines Kontos oder einer Handelsstrategie. Sie haben beide ihren Stellenwert. Wir als Trader müssen wissen, wann welche Definition verwendet wird:

  1. Drawdown = der maximale Verlust von Equity vom Equity-Höchststand aus gemessen.

  2. Drawdown = der maximale Verlust von Equity vom jeweils aktuellen Kontostand aus gemessen.

Nehmen wir nun beide Ermittlungsvarianten unter die Lupe. Welche Messlatte ist für welchen Zweck geeignet?

Drawdown = der maximale Verlust von Equity vom Equity-Höchststand

Mein bisheriges Verständnis für die Messung des Risikos einer Strategie anhand des maximalen Rücklaufs war dieses: um einen Drawdown zu ermitteln, muss ein EA zu jedem Zeitpunkt oder Kurstick folgende Messung anstellen.

Startkapital
+Summe der realisierten Gewinne
- Summe der realisierten Verluste
+Summe der schwebenden Gewinne
- Summe der schwebenden Verluste
= aktuelles Equity der Strategie bzw. des Kontos.

Aus dieser – sagen wir sekündlichen – Messung merkt sich ein EA den höchsten gemessenen Stand. Sobald in einem Tick ein niedrigeres Equity ermittelt wird, ist ein Drawdown vorhanden. Diesen können wir entweder in Prozent vom Höchststand oder absolut in Kontowährung, also z.B. EUR, ausdrücken. Ein Beispiel:

  1. Wir starten mit 10.000 EUR Kapital auf dem Konto und eröffnen ein EURUSD Buy Geschäft – bzw. ein Expert Advisor tut dies für uns aufgrund eines Handelssignals.

  2. EURUSD tickt nach oben, zum Kontostand von 10.000 EUR kommen nun sagen wir 10 EUR schwebende Gewinne. Unser Equity steht also bei 10.010 EUR. Dies ist der bisherige Höchststand, also merken wir uns diesen Stand als Hochwassermarke.

  3. EURUSD tickt wieder nach unten auf unseren ursprünglichen Einstiegskurs. Der EURUSD Buy Deal ist also 0 EUR Wert. Zuzüglich der 10.000 EUR auf dem Konto beträgt unser Equity also wieder 10.000 EUR.

  4. 10 EUR Drawdown sind seit dem Equity-Maximum entstanden, was ca. 0,0999% von eben dieser Spitze entspricht.

Dieser Ansatz der Drawdown-Messung wird übrigens im Strategietester Ihres MetaTraders verwendet. Wenn Sie im Testbericht nach dem Maß "Drawdown" oder, in deutsch-sprachigen Programmversionen, "Rücklauf" Ausschau halten, werden die Zahlen, die Sie dort finden, nach dieser Messmethode ermittelt worden sein. Ein Beispiel dazu sehen Sie für einen low-risk Backtest unseres MT4-EA's mFX-MAXingPro im folgenden Screenshot.

Der Rücklauf vom maximal erreichten Equitystand ist sehr effektiv, um zum Beispiel einen Trailing Stop auf Kontoebene zu praktizieren. Dabei ziehen Sie – wie bei einem Trailing Stop auf Dealebene – immer dann die Reißleine, wenn der Rücklauf vom besten erreichten Equitystand einen festgelegten Wert erreicht oder überschreitet. Dieser Wert kann, wie schon erwähnt, in Prozent vom Kontokapital-Höchststand oder aber als absoluter Wert in Kontowährung ausgedrückt werden.

Damit stellen Sie jederzeit fest, ob Ihr EA-Setup in der aktuellen Marktphase noch funktioniert oder nicht. Diese Logik habe ich übrigens im Überwachungs-EA mFX-EquityWatch automatisiert und für Sie preisgünstig zum Sofort-Download zur Verfügung gestellt: https://www.mindfulfx.de/equitywatch-ea/.

Der Nachteil dieser Methode zur Messung des Drawdowns ist, dass Kapitaleinzahlungen oder -Abbuchungen keine Berücksichtigung finden, zumindest nicht voll automatisch. Warum?

Dazu setzen wir unser Beispiel von oben fort:

  1. Wir entnehmen dem Konto 1.000 EUR, aus welchem Grund auch immer. Der Kontostand steht nun bei 9.000 EUR.
  2. Sind nun 10 EUR oder 1.010 EUR Drawdown vorhanden? Falls 10 EUR, weil um Kapitalbewegungen bereinigt, sind dies nun 0,0999% von 10.010 EUR oder 0,1111% von 9.000 EUR? Oder sollten wir nach Ein- oder Auszahlungen doch lieber alles zurücksetzen und von Neuem starten, also den gemessenen Equity-Höchststand dem aktuellen Equity gleichsetzen?

Sie sehen schnell, dass hier viele Möglichkeiten und Freiheitsgrade gegeben sind. Dabei ist keine der Vorgehensweisen nach Kapitalbewegungen per se gut oder schlecht. Sie muss nur festgelegt und konsistent sein und zu Ihren Rahmenbedingungen passen.

Wenn Sie regelmäßig Ein- oder Auszahlungen tätigen, ist der zweite Ansatz zur Drawdown-Berechnung in Betracht zu ziehen.

Drawdown = der maximale Verlust von Equity vom jeweils aktuellen Kontostand aus gemessen.

Vor knapp einem Jahr bin ich auf diese zweite Art der Messung eines Drawdowns gestoßen: Drawdown = aktuelles Equity – aktueller Kontostand. Wenn das Ergebnis dieser Formel positiv ist, wird der Wert auf 0 gesetzt. Denn das Equity ist dann größer als der Kontostand, was so viel bedeutet, dass die laufenden Deals in Summe im Gewinn liegen. Also ist kein Drawdown vorhanden.

Merke: Diese Art und Weise der Rücklauf-Ermittlung blendet die realisierten Gewinne und Verluste komplett aus. Sie bewertet immer nur die laufenden Geschäfte, also die Summe der unrealisierten Gewinne und Verluste, im Verhältnis zum Kontostand.

Wieder ein Beispiel, um die Systematik klarer darzustellen:

  1. Wir starten mit 10.000 EUR Kapital auf dem Konto und eröffnen ein EURUSD Buy Geschäft – bzw. ein Expert Advisor tut dies für uns aufgrund eines Handelssignals.

  2. EURUSD tickt nach oben, zum Kontostand von 10.000 EUR kommen nun sagen wir 10 EUR schwebende Gewinne. Unser Equity steht also bei 10.010 EUR. Nach obiger Formel berechnen wir Drawdown = 10.010 EUR – 10.000 EUR = 10 EUR. Da das Ergebnis positiv ist, setzen wir den Wert auf 0 EUR. Der aktuelle Rücklauf beträgt also 0 EUR.

  3. EURUSD tickt wieder nach unten auf unseren ursprünglichen Einstiegskurs. Der EURUSD Buy Deal liegt also weder im Gewinn noch im Verlust. Unser Equity steht also wieder bei 10.000 EUR. Nach obiger Formel berechnen wir erneut den Drawdown = 10.000 EUR – 10.000 EUR = 0 EUR. Der aktuelle Rücklauf beträgt noch immer 0 EUR.

  4. Hier sehen Sie schon den großen Unterschied zwischen beiden Methoden. Schritt 3 der ersten Methode produzierte einen Drawdown von 10 EUR, während diese zweite Methode noch keinerlei Drawdown anzeigt.

  5. Erst wenn der EURUSD weiter fällt und unser Geschäft sagen wir -10 EUR Wert ist, fällt unser Equity auf 9.990 EUR, was dann einem Drawdown von -10 EUR oder -0,1% vom Kontostand entspricht. Anders ausgedrückt ist der Drawdown laut dieser Ermittlungsmethode immer die Verlustsumme aller offenen Deals inklusive Swap und Kommission.

Wie bin ich überhaupt auf diese Drawdown-Definition gekommen? Ich arbeite seit letztem Herbst vermehrt mit dem EA-Forum mql5.com, auf dem MT4- und MT5-Nutzer unter anderem Signale Ihrer eigenen Strategien veröffentlichen oder die Signale anderer Trader abonnieren, Code-Tips, EAs und Indikatoren erhalten oder Trading-Ideen diskutieren können.

Für die dort veröffentlichten Signale wird der Drawdown nach eben dieser zweiten Methode berechnet. Ein Beispiel-Screenshot von der mql5.com-generierten Grafik, wie die Verlustsumme der offenen Deals in Prozent des Kontostands unseres eigenen Echtgeld-Signals ProvideLiquidity oszilliert, sehen Sie hier:

Das ist deutlich einfacher, da die Trader somit frei nach Lust und Laune (oder Mach-Trading-zu-Einkommen-Strategie, siehe auch Blog Wie man Trading zu Einkommen macht) Ein- und Auszahlungen durchführen können.

Alles hat zwei Seiten, somit hat auch diese Methode der EA-Drawdown-Ermittlung Nachteile. Wenn Sie zum Beispiel viele Scalping-Deals generieren und kurzfristig zahlreiche kleine Gewinne oder Verluste realisieren, wird Ihre offene GuV-Summe niemals einen großen Wert erreichen. Es kann schlimmstenfalls passieren, dass Ihr Kontowert 10-EUR-weise von z.B. den besagten 10.000 EUR auf 0 EUR, also um komplette 100% zurückgeht und ein Totalverlust verbleibt, obwohl Ihr maximaler Drawdown laut dieser zweiten Messmethode nie größer war als 10 EUR.

Wenn Ihre EAs tendenziell längerfristige und zahlreiche parallele Deals generieren oder Sie regelmäßig Ein- und Auszahlungen von Ihrem MT4-Konto tätigen, ist diese zweite Methode der Drawdown-Ermittlung und Risikokontrolle sehr stabil und konsistent. Ich habe sie ebenfalls als Expert Advisor programmiert und für Sie erhältlich gemacht:

Sie können die Kontoüberwachung per schwebender Gewinn- und Verlustsumme in Kontowährung oder Prozent vom Kontostand mit dem EA mFX-GewinnZiel auf Ihrem MT4-Konto automatisieren: https://www.mindfulfx.de/gewinnziel-ea/.

Denken Sie bitte darüber nach, welche der beiden Methoden zur Ermittlung des maximalen Rückgangs für welche Ihrer Tradingstrategien und -konten die passende ist. Vielleicht sind es auch beide, um einen vollständigen Überblick zu erhalten. Am Ende haben Sie ein effektives Instrument zur Risikomessung und -steuerung Ihres Tradings.

Um ein umfassendes Bild der Erfolgs- und Risikomessung eines Expert Advisors zu erhalten, müssen wir nun noch zusätzlich zum Drawdown den Profitfaktor sowie Gewinn und Rendite unter die Lupe nehmen. Das folgt in weiteren Blog-Artikeln.

Bis dahin herzliche Grüße und beste Wünsche für Ihr eigenes Trading
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Drawdown, Profitfaktor, Rendite und Gewinn: Trading-Ergebnisse unter der Lupe

Letzte Woche in meinem Blog Top 3 Erfolgs- und Risiko-Maße im EA Trading bat ich um Ihre Mitarbeit, um eine Wortwolke (Wordcloud) zu erstellen mit den wichtigsten 3 Maßstäben, an denen wir alle unsere EAs statistisch messen können.

Vielen Dank für Ihre super Mitwirkung! Sie sind spitze!

Stand heute (in den Morgenstunden des 12.7.2018) gaben insgesamt 30 Trader Ihre Stimmen ab. Daraus erstellte uns Mentimeter vollautomatisch und im Handumdrehen folgende Wortwolke:

Die Anzahl der gleichen Stimmabgaben bestimmt die Größe des Eintrags im Layout der obigen Wortwolke. Gold und Silber sind eindeutig vergeben, der dritte Platz ist meiner Interpretation nach geteilt:

  1. Drawdown
  2. Profitfaktor
  3. Gewinn in Kontowährung
    Rendite p.a.

Was mir gleich auffällt, ist, dass meine EA-Trader-Community das Risiko einer Trading-Strategie als wichtigstes Erfolgskriterium im Blick hat. Das lässt mein Herz höher schlagen und die Hoffnung steigern, dass wir hier gemeinsam Stück für Stück uns in die 10% der erfolgreichen Trader reinarbeiten. Denn simpel, aber wahr: wer den maximalen Rückgang des Kontowerts gering hält, hat es einfacher, verlorenen Boden wieder gut zu machen.

Der Profitfaktor kombiniert elegant die Trefferquote und den durchschnittlichen Gewinn und Verlust eines Trading-Robots und ist somit sehr nützlich. Zusammen mit Gewinn und Rendite sollten diese vier Risiko- und Erfolgs-Maßstäbe dem ernsthaften EA-Trader einen guten Einblick geben, um eine Strategie bewerten zu können.

In den kommenden Wochen und somit Blog-Artikeln werde ich Drawdown, Profitfaktor, Rendite und Gewinn ausführlich (und hoffentlich leicht verständlich) erklären.

Bleiben Sie also informiert, indem Sie sich hier rechts in meinen wöchentlichen Infomail-Verteiler eintragen. Es wird sich lohnen. Denn nur wer die harten Fakten seiner EAs kennt, versteht und daraus Konsequenzen zieht, kann ständig dazu lernen und ein immer besserer Trader werden.

Herzliche Grüße und bis nächsten Freitag
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Top 3 Erfolgs- und Risiko-Maße im EA Trading

Im Monat Juli wird es in meinen Freitags-Blogs hauptsächlich um die Deal-Analyse im EA Trading gehen. Erfolg und Risiko mittels Statistiken aus Backtests und vor allem echten Deals zu messen, ist einer der Schlüssel zum langfristigen Erfolg im Algo-Trading.

Ein bisschen Spaß muss sein

Bevor es richtig zur Sache geht, wollen wir erst mal ein bisschen Spaß haben. Klingt doch gut, oder? Lassen Sie uns zunächst eine hübsche Wortwolke - oder auch englisch Workcloud genannt - erstellen.

Dazu möchte ich Sie um einen Gefallen bitten. Könnten Sie mir (und damit allen Lesern) eine kurze Frage beantworten? Sie lautet:

Welches sind Ihre Top 3 Erfolgskriterien, Risikomesslatten und Statistikmaße, wie z.B. Gewinn in Kontowährung, Rendite p.a., Drawdown in Prozent, Profitfaktor oder ähnliches, die Sie nutzen, um den Erfolg Ihres Tradings (mit oder ohne Expert Advisor) zu messen?

Ihre Wortwahl wird sich sofort in Realtime auf diese Wortwolke auswirken, von deren bisherigen Stichworten Sie sich auch gerne für Ihre eigenen Antworten inspirieren lassen können:

Dieses Wordcloud- bzw. Präsentations-Tool von Menitmeter finde ich total klasse...

Danke für Ihre Teilnahme und Mitwirkung! So wird's bunter, so wird's lustiger. Es ist spitzenmäßig, eine potenziell so trockene Thematik wie die Deal-Analyse erst einmal mit einer Fun-Aktivität anzustoßen.

In den nächsten Freitags-Blogs (über die Sie automatisch per Email informiert werden, wenn Sie sich hier rechts in unseren Email-Verteiler eintragen) gehen wir die wichtigsten Maßstäbe für den EA-Erfolg durch:

  • Wie werden sie ermittelt?
  • Was sagen sie aus?

Uns wird dabei auch ein nagelneues MT4-Skript behilflich sein, das wir extra programmiert haben, um uns die Auswertungsarbeit von EAs im MT4 zu erleichtern.

Herzliche Grüße, bis nächste Woche
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer