Trading

Wie man ein MT4-Signal von mql5.com abonniert und somit erfolgreiche EA Trades automatisch kopiert

Auf dem offiziellen MetaTrader Forum mql5.com, welches übrigens alle Interessen für MT4 und MT5 abdeckt, finden sich Signale verschiedener Anbieter. Signale sind ganz einfach die Trades, die ein Trader, in diesem Zusammenhang auch Signalgeber genannt, entweder manuell oder per erfolgreichem EA (Expert Advisor) voll automatisiert in seinem eigenen Konto handelt.

Einige von Ihnen möchten nun gerne wissen, wie genau man nun die gewinnbringenden Signale, also hoffentlich langfristig profitable Portfolios an Forex- oder CFD-Deals, von mql5.com direkt auf Ihr eigenes Konto kopiert. Möglichst voll automatisiert, damit Sie nicht ständig vor dem Rechner sitzen müssen!

Im folgenden Video erkläre ich Ihnen dies am Beispiel unseres eigenen, bislang sehr erfolgreichen und per MT4-EA auf einem Portfolio aus Major- und Minor-Forex-Paaren voll automatisiert handelnden Signals ProvideLiquidityDaily. Mit einem Klick auf den Screenshot rechts gelangen Sie direkt zur Website dieses Signals, um die Videoanleitung eigens nachvollziehen zu können.

Beste Erfolge beim Trading und Kopieren von Signalen und einen schwungvollen Start ins neue Jahr 2019
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

PS: eine Übersicht aller unserer hauseigenen Echtgeld-Trading-Signale finden Sie hier unter diesem Link.

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Welche EAs ich live verwende

Viele von Ihnen machen bislang (noch) Verluste im Trading mit Robots und möchten daher wissen, welche Expert Advisors (EAs) ich persönlich im Einsatz habe. Bin ich also ein reiner EA-Programmierer oder trade ich auch selbst mit Eigen- oder Fremd-EAs?

Vorab: ich handle ausschließlich mit eigenen Entwicklungen, die sich hauptsächlich aus meiner Trading-Philosophie des “wertschöpfenden Tradings” ergeben. (Vergleichen Sie dazu meinen Blog-Artikel vom 29. Dezember 2017: Wert geben = Wert erhalten.) Die vollautomatisierte Umsetzung erfolgt ausnahmslos auf Forex-Paaren.

Jetzt zum Eingemachten:

Ich habe aktuell vier EAs auf Echtgeldkonten laufen.

1+2) mFX-MartingaleKlassisch, käuflich erwerbbar unter https://www.mindfulfx.de/martingale-ea-1. Ich verwende ihn auf EURUSD als Beimischung zusammen mit einem (noch nicht veröffentlichten, im Rahmen eines derzeit im fortgeschrittenen Schreibstadium befindlichen Buch-Projekts entwickelten) USDJPY-EA und einer mechanischen, aber manuell umgesetzten EURZAR-Stratgie. Außerdem sind seit kurzem ein paar “Minor” Währungspaare mit mFX-ProvideLiquidity (s. unter Punkt 3) zugeschaltet. All das läuft auf einem MT4-Konto, dessen Entwicklung Sie unter https://www.mql5.com/de/signals/409233 beobachten und sogar Signal zum automatischen Deal-Kopieren abonnieren können. Performance (Stand 14.12.2018, ca. 17 Uhr): +51% Wachstum des Startkapitals seit Handelsstart vor 38 Wochen.

Den aktuellen Stand des Kontos sehen Sie hier:

3) mFX-ProvideLiquidity, derzeit (noch) nicht öffentlich erhältlich, dafür aber schon als Signal zum automatischen Deal-Kopieren abonnierbar. Den EA verwende ich derzeit auf einem Portfolio von 17 verschiedenen Chart-Symbolen, die ich aus Major- und den wichtigsten Minor-Währungen zusammengestellt habe. Das Handelsergebnis (Stand 14.12.2018, ca. 17 Uhr) beträgt +79% aufs Anfangskapital vom November 2017 gerechnet. Sie können den EA-Handel unter folgendem Link verfolgen und das Signal zum automatischen Deal-Kopieren unter https://www.mql5.com/de/signals/364198 abonnieren.

Hier der Einblick auf den aktuellen Stand der Dinge:

4) mFX-ArrayTrading, ebenfalls (noch) nicht öffentlich verfügbar. Die Handelsfrequenz pro Chart ist recht gering, daher sind in diesem Portfolio ca. 60 verschiedene Währungspaare in Verwendung. Dieses Setup hat bislang, seit Oktober 2017, +2% Performance erzielt (Stand 14.12.2018, ca. 17 Uhr). Auch hier können Sie den EA Trade für Trade verfolgen unter https://www.mql5.com/de/signals/354988. Ich teste diesen EA derzeit auch auf einem Portfolio von US-Aktien mit ergänzendem Portfolio-Risiko-Mangement, mit bislang leicht positiven Ergebnissen. Jüngste Ergänzungen am EA habe ich durchgeführt, um das Risiko aus Long- und Short-Positionen der gleichen Währung besser zu verteilen. Daher gehe ich von steigenden Renditen für diese Strategie aus.

So sieht’s damit realtime aus:

All diese Expert Advisor Setups laufen auf MetaTrader 4. Diese drei Konten und weitere Test-Setups laufen auf einem sehr stabilen VPS, über den ich schon geschrieben habe (siehe mein Blog vom 29. Juni: Welchen Virtual Private Server (VPS) soll ich für meinen EA Dauerlauf verwenden?). Der Server-Betreiber informiert mich, wenn Windows-Updates verfügbar sind, lässt mich aber selbst entscheiden, ob und wann ich diese installiere. Das gibt mir optimale Kontrolle über meine EAs.

Ihnen eine schöne Weihnachtszeit
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer.

PS: Warum mache ich nur Forex? Einerseits ist der Devisenmarkt mein Erfahrungsschwerpunkt. Hierin fühle ich mich wohl und kenne mich aus. Vielleicht würde ich mich auch in der Welt der CFDs austoben, aber aufgrund meines privaten Wohnsitzes in den USA unterliege ich den US-Vorschriften, die Forex erlauben, CFDs aber verbieten. Echte Aktien handle ich allerdings, nicht aber vollautomatisiert mittels EA, sondern halb-automatisch mittels eigener EA-Signale aus Einzelaktien-CFDs von nicht-US-basierten MT4-Demokonten, die ich dann selektiv an der Wall Street umsetze.

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Gutes tun mit EA-Trading in Forex und CFDs

Klar: was wir Trader gerne möchten, ist, von unseren Trading-Aktivitäten leben zu können. Das ist für viele ein Traum, weil wir dann von zu Hause aus arbeiten (lies: traden) können. Wenn wir dann noch mit Expert Advisors (EAs) alle oder zumindest Teile unserer Handelsansätze automatisieren, dann ist sogar Zeit “weg vom Bildschirm” denkbar und machbar.

Themawechsel: Die Macht und Kraft von “Gutes tun” ist vielen von uns bewusst. Wer anderen hilft, eigenes Geld spendet, Freiwilligendienst verrichtet, weiß, dass man im Endeffekt sich selbst Gutes tut - ohne das dies aber im Vordergrund steht. Denn man ist im Dienste der Interessen von Anderen unterwegs, darauf fokussiert, was für den Hilfeempfänger das Beste ist. Gleichzeitig erfüllt uns ein Gefühl der unfassbaren Freude, unser Ego für ein paar Momente unseres Lebens aufzugeben.

Ist das nicht erstaunlich?

Wir gehen täglich unserer Arbeit (und dem Trading) nach und stumpfen umso mehr ab, je mehr wir nur an uns selber denken. Wir wollen mehr Gehalt, mehr Gewinn, mehr Rendite, mehr Anerkennung, mehr Respekt, mehr Einfluss, mehr Erfolg. Während daran grundsätzlich überhaupt nichts auszusetzen ist, weil wir uns selbstverständlich selbst um die Grundbedürfnisse von uns und unseren abhängigen Familienmitgliedern kümmern müsen, ist es doch umso wichtiger zu erkennen, dass wir eine einzige große Weltgemeinschaft von Menschen und anderen Wesen sind, die alle im sprichwörtlichen selben Boot sitzen.

Wir alle wollen glücklich sein. Wir alle wollen einen friedlichen Geist und somit innere Ruhe finden.

Was man sät, das erntet man
— Lebensphilosophie, welche sich in den weisen Büchern und Lehren aller Weltreligionen wiederfindet


Um selbst Glück zu empfinden, muss man daher anderen helfen, glücklich zu sein. Das sät die richtige Saat. Genausowenig wie wir von einem Apfelkern erwarten würden, dass er zu einem Birnbaum oder einer Tulpe heranwächst, dürfen wir von egoistischen Gedanken, Worten und Taten nicht im Ernst annehmen, dass sie in Zufriedenheit und Ruhe enden.

Sie fragen sich nun zu recht: Was hat das alles mit Traden zu tun?

Mehr als wir gemeinhin annehmen:

  1. Wenn wir traden, nur um der in wohl jedem Menschen inhärenten Gier nachzugehen, wird uns das ertradete Geld nicht weiterhelfen, um Lebensglück zu erreichen. Womöglich wird uns der nachhaltige Trading-Erfolg gar nicht erst finden. Denn nur wenn wir unserer Gier bewusst sind und sie zu kontrollieren lernen, werden wir einerseits vernünftige Risiken eingehen und andererseits aus unseren Fehlern der Vergangenheit Verhaltensänderungen ableiten können.

  2. Wenn wir den Markt betrachten, als wäre er eine ewig und unbegrenzt melkbare Milchkuh, werden wir hinter den möglichen Renditen herhinken. Denn es verhält sich so: unser Arbeitgeber gibt uns Lohn, weil wir ihm/ihr (und direkt oder indirekt dessen/deren Kunden) mit unserer Arbeitskraft einen Mehrwert schaffen. Wir geben dem Bäcker in unserer Arbeitspause unser hart verdientes Geld, weil wir von seiner Butterbrezel einen Mehrwert erhalten. Genauso trifft dieses Prinzip auf den Finanzmarkt zu: nur wenn wir den anderen Marktteilnehmern einen Mehrwert herstellen mit unseren Trades, wird er uns im Gegenzug eine positive Rendite überlassen.

Und was sonst?

Wir haben uns selbst dazu verpflichtet, ganz im Sinne der Aktion “1% for the planet”, uns selbst eine freiwillige Umweltsteuer aufzuerlegen. Damit erhält unser Trading und unsere EA-Programmier-Dienstleistungen sofort einen guten Zweck und eine tiefere Bedeutung.

Dieses Jahr haben wir 1% unseres Umsatzes der Umwelt-Bildungs-Organisation Schützer der Erde e.V. gespendet. Der gemeinnützige Verein hat laut seiner Webseite zum Ziel, “bei Kindern und Jugendlichen einen achtungs- und verantwortungsvollen Umgang mit Tieren, Pflanzen, Menschen und der gesamten Mitwelt zu fördern.” Das ist meiner Meinung nach so wichtig, denn die Jugend von heute wird unsere Gesellschaft mehr prägen als wir Erwachsenen. Ein Sinn für die Umwelt bei zukünftig einflussreichen Personen ist Lebensgrundlage für uns alle.

Warum 1% vom Umsatz und nicht z.B. 10% vom Gewinn? Nun, der Gewinn ist buchhalterisch eine weitaus steuerbarere Größe als der Umsatz. Das führt dazu, dass wir wirklich jedes Jahr geben können, was wiederum der regelmäßigen Versorgung und Planbarkeit des begünstigten gemeinnützigen Projekts dient.

Behalten wir alle also das Große und Ganze im Auge! Lassen Sie uns alle Gutes tun mit unserem Trading! Nur dann wird es einem jedem Trader und einer jeden Traderin unter uns langfristig möglich sein, Lebensunterhalt auf der einen Seite und Lebensglück auf der anderen Seite zu erzielen. Davon bin ich überzeugt.

Stellen Sie sich vor, in was für einer friedvollen Welt wir leben könnten, wenn jeder so agieren würde?!

Einen frohen Jahresendspurt mit hoffentlich einer odentlichen Rally für Ihr Kapital
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Von den Besten lernen: André Kostolany

Was Tulpenzwiebeln mit Kryptowährungen zu tun haben

Neulich las ich (mal wieder) Börsenaltmeister André Kostolanys Buch "Die Kunst, über Geld nachzudenken". Immer wieder eine unterhaltsame und vor allem lehrreiche Lektüre.

Als ich das Kapitel über den Tulpenzwiebel-Hype aus den 1630er-Jahren las, traf es mich wie eine Bratpfanne auf den Kopf:

Das unvernünftige Spiel mit dem ‘Wertlosen’ ist geradezu ein Symptom für das Ende großer wirtschaftlicher Booms, für die letzte Phase der Prosperität und die dritte Phase des Bullenmarktes, wo das Geld in Strömen fließt. Und dieses Phänomen kehrt immer wieder zurück. Eine Haussebewegung bleibt anfangs im klassischen Rahmen, dann greift sie auf die fragwürdigen Werte über.
— André Kostolany in "Die Kunst, über Geld nachzudenken"

Ein paar Sätze weiter kommt's dann erneut wie der Wink mit dem Zaunpfahl:

Schließlich erfasst diese Aufwärtsbewegung eine große Zahl von Unwerten, ja, von Antiwerten. [...] Alle Welt wollte verdienen und bezahlte unglaubliche Preise. Glücksritter aus ganz Europa kamen nach Holland, um Tulpen zu erwerben, die ja im Preis steigen mussten. Ähnlich wie heute kleine Sparer jeden Preis für Internet-Aktien bezahlen.”
— André Kostolany in "Die Kunst, über Geld nachzudenken"

Kostolany schrieb diese Worte 1999. Was ab März 2000 nach Platzen der Internetblase gut zweieinhalb Jahre lang mit den Aktienmärkten geschah, daran erinnere ich mich noch gut. Als Kind des Bullenmarktes der neunziger Jahre sah ich kopfschüttelnd zu, wie ein Tief nach dem anderen erreicht wurde!

Nun ersetzen Sie in Kostolanys Zitat das Wort "Internet-Aktien" mit "Kryptowährungen". Fällt es Ihnen nicht ebenso wie Schuppen von den Augen?

Zwar steht das Argument der begrenzten Coin-Menge pro Coin-Emission im Raum als Argument, das für die Stabilität einer einzelnen Kryptowährung spricht. Allerdings gibt es keine Begrenzung, wie viele verschiedene der digitalen "Werte" geschaffen werden können. Es wimmelt doch nur so von neuen ICOs, Initial Coin Offerings!

Denken Sie mal darüber nach! Vielleicht hilft Ihnen ein Buch wie dieses von Kostolany zu eigenen, neuen Erkenntnissen, die Sie für Ihren verdienten Trading- und Börsenerfolg schulend vorbereiten.

Zwar sind Bitcoin und Co. schon wochenlang auf Sinkflug. Dennoch kann (und meines Erachtens muss) die Entwertung der in sich wertlosen Kryptowährungen in Richtung der theoretisch möglichen 0-Linie weiter gehen.

Herzliche Grüße und beste Börsenerfolge wünscht
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

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Vom Sinn und Unsinn des Trailing Stops

Seit nun fast 30 Jahren bin ich an den Finanzmärkten als Investor und Trader aktiv. Irgendwann in dieser Zeit, ich weiß nicht mehr genau wann, kam der Trailing Stop als Ordermanagement Werkzeug auf.

Dies war eine spannende Geschichte – versprach dieser Orderzusatz doch leichte Gewinne im Trendfolge- und Ausbruchstrading. Was genau macht ein Trailing Stop?

„Trailing“ ist ein englisches Wort, das ins Deutsche übersetzt „nachfolgend“ bedeutet. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Stop Loss, der von sich aus sich nie vom Fleck bewegt, sondern dort liegen bleibt, wo man ihn eben manuell platziert, folgt ein Trailing SL der Kursentwicklung nach – und zwar nur auf der Gewinnseite eines Trades.

Läuft eine Position in den Gewinn, sorgt der Trailing Mechanismus dafür, dass der SL in einem gewissen Abstand vom jeweils besten Kurs seit Dealeröffnung mitgezogen wird. Ein Beispiel:

Sie gehen Long zu 100 und versehen die Position mit einem Trailing SL von 10. Dann erhält die Order direkt nach Eröffnung den SL von 90, also 100 minus 10. Steigt der Kurs auf 101, würde ein herkömmlicher SL mit einem Abstand von 10 bei 90 liegen bleiben. Der Trailing SL zieht aber den SL von 90 auf 91 nach. 91 deshalb, weil der beste Kurs seit Eröffnung 101 war und der Trailing-Abstand von 10 sich nicht vom Eröffnungskurs, sondern von eben diesem besten Kurs seit Eröffnung von 101 aus berechnet: also 101 minus 10 ist gleich 91.

Das schöne dabei ist: sobald die Position mit dem Trailing Abstand im Gewinn liegt, kann die Position nicht mehr in den Verlust laufen, da der SL nun auf Einstiegskurs nachgezogen wurde. Geht die Kursbewegung weiter, ist sogar ein Gewinn gesichert.

Der Trailing-Abstand lässt sich übrigens nicht nur als fixen Wert definieren, sondern auch

  • als Prozentsatz vom aktuellen Kurs

  • volatiltätsabhängig, z.B. anhand eines Vielfachen der Average True Range (ATR)

  • als Kerzen-Trailing, wobei immer der Höchst-/Tiefstwert der Vorkerze oder einer bestimmten Anzahl von Vorkerzen als SL-Kurs dient

  • durch Indikatoren wie z.B. gleitende Durchschnitte.

Der Kreativität bei der Erfindung von Trailing Mechanismen sind keine Grenzen gesetzt. Eins ist aber immer gemeinsam: der SL verschlechtert sich niemals, er darf sich nur verbessern.

Während der Trailing Stop in der Theorie eine tolle Sache ist, hat er sich in meiner Trading-Praxis eher als hinderlich erwiesen. Vielleicht lag es an meinen konkreten Handelsansätzen, von denen ich zigfache ausprobiert habe.

Zwischenzeitlich handle ich fast gar nicht mehr mit Trailing Stop. Warum?

Nun, ganz einfach ausgedrückt: „das Tierchen braucht Luft zum Atmen.“

Mit Tierchen ist der Kurs gemeint, mit Atmen die ständig veränderliche Schwankungsbreite.

Der Trailing Stop ist aus der Angst entstanden, schon mal im Gewinn liegende Positionen wieder in den Verlust laufen zu sehen. Ganz klar, ich verstehe das: Wer mag schon dabei zusehen, wie die gewonnenen Felle sich in Luft auflösen? Ich mag das ebenfalls nicht. Es gehört aber dazu wie das Amen in der Kirche.

Das Leben hat mir unter anderem geleert, dass Handlungen, die aus Angst entstehen, in der Mehrheit keinen positiven Effekt auf das Endresultat haben. So ist es meiner bescheidenen Erfahrung nach auch im Trading im allgemeinen und beim Trailing Stop im speziellen.

Wenn ich einen Trailing Stop auf eine Trading-Position von Anfang an anwende, kann niemals mehr Luft zum Atmen entstehen. Während das in manchen Fällen natürlich einen Initial-Stop-Fall verhindert, vereitelt dies häufiger als erhofft das Erreichen des Gewinnziels.

Wie oft habe ich erlebt, dass eine „getrailte“ Order in Ihren nachgezogenen, verbesserten Gewinn lief, aber kurz danach der Kurs wieder in Trendrichtung weiterlief (ohne dass der originale SL erreicht worden wäre)?

Wie oft!?

Ich möchte den Trailing SL nicht schlecht reden. Ganz und gar nicht. Nur seine Benutzung von Beginn einer Position an hat sich für meinen persönlichen Trading-Ansatz als nicht vorteilhaft heraus gestellt. Wenn überhaupt, dann nutze ich ihn mit Zeitverzögerung oder nach Erreichen des Gewinnziels einer Position. Bis dahin braucht der Kurs meistens jedoch ein wenig mehr „Luft zum Atmen“.

Beste Erfolge für Ihr eigenes Trading
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Wie man ein profitabler Trader wird

Aller Anfang ist schwer.

Das ist eine alte Weisheit, die aber noch immer zutrifft. Egal wer oder was: eine neue Tätigkeit, eine neue Idee, eine neue Fähigkeit kann man nur erlernen, wenn man mit Zeit, Konzentration und gegebenenfalls Kapital für Lehrer, Kurse, Testläufe und anderes Lehrgeld an die Sache herantritt.

So ist es auch im Trading.

Trading ist ein Handwerk und eine Kunst. Ich treffe immer wieder auf Leute, in meinem Kundenkreis und auch außerhalb, die eine zündende Idee für einen Expert Advisor (EA), also eine im MetaTrader 4 (MT4) automatisierbare Strategie für ihr Trading haben und allen Ernstes glauben, dass sie mit dieser, oftmals allerersten Idee zum Ziel gelangen. Das Ziel ist natürlich klar: Trading zu einer ertragreichen Einnahmequelle zu machen. 

Nach einigen Tests fällt dann auf, dass die verlustreichen Phasen die ertragreichen weit überbieten. Die Ernüchterung schmerzt.

Das ist natürlich eine nachvollziehbare Enttäuschung, ganz klar. Ich hatte diese ebenfalls, zu Hauf!

Viele, wenn nicht gar die meisten Neulinge im Tading-Bereich erhoffen sich schnelle Gewinn mit wenig Verlustrisiken. Vielleicht nimmt die Hoffnung auch große Risiken in Kauf, aber die Zuversicht überwiegt, dass der Risikofall nicht eintreffen wird.

Wir sind alle Menschen, sehr menschliche Menschen – all das ist daher nur allzu verständlich.

Sie sind also nicht allein.

Ich sehe aber auch andere Ansätze. Diejenigen unter Ihnen, die wissen - oder zumindest spüren - dass das Trading eine Kunst und ein Handwerk zugleich ist, erwarten von Anfang an, dass sie in langwieriger Studie und immer wieder mit zahlreichen Praxisübungen lernen müssen.

Ständig dazulernen zu wollen, ist die richtige Einstellung. Diese Geisteshaltung führt über kurz oder lang zum Ziel.

Warum dauert die Bäcker-Lehre 3 Jahre? Warum dauert die Fliesenleger-Lehre ebenso lang? Warum dauert die Ausbildung zum Bankkaufmann genau diese Zeit? Weil man Stück für Stück von Meistern der Kunst das Handwerk lernen muss.

Natürlich gibt es Neulinge, die mit Talent und entsprechenden Genen es einfacher haben als andere. Ganz klar. Aber auch diese kommen nicht darum herum, von guten Lehrern und vielen eigenen Erfahrungen zu lernen.

Außerdem ist man am Ende der Lehrzeit noch lange nicht selbst Meister, sondern Geselle.

Auch das hat seinen guten Grund, denn man benötigt viel Übung und Praxis, Versuch und Irrtum, um wirklich sein Handwerk meistern zu lernen.

Wer sind diese Lehrer im Bereich Trading?

Es gibt keine Gesellen- oder Meisterprüfung, keine Handwerkskammer, keine Vorschriften. Jeder kann, zumindest mit seinem eigenen Geld und Kapital, zum Trader werden.

MetaTrader 4 und andere Handelsplattformen haben im Devisen- und CFD-Handel den Weg für kleinste Handelsgrößen geschaffen, so dass man sogar mit Pfennigbeträgen traden kann. Oder man kann auf Demo-Konten mit Spielgeld ausprobieren, was funktioniert und was nicht, und was einem selbst ins Gemüt passt und was nicht.

Daher steht einem nichts im Wege, eigene Fehler zu machen und daraus zu lernen. Das Internet ist voller Informationen, welche Trading-Ansätze es gibt und welche Marktmeinung man auf welche Art und Weise um profitabelsten umsetzen kann.

Mit Hilfe der genannten Demo-Konten können Sie testen, was die oft selbst-ernannten Marktauguren und Tradingmeister anpreisen. 

(Falls Sie einen Anstoß brauchen, bei welchem Broker Sie ein Demo-Konto eröffnen sollten, schauen Sie sich doch mal die Ergebnisse unseres MT4-Brokertests an.)

Wenn Sie dann einen gewissen Erfahrungsschatz gesammelt haben, können Sie auf die Suche nach weiteren Informationen gehen. Es gibt Trading-Coaches, Trading-Seminare in manigfacher Auswahl. Mit Hilfe Ihrer ersten Erfahrungen werden Sie auseinander halten können, was sie weiterbringt und was nicht. Weiter test-traden mit den neuen Informationen und so weiter und so fort.

Das gleiche gilt für den Einsatz von EAs. Zu Beginn werden Sie im Internet, insbesondere auf mql5.com (eine Plattform, die von den Machern der Tradingplattformen MetaTrader 4 und 5 betrieben wird, und die trotz des "MT5"-Namens auch auf MT4 eingeht und dafür relevant ist), aber auch auf anderen Webseiten, kostenfreie EAs finden, mithilfe derer Sie verschiedenste Strategien testen können.

Angefangen bei Standardstrategien bis hin zu komplizierteren Trading-Modellen, deren Systematik ggfls. nicht offengelegt werden, ist alles verfügbar - kostenfrei, aber auch kostenpflichtig.

Probieren Sie am Anfang diverse kostenfreie EA-Möglichkeiten auf Ihrem Demokonto aus. Damit entwickeln Sie auch gleichzeitig ein Gefühl dafür, ob automatisiertes Trading überhaupt etwas für Ihren Persönlichkeitstyp ist.

Das Demokonto ist komplett risikofrei! Eine herrliche Spielwiese zum Lernen.

Hier gibt es kein "richtig" und kein "falsch". Es gibt nur: Testen, testen, testen; üben, üben, üben; ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Dadurch erhalten Sie die wertvollsten Erkenntnisse - meiner Meinung nach viel wertvoller als alle Trading-Coaches der Welt zusammen Ihnen bieten können.

Sie sind Ihr eigener, bester Lehrer. Denn nur Sie selbst wissen am Ende, welche Trading-Strategie für Sie die am besten geeignete ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allerbeste Lern- und Tradingerfolge
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Warum sind 10 Pips Gewinn oder Verlust bei 1 Lot nicht 100 EUR, sondern weniger?

Diese sehr gute und oft gestellte Frage zum Devisentrading stellte uns kürzlich einer unserer geschätzten EA-Programmierungs-Kunden:

Bei einem Lot von 1 und einem SL von 10 Pips sollten doch „immer“ Verluste von +/- 100 entstehen. Ich habe aber kleinere Verluste. Wieso?

Die Antwort ist: Sie haben in der Tat Verluste von 100 Geldeinheiten - in der zweiten Währung des Währungspaares. Nur wenn die zweite Währung Ihrer Kontowährung entspricht, sind es 100 Einheiten Ihrer Kontowährung.

Folgendes leicht verständliche Beispiel:

Nehmen wir an, Sie haben ein Konto bei direktbroker-fx in Berlin. Ihre Kontowährung ist EUR. Nun handeln Sie 1 Lot in EURUSD. Sie kaufen zu 1,06363 und schließen die Buy-Position 10 Pips im Verlust zu 1,06263. Das Währungspaar EURUSD quotiert, wieviel USD 1 EUR wert ist; also mathematisch ausgedrückt: USD pro EUR oder USD/EUR. Die Kursdifferenz, also der Gewinn oder Verlust, fällt also in USD an. Denn der Kurs ist 1 EUR = 1,06363 USD.

Weiter im Beispiel: Im Open Buy von 1 Lot kaufen Sie also 100.000 EUR und verkaufen (shorten) gleichzeitig 106.363 USD. Sie sind nun EUR long und USD short. Im Close der Buy-Position verkaufen Sie die 100.000 EUR wieder und kaufen (decken das Short) 106.263 USD. Während die Euros sich auf 0 ausgleichen, verbleibt auf der USD-Seite ein Defizit von -100 USD. Dies ist Ihr Verlust von 100 USD. Ihr Broker deckt ihn automatisch von Ihrem Konto. Dieses ist aber nicht in USD, sondern in EUR. Das heißt, die 100 USD werden dann in Kontowährung umgerechnet: 100 USD / 1,06263 USD/EUR = 94,11 EUR.

Hier liegt übrigens ein weiterer Punkt, wo Broker Kosten und Gebühren verstecken können: im Umrechnungskurs Ihrer Gewinne und Verluste. Manche Broker verlangen hier einen zusätzlichen Spread, den Sie aber oft nicht sehen - es sei denn Sie rechnen ganz genau nach und vergleichen. In unserem Brokertest vom Sommer 2016 schloss dabei im übrigen der von uns oft empfohlene Berliner Broker direktbroker-fx am besten ab in eben dieser Kategorie "Gewinnkonvertierung", mit großem Abstand.

Beste Erfolge für Ihr MT4- und EA-Trading wünscht Ihnen
Cristof Ensslin und das mindful FX Team

Was surfen und traden gemeinsam haben

Nein, ein Surfer bin ich nicht - zumindest wenn man vom Surfen des Internets absieht... Weder Windsurfing noch Wellenreiten habe ich jemals unternommen, obwohl ich gerne mal Kitesurfen ausprobieren möchte.

Dennoch habe ich gerade ein Buch zu Ende gelesen, das autobiografisch mitreißend den Lebensweg eines passionierten Kölner Surfers erzählt: Boarderlines von Andreas Brendt. Während die spannungsgeladenen Seiten zum ständigen Weiterlesenwollen geradezu einladen und vielerlei versteckte Weisheiten enthalten, präsentiert Brendt im vorletzten Kapitel seine aus guten und schlechten Surferfahrungen gezogenen Lehren in zwei Abschnitten.

Mitten im ersten Absatz des Abschnitts trifft es mich. Dies sind nicht nur Lehren fürs Surfen. Nein, es sind auch Analogien fürs ganze Leben - und vor allem: Hier steht alles über die eigene Psychologie und richtige Einstellung drin, was fürs Trading wichtig ist!

Wir müssen im Text einfach nur die Wörter Surfer mit Trader, Meer mit Markt, und Welle mit Marktschwankung etc. ersetzen. Dann müsste es wie Schuppen von unseren Augen fallen. Es folgen Brendt's Zitate und was wir meiner Meinung davon tragen können:

Wenn ein Surfer von einer großen Welle erwischt wird, muss er sie gewähren lassen.

Wir liegen im Trading oftmals falsch. Das müssen wir akzeptieren, die Verluste mitnehmen und als Teil des Prozesses hinnehmen.

Und über kurz oder lang wird jeder in die Tiefe gerissen.

Sprich: wir sitzen alle im gleichen Boot. Wir alle machen beizeiten heftige Verluste, und unser Konto gerät in eine Drawdownphase, die tiefer noch nie war. 

Dann hat er seine Prüfung zu meistern, seine Lektion zu lernen.

Die Lektion kann heißen: Ausdauer und Geduld. Insbesondere bei Trendfolge-Strategien laufen Trefferquote und Gewinnpotenzial gegenläufig, was ungemein aufs Gemüt drückt. Das ist wahrscheinlich das schwierigste am Trading überhaupt. Zumindest für mich.

In der Welle muss er sich ausliefern, die Macht des Meeres akzeptieren.

Den Markt und seine volatilen Sperenzchen müssen wir vollständig akzeptieren.

Wenn der Surfer dagegen ankämpft, zu früh an die Wasseroberfläche rudert, weil er Angst bekommt, wird er einen hohen Preis bezahlen.

Wer als Trader dieses Faktum bekämpft und die Angst vor dauerhaften Verlusten (die wir alle mehr oder weniger haben) nicht im Zaum hält, wird genau zum falschen Zeitpunkt aus Positionen aussteigen oder langfristig erfolgreiche Handelssysteme und profitable (Trendfolge-) Tradingstrategien in die Ecke werfen.

Sorgen und krampfhaftes Verlangen lassen seinen Sauerstoff einfach verpuffen.

Wir Trader brauchen immer Luft zum Atmen: erstens Geld, das wir zum Trading einsetzen können (also niemals zu viel auf einmal riskieren). Zweitens innere Ruhe - Angst und Gier erkennen, wenn sie auftreten, ein paar mal tief durchatmen und wieder auf das fokussieren, was wir beeinflussen können: das riskierte Kapital pro Deal und natürlich Ein- und Ausstiegsregeln unseres Handelsansatzes.

Denn tief unter Wasser, in den dunklen Ecken des Ozeans, herrschen Gesetze, die nicht nach Wenn und Aber fragen, sondern einfach so sind.

Tief im inneren des Marktes steckt menschliche Psychologie. Sie mag beizeiten unergründlich erscheinen, dennoch sind all unsere Entscheidung emotional getroffen - und im Nachhinein rationalisiert. Angst und Gier machen uns zum Tier. Das ist so. Nur wenn wir uns selbst kennen, können wir entsprechend handeln.

Nein, der Surfer muss Ruhe bewahren. Er muss die Turbulenzen akzeptieren, weil er weiß, dass ihn die Welle wieder loslassen wird.

Die einzige Konstante ist die ständige Veränderung. Der bewusste Trader erkennt dies uns weiß, dass auch die schlimmste, der eigenen Strategie unpassenden Marktphase wieder vorbei geht. Diese Ruhe können wir als Trader natürlich nur dann bewahren, wenn wir Zuversicht haben können, dass wir die Drawdown-Phase finanziell überleben werden. Diese Erkenntnis macht Money und Risiko Management essenziell, sei es bei Trendfolge-Strategien oder anderen Handelsansätzen.

Auf den Sturm folgt Windstille, auf brüllenden Lärm verlässliche Ruhe und auf alles andere der Neuanfang.

Der Markt ist im ständigen Wechsel zwischen langweiliger Ruhe, krass hektischen Ausschlägen und gewinnträchtigen Trends. Danach geht es wieder von vorne los.

Das Wasser, das ihn in die Tiefe reißt, wird ihn emportragen. Dorthin, wo die Sonne lacht.

Es mögen nicht die gleichen Wassertropfen - sprich: Deals und Handelssymbole - sein, die unseren Kontostand wieder anheben werden. Aber eine wohl durchdachte, auf Robustheit rigoros überprüfte Strategie wird uns nach den inhärenten Verlusten auch wieder strahlende, Freude bereitende Gewinne bringen. 

Er muss nur loslassen, Vertrauen haben, dann taucht er wieder auf. Und alles geht seinen Weg, führt in eine neue Welt. Voller Sauerstoff. Voller Leben. 

Trader müssen davon loslassen, dass jeder Deal (oder auch ein hoher Prozentsatz aller Deals) ein Gewinn sein müssen. Dem gesamten Handelssystem (inklusive Money Management, Ein- und Ausstiegsregeln) müssen, natürlich nur sofern berechtigt, volles Vertrauen geschenkt werden. Dann können wir damit rechnen, dass ungeahnte Gewinnchancen gehoben werden können.

Das ist sicher, denn das Meer lügt nicht.

Der Markt hat immer Recht.

Allerbeste Trading-Erfolge wünscht Ihnen
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX

Die 5 wichtigsten Fragen der Handelsmodell-Entwicklung

Wie Sie vielleicht schon wissen, bin ich ein Anhänger der Trendfolge. In der Recherche nach langfristig funktionierenden Modellen, die ich dann gegebenenfalls durch die Programmierung von EAs in MT4 automatisieren kann, lese ich Bücher, schaue Videos, und nehme an Kursen teil. Wir kochen schließlich alle nur mit Wasser.

Kürzlich fand ich in einem fantastischen Buch namens Trend Following. Wie erfolgreiche Trader in Hausse und Baisse Millionen machen von Author Michael Covel fünf Fragen, die in der Modell-Entwicklung (ob nachher mit Expert Advisor oder manuell getradet) allesamt beantwortet werden müssen, bevor es mit den System-Tests und später dem Trading (ob auf MetaTrader oder mit anderen Handelsplattformen ist logischerweise egal) losgehen kann.

Diese Fragen bieten die wichtigste Grundlage für jedes Trading-Modell. Hier folgen meine Formulierungen der Fragen:

  1. Welche Märkte sollen gehandelt werden, und wie entscheidet das System, welcher Markt zum jeweiligen Zeitpunkt betrachtet und im Signalfall getradet wird?
  2. Wenn ein Signal entstanden ist und gehandelt werden soll, welches Handels-Volumen (Anzahl Kontrakte, Aktien, Lots etc.) soll getradet werden?
  3. Nach welchen Regeln werden Handels-Signale zum Einstieg in den Markt (Deal-Einstieg) generiert?
  4. Exit-Strategie Verlustfall: wann steige ich aus einem Verlustdeal aus?
  5. Exit-Strategie Gewinnfall: wann steige ich aus einem gewinnenden Deal aus?

Diese Fragen, im Lichte der eigenen Trading-Ziele und -Vorlieben beantwortet, stellen die Grundlage dar, um ein System zu entwickeln, das langfristig erfolgreich sein kann.

Warum ist das so und warum benötigen wir überhaupt ein Handelsmodell und können nicht einfach nach Bauchgefühl traden?

Ganz einfach: weil wir Menschen sind. Und weil wir Menschen sind, haben wir Gefühle. Die moderne Wissenschaft hat herausgefunden, dass wir eigentlich immer vom Bauch heraus entscheiden. Der Kopf rationalisiert im Anschluss (in Windeseile) unsere Entscheidung.

In vielen Lebenssituationen ist das sehr nützlich. Beim Trading allerdings nicht. Wir müssen uns selbst davor schützen, zu unseren Standard-Bauch-Reaktionen zu greifen, wenn wir zum Beispiel

  • mit einer Position im Verlust liegen und denken, dass es schon wieder rumdrehen wird,
  • mit einem Deal vorne liegen und lieber einen Gewinn mitnehmen möchten anstatt ihn laufen zu lassen, um vom vorliegenden Trend größtmöglich zu profitieren,
  • eine Marktmeinung von einem Experten oder geschätzten Freund hören und diese umsetzen wollen, auch wenn Sie momentan ganz und gar nicht unserem System oder unseren Vorlieben entspricht.

Wir sollten uns also wirklich die Zeit nehmen und alle fünf Fragen beantworten. Ausführlich beantworten. Immer wieder beantworten.  Dann nach einer Weile die durch die wohl überlegten Antworten festgestellten Systemregeln erneut in Frage stellen und mit den objektiven Wirklichkeiten des Tradings (z.B. Deal-Statistik, Marktveränderungen, Trader-Psychologie) abgleichen.

Wir alle verdienen es, an der Börse Geld zu machen. Wir müssen es uns aber selbst erarbeiten, damit das Gelingen nachhaltig ist und sprichwörtlich "Hand und Fuß" hat. Nur dann können wir den Trading-Erfolg immer und immer wieder selbst reproduzieren.

Wir alle träumen von einem System, das uns über Nacht Reichtum verspricht und auch wirklich bringt. Mit ein bisschen Lebenserfahrung wissen Sie genauso wie ich, dass solche Versprechungen in der Regel im Totalverlust des eingesetzten Kapitals resultieren.

Es gibt zahlreiche Sprichwörter Zitate, die dies schön ausdrücken; wie zum Beispiel:

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
- deutsches Sprichwort
Ich habe 30 Jahre gebraucht, um über Nacht berühmt zu werden
- Harry Belafonte

All dies gilt auch fürs Trading - nochmal: ob mit oder ohne EAs, ob im MetaTrader 4, 5 oder auf anderen Handelsplattformen, ob bei Aktien, Indizes, Forex, Bonds, Edelmetallen oder Rohstoffen.

Erarbeiten Sie sich Ihre Antworten auf die obigen fünf Fragen. Testen Sie die Ergebnisse. Wenn Sie unbedingt müssen, weil Sie sich nicht stoppen können (glauben Sie mir, ich kenne das gut!), dann testen Sie das System über einen längeren Zeitraum wie z.B. ein oder zwei Jahre auch mit Echtgeld - aber nur mit so viel Verlustrisiko wie Sie maximal für diese Ihre Eigen-Ausbildung bereit sind zu bezahlen.

Wenn Sie ein gutes System gefunden haben, das Ihren Zielen und persönlichen Vorlieben entspricht, wird es Ihnen lange Jahre gute Dienste leisten. Lassen Sie sich also Zeit, es lohnt sich.

Größtmöglichen und langfristigen Trading-Erfolg wünscht Ihnen
Cristof Ensslin und das mindful FX Team

StopLoss-Levels in MT4 bei unterschiedlichen Brokern

Neulich bekam ich von einem unserer sehr geschätzten Skript- und Expert Advisor-Kunden eine immer wieder aktuelle Frage zum Thema Stop Loss übermitteln. Sie ist relevant für den automatisierten Handel mit EAs, für die Verwendung von Skripten sowie den manuellen Handel:

Aus irgendeinem Grund kann ich den Stop-loss erst auf Break-even + 1 ziehen, wenn mein Trade bereits 7-8 Pips positiv ist. Dieses Problem habe ich erst seitdem ich ein neues Brokerkonto habe.

Des Rätsels Lösung ist, dass verschiedene Broker unterschiedlich große SL-Mindest-Abstände zum aktuellen Marktkurs zum Zeitpunkt der Übermittlung des Stopp-Kurses verlangen. Der neue Broker unseres Kunden gibt ein höheres StopLoss-Level vor als sein vorheriger Broker.

Damit Sie im MetaTrader 4 selbst herausfinden können, wie hoch dieses StopLoss-Level bei Ihrem MT4-Broker ist, habe ich Ihnen ein kurzes Anleitungs-Video aufgezeichnet; bitte den Play-Button klicken und ansehen:

Viel Trading-Erfolg wünscht
Cristof Ensslin und das ganze mindful FX-Team