MT5

Wie man die Wachstumszahlen eines Trading-Signals auf mql5.com richtig deutet

Wer ein Trading-Signal für sein MT4- oder MT5-Konto abonnieren möchte, um am Handel mit erfolgreichen EAs teilhaben zu können, muss zunächst seine Hausaufgaben machen. Eines der wichtigen Elemente der Signalanalyse ist es, die Wachstums-Zahlen (lies: Renditen) der in Frage kommenden Signale zu verstehen.

Wie sind die z.B. ca. 67% zu deuten, die bei unserem Signal Select7D Stand 22.12.2018, siehe auch Screenshot rechts, zu Buche stehen?

Dazu müssen wir zuallererst die Ertragshistorie aufrufen. Klicken Sie rechts auf den Screenshot, um die Signal-Website mit allen Statistiken mitverfolgen zu können.

Scrollen wir auf dieser Webseite nach unten, erhalten wir das Wachstums-Chart sowie eine Tabelle mit den monatlichen und jährlichen Renditen sowie dem Gesamtergebnis seit Handelsstart:

Profitable EAs im Signal Select7D - Wachstumschart Stand 22.12.2018.PNG

Das Wachstumschart gibt uns einen schnellen Überblick, ob das Signal tendenziell profitabel ist und somit erfolgreiche EAs bzw. erfolgreich durch den Signalanbieter eingesetzte EAs beinhaltet. Während das als erster Schritt wichtig ist, müssen wir uns im zweiten Schritt darum kümmern, die Zahlen im Detail zu verstehen.

Nehmen wir uns also die Tabelle unter dem Wachstumschart vor. Zu allererst fällt folgendes auf. Wenn wir die einzelnen monatlichen Wachstums-Prozente aufsummieren, kommt ein deutlich von der Jahreszahl abweichendes Ergebnis heraus:

0,48 + 1,47 + 1,70 + 3,13 + 1,73 - 0,57 + 9,79 + 13,77 + 9,56 + 12,59 = 53,65% vs. 66,70%!

Wie kann das denn bitteschön sein? Hat sich mql5.com verrechnet?

Hier handelt es sich um einen schönen Fall des Zinseszinseffekts. Wenn wir 100 EUR anlegen und dann 0,48% Zinsen erhalten, haben wir am Ende 100,48 EUR. Diese legen wir nun zu 1,47% an und haben am Ende 101,96 EUR. Diese gesamte Summe investieren wir als nächstes zu 1,70%, was uns 103,69 EUR beschert. Nach diesen drei Anlageperioden haben wir nun 3,69% Rendite aufs Anfangskapital erwirtschaftet, obwohl die Summe der nominalen Zinssätze nur 0,48% + 1,47% + 1,70% = 3,65% ausmachte.

Zu Beginn dieser Anlageserie ist der Unterschied mit 0,04%-Punkten sehr gering. Das liegt daran, dass die Renditen niedrig ausfallen. Rechnen wir das selbe Spiel mit den letzten drei “Zinssätzen” aus, sieht die Sache schon deutlich anders aus.

100 EUR mit 13,77% angelegt beschert uns am Ende 113,77 EUR. 113,77 EUR zu 9,56% investiert, erhöht unser Kapital auf 124,65 EUR. Diese Summe mit 12,59% verzinst bringt uns zum Endergebnis von 140,34 EUR, also 40,34%, während die Summe der drei Zinssätze “nur” 35,92% beträgt: nun beträgt der Unterschied 4,42%-Punkte.

Wenn wir nun die Wiederanlage der Erträge für die gesamte verfügbare Zahlenreihe des obigen Beispiels rechnen, kommt eben 66,70% vs. 53,65% heraus. Der Unterschied zwischen Wiederanlage und Abzug der monatlichen Renditen macht somit stolze 13,05%-Punkte aus!

Kurz zusammengefasst: Je höher die Zinssätze und je häufiger die Zinsauszahlung aufs Kapital mit Wiederanlage dieser Zinsen, desto höher fällt der Zinseszinseffekt aus.

Das zu wissen, ist ein wichtiger Schlüssel, um die Wachstumszahlen eines mql5.com-Signals zu interpätieren. Jeder einzelne in der Tabelle aufgeführte Prozentsatz bezieht sich also auf die Rendite, die vom Anfangskapitalstand der jeweiligen Periode (Monat, Jahr oder Gesamtergebnis) erzielt wurde.

Beste Anlageergebnisse wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

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Drawdown: zwei Definitionen zum Messen von Expert Advisors

Im letzten Blog Drawdown, Profitfaktor, Rendite und Gewinn: Trading-Ergebnisse unter der Lupe hatten wir feststellen können, dass der Drawdown das meist beachtetste Risikomaß ist, um einen Expert Advisor (EA), also einen Trading Robot für MetaTrader 4 (MT4) und 5 (MT5) einschätzen zu können. Der Drawdown misst, allgemein gesprochen, den maximalen Rücklauf des Kontokapitals, auch Equity genannt. Man kann ihn entweder in Kontowährung oder als Prozentsatz ausdrücken.

Parallel zu diesen beiden Möglichkeiten der Ausdrucksweise gibt es – und das ist meines Erachtens viel wichtiger zu wissen – zwei unterschiedliche Definitionen für den Drawdown eines Kontos oder einer Handelsstrategie. Sie haben beide ihren Stellenwert. Wir als Trader müssen wissen, wann welche Definition verwendet wird:

  1. Drawdown = der maximale Verlust von Equity vom Equity-Höchststand aus gemessen.

  2. Drawdown = der maximale Verlust von Equity vom jeweils aktuellen Kontostand aus gemessen.

Nehmen wir nun beide Ermittlungsvarianten unter die Lupe. Welche Messlatte ist für welchen Zweck geeignet?

Drawdown = der maximale Verlust von Equity vom Equity-Höchststand

Mein bisheriges Verständnis für die Messung des Risikos einer Strategie anhand des maximalen Rücklaufs war dieses: um einen Drawdown zu ermitteln, muss ein EA zu jedem Zeitpunkt oder Kurstick folgende Messung anstellen.

Startkapital
+Summe der realisierten Gewinne
- Summe der realisierten Verluste
+Summe der schwebenden Gewinne
- Summe der schwebenden Verluste
= aktuelles Equity der Strategie bzw. des Kontos.

Aus dieser – sagen wir sekündlichen – Messung merkt sich ein EA den höchsten gemessenen Stand. Sobald in einem Tick ein niedrigeres Equity ermittelt wird, ist ein Drawdown vorhanden. Diesen können wir entweder in Prozent vom Höchststand oder absolut in Kontowährung, also z.B. EUR, ausdrücken. Ein Beispiel:

  1. Wir starten mit 10.000 EUR Kapital auf dem Konto und eröffnen ein EURUSD Buy Geschäft – bzw. ein Expert Advisor tut dies für uns aufgrund eines Handelssignals.

  2. EURUSD tickt nach oben, zum Kontostand von 10.000 EUR kommen nun sagen wir 10 EUR schwebende Gewinne. Unser Equity steht also bei 10.010 EUR. Dies ist der bisherige Höchststand, also merken wir uns diesen Stand als Hochwassermarke.

  3. EURUSD tickt wieder nach unten auf unseren ursprünglichen Einstiegskurs. Der EURUSD Buy Deal ist also 0 EUR Wert. Zuzüglich der 10.000 EUR auf dem Konto beträgt unser Equity also wieder 10.000 EUR.

  4. 10 EUR Drawdown sind seit dem Equity-Maximum entstanden, was ca. 0,0999% von eben dieser Spitze entspricht.

Dieser Ansatz der Drawdown-Messung wird übrigens im Strategietester Ihres MetaTraders verwendet. Wenn Sie im Testbericht nach dem Maß "Drawdown" oder, in deutsch-sprachigen Programmversionen, "Rücklauf" Ausschau halten, werden die Zahlen, die Sie dort finden, nach dieser Messmethode ermittelt worden sein. Ein Beispiel dazu sehen Sie für einen low-risk Backtest unseres MT4-EA's mFX-MAXingPro im folgenden Screenshot.

Der Rücklauf vom maximal erreichten Equitystand ist sehr effektiv, um zum Beispiel einen Trailing Stop auf Kontoebene zu praktizieren. Dabei ziehen Sie – wie bei einem Trailing Stop auf Dealebene – immer dann die Reißleine, wenn der Rücklauf vom besten erreichten Equitystand einen festgelegten Wert erreicht oder überschreitet. Dieser Wert kann, wie schon erwähnt, in Prozent vom Kontokapital-Höchststand oder aber als absoluter Wert in Kontowährung ausgedrückt werden.

Damit stellen Sie jederzeit fest, ob Ihr EA-Setup in der aktuellen Marktphase noch funktioniert oder nicht. Diese Logik habe ich übrigens im Überwachungs-EA mFX-EquityWatch automatisiert und für Sie preisgünstig zum Sofort-Download zur Verfügung gestellt: https://www.mindfulfx.de/equitywatch-ea/.

Der Nachteil dieser Methode zur Messung des Drawdowns ist, dass Kapitaleinzahlungen oder -Abbuchungen keine Berücksichtigung finden, zumindest nicht voll automatisch. Warum?

Dazu setzen wir unser Beispiel von oben fort:

  1. Wir entnehmen dem Konto 1.000 EUR, aus welchem Grund auch immer. Der Kontostand steht nun bei 9.000 EUR.
  2. Sind nun 10 EUR oder 1.010 EUR Drawdown vorhanden? Falls 10 EUR, weil um Kapitalbewegungen bereinigt, sind dies nun 0,0999% von 10.010 EUR oder 0,1111% von 9.000 EUR? Oder sollten wir nach Ein- oder Auszahlungen doch lieber alles zurücksetzen und von Neuem starten, also den gemessenen Equity-Höchststand dem aktuellen Equity gleichsetzen?

Sie sehen schnell, dass hier viele Möglichkeiten und Freiheitsgrade gegeben sind. Dabei ist keine der Vorgehensweisen nach Kapitalbewegungen per se gut oder schlecht. Sie muss nur festgelegt und konsistent sein und zu Ihren Rahmenbedingungen passen.

Wenn Sie regelmäßig Ein- oder Auszahlungen tätigen, ist der zweite Ansatz zur Drawdown-Berechnung in Betracht zu ziehen.

Drawdown = der maximale Verlust von Equity vom jeweils aktuellen Kontostand aus gemessen.

Vor knapp einem Jahr bin ich auf diese zweite Art der Messung eines Drawdowns gestoßen: Drawdown = aktuelles Equity – aktueller Kontostand. Wenn das Ergebnis dieser Formel positiv ist, wird der Wert auf 0 gesetzt. Denn das Equity ist dann größer als der Kontostand, was so viel bedeutet, dass die laufenden Deals in Summe im Gewinn liegen. Also ist kein Drawdown vorhanden.

Merke: Diese Art und Weise der Rücklauf-Ermittlung blendet die realisierten Gewinne und Verluste komplett aus. Sie bewertet immer nur die laufenden Geschäfte, also die Summe der unrealisierten Gewinne und Verluste, im Verhältnis zum Kontostand.

Wieder ein Beispiel, um die Systematik klarer darzustellen:

  1. Wir starten mit 10.000 EUR Kapital auf dem Konto und eröffnen ein EURUSD Buy Geschäft – bzw. ein Expert Advisor tut dies für uns aufgrund eines Handelssignals.

  2. EURUSD tickt nach oben, zum Kontostand von 10.000 EUR kommen nun sagen wir 10 EUR schwebende Gewinne. Unser Equity steht also bei 10.010 EUR. Nach obiger Formel berechnen wir Drawdown = 10.010 EUR – 10.000 EUR = 10 EUR. Da das Ergebnis positiv ist, setzen wir den Wert auf 0 EUR. Der aktuelle Rücklauf beträgt also 0 EUR.

  3. EURUSD tickt wieder nach unten auf unseren ursprünglichen Einstiegskurs. Der EURUSD Buy Deal liegt also weder im Gewinn noch im Verlust. Unser Equity steht also wieder bei 10.000 EUR. Nach obiger Formel berechnen wir erneut den Drawdown = 10.000 EUR – 10.000 EUR = 0 EUR. Der aktuelle Rücklauf beträgt noch immer 0 EUR.

  4. Hier sehen Sie schon den großen Unterschied zwischen beiden Methoden. Schritt 3 der ersten Methode produzierte einen Drawdown von 10 EUR, während diese zweite Methode noch keinerlei Drawdown anzeigt.

  5. Erst wenn der EURUSD weiter fällt und unser Geschäft sagen wir -10 EUR Wert ist, fällt unser Equity auf 9.990 EUR, was dann einem Drawdown von -10 EUR oder -0,1% vom Kontostand entspricht. Anders ausgedrückt ist der Drawdown laut dieser Ermittlungsmethode immer die Verlustsumme aller offenen Deals inklusive Swap und Kommission.

Wie bin ich überhaupt auf diese Drawdown-Definition gekommen? Ich arbeite seit letztem Herbst vermehrt mit dem EA-Forum mql5.com, auf dem MT4- und MT5-Nutzer unter anderem Signale Ihrer eigenen Strategien veröffentlichen oder die Signale anderer Trader abonnieren, Code-Tips, EAs und Indikatoren erhalten oder Trading-Ideen diskutieren können.

Für die dort veröffentlichten Signale wird der Drawdown nach eben dieser zweiten Methode berechnet. Ein Beispiel-Screenshot von der mql5.com-generierten Grafik, wie die Verlustsumme der offenen Deals in Prozent des Kontostands unseres eigenen Echtgeld-Signals ProvideLiquidity oszilliert, sehen Sie hier:

Das ist deutlich einfacher, da die Trader somit frei nach Lust und Laune (oder Mach-Trading-zu-Einkommen-Strategie, siehe auch Blog Wie man Trading zu Einkommen macht) Ein- und Auszahlungen durchführen können.

Alles hat zwei Seiten, somit hat auch diese Methode der EA-Drawdown-Ermittlung Nachteile. Wenn Sie zum Beispiel viele Scalping-Deals generieren und kurzfristig zahlreiche kleine Gewinne oder Verluste realisieren, wird Ihre offene GuV-Summe niemals einen großen Wert erreichen. Es kann schlimmstenfalls passieren, dass Ihr Kontowert 10-EUR-weise von z.B. den besagten 10.000 EUR auf 0 EUR, also um komplette 100% zurückgeht und ein Totalverlust verbleibt, obwohl Ihr maximaler Drawdown laut dieser zweiten Messmethode nie größer war als 10 EUR.

Wenn Ihre EAs tendenziell längerfristige und zahlreiche parallele Deals generieren oder Sie regelmäßig Ein- und Auszahlungen von Ihrem MT4-Konto tätigen, ist diese zweite Methode der Drawdown-Ermittlung und Risikokontrolle sehr stabil und konsistent. Ich habe sie ebenfalls als Expert Advisor programmiert und für Sie erhältlich gemacht:

Sie können die Kontoüberwachung per schwebender Gewinn- und Verlustsumme in Kontowährung oder Prozent vom Kontostand mit dem EA mFX-GewinnZiel auf Ihrem MT4-Konto automatisieren: https://www.mindfulfx.de/gewinnziel-ea/.

Denken Sie bitte darüber nach, welche der beiden Methoden zur Ermittlung des maximalen Rückgangs für welche Ihrer Tradingstrategien und -konten die passende ist. Vielleicht sind es auch beide, um einen vollständigen Überblick zu erhalten. Am Ende haben Sie ein effektives Instrument zur Risikomessung und -steuerung Ihres Tradings.

Um ein umfassendes Bild der Erfolgs- und Risikomessung eines Expert Advisors zu erhalten, müssen wir nun noch zusätzlich zum Drawdown den Profitfaktor sowie Gewinn und Rendite unter die Lupe nehmen. Das folgt in weiteren Blog-Artikeln.

Bis dahin herzliche Grüße und beste Wünsche für Ihr eigenes Trading
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Top 3 Erfolgs- und Risiko-Maße im EA Trading

Im Monat Juli wird es in meinen Freitags-Blogs hauptsächlich um die Deal-Analyse im EA Trading gehen. Erfolg und Risiko mittels Statistiken aus Backtests und vor allem echten Deals zu messen, ist einer der Schlüssel zum langfristigen Erfolg im Algo-Trading.

Ein bisschen Spaß muss sein

Bevor es richtig zur Sache geht, wollen wir erst mal ein bisschen Spaß haben. Klingt doch gut, oder? Lassen Sie uns zunächst eine hübsche Wortwolke - oder auch englisch Workcloud genannt - erstellen.

Dazu möchte ich Sie um einen Gefallen bitten. Könnten Sie mir (und damit allen Lesern) eine kurze Frage beantworten? Sie lautet:

Welches sind Ihre Top 3 Erfolgskriterien, Risikomesslatten und Statistikmaße, wie z.B. Gewinn in Kontowährung, Rendite p.a., Drawdown in Prozent, Profitfaktor oder ähnliches, die Sie nutzen, um den Erfolg Ihres Tradings (mit oder ohne Expert Advisor) zu messen?

Ihre Wortwahl wird sich sofort in Realtime auf diese Wortwolke auswirken, von deren bisherigen Stichworten Sie sich auch gerne für Ihre eigenen Antworten inspirieren lassen können:

Dieses Wordcloud- bzw. Präsentations-Tool von Menitmeter finde ich total klasse...

Danke für Ihre Teilnahme und Mitwirkung! So wird's bunter, so wird's lustiger. Es ist spitzenmäßig, eine potenziell so trockene Thematik wie die Deal-Analyse erst einmal mit einer Fun-Aktivität anzustoßen.

In den nächsten Freitags-Blogs (über die Sie automatisch per Email informiert werden, wenn Sie sich hier rechts in unseren Email-Verteiler eintragen) gehen wir die wichtigsten Maßstäbe für den EA-Erfolg durch:

  • Wie werden sie ermittelt?
  • Was sagen sie aus?

Uns wird dabei auch ein nagelneues MT4-Skript behilflich sein, das wir extra programmiert haben, um uns die Auswertungsarbeit von EAs im MT4 zu erleichtern.

Herzliche Grüße, bis nächste Woche
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

Welchen Virtual Private Server (VPS) soll ich für meinen EA Dauerlauf verwenden?

Expert Advisors (EAs) für MetaTrader 4 (MT4) oder MetaTrader 5 (MT5) müssen ständig mit dem Tradeserver des Brokers verbunden sein, damit sie als Trading-Robot ihr Werk verrichten können. Sobald Sie den MT4 schließen oder das Profil wechseln, auf dem der EA läuft, kann der EA nicht mehr arbeiten.

Eine Lösung für dieses Problem ist, einen so genannten Virtual Private Server (VPS) zu mieten. Dort sollte Windows als Betriebssystem installiert sein, damit MT4- und MT5-Instanzen leicht eingerichtet werden können. Ich werde immer wieder danach gefragt, welcher VPS-Anbieter zu wählen ist.

Welchen VPS soll ich für meinen EA mieten?
— häufige Kundenfrage

Ich sage Ihnen in diesem Blogpost zunächst, welchen Server ich verwende. Danach stelle ich Ihnen zwei beliebte Alternativen vor.

Welchen VPS ich selbst verwende

Ich selbst nutze einen VPS von 1&1 IONOS. Dort wählte ich einen Server, dem garantiert 2 Prozessoren zugeordnet werden. Hauptspeicher RAM ist 2 GB, für den Festplattenspeicher sind 80 GB verfügbar. Das ganze ist für ca. 20 EUR im Monat zu haben und läuft stabil und bislang ohne einen einzigen Absturz.

Bis Mitte 2017 war ich bei FXColo, einem auf Forex-Trading spezialisierten Server-Anbieter. Das Problem war hier aber, dass exakt zu den Stoßzeiten - ich denke dabei an Zentralbank-Zinsentscheide, Non-Farm-Payrolls etc. - der Server überlastet war und ich nicht auf ihn zugreifen konnte. Wenn's also darauf ankam, war der VPS nur mit - für hektische Marktphasen viel zu langen - Wartezeiten für mich verfügbar.

Beim Remote-Desktop-Zugriff (so nennt sich die Verbindung, die Sie von Ihrem PC oder Laptop zum VPS aufbauen) auf meinen 1&1-Server habe ich noch nie warten müssen. Vielleicht liegt es daran, dass die dahinter stehende Hardware nicht (oder zumindest nicht nur) mit anderen FX-Tradern und Börsenhändlern geteilt wird, sondern mit Hinz und Kunz, welche andere Stoßzeiten als wir Daytrader haben.

Zwischenzeitlich laufen auf meinem VPS zehn MT4-Instanzen. Die meisten davon sind mit Echtgeld-Konten an den Broker angebunden, während ein paar wenige Demokonten sind. Auf allen sind verschiedentliche EAs am Werk, wobei zwei der MT4-Instanzen jeweils mit zwischen 80 und 90 Charts mit aktivem EA bestückt sind. Die Rechenkapazität wird also gut ausgenutzt, dennoch kann ich immer stabil und schnell auf die Programme zugreifen.

Hier zu weiteren Infos des in Deutschland ansässigen Anbieters 1&1 IONOS und zu deren Virtual Server Cloud L mit Windows.

VPS-Alternative Strato

Ein paar meiner Kunden bevorzugen den ebenso in Deutschland beheimateten Anbieter Strato. Dort gibt es ähnliche Angebote wie bei 1&1, sowohl aus preislicher wie auch aus leistungstechnischer Sicht.

Ich habe bisher von diesen Kunden nur gute Nachrichten gehört über Performance und Zugriffsgeschwindigkeit. Wenn Sie ebenso Strato einen Versuch gönnen möchten, achten Sie darauf, dass Sie den Windows-Server mit mindestens 2 Prozessoren, 2 GB oder mehr RAM und 50 GB oder mehr Festplatte buchen. 

Hier zur Infoseite: https://www.strato.de/server/windows-vserver/. Wie ich dort gerade sehe, wird sogar eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie angeboten, damit Sie alles ausprobieren können.

Preisgünstigster VPS für unter 9 EUR

Wenn Sie ein Sparfuchs sind und es noch kostengünstiger haben möchten, werden Sie am besten Trading-Kunde bei JFD Brokers. Dort profitieren Sie als Echtgeld-Kunde mit einem VPS für monatlich nur 8,75 EUR (17,50 EUR für den Server des VPS-Betreibers FOZZY, abzüglich 50% Rabatt für JFD Brokers-Kunden).

Ich habe diesen Server selbst noch nicht ausprobiert, kann also nicht aus Erfahrung sprechen. Er erfüllt aber die oben genannten technischen Mindeststandards (Windows, 2 Prozessoren, 2 GB RAM, 50 GB Festplatte).

Weitere Infos hier über unseren Partnerlink: https://www.jfdbrokers.com/de/trading/technologie?ib=ensslin (ein bisschen Runterscrollen auf der Zielwebsite ist notwendig, um zu den VPS-Angeboten zu gelangen).

Andere Broker, aber nicht alle, bieten ihren Echtgeldkunden ebenso VPS Rabatte an, teils bis zu 100%. Sprechen Sie also einfach mal Ihren eigenen Broker direkt an, ob er so ein Angebot im Programm hat.

Viel Erfolg bei der Server-Wahl und Ihrem AutoTrading
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

 

Je längerfristig Ihr Handelsansatz, desto besser Ihre Chance auf Gewinn

Bei der Entwicklung von Handelssystemen, also Algorithmen, die exakte Ein- und Ausstiegsregeln definieren, ist es grundsätzlich gleichgültig, welchen Chart-Zeitrahmen Sie verwenden. Ob Sie 1-Stunden-Charts (jede Kerze, jeder Balken oder Linienpunkt entspricht der Handelsspanne von 1 Stunde), 1-Minuten-, Tages- oder gar Wochencharts betrachten, Sie werden auf ihnen allen Muster erkennen. Muster, die sich mal über einen längeren, mal über einen kürzeren Zeitraum wiederholen.

Aus solchen Anomalien, die meist nur temporär vorhanden sind, können Sie mit Hilfe daraus abgeleiteter Handelsregeln Trading-Robots, z.B. Expert Advisors (EAs) für MetaTrader (MT4/MT5), entwickeln oder entwickeln lassen. Daraus erhoffen Sie sich selbstverständlich, dass Sie von den erkannten Mustern Gewinn schlagen können.

Zwei Erkenntnisse bezüglich des gewählten Chart-Zeitrahmens (oft wird auch der englische Begriff timeframe dafür verwendet) müssen Sie dabei jederzeit beachten. Der gewählte Zeitrahmen hat Auswirkungen

  1. auf die Handelsfrequenz
  2. auf die Lebensdauer des Chartmusters.

Zunächst zum ersten Punkt. Wenn Sie ein Modell auf einem 5-Minuten-Chart entwickeln, ergeben sich normalerweise deutlich mehr Handelssignale als bei einem Tageschart. Eine einfache, aber oft übersehene Wahrheit, die sich daraus als logische Folge ergibt, ist diese: je höher die Handelsfrequenz, desto höher sind auch die Handelskosten, die erst einmal verdient werden müssen.

Hin und her macht Taschen leer.
— Börsenweisheit

Wenn wir davon ausgehen, dass ein Kurs sich meist zufällig entwickelt, bedeutet das einen Erwartungswert für Gewinn und Verlust eines Trading-Systems von null. Sprich: über eine längere Zeit betrachtet hat eine festgelegte Sammlung von Handelsregeln mal eine Gewinnphase, mal eine Verlustphase. Unterm Strich bringt das in den Regeln beschriebene Vorgehen weder Gewinn noch Verlust - vor Spread- und anderen Transaktionskosten, wohl gemerkt!

Wenn Sie aus den Ein- und Ausstiegskursen eines Systems den Spread und eventuelle Kommission herausrechnen, erhalten Sie den eigentlichen Kursgewinn des Systems. Im Devisentrading mittels eines MT4-/MT5-Brokers sind diese Kosten pro Deal oft nur eine gefühlte Kleinigkeit. Ein Grund, warum dies oft geflissentlich übersehen wird.

Aber auch Kleinvieh macht Mist, selbst wenn dieses "Kleinvieh" beispielsweise bei EURUSD durchschnittlich nur 0,01% vom Kurs ausmacht. Wenn Sie jeden Tag 10 mal eine Forex-Position mit Hebel 1 handeln, also z.B. bei Kontostand 10.000 EUR 0,1 Lots wählen, summieren sich Ihre Spreadkosten auf 0,1%. Wiederholen Sie das ein Jahr lang, also an 250 Handelstagen, kommen Sie auf sage und schreibe 25% Ihres Kontowerts, also im gerade aufgeführten Beispiel 2.500 EUR. Diese Zahl spricht für sich selbst.

Neben den Handelskosten spielt auch der zweite Faktor der Timeframe-Wahl eine große Rolle: die Lebensdauer des Chartmusters, auf dem Ihre Strategie und in Folge Ihr EA basiert.

Schon oft habe ich eindeutig wiederkehrende Formationen in kürzerfristigen Charts erkannt und einen MT4-EA dafür entwickelt. Nach wenigen Gewinn-Deals (wenn überhaupt!) stellte sich dann schnell das genaue Gegenteil ein - als hätte sich der Markt gegen mich verschworen. Ist Ihnen das auch schon so ergangen?

Je längerfristig der Chart-Timeframe war, in dem ich Systeme entwickelt habe, desto länger wiederholten sich die beobachteten Muster - die ich aus dem Blickwinkel der "Random Walk"-Theorie der Devisenmärkte guten Gewissens als Anomalien bezeichne.

Jede Anomalie wird über kurz oder lang Arbitrageure finden, die solange Vorteil daraus ziehen, bis zu viele Trader sie erkannt haben. Sie können natürlich ebenfalls dazu gehören, gar kein Thema. Sie sollten sich davor nur diese Frage stellen:

Wie oft will ich neue Strategien und Expert Advisors entwickeln?

Wenn Sie Ihren Zeit- und eventuell auch Geldeinsatz für die EA-Entwicklung über einen längeren Zeitraum amortisieren möchten, statt jeden Monat entweder etwas ganz neues entwickeln oder zumindest nach neuen Einstellungen für Ihre bestehenden Systeme suchen zu müssen, sollten Sie ganz klar auf längerfristige Charteinheiten gehen.

Ich selbst handle zwischenzeitlich nur noch im Tages- und Wochen-Chart, wenn es um Indikatoren- oder Kerzenformations-gestützte Trading Robots geht. Das verlängert Haltedauern und reduziert meine Dealanzahl. Ich beobachte dabei, dass die erkannten Chartmuster sich länger wiederholen und ich somit einen hohen Wirkungsgrad im Trading erziele.

Kurz gesagt: Je längerfristig Ihr Handelsansatz, desto mehr haben Sie die alles entscheidenden Themen Transaktionskosten und Strategie-Lebensdauer auf Ihrer Seite.

Ihnen alles Gute für Ihre Trades
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Kann man mit EAs dauerhaft Geld verdienen?

Als EA-Programmierer und langjähriger Trader werde ich immer wieder gefragt, ob man mit Trading-Robots wie Expert Advisors (EA) für MetaTrader 4 (MT4) dauerhaft Geld verdienen kann. Also nach dem Motto: EA „Plug & Play“ anschalten – und ein Jahr später ist das Konto verdoppelt, verzehnfacht oder verhundertfacht.

Die Antwort darauf ist ganz klar: es kommt darauf an.

Warum? Weil die Frage nicht genau genug gestellt ist. Die Frage muss beinhalten, wieviel Geld man im EA Trading verdienen möchte. Nehmen wir uns also ein paar Varianten dieser sehr berechtigten Fragestellung vor.

Kann man mit EAs dauerhaft sein Kapital jährlich verdoppeln?

Meiner Meinung nach lautet die Antwort hierauf ganz klar nein. Es wird Marktphasen geben, in denen ein EA mit viel Hebel und somit hohem Risiko leicht eine Kapitalvervielfachung schaffen kann. Da Sie aber in einer solchen Einstellung regelmäßig Ihr gesamtes Kapital riskieren, ist dies eher der Kategorie Spielkasino zuzuordnen. Kann also Spaß machen, unterhaltsam sein, aber nicht als ernsthaftes investieren verstanden werden.

Denn ob Sie die richtige Phase des Markts erwischen ist Glückssache. Sie können zwar Systematiken wie Equity Trailing Stop (siehe Blog Wie ein Equity Trailing Stop funktioniert) oder Rollende-Backtest-Methode (siehe Blog Den richtigen EA für aktuelle Marktphase finden: rollende Backtests) anwenden. Bei solch hohen Verlustrisiken ist aber der Erfolgsfall dennoch eher dem Glück zuzuordnen und tendenziell mit zahlreichen verlustbehafteten Anschalt-Versuchen verbunden.

Kann man mit EAs dauerhaft 10% oder 20% p.a. auf sein Kapital verdienen?

Hier lautet meine Meinung ganz klar ja. Sie können entweder ein Portfolio an Expert Advisors und somit Handelsstrategien auf ein Portfolio von Assets anwenden, gegebenenfalls unter Marktphasenfilter-Ansätzen wie den oben schon erwähnten Equity Trailing Stop oder Rollende-Backtest-Methode. Damit erzielen Sie durch gestreutes Risiko sehr effektives Verlustrisikomanagement und können dennoch eine im Vergleich zu langristigen Aktieninvestments attraktive Rendite erwirtschaften.

Oder aber Sie verwenden EAs, die systematisch algorithmisch arbeiten und mit effektivem Risikomanagement ausgestattet sind. Zu diesem zähle ich unter anderem unseren Martingale-EA mFX-MartingaleKlassisch mit all seinen Risiko-Schutzmechanismen. Wir setzen ihn selbst mit unserem eigenen Geld ein, in der Erwartung auf 10-20% Rendite pro Jahr. Er wird also keine Wunder verbringen. Zwecks übergeordnetem Risikomanagement setzen wir hier nur einen im Verlustfall verkraftbaren Bruchteil unseres investierbaren Kapitals ein. Denn es verbleibt auch hier ein, wenn auch extrem geringes, Totalverlustrisiko.

Mit meinen nun über 30 Jahren Börsen- und gut 6 Jahren EA-Trading-Erfahrung kann ich guten Gewissens sagen:

  1. Für den passiven Investor sind EAs ein prima Mittel, um dem diversifizierten Portfolio als kleine, geringe Beimischung zu dienen.
  2. Einem aktiven Vollzeittrader dienen Expert Advisors hingegen als unerlässliches Werkzeug, um emotionslos die eigenen Strategien umsetzen zu können.

Letzterer wird immer auch einen Blick darauf haben müssen, ob die zu Grunde liegende Handelsstrategie zur aktuellen Marktphase im gewählten Symbol bzw. Asset passt.

Generell gilt: Je mehr Zeit Sie ins EA-Trading investieren, desto mehr Rendite können Sie generell erwarten. Wenn Ihnen irgendjemand erzählt, er habe einen Wunder-EA, der Ihnen risikofrei Ihr Geld vervielfacht, sollten bei Ihnen blitzartig alle roten Karten und Flaggen vor Ihrem geistigen Auge heftig wedelnd erscheinen.

Beste Trading- und Investment-Erfolge wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Soll die EA Programmierung auf Basis von MT4 oder MT5 aufgesetzt werden?

Die Firma MetaQuotes, die Ersteller von MetaTrader 4 (MT4) und MetaTrader 5 (MT5), pusht derzeit sehr stark den MT5 voran. Insbesondere auf deren Website mql5.com, die ein Forum und Marktplatz für beide Versionen darstellt und die für EAs und Indikatoren sowohl für MT4 als auch MT5 dient, sieht man teils sehr aggressive Eigen-Werbung für die neuere der beiden Trading-Plattformen.

Gleichzeitig fragen Sie sich vielleicht, wie auch einer meiner Kunden derletzt:

Soll die EA-Programmierung auf Basis von MT4 oder MT5 aufgesetzt werden? Wie lange wird es die Handelsplattform MT4 überhaupt noch geben?

Das sind sehr berechtigte Fragen, egal ob sie die EA-Programmierung selbst oder das Erlernen der MT4-Programmiersprache MQL4 betreffen. Danke hierfür. Es ist immer wieder wert, sich über diese Fragen ausführliche Gedanken zu machen. Immerhin steht teils viel Zeit- und Geldeinsatz auf dem Spiel.

Hier also meine aktuelle Meinung zur "Lage der Nation der EA-Trader".

Aktuell höre ich von Brokern, dass der MT5 sich nicht wirklich durchsetzt. Er hat zwar deutliche Vorteile (z.B. ist er für den Börsenhandel zugelassen) - wenn die Broker oder Trader ihn aber nicht verwenden wollen, bleibt's beim MT4. Es wird sicherlich noch Jahre dauern bis es den MT4 wirklich nicht mehr geben wird.

Mich erinnert das ein bisschen an einen Kampf der Giganten, den ich während meiner Kindheit mit erleben durfte.

In den 80er Jahren gab es den Kampf zwischen VHS und Beta-Tapes um die Vorherrschaft im Videokassetten-Markt. Beta war technisch um Längen voraus, dennoch hat sich VHS durchgesetzt. Warum? Weil VHS viel schneller viel mehr Nutzer gewinnen konnte. Weil es unter anderem darum ging, aufgezeichnete Videos mit anderen zu teilen, wählten Nutzer die Plattform, die unter Freunden beliebter war.

Ähnliches ist meines Erachtens bei MT4 zu beobachten. Für MT4 gibt es schon so viel mehr Code, EAs, Indikatoren etc. Dieser Netzwerkeffekt ist nicht zu unterschätzen, auch wenn MT5 technisch besser ist.

Dazu kommt, dass MQL5 (Programmiersprache für MT5) komplizierter zu verwenden ist als MQL4 (Sprache für MT4). Das bringt mit sich, dass die Programmierung eines EA's für MT5 ca. doppelt so viel kostet wie für MT4. Denn die Programmierung dauert in etwa doppelt so lange.

Eventuell suchen Sie den MT4 zum Download auf von MetaQuotes betriebenen Web-Seiten derzeit vergeblich. Keine Sorge: den MT4 erhalten Sie bei jedem MT4-Broker zum Download. Er kann dann auch für andere Broker verwendet werden, indem Sie einfach Ihre Kontonummer, Ihr Passwort und den Server des anderen Brokers eingeben.

Wenn Sie also noch auf der Suche nach dem MT4 sind, oder aber den meinen Vergleichen nach günstigsten (zumindest für EURUSD und DAX-Future-CFD) MT4-Broker ausprobieren wollen, testen Sie doch mal die von uns oft empfohlene direktbroker-fx (Partnerlink https://www.direktbroker-fx.de/demo-2/?ref=mindful), falls nicht schon geschehen.

Alternativ empfehlen wir seit diesem Jahr auch JFD Brokers, einen progressiven Broker mit bester Technologie für schnellste und besser als erwartete Deal-Ausführungen. Es gibt engste Spreads und niedrige Commissions in über 800 (!) Assets sowie keine Interessenskonflikte, da kein Handelsbuch vorhanden ist, sondern die Orders direkt 1:1 an Liquiditätsprovider weitergeleitet werden. JFD ist mindful FX Partner seit 2018. Partnerlink zum kostenlosen Demokonto: https://www.jfdbrokers.com/de/trading/konto/kontoeroffnung?ib=ensslin

Wenn alles nach mir ginge, würde meine Vision so aussehen, dass MetaQuotes den MT5 vollständig kompatibel zur Programmiersprache MQL4 macht. Das würde die technischen Vorteile des MetaTrader 5 und die leichtere Handhabbarkeit der MT4-Programmiersprache zu einem Dreamteam kombinieren. Wäre das nicht prima?

Ihnen wünsche ich allerbeste, gewinnbringende Trades
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

PS: es gibt neue Termine für unseren MQL4-Intensivkurs - EA-programmieren lernen im Mai 2018 in Stuttgart und Hannover - hier klicken, informieren und gleich anmelden!

MT4 vs. MT5 – ist MT4 veraltet?

„MT4 ist veraltet“ - habe ich kürzlich als Email erhalten.

Viele MetaTrader-Benutzer nehmen an, dass MetaTrader 5 (MT5) einfach die neuere, schickere Version des MetaTrader 4 (MT4) ist, die sich im Hintergrund aber nicht weit voneinander unterscheiden. Während dieser Eindruck vielleicht so von der entwickelnden Softwarefirma MetaQuotes beabsichtigt war, heben sich überraschenderweise die Programmiersprachen MQL4 und MQL5 (mit Hilfe derer Expert Advisors, Indikatoren und Skripte programmieren werden) stärker voneinander ab als ein Nicht-Programmierender von der brüderlichen Namensgebung her annehmen sollte.

Daher höre ich hin und wieder die Aussage, MT4 sei überholt und werde bald abgeschaltet. Hierzu weiter unten mehr...

Zunächst aber ist die Sache diese: Aus Sicht eines Programmier-Anfängers ist MQL4 viel einfacher zu lernen als MQL5. Funktionalitäten sind mit fast intuitiver Logik (und ein wenig Übung) programmierbar. Viele Funktionen sind eingebaut.

Das macht MQL4 einerseits weniger flexibel. Andererseits führt dies dazu, dass Entwickler im Programmier-, Test- und Korrektur-Prozess weniger Frustrationen erleben – insbesondere wenn sie (noch) nicht wissen, was sie mit der ganzen Flexibilität von MQL5 machen können (oder müssen).

Wenn Sie MQL5 lernen möchten, ohne vorher Programmiererfahrung zu haben, dann werden Sie schnell auf eine Mauer prallen. Die Programmiersprache MQL5 ist zwar flexibler, aber auch komplexer und für Programmier-Anfänger schwieriger zu verstehen. Flexibilität klingt gut, führt aber dazu, dass mehr Details von Funktionalitäten im Code definiert werden müssen als bei MQL4.

Das bedeutet, dass ein EA mit gleichen Funktionalitäten in MQL5 eine über den Daumen gepeilt doppelt so lange Programmierzeit in Anspruch nimmt also in MQL4.

Zudem ist in MT5, der unbestritten viele Vorzüge mit sich bringt, übrigens nicht alles Gold, was glänzt:

  • in MT4 werden einzelne Positionen vorgehalten und können manuell und auch von EAs einzeln gemanagt werden, z.B. in Sachen Schließung gezielter Deals und Vergabe unterschiedlicher Stop-Loss- und Take-Profit-Kurse. In MT5 werden dagegen mehrere Dealeröffnungen in die gleiche Trading-Richtung als eine Position mit nach Volumen gewichteten durchschnittlichen Einstiegskurs und ein und demselben SL bzw. TP zusammengefasst.

  • Die meisten in der EU zugelassenen Broker lassen ihre MT4-Kunden hedgen, also eine Gegenposition aufbauen. In MT5 ist das technisch nicht möglich. Wenn Sie in Ihrem MT5-Konto zum Beispiel 10 Lots Buy geöffnet haben und 1 Lot Sell eröffnen möchten, schließt ihr Broker stattdessen eine der 10 Buy-Lots, so dass Sie nur die Netto-Position von 9 Lots im Konto sehen. In MT4 können Trader so handeln, dass neben der 10 Buy-Lots ein separater Deal mit 1 Lot Sell besteht.

Jetzt zum rosa Elefanten, der im Raum steht: dass MT4 irgendwann zu Gunsten MT5 komplett eingestampft wird. Während das sicherlich passieren kann, glaube ich persönlich an dieses Szenario nicht.

Warum nicht?

  • MT4 ist viel weiter verbreitet als MT5. Das Broker- und Trader-Interesse an MT4 ist riesig. Das ist in Etwa vergleichbar mit dem Kampf um die Marktvorherrschaft bei Video-Kassetten in den 80er Jahren. Beta war technisch überlegen, während VHS aufgrund der schnelleren, weiteren Verbreitung zum Standard wurde. Ähnliches galt für die Betriebssystem Unix versus Microsoft Windows und die Datenschnittstellen FireWire versus USB. MT5 und MT4 befinden sich in einer vergleichbaren Situation.

  • MT4 und all seine Expert Advisors sind ein großer Umsatzgenerator für die Entwicklerfirma MetaQuotes. Auf mql5.com können MT4- und MT5-Trader ihre Trades als Signale, sowie ihre EAs, Indikatoren und Skripte veröffentlichen und an andere MT4-Nutzer vermieten und verkaufen. MetaQuotes erhält 20% Provision für jeden Verkauf. Der MT4-Markt ist deutlich größer als der für die MT5-Produkte. Warum sollte MetaQuotes diese Einnahmequelle aufgeben?

  • Es erscheint mir aus diesen Gründen für MetaQuotes sinnvoller, MT5 Schritt für Schritt, oder zumindest in weiten Teilen, so gut es technisch eben geht, für MQL4-Programme kompatibel zu machen (was im übrigen durch einige Ergänzungen in MQL4 schon in ersten Schritten geschehen ist).

Viele Broker teilen übrigens meine Meinung, so dass einige offen bekräftigen, dass sie auf Dauer ihren Trading-Kunden beide MetaTrader Plattformen anbieten werden.

Falls MT4 aber wirklich irgendwann weichen sollte, ist es für Sie von großem Vorteil, über MQL4-Kenntnis zu verfügen. Denn es ist eine tolle Grundlage, um dann als nächsten Schritt MQL5 zu lernen.

Wer Motorrad fahren lernt, beginnt zuerst mit einer kleinen Maschine, oder gar mit einem Roller oder Moped. Erst später geht er oder sie zu einem größeren, schwereren, schnelleren Gefährt über.

Ebenso ist es bei den MQL-Sprachen der beiden MetaTrader-Plattformen. MQL5 für MT5 direkt zu lernen, ist sehr viel komplexer und kann den Einsteiger komplett vom Programmieren abhalten. Dagegen ist MQL4 für MT4 vergleichsweise ein Kinderspiel. Es eröffnet Code-Neulingen die einmalige Möglichkeit, ins Programmieren einzusteigen.

Das macht MQL4 die beste Programmiersprache, um das Entwickeln eigener EAs, Indikatoren und Skripte von Grund auf zu lernen.

Wer EAs und Co. selbst programmieren kann, kann schneller neue Handels-Ideen testen und spart sich die Kosten für einen Programmierservice, sei es unser eigenes Programmier-Angebot oder das von anderen renommierten Dienstleistern.

Wie können Sie MQL4 erlernen?

Wir bieten neben Buchtipp und Video-Tutorial den Workshop MQL4-Intensivkurs – EA-programmieren lernen an. Er findet das nächste Mal im August statt. Klicken Sie hier, um alle Informationen wie Inhalte, Kosten, Ort und Anfahrt zu erhalten und sich anzumelden.

Mich würde es freuen, Sie beim Workshop persönlich kennen zu lernen.

Herzliche Grüße
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA-Programmierer

MQL4 zu MQL5: Äquivalent zu IsTesting()

MQL4 und MQL5 sind unterschiedlicher als viele MetaTrader 4 und 5 Nutzer ahnen. Hier und heute eine noch relativ einfache "Übersetzung" von MT4-Code nach MT5-Code für Expert Advisors (EA's), Skripte und Indikatoren.

Die Funktion bool IsTesting() in MQL4 prüft, ob der EA (oder das Skript oder der Indikator) im Test- oder im Live-Betrieb läuft - unabhängig davon ob wir uns in einem Demo- oder Echtgeldkonto befinden. Die Funktion IsTesting() gibt den Wert TRUE zurück, wenn der EA im Strategietester läuft, FALSE dagegen, wenn sie in einem Chart durchlaufen wird.

In MQL5 ist diese Funktion nicht verfügbar. Was tun? Nicht verzagen, denn die "Übersetzung" ist nahe:

Wir können im MT5-Code die Funktion int MQLInfoInteger(int  property_id) mit Abfrage-Parameter MQL_TESTER nutzen. Also z.B.:

if ( MQLInfoInteger ( MQL_TESTER ) == 1 ) Print ( "EA im Testmodus" );
if ( MQLInfoInteger ( MQL_TESTER ) == 0 ) Print ( "EA im Livebetrieb" );

Viele Grüße,
Ihr EA Programmierer Cristof Ensslin mit dem Team von mindful FX