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Open Range Breakout DELUXE Version nimmt im ersten Workshop-Teil Form an

Nachdem wir aus dem Basis-Workshop Open Range Breakout EA fertig programmieren, der letzte Woche zu Ende ging, eine schlagkräftige Basis-Version des Expert Advisors (EA) für MetaTrader 4 (MT4) erstellt haben, die

  1. eine in Uhrzeiten eingebbare Range erkennt und Ausbrüche daraus handelt

  2. effektives Risikomanagement durch Beschränkung der Anzahl der zu handelnden Ausbrüche pro Tag und automatische Errechnung der Lotsize aus einzusetzendem Kapital durchführt und

  3. per Range-abhängigem Dealmanagement wie z.B. Stop-Loss, Take-Profit, Break-Even-Funktionalität und Trailing-Stop die eröffneten Orders steuert,

machen wir (14 Teilnehmer und ich) uns im diesen Dienstag gestarteten Aufbau-Workshop daran, eine mit noch mehr nützlichen Funktionalitäten ausgestattete DELUXE-Version dieses ORB-EA’s zu programmieren. In der ersten der drei Sessions lernten wir viel Brauchbares, wie z.B.

  1. Dealeröffnungen nur dann zuzulassen, wenn Rangegröße innerhalb vorgebbarer Größenordnung in Punkten liegt.

  2. was ein Punkt ist (vs. Pip oder Indexpunkt etc.) in MT4.

  3. wie wir einen eingebauten Indikator abrufen, hier: Average True Range (ATR).

  4. wie wir in den Eingabevariablen ein Dropdown-Menü für eine Timeframe-Abfrage erstellen.

  5. wie wir die Rangegrößen-Zulassung anhand eines Vielfachen des ATR’s messen und somit auf Volatilität und Preisniveau automatisch anzupassen.

  6. wie wir aus Indikatoren generierte Variablenwerte mittels der Comment()-Funktion überprüfen können.

  7. wie wir Funktionalitäten direkt nach deren Programmierung im Strategietester überprüfen.

  8. dass alle, wirklich alle mit && verknüpften Signal-Bedingungen erfüllt sein müssen und somit keine Hierarchie besteht.

  9. die Lotsize zu erhöhen nach einem Verlustdeal (weil uns die Zeit ausging trotz Überstunden, müssen wir hieran noch weiter feilen, aber ansatzweise steht diese Funktionalität schon).

  10. die Verwendung der Exponential-Rechnung durch Funktion MathPow().

  11. das Ausschalten von Funktionalitäten (hier: Lotsizeerhöhung nach Verlustdeal) durch Nutzung von vorhandenen Eingabevariablen (hier: Eingabevariable auf 0 setzen) statt durch Einführung zusätzlicher true/false Variablen.

  12. wie wir in den Eingabevariablen visuelle Ordnung herstellen können.

  13. Fehlermeldungen zu deuten durch Link: https://docs.mql4.com/constants/errorswarnings/errorcodes

Da ist hoffentlich eine ganze Menge an Nützlichem hängen geblieben. Nächste Woche geht’s weiter im Text!

Open Range Breakout EA Infos per Email erhalten

Bitte informieren Sie mich sofort, sobald es Neues zum ORB-EA gibt, per Email an folgende Email-Adresse:

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    Bis dahin alles Gute und beste Programmier- und Tradingerfolge
    Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

    Basis-Version von EA ist fertig: Open Range Breakout für MT4

    Diese Woche Dienstag fand die letzte der drei online Programmier-Sessions im Rahmen der Online Workshop-Serie: Open Range Breakout EA programmieren statt. Der ORB EA ist nun in einer gut ausgestattteten Basis-Version voll funktionsfähig und arbeitstauglich.

    In Summe kann dieser Expert Advisor für MT4 Ihnen die manuelle Umsetzung der folgenden Strategie voll-automatisch abnehmen:

    • Handelsspanne des Chart-Symbols zwischen zwei eingebbaren Uhrzeiten erkennen und ins Chart als Box einzeichnen, z.B. die Tages-Eröffnungs-Range (= Open Range) zwischen 6 und 8 Uhr.

    • Am Rest des gleichen Tages werden Kursausbrüche (= Breakouts) aus diesem Rechteck in Ausbruchsrichtung automatisch getradet.

    • Stop-Loss wird automatisch einen Punkt außerhalb der gegenüber liegenden Rangebegrenzung gesetzt.

    • Die Lotsize wird automatisch berechnet, indem ein eingebbares Risiko pro Deal (in Prozent des Kontokapitals) mit dem Stop-Loss-Abstand als Kursrisiko und dem Tickwert des Symbols bei Ihrem Broker ins Verhältnis gesetzt wird.

    • Automatische Rundung der Lotsize auf die richtige Nachkommastelle, je nach Lotstep des Chartsymbols, egal bei welchem Broker.

    • Zusammen mit der eingebbaren maximalen Trade-Anzahl pro Tag können Sie damit perfekt Ihr Gesamtrisiko steuern.

    • Auf der Gewinnseite können Sie den Take-Profit-Abstand als Vielfaches der Range angeben, also im Endeffekt ein Vielfaches des eingesetzten Kapitals als Zielgewinn vorgeben.

    • Zur Gewinnsicherung dienen eine Break-Even-Funktionalität und ein Trailing-Stop, beide sinnvollerweise Range-abhängig steuerbar.

    • Am Tagesende schließt der EA zudem automatisch zu einer durch Sie einstellbaren Uhrzeit die eventuell noch offenen Deals (Achtung: Handelszeiten Ihres Brokers sind zu beachten, insbesondere bei verkürzten Handelstagen wie regelmäßig vor Wochenenden und Feiertagen der Fall).

    Die Teilnehmer des Workshops erfreuen sich nun schon seit Dienstag am Einsatz des EA's - wohl wissend, dass er weder eine Eier-legende Wollmilchsau noch eine Gelddruckmaschine ist, sondern ein Werkzeug, mit dem ein erfahrener Trader schneller, gezielter und konsequenter auf Wunsch und je nach Marktphase selektiv die beliebte Open-Range-Breakout-Strategie (ORB) automatisiert umsetzen kann.

    Weitere Funktionen sind gewünscht: DELUXE Version

    Dank der aktiven Mitgestaltung des EA’s durch viele der Teilnehmer werden wir in eine zweite Runde gehen und diesen Open Range Breakout EA mFX-OpenRangeBreakout in eine DELUXE-Version ausbauen. Darin wird umgesetzt sein:

    • Dealeröffnungen nur wenn Rangegröße innerhalb vorgebbarer Größenordnung liegt

    • Diese Größenordnung als Vielfaches des ATR

    • Lotsizeerhöhung nach Verlust

    • Teilgewinnmitnahme

    • Einstieg nur Long oder nur Short oder beides

    • automatischer Richtungsfilter nach der Position des Kurses zu einem Moving Average

    • Farbige Range-Linien zwischen Box und Schlusszeit

    • Trade in die Box hinein statt aus der Box heraus

    • Wochentag-Filter

    • Übernacht-Trade (Box heute, CloseAll morgen)

    • Gegentrade schon bei SL statt auf Gegensignal durch Box-Durchbruch zu warten

    • Sicherstellen, dass EA nach MT4-Neustart so nahtlos wie möglich weitermachen kann.

    Dazu gehen wir in eine weitere drei-teilige Online Workshop-Serie: DELUXE-Version des Open Range Breakout EA programmieren. Sie findet an folgenden Terminen statt:

    1. Dienstag, 7. Mai, 2019, 19 - 20 Uhr (MESZ)

    2. Dienstag, 14. Mai, 2019, 19 - 20 Uhr (MESZ)

    3. Dienstag, 21. Mai, 2019, 19 - 20 Uhr (MESZ)

    Sie können sich hier ausführlich informieren und noch bis 7.5.2019 um 16 Uhr anmelden. Teilnehmer erhalten Passwort-geschützten Zugang zu den Video-Aufzeichnungen und den gemeinsam entwickelten EA-Quellcode als mq4-Datei-Download. Somit bekommen sie freie Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeit dieses Open Range Breakout EA’s für MT4.

    Ich freue mich auf Ihre Anmeldung und Teilnahme.

    Auf profitables Trading und fröhliches Programmieren
    Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

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    Meine Einschätzung zu den passenden Marktphasen für das Recovery Zone System

    In den letzten beiden Blogposts ging es um das so genannte Recovery Zone Prinzip, auch Zone Recovery oder Hedge Zone genannt, im Trading mit oder ohne Expert Advisor (EA). Es verspricht, jeden Deal mit Gewinn schließen zu können.

    Zunächst zeigte ich Ihnen die Vorgehensweise selbst (Recovery Zone verspricht jeden Deal mit Gewinn zu schließen). Darauf folgte die letztwöchige Vorstellung eines Spreadsheets, mit Hilfe dessen Sie Chancen und Risiken (ja, die gibt es - die Recovery Zone ist kein heiliger Gral!) sowie die einzelnen Lotsizes der Deal-Serie schnell und zuverlässig berechnen können (Recovery Zone Spreadsheet: Lotsize- und Risiko-Berechnungen schnell durchführen).

    So weit, so gut. Wie bei allen EAs bzw. Tradingmechanismen der Fall, ist auch das Recovery Zone Prinzip kein Selbstläufer. Es muss gezielt in bestimmten Marktphasen eingesetzt werden, um Erfolg zu bringen. 

    Wir erinnern uns: durch den Richtungswechsel am jeweils gegenüber liegenden Ende der Recovery Zone sind wir quasi unabhängig davon, in welche Richtung die Reise des Kurses im Endeffekt geht. Ob hoch oder runter, wir können in beiden Szenarien unser Gewinnziel erreichen. Dafür darf das Asset (z.B. EURUSD, Dax-CFD, Gold etc.) aber nicht innerhalb der Recovery Zone gefangen sein, weil wir sonst durch den ständigen Richtungswechsel Verluste ansammeln, die Lotsize erhöhen müssen und irgendwann das gesetzte Maximalrisiko erreichen.

    Um also die Wegstrecke in den Take-Profit-Abstand zurücklegen zu können, ohne vorher zu oft die Recovery Zone durchkreuzt zu haben, benötigt der Kurs ein Mindestmaß an Volatilität. Sehen wir uns fünf verschiedene Marktphasen an:

    Marktphasencheck für Recovery Zone EA

    #1: Kurs seitwärts bei niedriger, fallender Vola

    #2: Kurs seitwärts bei niedriger, nur leicht fallender Vola

    #3: Kurs tendiert aufwärts bei stark ansteigender Vola

    #4: Kurs seitwärts mit Swings, bei hoher, aber fallender Vola

    #5: Kurs tendiert abwärts bei leicht ansteigender Vola

    Fazit

    Das Recovery Zone Prinzip ist in einer ruhigen oder ruhiger werdenden, seitwärts laufenden Marktsituationen auf alle Fälle zu vermeiden. Wie volatil die Marktphase ist, haben wir dabei anhand der Average True Range (ATR) gemessen, die als Standard-Indikator im MetaTrader 4 und 5 mitgeliefert wird.

    Profit-versprechend ist das Trading mit einer Recovery Zone Dealserie in der Regel dann, wenn:

    • für die gewählten SL- und TP-Einstellungen der Systematik bzw. des EA's eine genügend hohe Volatiltät vorliegt

    • die Volatilität tendenziell ansteigt

    • ein klarer Abwärts- oder Aufwärtstrend mit stabiler oder steigender Volatilität vorliegt.

    Es folgt nächste Woche ein weiterer Artikel zum Thema Recovery Zone. Darin stelle ich Ihnen vor, wie dieser Handelsalgorithmus mittels EA für MT4 automatisiert werden kann. Ich zeige Ihnen unseren Recovery Zone-EA mFX-RecoveryZone, der übrigens all die Risikoberechnungen aus dem kostenlosen Spreadsheet von letzter Woche schon eingebaut hat und den Nutzer in eleganter Art und Weise vor dem ersten Trade entsprechend informiert. Seien Sie gespannt und klicken zum Lesen auf diesen Link!

    Alles Gute, bis nächste Woche
    Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

    Recovery Zone Spreadsheet: Lotsize- und Risiko-Berechnungen schnell durchführen

    Nach der letztwöchigen Einführung ins Recovery Zone Prinzip fürs Trading von beliebigen Assets, innerhalb und außerhalb von MetaTrader 4 (MT4), sowie mit oder ohne Expert Advisor (EA), gibt es heute wie versprochen Zugang für Sie zu einem sehr nützlichen und zielführenden Spreadsheet. Mit Hilfe dieser Tabellenkalkulation können Sie:

    1. Lotsizes der Folgedeals berechnen, je nach gewählter Kurs-Abstände, und

    2. Ihr Maximal-Risiko erkennen, je nach maximaler Länge der Dealserie und verwendeter Startlotsize.

    Das Spreadsheet habe ich für Sie bei Google Docs hinterlegt, so dass Sie es entweder dort verwenden, sich in Ihre persönliche Google Drive "Meine Ablage" abspeichern oder sich unter

    Datei -> Herunterladen als

    im gewünschten Format, z.B. MS Excel oder OpenOffice Calc, herunterladen können.

    Wichtige Hinweise: Spreadsheet-Brechnungen ohne Gewähr, Verwendung auf eigenes Risiko. Nur die Werte in den türkis hinterlegten Eingabefeldern verändern!

    Sind Sie bereit?

    Dann machen wir uns gleich ans Eingemachte und besprechen ein paar Szenarien, wie das Spreadsheet zu verwenden ist und Sie Ihre eigenen Lotsize- und Risiko-Berechnungen zum Recovery Zone Forex Trading durchführen können.

    Beginnen wir mit dem Szenario von letzter Woche:

    1. Recovery Zone, also Erstdeal Buy#1 schließen und gleichzeitig den ersten Hedgedeal Sell#2 öffnen, bei 50 Pips = 0,0050 Kursdifferenz Verlust.
      → Eingabe von 0,0050 in Eingabefeld 1. Recovery Zone / SL

    2. Auf die Erstlotsize von 1,0 Lots berechnet, wollen wir 10 Pips (=0,0010 Kursdifferenz) Gewinn machen, wenn die Recovery Zone aktiviert und somit mindestens ein Hedge notwendig wird
      → Eingabe von 0,0010 in Eingabefeld 2. Zielgewinn Dealserie.

    3. Der TP-Abstand für die Deals ist 100 Pips, also 0,0100 Kursdifferenz. Ob Erstdeal oder Folgedeals, sobald ein Deal 100 Pips Gewinn gemacht hat, wird die Dealserie beendet.
      → Eingabe von 0,0100 in Eingabefeld 3. TP Kursstrecke

    4. Erstdeal Buy EURUSD mit 1,0 Lots
      → Eingabe von 1,0 in Eingabefeld 4. Startlotsize

    Eingabefelder 5 bis 7 lassen wir zunächst wie sie voreingestellt sind. Daraus ergibt sich folgendes Bild:

    Sie sehen nun auf einen Blick:

    1. Ihr maximaler Verlust, der Auftritt, wenn alle fünf Positionen in den SL laufen: bei EURUSD also 2.940,00 USD.

    2. Ihr Gewinn, wenn der Erstdeal in den unter 3. TP Kursstrecke eingestellten Take-Profit läuft: bei EURUSD und 1,00 lots sind dies 1.000 USD.

    3. Ihr Gewinn, wenn der Erstdeal in den SL läuft und somit die Recovery Zone-Dealserie getriggert wird: bei EURUSD mit Dealserien-Zielgewinn von 10 Pips sind dies 100 USD.

    4. Die auf- bzw. abgerundeten (wie unter 7. Lotrundung eingestellt) Lots aller Positionen untereinander sowie deren Richtung.

    Feine Sache, finden Sie nicht auch?

    Diese schnelle Übersicht gibt Ihnen die erwarteten Zahlen in den verschiedenen Gewinn- und Verlust-Szenarien. Daraus leiten Sie dann selbst ab, wie hoch die jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten in der aktuellen Marktlage sind und ob die Gewinnchance Ihnen das Verlustrisiko wert ist.

    Spielen Sie nun mit den Eingabe-Variablen

    Nun spielen Sie einfach mit den Eingabe-Variablen, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie sich deren Veränderungen auf das Chance-Risiko-Profil auswirken. Damit finden Sie sicherlich eine Kombination, die für das gewünschte Handelssymbol, dessen Marktphase sowie Ihre Profit-Erwartungen und Risiko-Verträglichkeit passend ist.

    Beispiel 1: Recovery Zone verbreitern

    Wenn wir einen größeren SL-Abstand verwenden, verbreitert sich die Recovery Zone entsprechend. Gleichzeitig steigt das Maximalrisiko stark an. Verdoppeln wir die Recovery Zone von 50 auf 100 Pips erhöht sich unter maximaler Verlust von unter 3 TUSD auf über 17 TUSD! Das ist überproportional und somit sehr heikel.

    Vorsicht ist angesagt, obwohl natürlich die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass wir in einem höher-volatilen Seitwärtsmarkt gefangen werden.

    Grund für das höhere Gesamtrisiko ist die deutlich schnelleren und stärkeren Lotsize-Zuwächse von Position zu Position, die die höheren Verluste aufzuholen versuchen. Sehen Sie selbst im Spreadsheet:

    Beispiel 2: höherer Zielgewinn für die Dealserie

    Der Zielgewinn für die gesamte Dealserie ist ein deutlich sanfterer Hebel. Verdoppeln wir ihn von 10 auf 20 Pips, verdoppelt sich der Gewinn der Dealserie entsprechend von 100 auf 200 USD bei 1,0 Lots in EURUSD, siehe folgender Screenshot des Spreadsheets:

    Im Vergleich mit dem Basisszenario (50 Pips Recovery Zone) erhöht sich das Maximalrisiko in Prozent ausgedrückt unterproportional von 2.940 USD auf gerade einmal 3.350 USD. Absolut betrachtet ist die Verlustrisikosteigerung von 410 USD aber dennoch höher als die 100 USD Gewinnsteigerung.

    Beispiel 3: größerer Take-Profit-Abstand

    Mit dem TP-Abstand, den jede Position als Kursgewinn erwirtschaften muss, haben wir wieder einen längeren Hebel in der Hand. Verdoppeln wir ihn von 100 auf 200 Pips, geschehen im Vergleich zum Basis-Szenario folgende Dinge:

    1. Der Maximalverlust sinkt um mehr als die Hälfte von 2.940 USD auf 1.370 USD.

    2. Der mögliche Gewinn mit dem Erstdeal, sollte dieser ins TP laufen, verdoppelt sich bei 1,0 Lots Startvolumen von 1 TUSD auf 2 TUSD.

    3. Die Lotsizes der Folgedeals bleiben lange auf verhaltenem Niveau: für alle vier Folgepositionen benötigen wir deutlich unter der Startlotsize liegende Nominalvolumen, wie Sie im nachfolgenden Screenshot des Spreadsheets deutlich sehen können.

    Woran liegt dieses Phänomen? Ganz einfach: die Wahrscheinlichkeit, dass 200 Pips statt nur 100 Pips Take Profit erreicht werden, ist deutlich geringer. Insbesondere ist dies der Fall, wenn wir die Recovery-Zone-Bedingung hinzunehmen, dass, bis es zum TP kommt, die Recovery Zone höchstens vier mal (bei den eingestellten maximal fünf Positionen) durchquert werden darf.

    Daraus ergibt sich ganz automatisch die Basis für das nächste und letzte Beispiel: was also, wenn wir an der maximalen Dealanzahl erhöhen?

    Beispiel 4: mehr Folgedeals erlauben

    Was passiert also, wenn wir mehr Folgedeals erlauben? Für dieses Beispiel nutzen wir als Vergleichsszenario Beispiel 3 (200 Pips TP-Abstand) und verdoppeln die maximal erlaubte Dealanzahl der Serie von fünf auf zehn Geschäfte. Im Screenshot, der folgt, sehen wir, dass sich dadurch nur am Maximalrisiko etwas verändert. Zu unseren Ungunsten wohl gemerkt:

    Der Maximalverlust steigt überproportional an, wird mehr als verdreifacht durch die Dealanzahl-Verdopplung. Auf den ersten Blick scheint man also gar nichts dafür zu bekommen, dass man sein Risiko erhöht. Wie kann das sein?

    Das unsichtbare Gut namens "Wahrscheinlichkeit" macht für das erhöhte Risiko wett. Es ist ganz einfach deutlich wahrscheinlicher, dass maximal 9 Recovery-Zone-Kreuzungen benötigt werden bis der 200 Pip TP-Fall eintritt als dass das ganze binnen nur 4 SLs geschieht.

    Spezielles Setup: Martingale

    Wenn Sie die ersten drei Eingabe-Felder

    1. Recovery Zone / SL

    2. Zielgewinn Dealserie

    3. TP Kursstrecke

    mit identischen Werten versehen, ergibt sich übrigens das klassische Martingale-Profil der Positionsverdoppelungen bei jedem Stop-Loss-Ereignis. Beispiel 50 Pips:

    Wann ist mit Erfolg und wann mit Maximalverlust zu rechnen?

    Wenn Sie mit diesem Ansatz traden wollen, ist ein ganz wichtiges Thema, wie und wann das System einzusetzen ist - unabhängig davon, ob Sie es manuell oder mit einem RecoveryZone-EA umsetzen wollen.

    Ein ständiger Dauerbetrieb des Systems wird einen mathematischen Erwartungswert vor Kosten von 0 haben - denn es gibt keinen "Free Lunch". Daher besprechen wir im nächsten Blog-Artikel bestimmte Marktsituationen und -phasen, in denen mit dem Recovery Zone Prinzip profitabel gearbeitet werden kann.

    Herzliche Grüße und langfristige Trading-Erfolge
    Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

    Welche Auswirkungen hat ein variabler Spread auf mein EA Trading und meine MT4-Backtests?

    Neben dem A und O der Datenqualität ist ein weiterer Faktor, der Theorie (Backtest im Strategietester des MetaTraders) von Praxis (Live Trading mit Expert Advisors) trennt, der variable Spread.

    Der Spread ist die Differenz zwischen Bid und Ask Kurs. Die meisten Broker bieten variablen Spread an, um die wahre Marktliquidität abzubilden. Sie schützen sich damit davor, in engen Marktsituationen Minusgeschäfte machen zu müssen. 

    Das heißt, in figurativen 99% aller Handelszeiten haben Sie mit variablem Spread einen besseren, sprich engeren Spread. Nur in manchen Situationen kommt es zu Spreadausweitungen. Wann kann das passieren?

    1. Zum Tageswechsel: die Liquiditätsgeber, die hinter Ihrem Broker stehen, schließen oftmals zum Tageswechsel ihre Handelsbücher für wenige Minuten. Das geschieht in der Regel aus technischen Gründen, um Tradingergebnisse abzugrenzen und offene Positionen finanzierungstechnisch vom einen Tag in den nächsten zu „rollen“. Wenn Liquidität vom Markt entfernt ist, kommt es automatisch zu ausgeweiteten Spreads, da weniger Bid- und Ask-Quotierungen im Markt verfügbar sind.
    2. Am Wochenbeginn: Sonntag nachts und Montag früh sind die Märkte für Währungshandel als allererstes an Australiens Ostküste in Sydney geöffnet. Dort finden allerdings keine großen Volumina statt, abgesehen von australischen Anleihen und Aktien. Erst wenn die Händler in Tokyo, Hong Kong und Singapur hinzustoßen, sind im Devisenmarkt alle gängigen Währungspaare mit regulär engen Spreads handelbar. Wenn dann London hinzustößt, geht’s natürlich richtig los mit Volumen. Das heißt für Sie: während Sie zwar schon handeln können, ist um diese, für den deutsch-sprachigen Raum nachtschlafenden Zeiten mit ausgeweiteten Spreads zu rechnen. Das geschieht insbesondere stark, wenn ein Gap zwischen dem Freitags-Schlusskurs und dem Montags-Eröffnungskurs entsteht.
    3. Zu Zeitpunkten von wichtigen Nachrichten: manche davon sind planbar, manche nicht. Wir wissen zum Beispiel, wann EZB und Fed deren Zinsentscheide und das US Arbeitsministerium den monatlichen, berühmt-berüchtigten „Non-Farm Payroll“ Arbeitsmarktbericht veröffentlichen. Wann eine Naturkatastrophe geschieht, ein Terroranschlag verübt wird, oder wann die Schweizerische Nationalbank die Kursunterstützung bei 1,20 CHF pro EUR aufgibt, können wir nicht planen. Zu solchen Situationen werden Liquiditätsgeber ängstlich, wollen, wie alle anderen und wir auch, keine Verluste machen. Daher ziehen sie die Kursstellung zurück oder weiten zumindest die Kursdifferenz ihrer Kauf- und Verkaufquotierungen aus, der Markt wird dünn und der Spread weitet sich aus. Das geschieht oft sprunghaft.

    Solche Situationen sind in einem EA-Backtest im Strategietester des MT4 in der Regel nicht abgebildet. Anders ausgedrückt: bei welchen Positionen, die im Backtest unberührt bestehen bleiben, der Stop-Loss in Wirklichkeit getriggert worden wäre, ist schwer zu sagen. Umgekehrt werden im Backtest Take-Profits erreicht, von denen der echte, handelbare Kurs aber meilenweit entfernt war.

    All das führt dazu, dass Backtests von Expert Advisors mit sehr gesunder Vorsicht zu genießen sind. Je mehr Deals pro Tag/Woche/Monat, umso angreifbarer sind EA-Backtests.

    Der ernsthafte Trader kommt nicht umhin, seine Modelle über Monate im Live-Betrieb eines oder besser mehrerer Demokonten zu testen, um Anfälligkeiten wie diese festzustellen. Die Erkenntnisse aus dem MT4-Demokonto-live-Test des EA's müssen dann dazu verwendet werden, die Backtest-Performance-Ergebnisse entsprechend konservativ um diese Risiken zu bereinigen.

    Ich habe eine Schritt-für-Schritt Testempfehlung für Sie zusammen gestellt, die Ihnen helfen soll, EA Backtests richtig zu bewerten. Sie können sie rechts kostenfrei als PDF-"Spickzettel" erhalten.

    Ihnen, Ihren Tests und Ihrem Trading alles Gute
    Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer