Forex Knowhow

Top 3 Erfolgs- und Risiko-Maße im EA Trading

Im Monat Juli wird es in meinen Freitags-Blogs hauptsächlich um die Deal-Analyse im EA Trading gehen. Erfolg und Risiko mittels Statistiken aus Backtests und vor allem echten Deals zu messen, ist einer der Schlüssel zum langfristigen Erfolg im Algo-Trading.

Ein bisschen Spaß muss sein

Bevor es richtig zur Sache geht, wollen wir erst mal ein bisschen Spaß haben. Klingt doch gut, oder? Lassen Sie uns zunächst eine hübsche Wortwolke - oder auch englisch Workcloud genannt - erstellen.

Dazu möchte ich Sie um einen Gefallen bitten. Könnten Sie mir (und damit allen Lesern) eine kurze Frage beantworten? Sie lautet:

Welches sind Ihre Top 3 Erfolgskriterien, Risikomesslatten und Statistikmaße, wie z.B. Gewinn in Kontowährung, Rendite p.a., Drawdown in Prozent, Profitfaktor oder ähnliches, die Sie nutzen, um den Erfolg Ihres Tradings (mit oder ohne Expert Advisor) zu messen?

Ihre Wortwahl wird sich sofort in Realtime auf diese Wortwolke auswirken, von deren bisherigen Stichworten Sie sich auch gerne für Ihre eigenen Antworten inspirieren lassen können:

Dieses Wordcloud- bzw. Präsentations-Tool von Menitmeter finde ich total klasse...

Danke für Ihre Teilnahme und Mitwirkung! So wird's bunter, so wird's lustiger. Es ist spitzenmäßig, eine potenziell so trockene Thematik wie die Deal-Analyse erst einmal mit einer Fun-Aktivität anzustoßen.

In den nächsten Freitags-Blogs (über die Sie automatisch per Email informiert werden, wenn Sie sich hier rechts in unseren Email-Verteiler eintragen) gehen wir die wichtigsten Maßstäbe für den EA-Erfolg durch:

  • Wie werden sie ermittelt?
  • Was sagen sie aus?

Uns wird dabei auch ein nagelneues MT4-Skript behilflich sein, das wir extra programmiert haben, um uns die Auswertungsarbeit von EAs im MT4 zu erleichtern.

Herzliche Grüße, bis nächste Woche
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

Recovery Zone Spreadsheet: Lotsize- und Risiko-Berechnungen schnell durchführen

Nach der letztwöchigen Einführung ins Recovery Zone Prinzip fürs Trading von beliebigen Assets, innerhalb und außerhalb von MetaTrader 4 (MT4), sowie mit oder ohne Expert Advisor (EA), gibt es heute wie versprochen Zugang für Sie zu einem sehr nützlichen und zielführenden Spreadsheet. Mit Hilfe dieser Tabellenkalkulation können Sie:

  1. Lotsizes der Folgedeals berechnen, je nach gewählter Kurs-Abstände, und
  2. Ihr Maximal-Risiko erkennen, je nach maximaler Länge der Dealserie und verwendeter Startlotsize.

Das Spreadsheet habe ich für Sie bei Google Docs hinterlegt, so dass Sie es entweder dort verwenden, sich in Ihre persönliche Google Drive "Meine Ablage" abspeichern oder sich unter

Datei -> Herunterladen als

im gewünschten Format, z.B. MS Excel oder OpenOffice Calc, herunterladen können.

Wichtige Hinweise: Spreadsheet-Brechnungen ohne Gewähr, Verwendung auf eigenes Risiko. Nur die Werte in den türkis hinterlegten Eingabefeldern verändern!

Sind Sie bereit?

Dann machen wir uns gleich ans Eingemachte und besprechen ein paar Szenarien, wie das Spreadsheet zu verwenden ist und Sie Ihre eigenen Lotsize- und Risiko-Berechnungen zum Recovery Zone Forex Trading durchführen können.

Beginnen wir mit dem Szenario von letzter Woche:

  1. Recovery Zone, also Erstdeal Buy#1 schließen und gleichzeitig den ersten Hedgedeal Sell#2 öffnen, bei 50 Pips = 0,0050 Kursdifferenz Verlust.
    → Eingabe von 0,0050 in Eingabefeld 1. Recovery Zone / SL
  2. Auf die Erstlotsize von 1,0 Lots berechnet, wollen wir 10 Pips (=0,0010 Kursdifferenz) Gewinn machen, wenn die Recovery Zone aktiviert und somit mindestens ein Hedge notwendig wird
    → Eingabe von 0,0010 in Eingabefeld 2. Zielgewinn Dealserie.
  3. Der TP-Abstand für die Deals ist 100 Pips, also 0,0100 Kursdifferenz. Ob Erstdeal oder Folgedeals, sobald ein Deal 100 Pips Gewinn gemacht hat, wird die Dealserie beendet.
    → Eingabe von 0,0100 in Eingabefeld 3. TP Kursstrecke
  4. Erstdeal Buy EURUSD mit 1,0 Lots
    → Eingabe von 1,0 in Eingabefeld 4. Startlotsize

Eingabefelder 5 bis 7 lassen wir zunächst wie sie voreingestellt sind. Daraus ergibt sich folgendes Bild:

Sie sehen nun auf einen Blick:

  1. Ihr maximaler Verlust, der Auftritt, wenn alle fünf Positionen in den SL laufen: bei EURUSD also 2.940,00 USD.
  2. Ihr Gewinn, wenn der Erstdeal in den unter 3. TP Kursstrecke eingestellten Take-Profit läuft: bei EURUSD und 1,00 lots sind dies 1.000 USD.
  3. Ihr Gewinn, wenn der Erstdeal in den SL läuft und somit die Recovery Zone-Dealserie getriggert wird: bei EURUSD mit Dealserien-Zielgewinn von 10 Pips sind dies 100 USD.
  4. Die auf- bzw. abgerundeten (wie unter 7. Lotrundung eingestellt) Lots aller Positionen untereinander sowie deren Richtung.

Feine Sache, finden Sie nicht auch?

Diese schnelle Übersicht gibt Ihnen die erwarteten Zahlen in den verschiedenen Gewinn- und Verlust-Szenarien. Daraus leiten Sie dann selbst ab, wie hoch die jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten in der aktuellen Marktlage sind und ob die Gewinnchance Ihnen das Verlustrisiko wert ist.

Spielen Sie nun mit den Eingabe-Variablen

Nun spielen Sie einfach mit den Eingabe-Variablen, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie sich deren Veränderungen auf das Chance-Risiko-Profil auswirken. Damit finden Sie sicherlich eine Kombination, die für das gewünschte Handelssymbol, dessen Marktphase sowie Ihre Profit-Erwartungen und Risiko-Verträglichkeit passend ist.

Beispiel 1: Recovery Zone verbreitern

Wenn wir einen größeren SL-Abstand verwenden, verbreitert sich die Recovery Zone entsprechend. Gleichzeitig steigt das Maximalrisiko stark an. Verdoppeln wir die Recovery Zone von 50 auf 100 Pips erhöht sich unter maximaler Verlust von unter 3 TUSD auf über 17 TUSD! Das ist überproportional und somit sehr heikel.

Vorsicht ist angesagt, obwohl natürlich die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass wir in einem höher-volatilen Seitwärtsmarkt gefangen werden.

Grund für das höhere Gesamtrisiko ist die deutlich schnelleren und stärkeren Lotsize-Zuwächse von Position zu Position, die die höheren Verluste aufzuholen versuchen. Sehen Sie selbst im Spreadsheet:

Beispiel 2: höherer Zielgewinn für die Dealserie

Der Zielgewinn für die gesamte Dealserie ist ein deutlich sanfterer Hebel. Verdoppeln wir ihn von 10 auf 20 Pips, verdoppelt sich der Gewinn der Dealserie entsprechend von 100 auf 200 USD bei 1,0 Lots in EURUSD, siehe folgender Screenshot des Spreadsheets:

Im Vergleich mit dem Basisszenario (50 Pips Recovery Zone) erhöht sich das Maximalrisiko in Prozent ausgedrückt unterproportional von 2.940 USD auf gerade einmal 3.350 USD. Absolut betrachtet ist die Verlustrisikosteigerung von 410 USD aber dennoch höher als die 100 USD Gewinnsteigerung.

Beispiel 3: größerer Take-Profit-Abstand

Mit dem TP-Abstand, den jede Position als Kursgewinn erwirtschaften muss, haben wir wieder einen längeren Hebel in der Hand. Verdoppeln wir ihn von 100 auf 200 Pips, geschehen im Vergleich zum Basis-Szenario folgende Dinge:

  1. Der Maximalverlust sinkt um mehr als die Hälfte von 2.940 USD auf 1.370 USD.
  2. Der mögliche Gewinn mit dem Erstdeal, sollte dieser ins TP laufen, verdoppelt sich bei 1,0 Lots Startvolumen von 1 TUSD auf 2 TUSD.
  3. Die Lotsizes der Folgedeals bleiben lange auf verhaltenem Niveau: für alle vier Folgepositionen benötigen wir deutlich unter der Startlotsize liegende Nominalvolumen, wie Sie im nachfolgenden Screenshot des Spreadsheets deutlich sehen können.

Woran liegt dieses Phänomen? Ganz einfach: die Wahrscheinlichkeit, dass 200 Pips statt nur 100 Pips Take Profit erreicht werden, ist deutlich geringer. Insbesondere ist dies der Fall, wenn wir die Recovery-Zone-Bedingung hinzunehmen, dass, bis es zum TP kommt, die Recovery Zone höchstens vier mal (bei den eingestellten maximal fünf Positionen) durchquert werden darf.

Daraus ergibt sich ganz automatisch die Basis für das nächste und letzte Beispiel: was also, wenn wir an der maximalen Dealanzahl erhöhen?

Beispiel 4: mehr Folgedeals erlauben

Was passiert also, wenn wir mehr Folgedeals erlauben? Für dieses Beispiel nutzen wir als Vergleichsszenario Beispiel 3 (200 Pips TP-Abstand) und verdoppeln die maximal erlaubte Dealanzahl der Serie von fünf auf zehn Geschäfte. Im Screenshot, der folgt, sehen wir, dass sich dadurch nur am Maximalrisiko etwas verändert. Zu unseren Ungunsten wohl gemerkt:

Der Maximalverlust steigt überproportional an, wird mehr als verdreifacht durch die Dealanzahl-Verdopplung. Auf den ersten Blick scheint man also gar nichts dafür zu bekommen, dass man sein Risiko erhöht. Wie kann das sein?

Das unsichtbare Gut namens "Wahrscheinlichkeit" macht für das erhöhte Risiko wett. Es ist ganz einfach deutlich wahrscheinlicher, dass maximal 9 Recovery-Zone-Kreuzungen benötigt werden bis der 200 Pip TP-Fall eintritt als dass das ganze binnen nur 4 SLs geschieht.

Spezielles Setup: Martingale

Wenn Sie die ersten drei Eingabe-Felder

  1. Recovery Zone / SL
  2. Zielgewinn Dealserie
  3. TP Kursstrecke

mit identischen Werten versehen, ergibt sich übrigens das klassische Martingale-Profil der Positionsverdoppelungen bei jedem Stop-Loss-Ereignis. Beispiel 50 Pips:

Wann ist mit Erfolg und wann mit Maximalverlust zu rechnen?

Wenn Sie mit diesem Ansatz traden wollen, ist ein ganz wichtiges Thema, wie und wann das System einzusetzen ist - unabhängig davon, ob Sie es manuell oder mit einem RecoveryZone-EA umsetzen wollen.

Ein ständiger Dauerbetrieb des Systems wird einen mathematischen Erwartungswert vor Kosten von 0 haben - denn es gibt keinen "Free Lunch". Daher besprechen wir im nächsten Blog-Artikel bestimmte Marktsituationen und -phasen, in denen mit dem Recovery Zone Prinzip profitabel gearbeitet werden kann.

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Herzliche Grüße und langfristige Trading-Erfolge
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

Recovery Zone verspricht jeden Deal mit Gewinn zu schließen

Heute stelle ich Ihnen eine Systematik für das Trading von beliebigen Handelswerten, z.B. EURUSD, Gold oder Indizes, vor, die verspricht, jeden Deal mit Gewinn oder zumindest ohne Verlust beenden zu können. Dieser Algorithmus ist unabhängig von der gewählten Handelsplattform und Automatisierungen. Er kann also auf MetaTrader 4/5 (MT4/MT5) oder jeder anderen Trading-Software und bei jedem Broker verwendet werden, sowohl im manuellen wie auch im automatisierten Trading mittels eines Expert Advisors (EA).

Man beginnt mit einem Start-Deal, je nach Markteinschätzung oder Signal long oder short, z.B. in EURUSD. Das hier und heute Ihnen vorgestellte Handelssystem schließt den Erstdeal bei einem gewissen erreichten Verlust und eröffnet zeitgleich einen Hedge-Deal, also einen Deal in Gegenrichtung. Der Hedge-Deal hat ein an die Verlust-Situation und das Gesamt-Gewinnziel sowie den Take-Profit-Abstand angepasstes Volumen und kann weitere Hedge-Geschäfte nach sich ziehen.

Um genau zu sein, verspricht diese Vorgehensweise also nicht, jede einzelne Position mit Gewinn zu schließen, sondern zielt vielmehr darauf ab, dass die Gewinnsumme von Originalgeschäft + Hedge-Deal-Serie (beides zusammen im folgenden als "Dealserie" bezeichnet) einen vorgebbaren Mindestgewinn erreicht. Dieser mathematisch-logische Algorithmus ist nichts geheimes, obgleich einige Internet-Auguren mit ihm oder ähnlichem als heiligen Gral, der "top secret" ist, werben.

Ich habe bei meinen Recherchen mehrere Namensgebungen für dieses Konzept gefunden. Ob "Recovery Zone", "Zone Recovery" oder "Hedge Zone" - im Kern meinen diese alle das gleiche. Ich selbst habe mich für "Recovery Zone" zur weiteren Verwendung in diesem Blogpost entschieden.

Eines muss ich hier gleich klarstellen: eine Garantie auf Gewinn ist auch dieses System nicht. In bestimmten Marktphasen wird die mit der Zeit mathematisch zwangsläufig notwendige Volumenserhöhung von Hedge zu Hedge, je nach Einstellung früher oder später, auch das größte Konto ausreizen.

Damit Sie selbst für sich entscheiden können, ob so etwas wie die Recovery Zone etwas für Ihren eigenen Trading-Stil ist, zeige ich Ihnen in diesem und den nächsten Blog-Artikeln folgende Dinge:

  1. Alle Details des Systems selbst, mit hoffentlich genügend Rechenbeispielen, damit Sie es verstehen und vollkommen unabhängig anwenden können.
  2. Eine Tabellenkalkulation, die Sie sich kostenlos downloaden können, mit Videoeinführung zu deren Verwendung, um die notwendigen Trading- und Chance-Risiko-Berechnungen schnell durchführen zu können.
  3. Meine Einschätzung zu den passenden Marktphasen für das System, um unsere Gewinnchance damit zu maximieren.
  4. Automatisierungsmöglichkeiten mittels Trading-Robots, speziell als EA für MT4.

Tragen Sie sich hier in unseren Freitags erscheinenden Newsletter ein, um über die Folge-Veröffentlichungen automatisch informiert zu werden


Die Systematik der Recovery Zone

Das System der Recovery Zone soll Sie davor schützen, dass Sie bei einer Fehlentscheidung oder einem Fehldeal bzw. -Signal Verluste machen. Ein Beispiel:

Nehmen wir an, Sie starten aufgrund Ihrer Marktmeinung oder bestimmter Handelsregeln (ob mit oder ohne EA) eine Position in EURUSD z.B. long, platzieren also im MT4 eine Buy-Order. Wenn alles nach Plan verläuft, steigt der Kurs und Sie erreichen Ihr Gewinnziel oder Exitszenario. Die Recovery Zone bleibt im Gewinnfall des originalen Deals also komplett außen vor.

Läuft's aber gegen Sie, fällt der EURUSD-Kurs also in diesem Beispiel, realisieren Sie bei Erreichen einer durch Sie festgelegten Verlust-Pip-Anzahl einen Verlust und eröffnen eine Sell-Order. Läuft dieser Hedge ins festgelegte Gewinnziel (Take-Profit), wird der Hedge geschlossen und sein Gewinn und der Verlust des originalen Geschäfts saldieren sich zum erwarteten Gesamtgewinn.

Was passiert aber, wenn der Markt wieder dreht und die zuletzt eröffnete Sell-Order in den Verlust läuft?

Dann wird bei gleichem Verlust-Pip-Abstand, also theoretisch exakt am Einstiegskurs der originären Buy-Order, der erste Hedge geschlossen und ein weiterer Hedge eröffnet, diesmal aber in der Buy-Richtung. Es entsteht also eine Dealserie aus Original-Geschäft und Hedge-Deals, siehe folgender Chart-Screenshot.

Damit das alles sauber funktioniert und am Ende der erwartete Gewinn herauskommt, muss für jede einzelne dieser Hedge-Orders das korrekte Volumen, die korrekte Kontraktgröße bzw. Lotanzahl also, berechnet werden. 

Dazu gibt es eine Formel, vor deren Befüllung Sie drei Fragen beantworten müssen:

  • Bei wie viel Verlust-Pips wird gehedgt?
  • Welches Gewinn-Ziel soll für die Dealserie gelten, in Pips auf die originale Lotsize gerechnet?
  • Wie viel Gewinn-Pips darf der Hedge benötigen, um den Verlust der Vororder(s) auszugleichen und das Gewinn-Ziel der Dealserie zu erreichen?

Haben Sie diese Variablen festgelegt, kann nun für jede der möglichen Hedge-Orders die Lotsize berechnet werden.

Die Formel dazu ist recht einfach und lautet:

Summe von "Aufgelaufener Verlust (AV)" und "Gewinnziel nach Hedge (GZ)"
geteilt durch
"Gewinnstrecke der Hedgedeals (TP)",
dann alles multipliziert mit "Lotsize des originalen Deals (OL)".

Wichtig ist dabei, das "Aufgelaufener Verlust" und "Gewinnziel nach Hedge" als Pip-Anzahl bzw. Kursstrecke im Verhältnis zur Lotsize des Erstdeals ausgedrückt werden. Die "Gewinnstrecke der Hedgedeals" ist hingegen als einfacher, nominaler Kursgewinn (analog in Pips bzw. Kursstrecke) ausgedrückt.

Wieder ein Beispiel in EURUSD, um die Formel zu veranschaulichen:

  • Erstdeal Buy mit 1,0 Lots,
  • Recovery Zone von 50 Pips,
  • Gewinnstrecke der Hedgedeals soll 100 Pips sein,
  • Gewinnziel nach Hedge ist 10 Pips (auf Erstdealgröße von 1,0 Lots grechnet).

Kommt es zu einer Hedge-Serie durch Anwendung der Recovery Zone, begnügen wir uns also mit 10 Pips Gewinn auf die Erstlotsize gerechnet. Bei EURUSD sind 10 Pips pro 1 Lot (=100.000 EUR Nominalvolumen) 100 USD Gewinn (100.000 x 0,0010).

Zunächst das Szenario mit einem einzigen Hedge-Deal. Wenn der Kurs vom originalen Buy-Einstieg zunächst 50 Pips fällt, schließen wir den Buy-Deal und berechnen das hedgende Sell-Deal-Volumen mit

( 50 Pips (AV) + 10 Pips (GZ) ) / 100 Pips (TP) = 0,6. Das Ergebnis wird multipliziert mit 1,0 (OL), also erhalten wir 0,6 Lots für den ersten Hedge-Deal.

Hinweis: wenn Sie den Original-Deal offen lassen wollen, addieren Sie einfach das Originalvolumen zu diesen 0,6 Lots. Ich rate aber stark davon ab, denn Sie verschwenden ansonsten Finanzierungkosten (Swap), bezahlen unnötige Kommission (auf 1,6 statt 0,6 Lots) und je nach Berechnungsmethode des Brokers schränken Sie Ihre Handlungsfähigkeit durch zusätzliche Belegung freier Margin ein.

Das 100-USD-Gewinnszenario tritt bei einem Hedge-Deal bei einem weiteren EURUSD-Kursvervall von 100 Pips ein:
- 500 USD Verlust (50 Pips x 1,0 Lots des Erstdeals Buy)
+ 600 USD Gewinn (100 Pips x 0,6 Lots des Hedgedeals Sell).

Läuft der Hedgedeal Sell allerdings nicht in den angestrebten Take-Profit von 100 Pips, hat der Kurs offensichtlich wieder nach oben gedreht. Steigt der Kurs nun auf den Recovery Zone-Abstand von 50 Pips über dem Einstandskurs des Hedge-Sells, wird dieser geschlossen und ein neuer Buy eröffnet. Mit welcher Lotsize?

Zur Berechnung des Folge-Dealvolumens benötigen wir zunächst den aufgelaufenen Verlust in Pips, normalisiert auf die Erstlotsize:

Buy #1: Verlust von 50 Pips auf 1,0 Lots
Sell #2: Verlust von 50 Pips auf 0,6 Lots, was 30 Pips auf 1,0 Lots entspricht.

Der aufgelaufene Verlust (AV) ist also 50 Pips + 30 Pips = 80 Pips.

Diesen Wert verwenden wir nun in der Lotsize-Berechnungsformel für den Folgedeal, Buy #3:

( 80 Pips (AV) + 10 Pips (GZ) ) / 100 Pips (TP) = 0,9. Das Ergebnis wird wieder multipliziert mit 1,0 (OL), woraus wir 0,9 Lots für den zweiten Hedge-Deal erhalten.

Machen wir die Probe aufs Exempel: Wird Buy#3 mit 100 Pips Take-Profit geschlossen, haben wir in Summe

- 500 USD Verlust (-50 Pips x 1,0 Lots des Erstdeals Buy#1)
- 300 USD Verlust (-50 Pips x 0,6 Lots des ersten Hedgedeals Sell#2).
+ 900 USD Gewinn (+100 Pips x 0,9 Lots des zweiten Hedgedeals Buy#3).

= 100 USD Gewinn gemacht mit der gesamten Dealserie, ausgelöst durch das Engagement in den ersten Buy-Deal.

Die mathematische Logik dieser Formel ergibt folgende, allgemein gültigen Zusammenhänge:

  1. Je größer Sie die Recovery Zone wählen, desto größer wird der Aufgelaufene Verlust und umso schneller wachsen die Folge-Lotsizes an.
  2. Je größer der gewählte, angestrebte Dealserien-Gewinn, desto größer errechnen sich die Volumina der Folge-Deals.
  3. Je größer die Kursstrecke, die der Hedgedeal zurücklegen muss, um den angestrebten Dealserien-Gewinn zu erwirtschaften, desto kleinere Lotsizes entstehen.

Das alles ist nun erst mal nicht ganz so leicht zu verstehender Tobak. Ich habe ebenso einiges an Hirnschmalz und Zeit gebraucht, um das alles zu verstehen. Es ist aber 100% konsistent, der Mathematik sei Dank.

Um ein besseres Gefühl für die Zusammenhänge und die Möglichkeiten zu entwickeln, die sich aus diesem Ansatz ergeben, habe ich ein ausführliches Spreadsheet gebaut. Darin kann ich die oben genannten Variablen einstellen. Es errechnet mir dann alle Lotsizes sowie Chance und Risiko der Strategie.

Hier rechts im Text sehen Sie schon mal eine Vorschau darauf. Nächste Woche im Blog zeige ich es Ihnen detailliert.

Ein Geschenk an Sie als treuen Blogleser und Email-Newsletter-Abonnent: Sie werden komplett kostenfreien Zugriff auf die Tabellenkalkulation erhalten. Auf jeden Fall wird das OpenOffice Calc Sheet für Sie verfügbar sein. Ich lege mich ins Zeug, dass auch eine Version für Google Sheets verfügbar sein wird, die Sie dann auch als Microsoft Excel-Kopie herunterladen können.

Bis nächste Woche viel Erfolg in Ihrem Trading
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

Teilschließungs-Werkzeug für Scalper und Swing-Trader zum Scaling-Out

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen am Trading-Terminal und haben einige Positionen offen. Sie sind Scalper, sind also mit ein paar Pips Gewinn generell zufrieden. Oder vielleicht sind Sie Swing-Trader und lassen Ihre Positionen einige Stunden oder wenige Tage laufen.

Wie auch immer, Sie wissen um das Sprichwort "the trend is your friend", wollen also von einem wohlgesonnenen Trend profitieren können. Andererseits sind Sie als erfahrener Trader vom aktiven Risikomanagement überzeugt, bei dem Sie per Positionsgröße Ihre Marktabhängigkeit steuern.

Nun sagen wir, Sie hätten ein buntes Deal-Portfolio in den Hauptwährungen offen. Sie liegen mit einigen Positionen vorne, mit wenigen hinten. Der starke Dollarmove der letzten Tage brachte das Konto schön in den Gewinn, siehe z.B. den folgenden MT4-Demokonto-Screenshot.

Kann es noch weiter gehen mit der Trendbewegung und sich die Gewinne ausweiten? Natürlich kann es das. Ist der Markt erst mal in Bewegung, stoppt ihn nur weniges. Andererseits ist der "Spatz in der Hand besser als die Taube auf dem Dach". Daher ist Scaling-out angesagt.

Auf Tradimo.com, einer hervorragenden Trading-Education-Plattform, wird Scaling-out folgendermaßen beschrieben (hier geht's per Link direkt zur Quelle des Zitats):

Scaling-Out bedeutet, dass du deine Position Schritt für Schritt verkleinerst, um einerseits deine Profite abzusichern doch andererseits noch weitere Kurssteigerungen ausnutzen zu können.
— Tradimo.com

Ein solches Scaling-Out bedeutet im Endeffekt, dass Sie Teilschließungen vornehmen von existierenden Positionen. Das können Sie im MetaTrader (MT4/5) so bewirken, indem Sie im Closing-Dialogfenster (aufzurufen durch Doppelklick z.B. auf das Preisfeld des teilzuschließenden Deals) vor Klick auf "Schließen xyz zum Marktpreis" das Volumen in der zweiten Zeile von oben verändern.

Das Problem dabei ist, dass Sie nur an einem Deal pro Scale-Out-Vorgang gleichzeitig arbeiten können. Haben Sie aber beispielsweise 5 mal 0.1 Lots Buy geöffnet, sind Sie insgesamt 0.5 Lots long. Wenn Sie nun die Hälfte der Gesamt-Position schließen möchten, also 0.25 Lots, müssen Sie insgesamt drei Schließ-Vorgänge auslösen. Gerade in hektischen Marktphasen kann das zu lange dauern oder aber Ihre Aufmerksamkeit von anderen Marktchancen abhalten.

Gibt's denn etwas besseres?

Ja, ab heute gibt es das. Mit unserem Teilschließungs-Tool mFX-TeilClosePanel, ein Expert Advisor (EA) für MetaTrader 4 (MT4), können Sie

  1. schnell sehen, wie viele Lots Sie insgesamt in einem Symbol long oder short sind
  2. in praktischer Eingabe im Chart selbst die Lotsize bestimmen, die geschlossen werden soll
  3. mit einem Klick diese gewünschte Lotsize schließen und somit effektiv und schnell ihr Risiko steuern und ihr wachsames Auge auf dem Markt halten.

mFX-TeilClosePanel ist also das ideale Werkzeug für aktive Scalper und Swing-Trader zum Scaling-Out von Positionen. Klicken Sie hier, um auf die Kauf- und Sofortdownloadseite dieser EA-Neuerscheinung zu gelangen.

Die Vorgehensweise des Scaling-Out hilft Ihnen auf alle Fälle, Handelsergebnisse und damit verbundene Risiken zu glätten. Die Volatilität Ihrer Strategie sollte sich dadurch verringern, was langfristig einen positiven Endeffekt auf Ihre Profitabilität hat.

Denn geringeres Risiko heißt geringere Drawdowns. Wer weniger verlorenen Boden aufholen muss, wird früher in die Gewinnzone finden.

Auf wirkungsvolles Portfolio-Management
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

Den richtigen EA für aktuelle Marktphase finden: rollende Backtests

In einem vergangenen Blog-Artikel mit dem Titel Über die Kunst, mit Expert Advisors stetige Gewinne zu erzielen schrieb ich darüber, dass der Markt einem Flussverlauf gleicht. Einem Flussverlauf, den wir im Gegensatz zur Geographie-Stunde aber noch nicht kennen - oder ihn nur auf Sicht erahnen können.

Daher ist es notwendig, in manchen Marktphasen einen Expert Advisor (EA) im MetaTrader auszuschalten, während er in anderen Marktphasen unbedingt gewinnbringend verwendet werden sollte. Nun stellt sich die große Frage:

Woran erkennen wir, ob ein vorhandener EA, der eine bestimmte Trading-Strategie automatisiert, für die derzeitige Marktphase geeignet ist oder nicht?

Es gibt hier einige Ansatzmöglichkeiten. Eine davon haben Sie vielleicht schon in unserem Artikel "Wie ein Equity Trailing Stop funktioniert" nachlesen können. Hier und heute möchte ich Ihnen eine weitere vorstellen.

Schritt 1: Serie von überlappenden Backtests erstellen

Wir nehmen im Strategietester des MetaTraders in gewissen zeitlichen Abständen, zum Beispiel monatlich, einen Backtest des EA's der jeweils letzten 12 Monate vor. Daraus entsteht eine Serie an Backtestergebnissen, die wir tabellarisch auflisten können. Am Exempel des EA's mFX-HochTiefAusbruch ergibt sich für die letzten knapp 3 Jahre nebenstehende Tabelle.

Zugegeben: das Erstellen der Tabelle ist zwar nicht schwierig, jedoch mit Zeitaufwand verbunden. Es hat ja aber auch nie jemand, dem Sie seriöserweise Glauben schenken würden, gesagt, dass erfolgreiches Trading ohne Zugeständnisse möglich wäre.

Wenn Sie aber bereit sind, Ihren eigenen Zeiteinsatz zu bringen, um mit Trading Gewinn zu machen, lesen Sie bitte weiter.

Schritt 2: Muster in der Ergebnisreihe erkennen

Nun suchen wir nach Mustern in dieser Zahlenreihe. Eine offensichtliche Vorgehensweise ist, die Methode der positiven oder negativen Ergebnisse anzuwenden. Sprich: sobald ein Backtest über 0, also mit Gewinn, abschließt, wird der EA aktiviert. Umgekehrt schalten wir den Experten im MT4 aus, wenn ein Verlust über das gerade abgelaufene Jahr entstanden ist.

Der erste 12-Monats-Backtest (20.02.2015 - 20.02.2016) endet im Gewinn. Am 20.02.2016 können wir den EA also anschalten. In obiger Zahlenreihe würde ich dann mit dem am 20.06.2016 mit Verlust endenden Backtest wissen, dass es an der Zeit ist, den EA zu deaktivieren. In der Folge kommt es erst wieder am 20.07.2017 zu einem profitablen 12-Monats-Zeitraum, weshalb wir ab diesem Termin den EA wieder als aktiviert annehmen.

Schritt 3: Kontrolle der Aktivierungssignale

Nun müssen wir die aktiven Zeiträume backtesten und mit dem reinen Dauerbetrieb des EA's vergleichen. Der EA hätte im ständigen Betrieb mit 10.000 EUR Startkapital und 0.1 Lots (also Hebel von 1) auf EURUSD mit 2 Pips bzw. 20 Punkten Spread satte 1.135,07 EUR Gewinn zwischen 20.02.2016 und 20.12.2017 erzielt.

Zeitraffer-Video des Backtest-Diagramms des getesteten EA's im MT4 von GKFX

(Für alle Käufer unseres MT4-EA's mFX-HochTiefAusbruch: Die .set-Datei der Einstellungen des EA's, so wie wir ihn oben im Strategietester eingestellt haben, stelle ich Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung. Hier klicken, um die .set-Datei sowie bei Bedarf eine Verwendungsanleitung herunterzuladen.)

Um den Vergleich mit diesem "Dauerlauf" des EA's durchführen zu können, muss ich nun die Backtestergebnisse der aktiven Zeiträume aus der Rollende-Backtests-Methode aufaddieren:

20.02.2016-20.06.2016 → EUR 387,68 Gewinn
20.07.2017-20.12.2017 → EUR 649,66 Gewinn

Zusammen gerechnet entstand also ein Gewinn von EUR 1.037,34. Um diese beiden Backtests auch visuell ganz einfach zu aggregieren, verwenden wir sinnvollerweise unser BacktestTool. Das Ergebnis sieht dann in unserem obigen Fall folgendermaßen aus:

Sie können leicht die deaktive Phase zwischen Juni 2016 und Juli 2017 erkennen, in der der Kontostand sich waagrecht entwickelt. In dieser Zeit kann Ihr Kapital anderweitig gewinnbringend investiert werden, ob im Trading mit einem anderen EA, im selben EA mit anderen, für die dann vorliegende Marktphase als vorteilhaft eingeschätzten Einstellungen, oder in ganz anderen Investment-Aktivitäten.

Selbst wenn lediglich ein ähnliches, leicht niedrigeres Gewinn-Ergebnis erzielt wurde, kann aus mindestens zwei Gründen durch die Verwendung dieser Methode der rollenden Backtests ein großer, entscheidender Vorteil erzielt werden.

  1. Durch das Aktivieren und Deaktivieren des EA's sind Sie nicht ständig im Markt investiert. Dadurch können Sie Ihr Kapital auch anderweitig investieren und dort Performance erzielen.
  2. Der maximale Drawdown reduziert sich. Sie könnten daher gegebenenfalls mit höherem Hebel arbeiten und somit bei gleichem Verlustrisiko mehr Gewinn erzielen. In unserem Beispiel-Fall errechnet das BacktestTool einen maximalen Rückgang von 606,10 EUR, was 5,61% entspricht. Der Dauerbetrieb brachte laut Bericht im MT4-Strategietester einen Drawdown von 1.482,73 EUR oder 13,7% mit sich. Der Einsatz der Rollenden-Backtests-Methode würde hier also bei gleichem Risiko einen mehr als doppelt so hohen Hebel rechtfertigen. Risikoadjustiert wäre also ein ca. doppelt so hoher Gewinn zu Stande gekommen.

Falls diese Methode ein spürbar geringeres Ergebnis erzielt, auch risiko-adjustiert, kann sie noch immer vorteilhaft sein. Denn Sie haben damit ein wirkungsvolles System zur Hand, um sich vor möglicherweise endlosen Verlusten einer schwachen Phase Ihres Experts bzw. Ihrer Handelsstrategie zu schützen.

Zu guter letzt ein Wort der Vorsicht: es ist immer zu bedenken, dass die Ergebnisse der Vergangenheit nicht die Zukunft vorhersagen können. Daher immer aufpassen und ständig mit wachsamen Augen kontrollieren, wie sich die Ergebnisse einer Handelsstrategie entwickeln! "Gier frisst Hirn", davor ist niemand gefeit.

EAs sind keine Selbsläufer, können aber dennoch zu attraktiven Renditen führen

Die Kunst regelmäßiger Gewinne besteht darin, die richtige Handelsstrategie oder EA-Einstellung für die jeweils vorherrschende Marktphase zu identifizieren. Mit ein wenig Zeitaufwand können die hier vorgestellten 3 Schritte der Rollenden-Backtest-Methode - obgleich ohne Garantie und Gewähr - zum Erfolg führen.

Diese Vorgehensweise kann nicht nur zwischen verschiedenen Strategien durchgeführt werden, sondern auch, um herauszufinden, welche Kombination von Parameter-Einstellungen innerhalb ein und desselben Expert Advisors gerade die passende ist - insbesondere dann interessant, wenn eine Variable die Richtungs-Auslegung der Signale steuert (Thema Signalumkehr). So können Sie sich sogar auf nur einen einzigen EA spezialisieren und diesen in- und auswendig kennen und anwenden.

Das Monats-Intervall zur Durchführung sowie die 12-Monats-Frist als Zeitrahmen der Backtests sind nicht in Stein gemeißelt. Wenn Sie schneller auf Marktphasenveränderungen reagieren möchten und dies für den Handelsstil Ihres EA's passend ist, nehmen Sie kürzere Backtest-Fristigkeiten, z.B. 4 oder 5 Monate oder gar Wochen und testen wöchentlich oder sogar täglich. Haben Sie dagegen einen EA, der weniger häufig Deals macht, sind längere Fristigkeiten ratsam.

Ich habe zum Beispiel eine Low-Frequency-Strategie über einen Expert Advisor automatisiert, die ich mit monatlich rollenden 12-Monats-Backtests über 70 verschiedene Assets (Symbole) mit dieser Methode steuere. Das ganze läuft erst seit kurzem. Ich werde über Ergebnisse und Erkenntnisse hier auf diesem Blog berichten.

Viel Erfolg im neuen Tradingjahr wünscht Ihnen
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Heute ist NFP-Freitag: was Sie vor dem Live-Schalten eines Expert Advisors über Ausführungsqualität und „Slippage“ wissen sollten

Stellen Sie sich vor: es ist der erste Freitag im Monat, 14:29:59 Uhr deutscher Zeit. Der Markt scheint wie eingefroren, erstarrt wie die Kartoffelsuppe im Kühlhaus. Der Sekundenzeiger – langsamer als sonst - springt um und ....

es ist Punkt 14:30 Uhr und der Markt bricht in völlig irrationale Bewegungen aus. Ihr Herz pocht, Blutdruck und Puls angeschwollen. Sie möchten unbedingt auf den Kursausbruch aufspringen, in der Hoffnung auf eine Trendfortsetzung; aber die Ausführung Ihrer Order scheint nicht zu klappen. Ein erstes Mal, ein zweites Mal, ein drittes Mal.

Endlich, als Stunden empfundene 10 Sekunden später gibt Ihr Broker Ihnen endlich Ihren Ausführungskurs – und Ihr Mut sinkt in Ihre Knie, denn er ist ganze 27 Punkte schlechter als erhofft...

Kommt Ihnen das bekannt vor? Waren Sie selbst schon in einer solchen Situation? Dann wissen Sie aus eigener Erfahrung um das Problem der Ausführungsqualität. Sie möchten eigentlich zum aktuellen Kurs handeln, bekommen aber einen ganz anderen, oft schlechteren Kurs für Ihren Dealeinstieg.

Diese Situationen kommen immer wieder vor, teils erwartet (geplante, wichtige Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten wie z.B. die Non-Farm-Payrolls, der monatliche vielbeachtete US-Arbeitsmarktbericht ohne den Agrarsektor - wie oben im Beispielszenario erwähnt), teils unerwartet (überraschende Zentralbank-Entscheide, Wahlausgänge, Weltnachrichten, Flash-Crashes usw.). Insbesondere wenn Sie trendfolgend handeln möchten, wird Ihnen diese Besonderheit des Marktes immer wieder ein Schnippchen schlagen.

Viele Trader verschreiben sich Trendfolge-Strategien. Diese sind oftmals mit ganz kurzfristiger Haltedauer ausgelegt, so genannte Scalping-Techniken. Beispiel: eine Widerstandslinie im Dax läge bei 13.000 Punkten. Der Markt, also im Endeffekt viele Marktteilnehmer, liegen auf der Lauer. Wird die magische Marke nach oben hin durchbrochen, springen Börsenhändler, ob per Mensch oder Maschine, auf den Ausbruch aus.

Das verzerrt den Markt kurzfristig. Dies wirkt sich so aus, dass plötzlich fast keine Verkaufsquoten mehr vorhanden sind. Der Kurs springt nach oben wo er vorher noch fast planbar Tick für Tick, Sprosse für Sprosse langsam aber sicher erklomm.

All dies geschieht in Windeseile, wie ein Blitz.

Selbst wenn wir Expert Advisors (EAs) für solche Marktsituationen verwenden, sind wir dennoch in der Regel um Millisekunden zu spät dran, um wirklich vernünftige Kurse zu erhalten. Hedgefonds und Banken haben sich darauf spezialisiert, in solchen Situationen die schnellsten am Markt zu sein: mit buchstäblich kürzeren und schnelleren Leitungen. Unsere WLAN-Verbindung mag schnell erscheinen, sie ist aber "nur" ein für öffentliche Straßen zugelassener Porsche Carrera statt ein rasanter Formel-1-Flitzer.

Dieses Phänomen nennt sich gemeinhin „Slippage“. Es führt dazu, dass Sie einen Kurs anfragen (z.B. 13.001) aber einen schlechteren Kurs als Ausführung erhalten (z.B. 13.002, 13.005 oder noch höher). Das klingt nach teilweise keinem großen Unterschied, kann sich aber aufsummieren über den Verlauf der Zeit.

Generell gilt: je höher die Tradingfrequenz Ihres Trading-Systems ist, also je öfter sie Deals eröffnen und wieder schließen, desto ungünstiger wirkt sich die Slippage auf Ihre echte Trading-Performance aus – was übrigens in Backtests nicht abgebildet wird und somit nicht ersichtlich ist.

Wenn Sie Trendfolge-EAs backtesten, empfehle ich, den Strategietester im MetaTrader (gilt für MT4 wie MT5) mit einem deutlich höheren Spread einstellen als den, den Sie üblicherweise von Ihrem Broker erhalten.

Traden Sie beispielsweise in normalen Marktverhältnissen mit 0,2 Pips Spread in EURUSD (üblicher Spread z.B. bei direktbroker-fx.de), stellen Sie den Spread im Strategietester auf 1 Pip, 2 Pips oder noch höher ein. Dazu müssen Sie im Strategietester im Feld Spread den Wert 10 bzw. 20 eingeben, da MT4 in Punkten statt Pips denkt. 1 Punkt ist bei 5-stelliger Quotierung der Unterschied zwischen 1,18000 und 1,18001, was in der Forex-Terminologie 0,1 Pips bedeutet.

Aufgepasst: heute ist ein solcher NFP-Freitag. Es ist zwar nicht der erste Freitag im Monat, aber es steht dennoch die Veröffentlung der "Non-Farm-Payroll" Arbeitsmarkt-Schätzung des US-Arbeitsministeriums an.

Denn die Termin-Regel für die NFP-Veröffentlichung lautet: der dritte Freitag nach der Woche, die den 12. Tag des Monats beinhaltet. Der 12. November war ein Sonntag. In USA gilt der Sonntag als erster Tag der Woche, nicht der Montag wie international Standard. Daher ist der 24.11. der erste, der 1.12. der zweite und der 8.12. der dritte Freitag nach Vollendung der Woche, die in USA am 12.11. begann.

Für heute um 14:30 Uhr (MEZ) wünsche ich Ihnen alles Beste für Ihr Trading
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA-Programmierer

Wie man Trading zu Einkommen macht

Ein Trading-Konto ist schnell eröffnet. Es folgt nur noch die Kapitalisierung des Kontos - eine Überweisung und schon kann's los gehen. Trading macht Spaß, keine Frage. Es soll aber in der Regel auch einen weiteren wichtigen Zweck erfüllen:

Einkommen schaffen.

Natürlich gehört dazu, dass man profitabel tradet, sei es automatisiert per Expert Advisor in MT4 oder MT5, sei es halbautomatisch mit Hilfe eines EA's oder Skripten, oder sei es vollständig manuell. In diesem Artikel geht es aber nicht darum, einen profitablen Handelsansatz zu finden. In diesem Artikel geht es darum, Trading zu Einkommen zu machen.

Wenn Sie Trading nur zum Spaß unternehmen oder um ausschließlich Geld wachsen zu lassen, brauchen Sie nicht weiter lesen. Wenn Sie aber ein regelmäßiges Einkommen aus Ihrem Trading erzielen wollen, brauchen Sie eine sinnvolle Methode, die Ihnen bei dieser Aufgabe hilft.

Das muss nicht kompliziert sein. Was ich seit diesem Monat mache, um Trading zu Einkommen zu machen, ist ganz einfach.

Jeden Monat ein Mal - bei mir ist's immer der letzte Sonntag im Monat, es kann aber auch der Monatserste oder -letzte sein - halte ich in einem Spreadsheet das aktuelle Gesamtkapital fest. Dieses Eigenkapital wird übrigens auch Equity (MetaTrader), Net Asset Value oder Net Liquidation Value. Es fasst den Marktwert der offenen Positionen und den aktuellen Kontostand zusammen.

Das Gesamtkapital multipliziere ich mit 0,005 und erhalte somit einen Wert, der einem halben Prozent des Gesamtkapitals entspricht. Wenn mein Tradingkonto am Stichtag z.B. 10.000 EUR Wert ist, erhalte ich 50 EUR aus dieser Berechnung. Diesen Betrag zahle ich mir dann von diesem Tradingkonto auf mein Bankkonto aus. Voilá: hier ist mein Einkommen.

Das bedeutet, dass ich mir ca. 6% des eingesetzten Kapitals pro Jahr auszahle. Wächst das Tradingkonto trotz dieser Auszahlungen an, habe ich offensichtlich mehr als 6% erwirtschaftet mit meinen Trading-Aktivitäten. Schrumpft es, habe ich entsprechend weniger Gewinn gemacht.

Warum ist das sinnvoll?

Ein Grund ist dieser: wenn mein Trading weniger als 6% pro Jahr verdient, sollte ich mich nach einer besseren Risikoanlageform umsehen - langfristig ausgerichtetes, passives Investieren in einen Aktienindex kommt in den Sinn. Hier geht es also um Selbstkontrolle und realistisches, objektives Betrachten meines Trading-Erfolgs.

Die 6% pro Jahr beziehungsweise 0,5% pro Monat sind ein veränderbarer Wert. Sie können beispielsweise von einer riskanteren Strategie einen höheren Prozentsatz fordern. Wichtig ist nur, dass Sie - egal wo Sie derzeit mit Ihrem Trading stehen - Ihre Denkweise in Richtung "Einkommen generieren" ausrichten. Nur dann können Sie Trading mit oder ohne Expert Advisors zu einer echten Einkommensquelle machen.

Ein weiterer Grund, der vielleicht sogar wichtiger ist: wenn ich kräftig Gewinn gemacht habe und das Konto gewachsen ist, wächst auch meine Auszahlung. Wenn ich Verlust gemacht habe, fällt die Auszahlung geringer aus.

Das ist darum wichtig, da jede Strategie ihre guten und schlechten Phasen hat. In einer guten Phase kann ich also regelmäßig mehr Gewinn entnehmen, während ich in einer schlechten Phase weniger Geld abziehe. In guten Zeiten nehme ich auf Strategie-Ebene also Gewinne mit und gebe der Trading-Stratgie in Verlustphasen für die nächste Gewinnphase eine weitere Chance gebe - natürlich nur gesetzt den Fall, dass dass die Strategie erwartungsgemäß überhaupt wieder gute Phasen haben kann.

Drei Voraussetzungen habe ich für die Einkommens-Ausrichtung meines Tradings als hilfreich und äußerst sinnvoll kennengelernt:

  1. Pro Trading-Strategie ein separates Konto - die meisten MT4-Broker erlauben mehrere Konten pro Kunde richten gerne Unterkonten ein. Oder Sie nutzen mehrere Broker - denn für die eine Strategie könnte der eine Broker sinnvoll sein, für die nächste ein anderer. Alternative: ein Konto verwenden und jeden Deal in einem Trading-Journal seiner Strategie zuweisen, um die Kapitalentwicklung pro Strategie nachzuvollziehen.
     
  2. Das Handelsvolumen pro Deal (in MT4 und in EAs Lots oder Lotsize genannt) muss vom Kontokapital abhängig sein, entweder durch regelmäßige manuelle Anpassung oder durch automatisches Ermitteln mittels im EA eingebauten Moneymanagements.
     
  3. Ein Überwachungsmechanismus mittels Tabellenkalkulation und Erinnerungsfunktion. Als Erinnerung kann ein sich wiederholender Eintrag in Ihrem Kalender dienen oder aber ein EA, der zwar selbst keine Deals auslöst, aber Ihnen in den gewünschten Intervallen, z.B. monatlich, das Kontoequity per Email zuschickt. Für den Eintrag in die Tabellenkalkulation habe ich Ihnen meine Spreadsheet-Vorlage in einem Google Sheet zum kostenlosen Kopieren vorbereitet.
 Tabellenkalkulation "Google Sheet" zur regelmäßigen Ermittlung Ihres Tradingeinkommens - kostenlos für Sie.

Tabellenkalkulation "Google Sheet" zur regelmäßigen Ermittlung Ihres Tradingeinkommens - kostenlos für Sie.

Falls Ihnen Stift und Papier lieber ist, können Sie das Spreadsheet über Ihren Browser auch ausdrucken. Dann können Sie mit Bleistift und Taschenrechner (oder lieber Kopfrechnen?) vorgehen.

Aus dem monatlichen Trading-Einkommen ermittle ich dann am Ende noch, wie das Einkommen verteilt wird; also welcher Anteil in langfristiges Investieren in Real-Investments geht (für mich sind's 20% für substanzielle Vermögenswerte wie Immobilien, Aktien, Gold), welcher Anteil an gemeinnützige Zwecke gespendet wird (hier wähle ich 10% - der berühmte Zehnt) und welcher Anteil für Lebenshaltung (68%) sowie hemmungsloser Spaß (2%) verwendet wird. Diese Aufteilung ist natürlich je nach Lebens- und Vermögensumständen, Alter und persönliche Vorlieben bei jedem Menschen bzw. Haushalt unterschiedlich.

So lebt es sich glücklicher.

Ein netter Nebeneffekt: Sie können nun solide fundiert Ihrer besseren Hälfte (sofern vorhanden) den jeweils aktuellen Stand Ihrer Trading-Aktivitäten inklusive Haushaltsbeitrag berichten. Das wird dem oftmals von Lebenspartnern kritisch beäugte Trading einen besseren Ruf und damit mehr Akzeptanz verschaffen.

Damit bleibt natürlich noch immer die Herausforderung, profitabel zu traden. Klar. Aber Sie haben einen wichtigen Schritt unternommen, um die Grundlage dazu zu schaffen, aus Trading Ihr Einkommen zu erzielen.

Beste Trading-Erfolge und ein hoffentlich mehr als auskömmliches Einkommen daraus wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer.

Vom Sinn und Unsinn des Trailing Stops

Seit nun fast 30 Jahren bin ich an den Finanzmärkten als Investor und Trader aktiv. Irgendwann in dieser Zeit, ich weiß nicht mehr genau wann, kam der Trailing Stop als Ordermanagement Werkzeug auf.

Dies war eine spannende Geschichte – versprach dieser Orderzusatz doch leichte Gewinne im Trendfolge- und Ausbruchstrading. Was genau macht ein Trailing Stop?

„Trailing“ ist ein englisches Wort, das ins Deutsche übersetzt „nachfolgend“ bedeutet. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Stop Loss, der von sich aus sich nie vom Fleck bewegt, sondern dort liegen bleibt, wo man ihn eben manuell platziert, folgt ein Trailing SL der Kursentwicklung nach – und zwar nur auf der Gewinnseite eines Trades.

Läuft eine Position in den Gewinn, sorgt der Trailing Mechanismus dafür, dass der SL in einem gewissen Abstand vom jeweils besten Kurs seit Dealeröffnung mitgezogen wird. Ein Beispiel:

Sie gehen Long zu 100 und versehen die Position mit einem Trailing SL von 10. Dann erhält die Order direkt nach Eröffnung den SL von 90, also 100 minus 10. Steigt der Kurs auf 101, würde ein herkömmlicher SL mit einem Abstand von 10 bei 90 liegen bleiben. Der Trailing SL zieht aber den SL von 90 auf 91 nach. 91 deshalb, weil der beste Kurs seit Eröffnung 101 war und der Trailing-Abstand von 10 sich nicht vom Eröffnungskurs, sondern von eben diesem besten Kurs seit Eröffnung von 101 aus berechnet: also 101 minus 10 ist gleich 91.

Das schöne dabei ist: sobald die Position mit dem Trailing Abstand im Gewinn liegt, kann die Position nicht mehr in den Verlust laufen, da der SL nun auf Einstiegskurs nachgezogen wurde. Geht die Kursbewegung weiter, ist sogar ein Gewinn gesichert.

Der Trailing-Abstand lässt sich übrigens nicht nur als fixen Wert definieren, sondern auch

  • als Prozentsatz vom aktuellen Kurs

  • volatiltätsabhängig, z.B. anhand eines Vielfachen der Average True Range (ATR)

  • als Kerzen-Trailing, wobei immer der Höchst-/Tiefstwert der Vorkerze oder einer bestimmten Anzahl von Vorkerzen als SL-Kurs dient

  • durch Indikatoren wie z.B. gleitende Durchschnitte.

Der Kreativität bei der Erfindung von Trailing Mechanismen sind keine Grenzen gesetzt. Eins ist aber immer gemeinsam: der SL verschlechtert sich niemals, er darf sich nur verbessern.

Während der Trailing Stop in der Theorie eine tolle Sache ist, hat er sich in meiner Trading-Praxis eher als hinderlich erwiesen. Vielleicht lag es an meinen konkreten Handelsansätzen, von denen ich zigfache ausprobiert habe.

Zwischenzeitlich handle ich fast gar nicht mehr mit Trailing Stop. Warum?

Nun, ganz einfach ausgedrückt: „das Tierchen braucht Luft zum Atmen.“

Mit Tierchen ist der Kurs gemeint, mit Atmen die ständig veränderliche Schwankungsbreite.

Der Trailing Stop ist aus der Angst entstanden, schon mal im Gewinn liegende Positionen wieder in den Verlust laufen zu sehen. Ganz klar, ich verstehe das: Wer mag schon dabei zusehen, wie die gewonnenen Felle sich in Luft auflösen? Ich mag das ebenfalls nicht. Es gehört aber dazu wie das Amen in der Kirche.

Das Leben hat mir unter anderem geleert, dass Handlungen, die aus Angst entstehen, in der Mehrheit keinen positiven Effekt auf das Endresultat haben. So ist es meiner bescheidenen Erfahrung nach auch im Trading im allgemeinen und beim Trailing Stop im speziellen.

Wenn ich einen Trailing Stop auf eine Trading-Position von Anfang an anwende, kann niemals mehr Luft zum Atmen entstehen. Während das in manchen Fällen natürlich einen Initial-Stop-Fall verhindert, vereitelt dies häufiger als erhofft das Erreichen des Gewinnziels.

Wie oft habe ich erlebt, dass eine „getrailte“ Order in Ihren nachgezogenen, verbesserten Gewinn lief, aber kurz danach der Kurs wieder in Trendrichtung weiterlief (ohne dass der originale SL erreicht worden wäre)?

Wie oft!?

Ich möchte den Trailing SL nicht schlecht reden. Ganz und gar nicht. Nur seine Benutzung von Beginn einer Position an hat sich für meinen persönlichen Trading-Ansatz als nicht vorteilhaft heraus gestellt. Wenn überhaupt, dann nutze ich ihn mit Zeitverzögerung oder nach Erreichen des Gewinnziels einer Position. Bis dahin braucht der Kurs meistens jedoch ein wenig mehr „Luft zum Atmen“.

Beste Erfolge für Ihr eigenes Trading
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Warum sind 10 Pips Gewinn oder Verlust bei 1 Lot nicht 100 EUR, sondern weniger?

Diese sehr gute und oft gestellte Frage zum Devisentrading stellte uns kürzlich einer unserer geschätzten EA-Programmierungs-Kunden:

Bei einem Lot von 1 und einem SL von 10 Pips sollten doch „immer“ Verluste von +/- 100 entstehen. Ich habe aber kleinere Verluste. Wieso?

Die Antwort ist: Sie haben in der Tat Verluste von 100 Geldeinheiten - in der zweiten Währung des Währungspaares. Nur wenn die zweite Währung Ihrer Kontowährung entspricht, sind es 100 Einheiten Ihrer Kontowährung.

Folgendes leicht verständliche Beispiel:

Nehmen wir an, Sie haben ein Konto bei direktbroker-fx in Berlin. Ihre Kontowährung ist EUR. Nun handeln Sie 1 Lot in EURUSD. Sie kaufen zu 1,06363 und schließen die Buy-Position 10 Pips im Verlust zu 1,06263. Das Währungspaar EURUSD quotiert, wieviel USD 1 EUR wert ist; also mathematisch ausgedrückt: USD pro EUR oder USD/EUR. Die Kursdifferenz, also der Gewinn oder Verlust, fällt also in USD an. Denn der Kurs ist 1 EUR = 1,06363 USD.

Weiter im Beispiel: Im Open Buy von 1 Lot kaufen Sie also 100.000 EUR und verkaufen (shorten) gleichzeitig 106.363 USD. Sie sind nun EUR long und USD short. Im Close der Buy-Position verkaufen Sie die 100.000 EUR wieder und kaufen (decken das Short) 106.263 USD. Während die Euros sich auf 0 ausgleichen, verbleibt auf der USD-Seite ein Defizit von -100 USD. Dies ist Ihr Verlust von 100 USD. Ihr Broker deckt ihn automatisch von Ihrem Konto. Dieses ist aber nicht in USD, sondern in EUR. Das heißt, die 100 USD werden dann in Kontowährung umgerechnet: 100 USD / 1,06263 USD/EUR = 94,11 EUR.

Hier liegt übrigens ein weiterer Punkt, wo Broker Kosten und Gebühren verstecken können: im Umrechnungskurs Ihrer Gewinne und Verluste. Manche Broker verlangen hier einen zusätzlichen Spread, den Sie aber oft nicht sehen - es sei denn Sie rechnen ganz genau nach und vergleichen. In unserem Brokertest vom Sommer 2016 schloss dabei im übrigen der von uns oft empfohlene Berliner Broker direktbroker-fx am besten ab in eben dieser Kategorie "Gewinnkonvertierung", mit großem Abstand.

Beste Erfolge für Ihr MT4- und EA-Trading wünscht Ihnen
Cristof Ensslin und das mindful FX Team