Cristofs Bild der Welt

Von den Besten lernen: Ray Dalio

Einer der seit mehreren Jahrzehnten erfolgreichsten und bekanntesten Investoren und Trader ist Hedgefonds-Manager Ray Dalio. Er gründete die Investmentfirma Bridgewater Associates im Bundesstaat Connecticut im Nordosten der Vereinigten Staaten von Amerika, in guter Reichweite der Finanzmetropole New York City mit Manhattan und natürlich der Wall Street.

Ray Dalio ist aber nicht nur ein gewiefter Finanzjongleur, sondern auch eine Persönlichkeit, die gerne ihre am eigenen Leib erlernten Lebensweisheiten mit anderen Menschen teilt. Ich selbst bin auf seinem Email-Verteiler, über den er gelegentlich seine Meinungen veröffentlicht.

So habe ich Anfang dieser Woche über die folgende Videoserie von ihm erfahren, in der er die wichtigsten Elemente aus seinem, im Juni auch auf deutsch erscheindenen, Buch Die Prinzipien des Erfolgs (ein New York Times #1 Bestseller übrigens) unterhaltsam animiert zusammenfasst. Sehen Sie selbst:

Ob fürs Trading oder das Leben allgemein: von erfahreneren, erfolgreicheren Menschen zu lernen ist eine der spannendsten Beschäftigungen für mich. Vielleicht auch für Sie?

Drei Dinge, die für mich aus den acht Episoden oben besonders hervorstechen:

  1. Ray Dalio empfiehlt, sich mit klar denkenden Menschen zusammen zu tun, die aus anderen Blickwinkeln ein und dieselbe Sache betrachten können. So entsteht ein interessanter Austausch an Meinungen, mit dessen Hilfe man selbst über seinen eigenen Tellerrand zu blicken lernt.
  2. Als Trader lag er Anfang der 1980er-Jahre einmal so fehl, dass er alles wieder von Neuem aufbauen musste - daraus aber seine erfolgreichsten Lehren zog. Damit kann ich mich voll identifizieren.
  3. Alles ist ein Prozess. Am Weg zum Ziel muss man Freude finden, weil ansonsten das Erreichen der eigenen Erfolgsmaßstäbe selbst nur zur Hetzjagd von der einen zur nächsten Errungenschaft wird.

Was können Sie von Meister-Trader Ray Dalio lernen?

Allerbeste Trading-Erfolge wünscht Ihnen


Cristof Ensslin
von mindful FX,
Ihr EA Programmierer

Happy Birthday für Forex Trader

Diese Woche hat mein Trading-Spezl Geburtstag. Singen wir ihm alle gemeinsam:

Happy birthday to You
Pfund und Yen auf und zu
Short den Dollar, long den Euro
Happy Birthday to You

Wem können wir noch dieses Ständchen halten?

Ihnen allen eine guten Wochenausklang und viele gute Geschäfte
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Kann man mit EAs dauerhaft Geld verdienen?

Als EA-Programmierer und langjähriger Trader werde ich immer wieder gefragt, ob man mit Trading-Robots wie Expert Advisors (EA) für MetaTrader 4 (MT4) dauerhaft Geld verdienen kann. Also nach dem Motto: EA „Plug & Play“ anschalten – und ein Jahr später ist das Konto verdoppelt, verzehnfacht oder verhundertfacht.

Die Antwort darauf ist ganz klar: es kommt darauf an.

Warum? Weil die Frage nicht genau genug gestellt ist. Die Frage muss beinhalten, wieviel Geld man im EA Trading verdienen möchte. Nehmen wir uns also ein paar Varianten dieser sehr berechtigten Fragestellung vor.

Kann man mit EAs dauerhaft sein Kapital jährlich verdoppeln?

Meiner Meinung nach lautet die Antwort hierauf ganz klar nein. Es wird Marktphasen geben, in denen ein EA mit viel Hebel und somit hohem Risiko leicht eine Kapitalvervielfachung schaffen kann. Da Sie aber in einer solchen Einstellung regelmäßig Ihr gesamtes Kapital riskieren, ist dies eher der Kategorie Spielkasino zuzuordnen. Kann also Spaß machen, unterhaltsam sein, aber nicht als ernsthaftes investieren verstanden werden.

Denn ob Sie die richtige Phase des Markts erwischen ist Glückssache. Sie können zwar Systematiken wie Equity Trailing Stop (siehe Blog Wie ein Equity Trailing Stop funktioniert) oder Rollende-Backtest-Methode (siehe Blog Den richtigen EA für aktuelle Marktphase finden: rollende Backtests) anwenden. Bei solch hohen Verlustrisiken ist aber der Erfolgsfall dennoch eher dem Glück zuzuordnen und tendenziell mit zahlreichen verlustbehafteten Anschalt-Versuchen verbunden.

Kann man mit EAs dauerhaft 10% oder 20% p.a. auf sein Kapital verdienen?

Hier lautet meine Meinung ganz klar ja. Sie können entweder ein Portfolio an Expert Advisors und somit Handelsstrategien auf ein Portfolio von Assets anwenden, gegebenenfalls unter Marktphasenfilter-Ansätzen wie den oben schon erwähnten Equity Trailing Stop oder Rollende-Backtest-Methode. Damit erzielen Sie durch gestreutes Risiko sehr effektives Verlustrisikomanagement und können dennoch eine im Vergleich zu langristigen Aktieninvestments attraktive Rendite erwirtschaften.

Oder aber Sie verwenden EAs, die systematisch algorithmisch arbeiten und mit effektivem Risikomanagement ausgestattet sind. Zu diesem zähle ich unter anderem unseren Martingale-EA mFX-MartingaleKlassisch mit all seinen Risiko-Schutzmechanismen. Wir setzen ihn selbst mit unserem eigenen Geld ein, in der Erwartung auf 10-20% Rendite pro Jahr. Er wird also keine Wunder verbringen. Zwecks übergeordnetem Risikomanagement setzen wir hier nur einen im Verlustfall verkraftbaren Bruchteil unseres investierbaren Kapitals ein. Denn es verbleibt auch hier ein, wenn auch extrem geringes, Totalverlustrisiko.

Mit meinen nun über 30 Jahren Börsen- und gut 6 Jahren EA-Trading-Erfahrung kann ich guten Gewissens sagen:

  1. Für den passiven Investor sind EAs ein prima Mittel, um dem diversifizierten Portfolio als kleine, geringe Beimischung zu dienen.
  2. Einem aktiven Vollzeittrader dienen Expert Advisors hingegen als unerlässliches Werkzeug, um emotionslos die eigenen Strategien umsetzen zu können.

Letzterer wird immer auch einen Blick darauf haben müssen, ob die zu Grunde liegende Handelsstrategie zur aktuellen Marktphase im gewählten Symbol bzw. Asset passt.

Generell gilt: Je mehr Zeit Sie ins EA-Trading investieren, desto mehr Rendite können Sie generell erwarten. Wenn Ihnen irgendjemand erzählt, er habe einen Wunder-EA, der Ihnen risikofrei Ihr Geld vervielfacht, sollten bei Ihnen blitzartig alle roten Karten und Flaggen vor Ihrem geistigen Auge heftig wedelnd erscheinen.

Beste Trading- und Investment-Erfolge wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Risiko runter!

Heute (ich schreibe diese Zeilen am 12. Februar 2018) ist mein erster regulärer Arbeitstag nach kleiner Auszeit. Vor zwei Wochen hielt ich die Januar-Ausgabe unseres MQL4-Intensivkurses – EA-programmieren lernen. Danach ein paar Tage Buch schreiben mit meinem Trading-Partner im Hochschwarzwald (herrlich verschneit). Dann noch zwei ausführliche Programmier-Coaching Sessions mit Kunden, die den von mir erstellten Code besser verstehen möchten, um eigens weiterentwickeln zu können. Und schlussendlich Rückreise in mein derzeitiges zu Hause in den USA, mit Jetlag, endlich-mal-wieder-ausschlafen und Spaziergängen in den (derzeit verregneten) Blue Ridge Mountains.

Summa summarum zwei intensive Wochen in Deutschland, während denen aber nicht nur ein straff durchgetaktetes mindful FX-Programm für mich anstand. Sondern die zweite Hälfte dieser 14 Tage waren von sprunghaft gestiegener Volatilität an den Märkten geprägt – ausgehend von den Aktienmärkten.

Ich handle neben Währungen (vollautomatisiert mit Expert Advisors auf MT4: EURUSD im Martingale-Setup, die 13 liquidesten Wechselkurse in meinem ProvideLiquidity-Trading sowie bis zu 80 Währungspaare im niedrig-frequenten ArrayTrading-Setup) auch US Aktien. Um genau zu sein, handle ich vertikale Options-Spreads auf US Aktien. Diese Kombination von börsengehandelten Optionen wähle ich deshalb, um exakt das Risiko pro Deal definieren zu können, ohne einen wankelmütigen Stop-Loss vergeben zu müssen. Dazu aber vielleicht ein ander Mal mehr.

Die (zwar erwartete, aber vom exakten Timing her dennoch überraschende) starke Korrektur an den US-Börsen zeigte mir schnell auf, wie schnell mein Trading-System Risiko-technisch überlastet war. Obwohl ich zu Beginn der Kurskorrektur Long in einigen und Short in anderen Werten war, überwog nach ein oder zwei Tagen des Crashs die Long-Seite im Portfolio.

Die Abwärtsbewegung setzte sich aber noch weitere Tage fort. Das brachte mehr Drawdown zu stande als mir lieb war.

Daher habe ich als Konsequenz sofort die Risiko-pro-Deal-Werte in meinen drei Unterstrategien des Aktien-Optionshandels reduziert. Stark reduziert: Ich senkte in einer der Unterstrategien das Equity-Risiko pro Deal von 1,67% auf 0,5%.

Der Hintergrund: während in „normalen“ Marktphasen vereinzelte, hochwertige und in ihrer Handelsrichtung diversifizierte Dealsignale in den ca. 100 Einzelwerten des S&P 100 (ein Teilindex der größten 100 Werte des viel bekannteren S&P 500) erscheinen und das höhere Risiko pro Deal gerechtfertigen würden, generiert mein System in Stark-Korrektur-Phasen viele gleichgerichtete Signale.

Heißt: wenn's drauf ankommt, nimmt der Risiko-streuende Effekt des Portfolio-Ansatzes ab. Das ist eine wichtige Lektion. Natürlich ist es richtig und gut, mit Streuung der Einstätze auf verschiedene Assets das Gesamt-Risiko zu steuern. Das darf uns Tradern aber nicht die Illusion geben, dass die Korrelation immer niedrig ist.

Im Gegenteil: wenn's heiß wird, steigt oftmals der Gleichlaufquozient an, so dass der Portfolio-Effekt abnimmt. Das war schon im letzten Riesencrash von 2007/2008 leicht sichtbar, als quasi alle Vermögenswerte gleichzeitig in eine Richtung liefen.

Was können wir alle aus dieser Erfahrung lernen?

Ganz klar: Risiko runter!

In guten Zeiten ist das schwierig, da vielerorts die Versuchung auf hohe Profite lauert. Wir sind alle Menschen und daher unter anderem von Gier getrieben. Ein Portfolio an Underlyings und Strategien muss immer erst einen Crash einigermaßen glimpflich (oder zumindest innerhalb der vorgesehenen Rücklauf-, Schwankungs- und anderer Risikomaße) überstehen, bevor wir wirklich ein solides Moneymanagement Set-Up zur Verfügung haben.

Man muss immer im Spiel bleiben und weiter spielen können. Niemals so viel Risiko eingehen, dass es nicht mehr weiter gehen kann. Bei meinen Strategien war dies im aktuellen Marktgeschehen glücklicherweise der Fall. Nur der Drawdown war eben größer als geplant. Daher kann ich weiter am Ball bleiben, passe aber mein Risiko (teils stark, wie oben beispielhaft gesehen) nach unten an.

Das wird sicherlich meine Renditeerwartung etwas senken müssen. Aber: der nächste Crash kommt bestimmt – oder der derzeitige setzt sich fort, wer weiß.

Auf solide Renditen bei niedrigerem Risiko
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA-Programmierer

Soll die EA Programmierung auf Basis von MT4 oder MT5 aufgesetzt werden?

Die Firma MetaQuotes, die Ersteller von MetaTrader 4 (MT4) und MetaTrader 5 (MT5), pusht derzeit sehr stark den MT5 voran. Insbesondere auf deren Website mql5.com, die ein Forum und Marktplatz für beide Versionen darstellt und die für EAs und Indikatoren sowohl für MT4 als auch MT5 dient, sieht man teils sehr aggressive Eigen-Werbung für die neuere der beiden Trading-Plattformen.

Gleichzeitig fragen Sie sich vielleicht, wie auch einer meiner Kunden derletzt:

Soll die EA-Programmierung auf Basis von MT4 oder MT5 aufgesetzt werden? Wie lange wird es die Handelsplattform MT4 überhaupt noch geben?

Das sind sehr berechtigte Fragen, egal ob sie die EA-Programmierung selbst oder das Erlernen der MT4-Programmiersprache MQL4 betreffen. Danke hierfür. Es ist immer wieder wert, sich über diese Fragen ausführliche Gedanken zu machen. Immerhin steht teils viel Zeit- und Geldeinsatz auf dem Spiel.

Hier also meine aktuelle Meinung zur "Lage der Nation der EA-Trader".

Aktuell höre ich von Brokern, dass der MT5 sich nicht wirklich durchsetzt. Er hat zwar deutliche Vorteile (z.B. ist er für den Börsenhandel zugelassen) - wenn die Broker oder Trader ihn aber nicht verwenden wollen, bleibt's beim MT4. Es wird sicherlich noch Jahre dauern bis es den MT4 wirklich nicht mehr geben wird.

Mich erinnert das ein bisschen an einen Kampf der Giganten, den ich während meiner Kindheit mit erleben durfte.

In den 80er Jahren gab es den Kampf zwischen VHS und Beta-Tapes um die Vorherrschaft im Videokassetten-Markt. Beta war technisch um Längen voraus, dennoch hat sich VHS durchgesetzt. Warum? Weil VHS viel schneller viel mehr Nutzer gewinnen konnte. Weil es unter anderem darum ging, aufgezeichnete Videos mit anderen zu teilen, wählten Nutzer die Plattform, die unter Freunden beliebter war.

Ähnliches ist meines Erachtens bei MT4 zu beobachten. Für MT4 gibt es schon so viel mehr Code, EAs, Indikatoren etc. Dieser Netzwerkeffekt ist nicht zu unterschätzen, auch wenn MT5 technisch besser ist.

Dazu kommt, dass MQL5 (Programmiersprache für MT5) komplizierter zu verwenden ist als MQL4 (Sprache für MT4). Das bringt mit sich, dass die Programmierung eines EA's für MT5 ca. doppelt so viel kostet wie für MT4. Denn die Programmierung dauert in etwa doppelt so lange.

Eventuell suchen Sie den MT4 zum Download auf von MetaQuotes betriebenen Web-Seiten derzeit vergeblich. Keine Sorge: den MT4 erhalten Sie bei jedem MT4-Broker zum Download. Er kann dann auch für andere Broker verwendet werden, indem Sie einfach Ihre Kontonummer, Ihr Passwort und den Server des anderen Brokers eingeben.

Wenn Sie also noch auf der Suche nach dem MT4 sind, oder aber den meinen Vergleichen nach günstigsten (zumindest für EURUSD und DAX-Future-CFD) MT4-Broker ausprobieren wollen, testen Sie doch mal die von uns oft empfohlene direktbroker-fx (Partnerlink https://www.direktbroker-fx.de/demo-2/?ref=mindful), falls nicht schon geschehen.

Alternativ empfehlen wir seit diesem Jahr auch JFD Brokers, einen progressiven Broker mit bester Technologie für schnellste und besser als erwartete Deal-Ausführungen. Es gibt engste Spreads und niedrige Commissions in über 800 (!) Assets sowie keine Interessenskonflikte, da kein Handelsbuch vorhanden ist, sondern die Orders direkt 1:1 an Liquiditätsprovider weitergeleitet werden. JFD ist mindful FX Partner seit 2018. Partnerlink zum kostenlosen Demokonto: https://www.jfdbrokers.com/de/trading/konto/kontoeroffnung?ib=ensslin

Wenn alles nach mir ginge, würde meine Vision so aussehen, dass MetaQuotes den MT5 vollständig kompatibel zur Programmiersprache MQL4 macht. Das würde die technischen Vorteile des MetaTrader 5 und die leichtere Handhabbarkeit der MT4-Programmiersprache zu einem Dreamteam kombinieren. Wäre das nicht prima?

Ihnen wünsche ich allerbeste, gewinnbringende Trades
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

PS: es gibt neue Termine für unseren MQL4-Intensivkurs - EA-programmieren lernen im Mai 2018 in Stuttgart und Hannover - hier klicken, informieren und gleich anmelden!

Trading-Systeme, die richtig funktionieren

Neulich erhielt ich folgende Email:

Ist es möglich, dass dieses ganze Technischeanalyse-Ding sich sehr schwer tut mit der dauerhaften Rentabilität?
Es hört sich jetzt etwas blöde nach “Undergroud-Trader” an. Aber kann es sein, das Systeme, die richtig funktionieren, nicht einfach per Google zu finden sind?

Dies ist eine fantastische Frage, die sehr berechtigt ist! Vielen Dank dafür. Diese Mail ist tatsächlich stellvertretend für viele ähnliche Fragen, die mir per Email oder über unseren YouTube-Kanal gestellt werden.

Viele Neulinge im Bereich Trading erhalten durch diverseste Eindrücke aus Büchern, von Youtube-Gurus und Websites, dass Trading zu einfachem, schnellen und vor allem risikofreien Reichtum führt - oder zumindest führen kann. Manchmal finde ich sogar heraus, dass auch erfahrenere Trader solchen Verlockungen nur schwer widerstehen können - mich selbst inbegriffen, muss ich ehrlich zugeben.

An all uns Menschen, die von Gier und Angst getrieben werden: Aufgepasst!

Um es kurz und knapp zu sagen: es gibt keine Abkürzung.

Trading ist eine Arbeit wie jede andere. Je mehr Sie darüber lernen und je mehr Zeit Sie darin investieren, desto größer sind Ihre Erfolgschancen. Klar, kann es sein, dass Sie (oder obige Gurus) kurzfristig eine Glücksträhne haben und irrsinnige Profite im Schlaf erwirtschaften. Wer aber auf Dauer erfolgreich sein und das Gewonnene nicht schnell wieder verlieren will, muss viel Geduld mit sich bringen.

Geduld für:

  • all die Lektionen, die man lernen muss; unter anderem durch Verluste, da einfach nicht alles aus Büchern, Magazinen oder von gutmeinenden Lehrern lernbar ist.

  • all die Zeit, die man investieren muss, um Systeme zu entwickeln.

  • all die Erfahrungswerte, die zu sammeln sind, um diese Systeme in den richtigen Märkten und zu den richtigen Zeitpunkten einzusetzen.

  • die langfristige, stetige Entwicklung der Rendite.

Wer langfristig denkt und weiß, dass eher in 10-20% Jahresrendite gedacht werden sollte, statt nach durchaus menschlicher und daher sehr weit verbreiteter Gier-frisst-Hirn-Manier an schnelle, ständig sich wiederholende Kapitalverdoppelungen sich zu sehnen, ist schon halb am Ziel.

Ich bin selbst ein Kind des Bullenmarkts zu Zeiten des Neuen Markts und der High-Tech-Blase der Jahrtausendwende. Ich musste diese Lektionen durch zunächst jubelnde Gewinne und dann schmerzhaft dahinschmelzende Depot-Stände selbst lernen.

Meine wichtigsten vier Lernerfahrungen möchte ich mit Ihnen teilen:

  1. Haben Sie realistische Rendite-Erwartungen! Wo hohe Gewinne locken, verstecken sich immer extrem hohe Risiken.

  2. Denken Sie langfristig! Statt ständig im M1- und M5-Chart nach Mustern zu suchen, entwickeln Sie lieber ein Handels-System im Tages- (D1) oder Wochenchart (W1). Meine besten Erfolge sind in eben diesen Timeframes. Darin entwickelte Systeme haben meiner Erfahrung nach auch eine viel größere Wahrscheinlichkeit, dauerhaft zu funktionieren.

  3. KISS - Keep it simple, stupid! Einfache Systeme funktionieren besser als komplizierte Systeme. Zum Beispiel ein Range-Ausbruchs-Modell à la Donchian-Channel wie im EA mFX-HochTiefAusbruch abgebildet oder ein Trendfolge-Modell mittels zweier Gleitender Durchschnitte wie im EA mFX-MAXingPro automatisiert, jeweils im D1- oder W1-Chart angewendet und mit realistischen Renditeerwartungen, ist auf Dauer vielversprechender als Systeme, die 27 Indikatoren und andere Trigger-Faktoren enthalten.

  4. Trading ist eine Vollzeitbeschäftigung. Klar können Sie durch Trading-Robots wie eben Expert Advisors für MetaTrader 4 sich das Leben erleichtern und Ihre Strategien stringenter und emotionsloser umsetzen. Sie können aber nicht im Ernst erwarten, dass Sie im Schlaf Geld verdienen können, wenn Sie nicht vorher tausende von Stunden Ihrer wertvollen Zeit fürs Lernen, Ausprobieren und Korrigieren aufgewendet haben. Wenn Sie keine Zeit und Hirnkapazität investieren können oder wollen, dann sollten Sie lieber auf langfristige Investitionen in ein Portfolio echter Vermögenswerte (sprich Immobilien, Aktien, Edelmetalle) setzen. Dann können Sie ruhig schlafen.

Ist es also möglich, mit Hilfe technischer Analyse Trading-Systeme zu finden, die funktionieren? Ich denke ja, aber nur sofern realistische Rendite-Erwartungen, Langfristigkeit, Einfachheit des Systems und verfügbare Zeitkapazität seitens eines lernfähigen und -willigen Traders zusammenkommen.

Auf beste Umsetzung dieser Lerneffekte
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Wert geben = Wert erhalten

Liebe EA-Trading-Freunde!

Das Jahr 2017 hat seinen letzten Handelstag erreicht. Ein guter Moment, um einen kleinen Rückblick über das dieses Jahr Gelernte zu wagen.

Neben zahlreichen kleineren, technischen Lektionen, habe ich eine große Sache gelernt. Diese möchte ich mit Ihnen teilen. Denn ich denke, dass sie auch Ihnen im neuen Jahren helfen kann.

Warum möchte ich eine potenziell stark gewinnträchtige Idee mit Ihnen und (offensichtlich) der breiten Öffentlichkeit teilen? Aus (mindestens) drei guten Gründen:

  1. Ich sehe mindful FX als Plattform für (EA-) Trader, sich gegenseitig auszutauschen und voneinander zu lernen. Freunde helfen einander.
  2. Die goldene Regel: "Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu!". Ich drehe diese gerne ins positive: "Verhalte Dich anderen gegenüber so, wie Du selbst behandelt werden möchtest." In anderen Worten: positives Karma.
  3. Die Idee selbst ist eher allgemein gehalten. Ich denke, dass jeder Trader sie etwas anders auslegen und dann umsetzen wird und daher keine Konkurrenz enstehen wird.

Nun aber zur Idee selbst. Trading an den Finanzmärkten ist ein Spiegelbild des Lebens: wer Wert gibt, wird Wert erhalten.

Der Denkansatz vor der Entwicklung und Anwendung potenziell gewinnbringender Handelsstrategien muss also immer beinhalten, ob ich mit meinem EA und Handelsansatz den restlichen Marktteilnehmern einen Mehrwert biete - und sei er noch so klein. Viel mal klein macht mathematisch gesehen mehr als viel mal null oder viel mal negativ.

Die meisten Neulinge und teils auch Fortgeschrittene am Markt schauen immer nach dem nächsten heißen Eisen. Ausbruch: aufspringen. Wo geht gerade die Post ab? Dort muss es doch etwas zu holen geben. Das führt aber oft dazu, dass man "Wert nimmt" statt "Wert gibt".

Ein ganz einfaches Beispiel: bei einem Ausbruch aus einer Handelsrange wollen viele Trader gerade diesen Ausbruch in Ausbruchsrichtung handeln. Das ist eine beliebte Scalping-Strategie. Rein und mit ein bisschen Gewinn wieder raus. Das wird in neun von zehn Fällen gut gehen, aber in dem einen verbleibenden Fall das Gewonnene wieder zerrinnen lassen und den Trader unterm Strich sogar mit Verlust im Regen stehen lassen.

Warum das so sein muss?

Ganz einfach: wir entziehen dem Markt Liquidität, wenn wir das tun, was zu just diesem Zeitpunkt alle anderen Marktteilnehmer ebenso tun wollen. Liquidität verbrauchen heißt Wert konsumieren. Als Trader muss man aber Liquidität geben. Das ist der Hauptzweck eines Traders, eine der wenigen wirklichen wirtschaftlichen Funktionen des kurzfristigen Börsen-Akteurs.

Daher verdienen Banken in aller Regel auch gutes Geld im Börsenhandel. Abgesehen vom Eigenhandel schaffen sie als Market-Maker Liquidität, indem sie (fast) ständig bereit sind, zum etwas unterhalb der Mitte liegenden Geld-Kurs (Bid) zu kaufen und zum etwas oberhalb der Mitte liegenden Brief-Kurs (Ask) zu verkaufen. Sie liefern den anderen Marktteilnehmern also den Wert, dass ein Wertpapier oder anderes Asset jederzeit handelbar ist.

Wie können wir kleinen Trader unsere Strategien Wert-gebend gestalten?

Hier ein paar Beispiele:

  • Wir können bei Ausbruchsstrategien versuchen, mit nachziehenden Limitorders in den Markt zu kommen. Klar verpassen wir dadurch den einen oder anderen Ausbruch, werden aber langfristig durch die generell liquiditätsschaffenden Limitorders dem Markt einen Mehrwert bieten und somit Wert für uns Profite generieren.
  • Gleiches gilt für Ausstiege aus Deals: denken Sie eher an Limitorders (Take-Profit) oder Trailing-TPs im Verlustfall statt immer nur mit Stop Loss oder Trailing SL zu agieren. Hier ist natürlich das Gesamtrisiko zu beachten, so dass irgendwo dann doch eine Reißleine gezogen werden muss. Das persönliche Risikomanagement darf selbstverständlich nicht vernachlässigt werden. Nur wer seine Handlungsfähigkeit aufrecht erhält, kann auch dem Markt dauerhaft einen Mehrwert bieten.
  • Denken Sie neben der Trendfolge auch ernsthaft über Umkehrstrategien nach. Beispielsweise Range-Ausbrüche als Fehlausbrüche interpretieren und in die umgekehrte Richtung handeln? Das ist sicher einer der tendenziell größten Werte, die ein Trader geben kann. Allerdings sind hier starke Nerven und rigoroses Money- und Risikomanagement gefragt.
  • "Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen." - hat der 1788 in Frankfurt am Main geborene Bankier Carl Mayer von Rothschild schon gesagt. Sprich: antizyklisches Investieren liefert dem Markt einen Mehrwert. Sie kaufen, wenn alle anderen verkaufen wollen, und umgekehrt. Warum sonst hätte Warren Buffet und seine Investment-Firma Berkshire Hathaway über mehrere Jahrzehnte den Markt in außerordentlichem Maße outperformen können?
  • Neben Ordertyp und Handelsrichtung kann auch die Wahl des Handelsinstruments Wert schaffen. Wie wäre es, über Eurex, CBOE und Co. Optionen zu schreiben? Damit bieten Sie dem Optionskäufer eine Versicherung für fallende (Put) oder steigende (Call) Kurse. Dies bitte nicht mit digitalen (binären) Optionen umsetzen. Nur reguläre Optionen, die an einer Terminbörse gelistet sind, bieten dem Markt über den Versicherungseffekt einen echten Mehrwert. Auch hier können Sie dann anti-zyklisch und über Limitorder noch weiter den Wert steigern, den Sie dem Markt bieten. Auch hier ist äußerste Vorsicht und striktestes Money- und Risikomanagement angesagt!

All das gilt übrigens gleichgültig ob ich mit oder ohne Expert Advisor, also Automatisierung, und egal ob auf MetaTrader 4 oder einer anderen Trading-Plattform agiere. Ich handle z.B. selbst mit eigenem Geld und Risiko auf MT4 (siehe hier meine öffentlich verfolgbaren Konten, die Sie übrigens auch als MT4-Signal abonnieren können) in Währungen, während ich über einen nicht-MetaTrader-Broker börsengehandelte Aktien und Aktienoption trade.

Bei all diesen Aktivitäten stelle ich mir immer wieder die zentrale Frage: wie kann ich meine Strategie so gestalten, dass ich zu meinen gewünschten Handelszeitpunkten dem Markt einen möglichst hohen Wert biete?

Ich bin dankbar, diese Einsicht in 2017 gewonnen zu haben. Jetzt kann 2018 richtig losgehen!

Für das anstehende neue Jahr wünsche ich von ganzem Herzen Ihnen persönlich alles Gute sowie Ihrem Konto außerordentliche Trading-Gewinne,
Ihr Cristof Ensslin und das gesamte mindful FX Team.

PS: ich freue mich auf Ihre Meinung. Welche Ideen haben Sie, um dem Markt einen Mehrwert zu bieten und Ihnen selbst somit langfristig solide Gewinne zu ermöglichen?

Wie man Trading zu Einkommen macht

Ein Trading-Konto ist schnell eröffnet. Es folgt nur noch die Kapitalisierung des Kontos - eine Überweisung und schon kann's los gehen. Trading macht Spaß, keine Frage. Es soll aber in der Regel auch einen weiteren wichtigen Zweck erfüllen:

Einkommen schaffen.

Natürlich gehört dazu, dass man profitabel tradet, sei es automatisiert per Expert Advisor in MT4 oder MT5, sei es halbautomatisch mit Hilfe eines EA's oder Skripten, oder sei es vollständig manuell. In diesem Artikel geht es aber nicht darum, einen profitablen Handelsansatz zu finden. In diesem Artikel geht es darum, Trading zu Einkommen zu machen.

Wenn Sie Trading nur zum Spaß unternehmen oder um ausschließlich Geld wachsen zu lassen, brauchen Sie nicht weiter lesen. Wenn Sie aber ein regelmäßiges Einkommen aus Ihrem Trading erzielen wollen, brauchen Sie eine sinnvolle Methode, die Ihnen bei dieser Aufgabe hilft.

Das muss nicht kompliziert sein. Was ich seit diesem Monat mache, um Trading zu Einkommen zu machen, ist ganz einfach.

Jeden Monat ein Mal - bei mir ist's immer der letzte Sonntag im Monat, es kann aber auch der Monatserste oder -letzte sein - halte ich in einem Spreadsheet das aktuelle Gesamtkapital fest. Dieses Eigenkapital wird übrigens auch Equity (MetaTrader), Net Asset Value oder Net Liquidation Value. Es fasst den Marktwert der offenen Positionen und den aktuellen Kontostand zusammen.

Das Gesamtkapital multipliziere ich mit 0,005 und erhalte somit einen Wert, der einem halben Prozent des Gesamtkapitals entspricht. Wenn mein Tradingkonto am Stichtag z.B. 10.000 EUR Wert ist, erhalte ich 50 EUR aus dieser Berechnung. Diesen Betrag zahle ich mir dann von diesem Tradingkonto auf mein Bankkonto aus. Voilá: hier ist mein Einkommen.

Das bedeutet, dass ich mir ca. 6% des eingesetzten Kapitals pro Jahr auszahle. Wächst das Tradingkonto trotz dieser Auszahlungen an, habe ich offensichtlich mehr als 6% erwirtschaftet mit meinen Trading-Aktivitäten. Schrumpft es, habe ich entsprechend weniger Gewinn gemacht.

Warum ist das sinnvoll?

Ein Grund ist dieser: wenn mein Trading weniger als 6% pro Jahr verdient, sollte ich mich nach einer besseren Risikoanlageform umsehen - langfristig ausgerichtetes, passives Investieren in einen Aktienindex kommt in den Sinn. Hier geht es also um Selbstkontrolle und realistisches, objektives Betrachten meines Trading-Erfolgs.

Die 6% pro Jahr beziehungsweise 0,5% pro Monat sind ein veränderbarer Wert. Sie können beispielsweise von einer riskanteren Strategie einen höheren Prozentsatz fordern. Wichtig ist nur, dass Sie - egal wo Sie derzeit mit Ihrem Trading stehen - Ihre Denkweise in Richtung "Einkommen generieren" ausrichten. Nur dann können Sie Trading mit oder ohne Expert Advisors zu einer echten Einkommensquelle machen.

Ein weiterer Grund, der vielleicht sogar wichtiger ist: wenn ich kräftig Gewinn gemacht habe und das Konto gewachsen ist, wächst auch meine Auszahlung. Wenn ich Verlust gemacht habe, fällt die Auszahlung geringer aus.

Das ist darum wichtig, da jede Strategie ihre guten und schlechten Phasen hat. In einer guten Phase kann ich also regelmäßig mehr Gewinn entnehmen, während ich in einer schlechten Phase weniger Geld abziehe. In guten Zeiten nehme ich auf Strategie-Ebene also Gewinne mit und gebe der Trading-Stratgie in Verlustphasen für die nächste Gewinnphase eine weitere Chance gebe - natürlich nur gesetzt den Fall, dass dass die Strategie erwartungsgemäß überhaupt wieder gute Phasen haben kann.

Drei Voraussetzungen habe ich für die Einkommens-Ausrichtung meines Tradings als hilfreich und äußerst sinnvoll kennengelernt:

  1. Pro Trading-Strategie ein separates Konto - die meisten MT4-Broker erlauben mehrere Konten pro Kunde richten gerne Unterkonten ein. Oder Sie nutzen mehrere Broker - denn für die eine Strategie könnte der eine Broker sinnvoll sein, für die nächste ein anderer. Alternative: ein Konto verwenden und jeden Deal in einem Trading-Journal seiner Strategie zuweisen, um die Kapitalentwicklung pro Strategie nachzuvollziehen.
     
  2. Das Handelsvolumen pro Deal (in MT4 und in EAs Lots oder Lotsize genannt) muss vom Kontokapital abhängig sein, entweder durch regelmäßige manuelle Anpassung oder durch automatisches Ermitteln mittels im EA eingebauten Moneymanagements.
     
  3. Ein Überwachungsmechanismus mittels Tabellenkalkulation und Erinnerungsfunktion. Als Erinnerung kann ein sich wiederholender Eintrag in Ihrem Kalender dienen oder aber ein EA, der zwar selbst keine Deals auslöst, aber Ihnen in den gewünschten Intervallen, z.B. monatlich, das Kontoequity per Email zuschickt. Für den Eintrag in die Tabellenkalkulation habe ich Ihnen meine Spreadsheet-Vorlage in einem Google Sheet zum kostenlosen Kopieren vorbereitet.
 Tabellenkalkulation "Google Sheet" zur regelmäßigen Ermittlung Ihres Tradingeinkommens - kostenlos für Sie.

Tabellenkalkulation "Google Sheet" zur regelmäßigen Ermittlung Ihres Tradingeinkommens - kostenlos für Sie.

Falls Ihnen Stift und Papier lieber ist, können Sie das Spreadsheet über Ihren Browser auch ausdrucken. Dann können Sie mit Bleistift und Taschenrechner (oder lieber Kopfrechnen?) vorgehen.

Aus dem monatlichen Trading-Einkommen ermittle ich dann am Ende noch, wie das Einkommen verteilt wird; also welcher Anteil in langfristiges Investieren in Real-Investments geht (für mich sind's 20% für substanzielle Vermögenswerte wie Immobilien, Aktien, Gold), welcher Anteil an gemeinnützige Zwecke gespendet wird (hier wähle ich 10% - der berühmte Zehnt) und welcher Anteil für Lebenshaltung (68%) sowie hemmungsloser Spaß (2%) verwendet wird. Diese Aufteilung ist natürlich je nach Lebens- und Vermögensumständen, Alter und persönliche Vorlieben bei jedem Menschen bzw. Haushalt unterschiedlich.

So lebt es sich glücklicher.

Ein netter Nebeneffekt: Sie können nun solide fundiert Ihrer besseren Hälfte (sofern vorhanden) den jeweils aktuellen Stand Ihrer Trading-Aktivitäten inklusive Haushaltsbeitrag berichten. Das wird dem oftmals von Lebenspartnern kritisch beäugte Trading einen besseren Ruf und damit mehr Akzeptanz verschaffen.

Damit bleibt natürlich noch immer die Herausforderung, profitabel zu traden. Klar. Aber Sie haben einen wichtigen Schritt unternommen, um die Grundlage dazu zu schaffen, aus Trading Ihr Einkommen zu erzielen.

Beste Trading-Erfolge und ein hoffentlich mehr als auskömmliches Einkommen daraus wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer.

Über die Kunst, mit Expert Advisors stetige Gewinne zu erzielen

Wir nutzen MetaTrader 4 oder 5 und Expert Advisors (EAs), um Trading-Strategien zu automatisieren. Dadurch, dass das Trading vom Computer erledigt wird, kann ich mir über Strategie-Entwicklung und Marktphasen Gedanken machen. Muss ich sogar, denn das ist und bleibt meine Aufgabe als Trader.

Wir können wirklich keine so guten Prognosen abgeben. Obwohl wir so tun, als könnten wir, können wir es nicht.
— Alan Greenspan

Der Markt ist wie ein Flussverlauf, den man vom Quellpunkt bis zur Meeresmündung verfolgt. Wir können immer nur die nächsten paar 100 Meter, wenn überhaupt, sehen. 

Beispiel des Verlaufs des Rheins. Stellen Sie sich die Quelle vor: mit dem Thomasee am Oberalbpass in der Schweiz (westliches Graubünden) findet Deutschlands längster Fluss seinen Ursprung. Das Wasser ist grünlich-blau, herrlich idyllisch. Dann geht es als kleiner Bach ins Tag hinab, fröhlich sprudelnd über Stock und Stein. Immer wieder gibt es kleine Ruhephasen, kleine Tümpel, dann geht es weiter talwärts.

Irgenwann beruhigt sich das Ganze, zwischen Chur und Bregenz ist der Rhein teils eingefasst, alles schön kontrolliert. Dann geht’s in und durch den Bodensee. Tagelange Ruhe, aber mit Sturmgefahren: gar Windhosen können sich darauf entwickeln, Segler wissen um die Gefahren, die auf sie lauern.

Aus Deutschlands größtem See hinaus geht’s bald die imposant-rasanten Rheinfälle zu Schaffhausen laut tosend hinab. Dann die oberrheinische Tiefebene, dann vorbei an großen Industriebauten in der Metropolregion Mannheim-Ludwigshafen. Hier ist der Rhein schon lange schiffbar. Wie ist der Wasserstand?

Dann geht’s in die malerischen Mittelgebirge, munter links und rechts, vorbei an der Lorelei, wo schon so einige Kähne auf Grund gelaufen und zerschellt sind. Bis schließlich der Unterrhein sich bei Rotterdam in die Nordsee ergießt.

Stellen Sie sich nun vor, Sie schiffen den Rhein abwärts. Für jeden Teil ihrer Reise benötigen Sie ein anderes Schuhwerk oder Gefährt. In den Alpen Wanderstiefel, ein Kanu vielleicht im Tal zwischen der Schweiz und Österreich, wie wäre es mit einem Segelboot auf dem Bodensee oder einem Drachenflieger, um die Rheinfälle von Schaffhausen zu überstehen? Dann per Binnenschiff oder auch Touristendampfer bis nach Köln, oder mit Ruderbooten oder Fähren nach Holland und schließlich mit Schlepperkähnen und Hochseeriesen im Rotterdamer Hafen.

Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.
— Mark Twain

Wir kennen den Rhein. Den Markt kennen wir aber nicht. Er ändert sich ständig. Daher stellen Sie sich vor, dass Sie nicht wissen, welches Schuhwerk oder welchen Kahn Sie zu welchem Zeitpunkt benötigen. Denn die aufeinanderfolgenden Marktphasen stehen nicht wie ein bekannter Flussverlauf von vornherein fest, sondern sie verändern sich stetig und unerwartet.

Munter wechselt der Markt zwischen Seitwärtsphasen und Trendmärkten, in ganz unterschiedlichen Volatilitätsausprägungen.

In den 80er Jahren wurde durch das Turtle Trading Projekt in Chicago das Trading per Trendfolgemodellen populär. Ist es heute noch aktuell, jetzt wo es Algotrader der Großbanken und Hedgefonds gibt, die für Flash-Crashes und unerwartete Zacken in der Chartentwicklung sorgen? Vielleicht ja, vielleicht nein, aber wir dürfen keinesfalls einfach gut-gläubig annehmen, dass ein Modell noch in die heutige Zeit passt. 

Marktmeinung, Markttechnik und Marktpsychologie sind im ständigen Wandel. Das einzig konstante ist die Veränderung. Daher gilt für uns Trader, ob mit oder ohne Expert Advisor (EA) am Markt unterwegs, ob auf MT4, MT5 oder einer anderen Plattform mit dem Broker unserer Wahl verbunden (z.B. die von uns wegen engster EURUSD- und Dax-Future-CFD-Spreads oft empfohlene direktbroker-fx), dass wir in regelmäßigen Abständen hinterfragen müssen, ob unser Tradingansatz noch der richtige ist.

Die Ergebnisse dieser so objektiv und sachlich wie möglich durchzuführenden Selbst-Reflektion müssen dann entsprechend beherzt in erneuertes Vertrauen ins eigene Trading-System, in kleinen Anpassungen im Detail oder in großen, gegebenenfalls schmerzhaften Umwälzungen in den verwendeten Strategien umgesetzt werden.

Wie man ein profitabler Trader wird

Aller Anfang ist schwer.

Das ist eine alte Weisheit, die aber noch immer zutrifft. Egal wer oder was: eine neue Tätigkeit, eine neue Idee, eine neue Fähigkeit kann man nur erlernen, wenn man mit Zeit, Konzentration und gegebenenfalls Kapital für Lehrer, Kurse, Testläufe und anderes Lehrgeld an die Sache herantritt.

So ist es auch im Trading.

Trading ist ein Handwerk und eine Kunst. Ich treffe immer wieder auf Leute, in meinem Kundenkreis und auch außerhalb, die eine zündende Idee für einen Expert Advisor (EA), also eine im MetaTrader 4 (MT4) automatisierbare Strategie für ihr Trading haben und allen Ernstes glauben, dass sie mit dieser, oftmals allerersten Idee zum Ziel gelangen. Das Ziel ist natürlich klar: Trading zu einer ertragreichen Einnahmequelle zu machen. 

Nach einigen Tests fällt dann auf, dass die verlustreichen Phasen die ertragreichen weit überbieten. Die Ernüchterung schmerzt.

Das ist natürlich eine nachvollziehbare Enttäuschung, ganz klar. Ich hatte diese ebenfalls, zu Hauf!

Viele, wenn nicht gar die meisten Neulinge im Tading-Bereich erhoffen sich schnelle Gewinn mit wenig Verlustrisiken. Vielleicht nimmt die Hoffnung auch große Risiken in Kauf, aber die Zuversicht überwiegt, dass der Risikofall nicht eintreffen wird.

Wir sind alle Menschen, sehr menschliche Menschen – all das ist daher nur allzu verständlich.

Sie sind also nicht allein.

Ich sehe aber auch andere Ansätze. Diejenigen unter Ihnen, die wissen - oder zumindest spüren - dass das Trading eine Kunst und ein Handwerk zugleich ist, erwarten von Anfang an, dass sie in langwieriger Studie und immer wieder mit zahlreichen Praxisübungen lernen müssen.

Ständig dazulernen zu wollen, ist die richtige Einstellung. Diese Geisteshaltung führt über kurz oder lang zum Ziel.

Warum dauert die Bäcker-Lehre 3 Jahre? Warum dauert die Fliesenleger-Lehre ebenso lang? Warum dauert die Ausbildung zum Bankkaufmann genau diese Zeit? Weil man Stück für Stück von Meistern der Kunst das Handwerk lernen muss.

Natürlich gibt es Neulinge, die mit Talent und entsprechenden Genen es einfacher haben als andere. Ganz klar. Aber auch diese kommen nicht darum herum, von guten Lehrern und vielen eigenen Erfahrungen zu lernen.

Außerdem ist man am Ende der Lehrzeit noch lange nicht selbst Meister, sondern Geselle.

Auch das hat seinen guten Grund, denn man benötigt viel Übung und Praxis, Versuch und Irrtum, um wirklich sein Handwerk meistern zu lernen.

Wer sind diese Lehrer im Bereich Trading?

Es gibt keine Gesellen- oder Meisterprüfung, keine Handwerkskammer, keine Vorschriften. Jeder kann, zumindest mit seinem eigenen Geld und Kapital, zum Trader werden.

MetaTrader 4 und andere Handelsplattformen haben im Devisen- und CFD-Handel den Weg für kleinste Handelsgrößen geschaffen, so dass man sogar mit Pfennigbeträgen traden kann. Oder man kann auf Demo-Konten mit Spielgeld ausprobieren, was funktioniert und was nicht, und was einem selbst ins Gemüt passt und was nicht.

Daher steht einem nichts im Wege, eigene Fehler zu machen und daraus zu lernen. Das Internet ist voller Informationen, welche Trading-Ansätze es gibt und welche Marktmeinung man auf welche Art und Weise um profitabelsten umsetzen kann.

Mit Hilfe der genannten Demo-Konten können Sie testen, was die oft selbst-ernannten Marktauguren und Tradingmeister anpreisen. 

(Falls Sie einen Anstoß brauchen, bei welchem Broker Sie ein Demo-Konto eröffnen sollten, schauen Sie sich doch mal die Ergebnisse unseres MT4-Brokertests an.)

Wenn Sie dann einen gewissen Erfahrungsschatz gesammelt haben, können Sie auf die Suche nach weiteren Informationen gehen. Es gibt Trading-Coaches, Trading-Seminare in manigfacher Auswahl. Mit Hilfe Ihrer ersten Erfahrungen werden Sie auseinander halten können, was sie weiterbringt und was nicht. Weiter test-traden mit den neuen Informationen und so weiter und so fort.

Das gleiche gilt für den Einsatz von EAs. Zu Beginn werden Sie im Internet, insbesondere auf mql5.com (eine Plattform, die von den Machern der Tradingplattformen MetaTrader 4 und 5 betrieben wird, und die trotz des "MT5"-Namens auch auf MT4 eingeht und dafür relevant ist), aber auch auf anderen Webseiten, kostenfreie EAs finden, mithilfe derer Sie verschiedenste Strategien testen können.

Angefangen bei Standardstrategien bis hin zu komplizierteren Trading-Modellen, deren Systematik ggfls. nicht offengelegt werden, ist alles verfügbar - kostenfrei, aber auch kostenpflichtig.

Probieren Sie am Anfang diverse kostenfreie EA-Möglichkeiten auf Ihrem Demokonto aus. Damit entwickeln Sie auch gleichzeitig ein Gefühl dafür, ob automatisiertes Trading überhaupt etwas für Ihren Persönlichkeitstyp ist.

Das Demokonto ist komplett risikofrei! Eine herrliche Spielwiese zum Lernen.

Hier gibt es kein "richtig" und kein "falsch". Es gibt nur: Testen, testen, testen; üben, üben, üben; ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Dadurch erhalten Sie die wertvollsten Erkenntnisse - meiner Meinung nach viel wertvoller als alle Trading-Coaches der Welt zusammen Ihnen bieten können.

Sie sind Ihr eigener, bester Lehrer. Denn nur Sie selbst wissen am Ende, welche Trading-Strategie für Sie die am besten geeignete ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allerbeste Lern- und Tradingerfolge
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Warum Sie programmieren lernen sollten

Das Informationszeitalter hat Einzug gehalten.

Eine Flut von Daten und Informationen ist heutzutage verfügbar, wie es sie noch nie gegeben hat.

Wie sortieren Sie all diese Daten, um nützliche Informationen zu erhalten, um diese zu Wissen, Können und Weisheit umzuwandeln?

Das Zeitalter der Roboter macht es notwendig, Maschinen effektiv mitteilen zu können, was sie zu tun haben. Angefangen mit digitalen Anzeigen und digitaler Steuerung an Tankstellen und Zapfsäulen, über elektronische Steuerung des Zugverkehrs oder der Straßenführung, bis hin zum eigenen Computer zu Hause, zur Brot-Backmaschine in der Küche und Staubsaug-Roboter auf dem Fußboden – Daten werden erfasst, verarbeitet und zu höchst möglichem Nutzen verwandelt.

Die elektronische Vielfalt breitet sich in mehr und mehr Bereiche des Lebens aus. So wie vor 200 Jahren die Industrialisierung nicht aufzuhalten war, ist heute die Digitalisierung nicht mehr zu bremsen. Das ist eine Tatsache, der wir uns stellen müssen, ob wir sie mögen oder nicht.

Wie wir damit umgehen, können wir aber selbst beeinflussen. Wir können darüber schimpfen oder sie in den Himmel hoch loben, wir werden aber irgendwie darauf reagieren müssen.

Wollen wir nun entweder auf der Seite sein, die alles als gegeben akzeptiert, was andere damit produzieren? Oder wollen wir selbst ein Teil der Chancen beeinflussen, den das Informationszeitalter mit sich bringt?

Wie klein auch immer mein eigener Einfluss auf die Gesamtentwicklung sein mag, ich möchte lieber Mit-Gestalter als Nur-Verbraucher sein.

Auf welcher Seite wollen Sie stehen?

Mitgestalten kann ich aber nur, wenn ich mich in die digitale Welt hineindenke und entsprechende Fähigkeiten lerne.

Als Kind musste ich laufen lernen, danach Fahrrad fahren und dann ein Auto steuern. Für meinen Beruf (Bankkaufmann) lernte ich zunächst die Grundrechenarten, dann Multiplikation und Division, danach dann Algebra, Geometrie und Kurvendiskussion, und danach Finanzmathematik. Alles Schritt für Schritt.

Wenn ich ein konstruktiver Teil der Digitalisierung sein möchte, muss ich Programmieren lernen.

Programmieren bedeutet, einem Computer mitteilen zu können, was dieser für mich erledigen soll.

Auch hier gibt es für Einsteiger mehr oder weniger geeignete Mittel und Wege anzufangen.

Ich bin selbst Trader. Ich kannte mich also schon mit der Markt-Terminologie und vielen Fachbegriffen und Besonderheiten der Börsenwelt aus. Daher war der Einstieg ins Programmieren im Bereich Trading leichter als wie wenn ich einen Tempomat in der Autoelektronik oder ein Schachcomputer hätte programmieren sollen.

Dazu kommt, dass es eben im Tradingbereich eine Programmier-Sprache gibt, die es Programmier-Anfängern vergleichsweise einfach macht, bewährte Trading-Regeln in einen „Handels-Roboter“ umzuwandeln.

Diese Programmiersprache ist MQL4. Sie wird dazu verwendet, und nur dazu verwendet, auf der sehr weit verbreiteten Trading-Plattform MetaTrader 4 (MT4) Trading-Vorgänge zu automatisieren. 

Wenn ein Vorgang nur ein einziges Mal bei manuellem Abruf ausgeführt werden soll, nennt sich das im MT4 ein „Skript“. Soll der gleiche Vorgang bei jedem Kurstick durchlaufen werden, entsteht durch die Programmierung ein „Expert Advisor“, kurz „EA“ genannt. Mit „Indikatoren“ können Kursdaten mathematisch umgewandelt und in Signalgeber verwandelt werden.

Mit Hilfe von MQL4 kann jeder, also auch Sie, solche Programme für die Verwendung in MT4 schreiben. 

Sind Sie selbst Trader? Kennen Sie sich mit Bid und Ask sowie Buy und Sell und Stop- und Limit-Orders aus? Und wollen Sie sich den (Lern-) Herausforderungen unserer heutigen Zeit stellen und „up-to-date“ bleiben, sprich mit der Gesellschaftsentwicklung wachsen und entsprechend nützlich bleiben für Kunden, Arbeitgeber und vor allem sich selbst?

Dann liegt das Erlernen von MQL4 und schreiben erster, kleiner Programme für MT4 am nächsten. Der Einstieg ins Programmieren ist dann geschafft. Weitere Programmiersprachen zu lernen und andere Verwendungsmöglichkeiten für das Programmieren zu finden wird dann in der Zukunft viel leichter sein.

Ich habe dafür einen Workshop kreiert, der speziell Tradern dabei hilft, das Programmieren zu lernen. Auf dieser in der heutigen Zeit schon fast unverzichtbaren Fähigkeit können Sie dann weiter aufbauen. 

Neben dem erfolgreichen Einstieg ins Programmieren haben Sie weitere, offensichtliche Vorteile: Sie sparen sich potenziell viel Geld, das Sie ansonsten für käufliche EAs oder einen EA-Programmierservice aufwenden würden. Geld, das Sie dann lieber im Trading vermehren oder für Ihr liebstes Hobby einsetzen können.

Bill Gates sagt über das Programmieren:

"Lernen, Programme zu schreiben, dehnt Ihren Verstand aus und hilft Ihnen, besser zu denken, schafft eine Möglichkeit, über Dinge nachzudenken, was meiner Meinung nach in allen Bereichen des Lebens hilfreich ist."

Ich lade Sie dazu ein, sich hier über den MQL4-Intensivkurs - EA-programmieren lernen ausführlich zu informieren.

Herzliche Grüße
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA-Programmierer

2012 - wir haben selbst die Wahl

Anfang Januar 2012. Cristof fliegt über den Teich. Er hat Zeit, gründlich verschiedene Zeitungen zu lesen und nachzudenken. 1 und 1 zusammenzurechnen...

"Tauben" halten Einzug bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Nach Draghi als neuem Präsidenten kommt Praet als neuer Chefvolkswirt. Als "Tauben" werden in der Geldpolitik diejenigen Personen bezeichnet, die lieber einmal mehr die Gelddruck- und Zinssenkungsknöpfe drücken und eine größere Geldentwertung in Kauf zu nehmen, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. bei Politikern ist eine solche Entwicklung durchaus erwünscht - denn eine intakte Wirtschaft macht es leichter, wiedergewählt zu werden. Interessant, dass eine solche Entwicklung zeitgleich mit dem politischen Versuch der Rettung des Finanzsystems einhergeht.

Es wurde eine rekordverdächtige Bankenfinanzierung durch die EZB durchgeführt: Für drei Jahre erhielten Banken so viel Geld wie sie wollten - insgesamt wurden 489 Mrd. EUR ausgehändigt. 489 Milliarden! Als Sicherheiten wurden im übrigen auch Ramsch-Anleihen akzeptiert, um, wie es offiziell heißt, möglichst vielen Geldhäusern diese Refinanzierung zu ermöglichen. Das Geld wird von den Banken übrigens nicht dazu verwendet, um die Real-Wirtschaft zu finanzieren. Zumindest noch nicht. Es landet derzeit in Form von Einlagen wieder bei der Zentralbank. (Kein Wunder, dass der Euro schon seit Wochen auf Talfahrt ist gegenüber den meisten der anderen Welt-Haupt-Währungen). Eine Kreditklemme droht, was eine ausgeweitete Wirtschaftsflaute nach sich ziehen würde.

Einem Arbeitspapier der volkswirtschaftlichen Forscher Jardá, Schularick und Taylor zufolge ist das Auftreten einer Finanzkrise mit folgender, langwieriger Rezession umso wahrscheinlicher, je höher die Kreditintensität des vorangegangenen Aufschwungs war. Unnötig zu erwähnen, auf was der Boom der letzten Jahre gebaut war. Die gute Nachricht der Forscher dabei ist, dass es durch die notwendige Entschuldung voraussichtlich nicht zu einer hohen Inflation kommen wird - für eine ähnlich lange Zeit.

Wenn nun "Tauben" am Werk sind, kann es nochmal zu einem - auf Kreditsummen phantastischen Ausmaßes aufgebauten - Aufschwung kommen. Irgendwann ist aber Schluss (denn Kredit setzt Vertrauen in die Schuldner voraus) und es gibt eine lange wirtschaftliche Flaute - und von hoher Inflation wird weit und breit keine Spur sein. Das Japan der letzten beiden Jahrzehnte lässt grüßen.

Äußerst bemerkenswert finde ich, dass all diese Entwicklungen mit dem viel beachteten Jahr 2012 zusammentreffen. Meines Erachtens beginnt dieser Tage, Wochen und Monate in der Tat eine neue Ära. Ich treffe auf immer mehr Menschen, die über die Welt und das eigene Leben reflektieren. Aber keine Angst, die Welt wird nicht zu Ende gehen - auch wenn Roland Emmerich dies so portraitiert hat. Die Kraft des Lebens an sich überdauert alles. Selbst im Kalender der Maya würde ein neuer Zyklus an den dieses Jahr endenden angehängt werden, wenn es das hoch entwickelte Volke heute noch geben würde.

An vielen Indizien merken wir, dass sich etwas in der Menschheit verändern muss. Wir merken es an den Fehlbarkeiten von hochrangigen Unternehmens- und Volksvertretern - die ein Abbild der Gesellschaft und damit auch der (meisten) einzelnen Personen in der Bevölkerung sind. Was wir mit der anstehenden Veränderung anstellen, liegt bei uns allen selbst. Wir können schwarz malen und mit dem Finger zeigen, oder wir können mit positiven Grundgedanken an uns selbst arbeiten. Uns daran erinnern, dass wir eigentlich schon alles haben, was wir für ein glückliches Leben benötigen. Akzeptieren, dass andere anders agieren und dennoch Menschen wie wir sind. Großzügig teilen. Eine bestimmte Art des Daseins uns aneignen. Als Vorbild agieren.

Die Norweger bieten zum Beispiel ein tolles Vorbild. Den meisten Politikern dieser Welt wird vorgeworfen, dass sie niemals sparen können. In Norwegen dagegen wird Maß gehalten, obwohl kein Zwang dazu besteht. Die Öl- und Gasverkäufe der Skandinavier spült eine Menge Geld in den Staatsfonds. Trotzdem begrenzen sie konsequent die Geldflüsse aus dem Fonds in den Staatshaushalt. Nicht einmal im eigenen Land wird das Geld haupsächlich angelegt - denn man will eine Überhitzung der eigenen Wirtschaft vermeiden. Das ist weitsichtig gedacht.

Geben wir also die Hoffnung nicht auf, dass die anstehenden Veränderungen Gutes mit sich bringen. Es liegt an uns. An jedem einzelnen von uns. Denn auf was wir unseren Fokus setzen, das wird sich laut dem Gesetz der Anziehung am Ende vermehren.

Bicycling for a Cause

Geld ist Währung. Es erhält und behält seinen Wert dadurch, dass es fließt und in Waren oder Dienstleistungen eingetauscht wird. Geld ist also Energie. Sei es Euro-Geld, Dollar-Geld oder Gold-Geld. Im Devisenhandel werden täglich Billionen solcher Gelder einer Währung in Gelder anderer Währungen umgetauscht.

Geld braucht einen Grund zum Existieren, der über das bloße Dasein hinaus geht. Auf Konten oder unter dem Kopfkissen wird es zwar - abgesehen vom inflationsbedingten Verlust von Kaufkraft - nicht schlecht, aber über ein gewisses Niveau hinaus, das ein Sicherheitsgefühl für seinen Besitzer bietet, bietet es niemandem einen echten Wert. Nur wenn es fließt, schafft es Energie.

Selbst Bill Gates und Warren Buffet haben die über ihr eigenes Sicherheitsgefühl hinausgehende Gelder wohltätigen Zwecken zugeführt und Stiftungen. Zugegeben, ihre Vermögen übersteigen vermutlich die unsrigen. Die Idee dahinter steht aber klar und deutlich: es wird immer genügend für uns alle da sein. Ich habe dieses Grundvertrauen. Wieviel Sicherheitsgefühl brauchen Sie?

In meinem letzten "Bild der Welt" im Juni 2011 sprach ich vom Gedankenspiel "Green FX". Im Rahmen des heutigen Bilds der Welt stelle ich heute ein Projekt abseits des Devisenmarkts und -handels, des Währungsmanagements und des FX-Indikators vor. In gewisser Weise begründet es meinen ersten Schritt in Richtung "Green FX". Wir haben die Aktion "Bicycling for a Cause" getauft.

Am 13. September 2011 machen sich zwei leidenschaftliche Radfahrer und Naturliebhaber (mein Radfahr-Freund Phillip und ich selbst, unterstützt im Begleitfahrzeug von meiner lieben Frau Sophia) auf den Weg, die gesamten 750 km der die südliche Appalachen durchziehenden Höhenstraße "Blue Ridge Parkway" vom einen bis zum anderen Ende entlang zu radeln. Sie wollen neben dem persönlichen Genuss  ("yes, we feel alive!") der herrlichen Strecke Aufmerksamkeit für die Schönheit unserer Erde erregen. Gleichzeitig sammeln Sie Meile für Meile Spendengelder für das Kinderheim Eliada, das sich in nächster Nähe des Parkways in Asheville, North Carolina, befindet.

Spender sind herzlich willkommen: z.B. 10 Cent pro Kilometer und Fahrer würden eine Spende von 150 Euro bedeuten. Das Kinderheim ist dankbar für kleine und große Beiträge, denn es hat ständigen Bedarf an Essen und Kleidung für die betreuten Kinder, Futter und Medikamente für die Tiere (Pferde, Lama, Esel...) der zu therapeutischen Zwecken angeschlossenen Farm und anderen Anschaffungen, die den Kindern langfristig helfen, ihr Leben zu meistern. Aktuell steht unser Spendenbarometer bei 20 US-Cent pro km, also 300 Dollar. Haben Sie Lust, zur Erhöhung beizutragen?

Alternativ können Sie auch als Sponsor auftreten, um uns Radlern beim Helfen zu helfen. Denn die Radtour geht über zehn Tage Radfahren hinaus; sie geht über die kraftraubenden Anstiege und berauschenden Abfahrten hinaus; sie geht über die atemberaubenden Anblicke der in diversen Blautönen geschichteten Blue Ridge Mountains hinaus; es geht darum, die Schönheit von Mutter Natur zu präsentieren; es geht darum, diese zu ehren und zu pflegen, um sie uns und unseren Kindern zu erhalten und eine lebenswerte Existenz für alle Menschen zu ermöglichen. Wenn Sie das unterstützenswert finden, freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme. Beispielsweise benötigen wir Gelder für Fahrradteile, Benzin fürs Begleitfahrzeug, Übernachtungen, Verpflegung etc. und Hilfe bei der Verbreitung unserer Hilfsaktion in der Öffentlichkeit.

Ob Sie direkt spenden oder helfen oder nicht - bei Interesse freuen wir uns über regelmäßige Besuche Ihrerseits auf unserem Projekt-Blog. Oder werden Sie Fan unserer Facebook-Seite! Hier werden wir im Vorfeld regelmäßige Projekt-Aktualisierungen und während unserer Reise tägliche Erlebnisberichte veröffentlichen. Schauen Sie vorbei.

Viele Grüße und genießen Sie den Sommer in der Natur
Ihr Cristof Ensslin 

Eliada Kinderheim unterstützen:

Die Radfahrer Bicycling for a Cause unterstützen:

"Green FX" - der Beginn eines Gedankens

Seit langer Zeit wird diskutiert, ob Investoren und Spekulanten einen volkswirtschaftlichen Nutzen stiften. Die eine Seite sagt Ja, denn größere Liquidität senke die Schwankungsanfälligkeit, ermögliche eine schnellere Preisfindung und gleiche damit Fehlbewertungen rascher aus. Damit sinken explizite wie implizite Transaktionskosten für die Realwirtschaft. Die Gegenargumente dazu sind, dass die Spekulation die Schwankungsanfälligkeit vergrößere, da Spekulanten sich nach dem Motto "The Trend Is Your Friend" oftmals opportunistisch verhalten. Ausschläge und Fehlbewertungen würden sich vergrößern und zeitlich verlängern.

Dieser Artikel zielt nicht auf eine umfängliche und ausführliche Diskussion der beiden Standpunkte ab. Wahrscheinlich haben beide Seiten recht. Yin und Yang gehören zusammen. Das Gute und Böse steckt in uns allen gleichzeitig. Es kommt zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Situationen zum Vorschein.

Mit meinem jüngsten Projekt FX-Indikator nutzen wir die Werkzeuge der erfolgreich agierenden Devisenhändler, um für Unternehmen des realwirtschaftlichen Mittelstands bessere Wechselkurse zu ermöglichen. Damit hoffen wir, einen Beitrag zu mehr Marktgerechtigkeit zu leisten.

Danke, Mutter Erde. Dafür, dass Du mir die Grundlage für mein Leben lieferst. Danke für einen idealen Abstand zur Sonne. Danke für den wunderbaren Sauerstoff-Gehalt in der Luft nahe der Erdoberfläche. Danke für die Fülle an reinem Wasser und nahrhaften sowie schmackhaften Gewächsen und Geschöpfen.

Es ist Zeit für mich zurückzugeben. Immerhin verdanke ich Dir schon 33 abwechslungsreiche Sommer und Winter. Dabei ist mir der Gedanke zu "Green FX" gekommen.

Was heißt Green FX? Nun, das weiß ich selbst noch nicht vollumfänglich. Stück für Stück entwickle ich meine Gedanken dazu. Falls Ihnen dazu etwas einfällt, freue ich mich darauf, es zu erfahren - sei es per Kommentar oder einer E-Mail als Reaktion auf diesen Artikel. Bisher passen folgende Ideen zu Green FX:

  • Gewinne aus meinem eigenen Devisenhandel werden ganz oder teilweise an „grüne“ Zwecke gegeben; entweder an einschlägige Stiftungen und wohltätige Projekte – oder als Investment in grüne Energien und dergleichen.
  • Unternehmen mit negativer CO2-Bilanz können den Devisenmarkt nutzen, um das gleiche zu tun; sei es wenn ein Plankurs geschlagen wird und damit extra Profite entstehen – oder sei es dass ein Deviseneigenhandel für Gewinne sorgt, die wie oben verwendet werden können.
  • „Grüne“ Organisationen können den Devisenhandel nutzen, um entstehende Gewinne im Eigenhandel für weitere grüne Zwecke einzusetzen.
  • Für mich und mindful FX kann Green FX bedeuten, dass ich mich bei meinen Beratungsleistungen auf "grüne Unternehmungen" fokussiere - bzw. dabei helfe, solche, die es noch nicht sind dazu zu werden. Mindestens seitens des Währungsmanagements. Wir könnten zudem ein Zertifikat ausstellen, dass grünen oder nachhaltigen Umgang mit Devisenrisiken bestätigt (Gäbe es dafür Nachfrage? Was für ein Unternehmen oder eine Organisation könnte sich durch die Nutzung der Ideen von Mitbewerbern positiv absetzen?).
  • Sich "grün" verhaltenden Menschen oder Unternehmen könnten wir unsere Dienstleistungen preisgünstiger anbieten.

Ich bin gespannt, wie sich dieses Gedankengebilde weiter entwickelt. Der Ansatz passt sicher in den Zeitgeist. Daher würde ich mich freuen, Ihre Reaktionen dazu zu erhalten. Vielen Dank.

Alles Gute, Cristof Ensslin

HICP - der EZB's vier Buchstaben

Welch bewegte Wochen liegen am Devisenmarkt hinter uns:

  • Yen-Interventionen als Reaktion auf die Natur- und Nuklearkatastrophe in Japan
  • Zinserhöhung der EZB zur Bekämpfung der erhöhten Teuerungsrate (erste Zinsbewegung seit fast zwei Jahren)
  • Euro-Aufwertung gegen US-Dollar trotz verstärkter Umschuldungs-Diskussionen um Griechenland
  • Euro-Aufwertung gegen US-Dollar trotz Portugals Hilfegesuch durch den EU-Rettungsschirm
  • Kontinuierliche Dollar-Abwertung gegenüber allen Hauptwährungen (EUR, GBP, CHF, AUD, CAD und zuletzt auch wieder JPY)
  • Kontinuierliche Dollar-Abwertung gegenüber Hartwährungen (Gold, Silber, Öl etc.)
  • Chinas erneute Rekordstände in ihren Devisenreserven
  • Senkung des Ausblicks der US-Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur S&P
  • Devisenkrise in Weißrussland

Was bedeutet das alles für den Euro bzw. dessen Wechselkurs zum Dollar? Hier einige weiter führende Gedanken:

  • Euroland hat sich vorerst als stabilerer Währungsraum im Vergleich zum US-Dollar etabliert.
  • Seit Januar 2010 wurde die Berechnungsmethode für den HICP (harmonisierter Verbraucherpreis-Index) verändert. Saisonale Produkte im Warenkorb sollen damit geglättet werden. Der Effekt ist, dass die offiziell ausgewiesene Preissteigerungsrate des Euroraums nun 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte niedriger liegt als ohne die Asjustierung. Jedes bisschen zählt im Kampf gegen die Inflation, auch wenn dieses bisschen keinerlei Auswirkung auf die echten Preise hat, die wir alle im Laden bezahlen.
  • Der Effekt dieser Anpassung liegt teilweise sogar im Bereich eines vollen Prozentpunktes, wenn z.B. auf eine einzelne Länderstatistik wie die von Griechenland geblickt wird. Italien und Portugal liegen etwa bei einem halben Prozentpunkt.
  • Der HICP wird von Eurostat - dem statistischen Amt der EU - berechnet. Eurostat ist im Gegensatz zur EZB nicht unabhängig von der Politik.
  • Statistische Spielereien hin oder her: der Anstieg der Produzentenpreise liegt nach 5,9% im Januar nun bei 6,6% im Februar. Das ist der höchste Stand seit September 2008, dem Monat des Lehman-Brothers-Zusammenbruchs und quasi Beginn der Rezession. Unternehmen geben Kostensteigerungen ihrerseits mit ein wenig Zeitverzug an Endverbraucher weiter, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Entwicklung der Produzentenpreise kann also als Vorläufer der Verbraucherpreise betrachtet werden. Das heißt, auch der Euro verliert an Kaufkraft, ob statistisch gemessen oder nicht.
  • Die EZB wird weiter eine Gradwanderung zwischen ihrer originären Aufgabe (Preisstabilität) und politischen Wünschen (Staats-Schuldenfinanzierung durch Kaufkraftverlust) fahren. Zinsanhebungen sind dabei erstes Mittel der EZB.
  • Immerhin schaut die EZB auf die gesamte Preissteigerungsrate. Die US-amerikanische Zentralbank Fed legt ihren Augenmerk auf die so genannte Kernrate. Was ist das? Die Kernrate ist der wenig schwankende Teil des Warenkorbs, dessen Preissteigerung gemessen wird. Lebensmittel- und Energiepreise sind außen vor, da sie stärkeren saisonalen und Rohstoff-Weltmarktpreis-Schwankungen ausgesetzt sind. Genau die sind es jedoch, die ich hauptsächlich im Geldbeutel spüre. Geht es Ihnen ähnlich, ja oder nein?

Mein Fazit für das Währungspaar EUR-USD: In Europa wird derzeit also eine "ehrlichere" Geldpolitik betrieben. Solange diese Konstellation anhält und vor allem solange der Devisenmarkt weiterhin diese Konstellation erwartet, wird der Euro in US-Dollar ausgedrückt gut unterstützt bleiben oder sogar weiter steigen.

Was ist Ihre Meinung? Wenn Sie mehr aus Ihrer Meinung machen wollen, sprechen Sie mich an. Ich teile gerne meine langjährige Expertise in der Entwicklung und Durchführung von Währungsstrategien mit Ihnen.

Erfolg bedeutet etwas anderes für jeden einzelnen

Jeder folge seiner eigenen Definition von Erfolg. Das wünscht Gründer und Geschäftsführer der auf Währungsmanagement in Unternehmen spezialisierten Unternehmensberatung mindful FX, Cristof Ensslin, Absolvent 2004 des European Business Programmes Portsmouth/Münster, den ehemaligen, aktuellen und zukünftigen EBP-Studierenden zum 30-jährigen Jubiläum des Studiengangs.

Let's Make Money

Letztes Wochenende bin ich auf YouTube wieder auf einen Film aufmerksam geworden, den ich im Herbst 2008 kurze Zeit nach seiner Veröffentlichung in einem Kölner Kino schon einmal gesehen hatte. Damals brodelte die Finanzkrise auf großer Flamme. In meiner Rolle als Devisenberater im Firmenkundengeschäft einer deuschen Großbank stand ich vor einer Sinnkrise. Dieser Film kam gerade zum richtigen Zeitpunkt, um mir bei meiner eigenen Reflektion zu helfen und interessante und schockierende Zusammenhänge mit der Finanzbrache im Mittelpunkt vor Augen zu führen.

Der Film heißt Let's Make Money. Er spricht für sich. Und jeder, der ihn vollständig und aufmerksam ansieht, wird seine eigene Meinung dazu bilden. Ich persönlich denke, er ist ein Weckruf, unser Finanz- und Wirtschaftssystem auf globaler Ebene gründlich zu überdenken. Im Folgenden hat mich die Lektüre des im Film erwähnten John Perkins, Autor des Thriller-Dokumentations-Buchs Bekenntnisse eines Economic Hit Man, sehr beeindruckt.

Let's Make Money gibt es auch als DVD. Auch wenn der Film derzeit auf YouTube in zehn Teilen sichtbar ist, die qualitativ hochwertige DVD-Version lohnt sich. Hier der offizielle Trailer des Films:

Ende letzten Jahres hat der ehemalige Manchester United Star und französiche Fußball Nationalspieler Eric Cantona eine Möglichkeit ins Spiel gebracht, was jeder einzelne tun kann, um Politiker und Banken zum Umdenken anzuregen. Er hatte vorgeschlagen, dass alle gleichzeitig am 7. Dezember 2010 die Geldautomaten der Banken nutzen, um ihr Geld abziehen. Das war ein Aufruf zu einem Bankrun.

Nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 war dies Gerüchten nach schon fast so weit. Das öffentliche Vertrauen in die Banken war auf dem Tiefstpunkt angelangt, die Bargeldbestände der Bankschalter und -automaten sollen auf ein kritisches Niveau gefallen gewesen sein. Die Europäische Zentralbank EZB hatte die Lage durch großzügige Geldlieferungen schnell wieder stabilisiert.

Wussten Sie, warum Islands Finanzsystem und Währung in Folge der Lehman-Pleite zusammenbrachen? Nicht eine Einlagensicherungs-Einrichtung, nicht die Regierung, sondern die Zentralbank selbst hatte die Gelder der Gläubiger versichert. Nicht nur die Einlagen in eigener, theoretisch unendlich druckbarer Isländischen Krone (ISK) waren dabei versichert, sondern ebenso Fremdwährungsanlagen wie Euro oder US-Dollar - die im Notfall schwer zu beschaffen sind, insbesondere wenn der Kurs der landeseigenen (und druckbaren) ISK verfällt. Folge: verstaatlichte Banken, Quasi-Staatsbankrott, Inflation, überschuldete Privathaushalte, Kapitalkontrollen, den laut derStandard.at ersten surrealistischen Bürgermeisters Europas (dazu auch ein unterhaltsam-informativer Artikel der Süddeutschen). Das Notfallpaket der internationalen Politikgemeinschaft verhinderte den wirklichen Staatsbankrott sowie eine Währungsreform und ermöglichte zwischenzeitlich eine teilweise Rückzahlung der Sparergelder und die Erholung der Wirtschaft.

Eines ist mir deutlich geworden. Die Exzesse in der Finanzwelt haben viel Unruhe und Ungerechtigkeit in die Welt gebracht. Sie haben aber auch viel Gutes ermöglicht. Das auf einem Schulden-Kartenhaus basierende Finanzsystem brachte großartige technologische Entwicklungen wie Öko-Energie, weltweite Kommunikationsmöglichkeiten, höhere Gesundheitsstandards und andere bahnbrechende Innovationen. Da das Spiel mit den Schulden und persönlicher Bereicherung einiger weniger, die die Regeln machen, nicht unendlich weitergehen kann, ist es jetzt an der Zeit umzudenken. Katastrophen wie die Tsunami in Thailand, Ölpest im Golf von Mexiko und der aktuellen Situation in Japan mit Erdbeben, Tsunami und Atomunfall machen überdies deutlich, dass unser schöner Planet die Exzesse der Menschen nicht mehr verträgt. So tragisch diese Unglücke für die individuellen Schicksale sind, zeigen sie auch positive Seiten. Mehr und mehr Weltbürger besinnen sich wieder auf nachhaltige Werte, die Menschheit rückt weltumspannend näher zusammen.

Möglichkeiten, die jeder einzelne von uns zum fairen, globalen Miteinander beitragen können, sind:

  • Nachweislich fair gehandelte Lebensmittel und Waren kaufen
  • Bei der Bankwahl und Geldanlage gezielt und bewusst vorgehen und mehr hinterfragen (als gäbe es keine Einlagensicherung)
  • Ggf. Gelder aus Steueroasen abziehen
  • Sich der Immigration von Menschen aus ärmeren Ländern geistig öffnen
  • Natürliche Ressourcen schonen
  • Bei demokratischen Wahlen für Parteien stimmen, die Subventionsabbau befürworten
  • Bei demokratischen Wahlen für Persönlichkeiten stimmen, die Argumenten der Lobbies widerstehen
  • Eigene berufliche bzw. geschäftliche Aktivitäten auf deren Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeit überprüfen und ggf. Konsequenzen ziehen

Bei all Ihren Unternehmungen viel Erfolg wünscht Ihnen
Ihr Cristof Ensslin 

Ab in den Süden - dank griechischer Drachme

In den beiden vergangenen Wochen konnte ich meinem Geschäftspartner Maik Schober auf unseren gemeinsamen Workshops Die große Währungsrisiko-Chance seinen spannden Ausführungen wiederholt zuhören. Er sprach über natürliches Wachstum, das auf Arbeitskraft, Ressourcenverwertung und Bevölkerungswachstum aufbaut. Er sprach auch von künstlichem Wachstum, das von Verschuldung genährt ist. Meine eigene Meinung ist, dass Letzteres, in vernünftigen Maßen, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte gut gehen könnte, wenn wir das Wissen voriger Generationen nicht vergessen würden. Daher wiederholt sich die Geschichte auch immer wieder, jeweils in leicht abgewandelter Form. So hat es berühmte Blasenbildungen schon in der frühen Neuzeit gegeben, als Tulpenzwiebeln in Holland in den 1630er Jahren kurzzeitig soviel Wert waren wie eine Eigentumswohnung.

Eine solche Blase hat sich zwischenzeitlich bei Staatsschulden gebildet, in Form von überbewerteten Staatsanleihen. In Ländern wie Japan, USA und auch Deutschland hat der Staat seine Fähigkeit, Steuern einzutreiben, im Griff. Daher ist das Vertrauen in die Regierungen dieser Länder so groß, dass der Zins, der für diese Schulden zu berappen ist, relativ niedrig ist. Er ist über die letzten beiden Jahrzehnte systematisch in Richtung null gefallen. Seit Maik Schobers Vortrag weiß ich auch, dass das Verhältnis von Schuldendienst zu Staatseinnahmen immer weiter gefallen ist. Somit ist alles in Ordnung, die Blase bei Staatsanleihen dieser Länder ist also noch lange nicht am Platzen.

Seit 2009 steigen die Zinsaufschläge, die andere Euro-Länder wie Griechenland, Irland, Portugal und zuletzt auch Spanien und Italien im Vergleich zu Deutschland auf neu herausgegebene Staatsanleihen zu bezahlen haben, dramatisch an. Die Blase der Staatsschulden dieser Länder ist somit geplatzt bzw. derzeit am Platzen. Das ist die Quittung für großzügige Regierungen, die unterm Strich mehr ausgaben als sie einnehmen konnten. Nicht zuletzt ist das auch die Quittung für den festen Wechselkurs zwischen diesen Staaten und Deutschland, den die Einführung des Euros mit sich brachte und von dem Deutschland als unangefochtener Export-Meister innerhalb Europas unglaublich profitierte.

Der Zinssatz zur Refinanzierung der Staatsschulden verschiedener Euro-Länder ist also deutlich in die Höhe geschnellt. Rigorose Sparprogramme hin oder her, bei 150% Staatsverschuldung im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt – wie im Falle Griechenlands – sind stark steigende Zinsen eine Katastrophe. Die logische Folge müsste über kurz oder lang der Staatsbankrott sein. Wie sähen die Konsequenzen aus, wenn z.B. Griechenland seine Schulden nicht mehr bedienen kann?

Szenario 1: Griechenland steigt aus dem Euro aus, führt die Drachme wieder ein, Anleihen werden in dieser redenominiert, sie wertet kräftig ab, die Schulden werden in entwerteter Währung zurückbezahlt, der Staatshaushalt somit saniert, ausländische Gläubiger erleiden heftige Verluste, inländische verlieren lediglich Kaufkraft für Importe, inländische Produkte müssten preislich günstiger werden, die Exportwirtschaft – allen voran der Tourismus – würde profitieren, ein Ende mit Schrecken statt Schrecken ohne Ende, der Euro würde im Außenwert tendenziell wertvoller.

Szenario 2: Griechenland bleibt im Euro, erklärt Staatsbankrott, Laufzeiten von Anleihen werden verlängert, Nominalbeträge und -Zinssätze der Schulden werden gekürzt oder im für die Gläubiger schlimmsten Fall komlett gestrichen. Griechenland entledigt sich somit auf Kosten der Anleihebesitzer (derzeit zu einem großen Teil deutsche und französische Banken) mindestens zu einem Teil seiner Schulden, kann wieder frei atmen und von vorne anfangen. Das strukturelle Leistungsbilanzdefizit ist durch den weiter starren Wechselkurs mit Haupthandelspartner Euroland nicht gelöst, über kurz oder lang müsste es wieder zur gleichen oder einer ähnlichen Situation kommen, Schrecken ohne Ende statt ein Ende mit Schrecken, es sei denn, ein beträchtlicher Teil der griechischen Bevölkerung migriert in Länder mit Leistungsbilanzüberschüssen, wie z.B. Deutschland, was den Importdruck durch den Euro mindern würde.

Szenario 3: Griechenland bleibt im Euro, die EU oder ein Euroland-Rettungsschirm hilft dem Mittelmeer-Staat aus der Schuldenmisere, ob als direkten Kredit oder als Übernahme der Schulden und darauf folgender Restrukturierung zu Gunsten des griechischen Schuldners, Deutschland bezahlt dafür zwar seinen Teil (alle Bürger über Steuern – Verluste werden sozialisiert), profitiert als Export-Europameister weiterhin vom innerhalb der Eurozone künstlich unterbewerteten "Deutschmark"-Teil des Euros (Gewinne werden privatisiert), weiter wie in Szenario 2 ab „Das strukturelle Leistungsbilanzdefizit“.

Die politischen Entwicklungen mit Rettungsschirm etc. tendieren Richtung Szenario 3. Da eine große Völkerwanderung migrationspolitisch eher unwahrscheinlich ist, stünden wir in einigen Jahren oder wenigen Jahrzehnten wieder vor dem gleichen Schuldenberg. Unter diesem Szenario könnte man ironischerweise bis es wieder soweit gekommen ist sogar von den aktuell hohen Renditen griechischer Anleihen profitieren. Derzeit ist das (lobby-) politisch vielleicht sogar gewollt, zumindest solange deutsche und französische Großbanken Großgläubiger der Griechen sind – wer will schon das Risiko einer weiteren Finanzkrise politisch verantworten müssen.

Szenario 1 dagegen wäre meines Erachtens die fairste und am schnellsten umsetzbare Variante. Wer Risiken eingeht, sollte sich schlechter Szenarien bewusst sein und dafür vorsorgen. Dann kann er auch einhergehende Verluste verkraften und fährt langfristig dennoch gut damit. Was kurzfristig Schmerzen verursacht, kann langfristig dennoch die bessere Lösung sein. Für den Außenwert des Euros, sprich den Wechselkurs gegenüber anderen Währungen, müsste sich ein solches Szenario positiv auswirken. Nicht zuletzt die Wirkung der klaren Lösung würde das Vertrauen in die Währung stärken. Unser sonnig entspannender und kulturell anregender Griechenland-Urlaub würde wieder deutlich günstiger werden! Die anderen Szenarien sehe ich im Gegenzug isoliert betrachtet als eher belastend für den Euro.

Für Irland und Portugal, eventuell auch Spanien und Italien gelten im Übrigen ähnliche Szenarien. Auch ihnen fehlt der Wechselkursmechanismus, um verschiedene wirtschaftliche Entwicklungen innerhalb der Eurozone kurz- und mittelfristig ausgleichen zu können.

Herzliche Grüße und profitable Geschäfte bei all Ihren Unternehmungen wünscht

Ihr Cristof Ensslin

Die 3 Schlüsselfaktoren zum Erfolg mit Euro, Dollar und Co.

In den letzten Monaten ist die Anzahl der Leser von Cristofs Bild der Welt deutlich gestiegen. Auch auf meiner Website erhalte ich soviel Klicks wie noch nie. Ich bin begeistert, herzlichen Dank für Ihr Vertrauen!

Mit dieser Ausgabe von Cristofs Bild der Welt starte ich ein kostenloses E-Mail-Training: Die 3 Schlüsselfaktoren für Unternehmer zum Erfolg mit Euro, Dollar und Co.

http://www.SichereDevisen.de

Wieso, weshalb, warum?

Dazu erzähle ich am besten drei kleine Geschichten.

Eigene Geschäfte

Als ich 9 Jahre alt war, im Jahr 1987, kaufte ich dank des Einsatzes meiner Eltern sowie eines elterlichen Freunds und eines sehr geduldigen Bankberaters zum ersten Mal eine Aktie. Es war eine Thyssen-Aktie. Innerhalb weniger Jahre hatte sie sich verdreifacht! Was für ein Einstand in die Finanzwelt. So fühlte ich mich zu Beginn dieses Jahrtausends unbesiegbar. Denn so gut wie alles, was ich kaufte, brachte Gewinn. Dann platzte die Internetblase und ich verlor mehr Geld als ich je zuvor gewonnen hatte. Das war schmerzhaft. Doch im Nachhinein ist es das beste, was mir passieren konnte. Denn ein Misserfolg ist die beste Gelegenheit, wichtige Lehren zu ziehen, wieder aufzustehen und von Neuem zu beginnen.

Beim Daimler

Zum allerersten Mal kam ich im Jahr 2001 mit Devisen in Berührung. Ich hatte das Glück, ein Sommerpraktikum bei DaimlerChryslers Konzern-Treasury (wörtlich übersetzt heißt das Schatzmeisterei) in der Devisenstrategie-Abteilung machen zu können. Die Wochen dort gehören zu den spannendsten meiner Erfahrungen und brachten mich dazu, als erneuter Praktikant, Diplomand und Berufseinsteiger anzuheuern. Alle Stufen des Risikomanagement-Prozesses wurden dort abgedeckt. Begonnen mit Zieldefinition und Risikoanalyse, über Erarbeitung und Festlegung der Strategie, bis hin zur Umsetzung durch die hauseigenen Devisenhändler und Nachbereitung durch Kontrollorgane. Heute bin ich davon überzeugt, dass von dieser Herangehensweise jeder, auch die kleinsten Unternehmen, etwas lernen können.

Meine Kunden

Während der letzten sechs Jahre sah ich als Devisenberater in Banken sowie in meiner Selbständigkeit, dass Entscheider in kleinen und mittleren Unternehmen immer wieder in die gleichen Fallen am Währungsmarkt treten. Das ist ihnen gar nicht zu verübeln, denn diese Fehler sind ganz menschlich. Ich habe sie selbst in aller Ausführlichkeit durchlebt. Im Jahr 2010 habe ich beobachtet, wie ein als Reiseveranstalter tätiger Einzelunternehmer dem im Jahresverlauf immer schwächer werdenden Euro und immer teurer werdenden Südafrikanischen Rand tatenlos zusah – in der Hoffnung, der Kurs würde sich wieder erholen. Er konnte nicht mehr die geplanten Erträge erzielen. Seine Liquidität wurde immer knapper. Die Sorgen nahmen zu. Er musste sogar seine lange herbeigesehnte Entlastung, eine kompetente Teilzeitkraft, wieder entlassen. Erst unsere neuerliche Zusammenarbeit sowie weitere Maßnahmen brachten wieder Luft zum Atmen. Das Überleben ist gesichert. Er kann nun auch in Zukunft vielen Menschen ein wunderbares Urlauberlebnis ermöglichen.

Speziell für kleine Unternehmen habe ich aus all meinen Erfahrungen und Erfolgen 3 Schlüsselfaktoren zum sicheren Umgang mit Devisen abgeleitet. Ich habe sie zu einem dreiteiligen E-Mail-Training geformt, das ich Ihnen jetzt absolut kostenfrei zur Verfügung stelle. Denn ich bin davon überzeugt, dass diese Erkenntnisse jedem helfen können – ob beim Devisenhandel im Unternehmenskontext oder in sonstigen Bereichen des Lebens.

http://www.SichereDevisen.de

Diese 3 Schlüsselfaktoren haben meinen Umgang mit Entscheidungen deutlich verändert – ob es sich um Fremdwährungs-Cashflows, andere finanzielle Anliegen oder gar weitere Unternehmensbereiche handelt. In diesem komplett kostenfreien und bequem von Ihrem E-Mail-Postfach aus durchführbaren Training zeige ich Ihnen,

  • warum Sie sich mit dem Devisenmarkt auseinandersetzen müssen

  • in welche Fallen des Devisenmarkts die meisten Unternehmensenstscheider wiederholt treten

  • welche Zielsetzungen Sie auf den richtigen "Devisen-Pfad" bringen

  • wie Sie diese Ihre Ziele in eine sinn- und wirkungsvolle Strategie umwandeln

  • was kleine Unternehmen von den Profis am Devisenmarkt lernen können

  • das Geheimnis, wie eine Strategie vom Papiertiger zum Erfolgsfaktor wird

Viel Spaß und Erfolg damit!

Gutes Gelingen bei all Ihren Unternehmungen wünscht Ihnen

Ihr Cristof Ensslin