Trader-Stratege benötigt im automatisierten Handel

Seit meiner letzten Meldung sind ganze vier Wochen vergangen. Workshop-Woche (MQL4-Intensivkurs - EA-programmieren lernen), ein paar Tage am Buch weiter schreiben und eine darauf folgende Auftragsflut sei dank.

Das Martingale-EA-Trading Projekt lief weiter. Klar, es läuft ja voll automatisiert mit unserem MT4-EA mFX-MartingaleKlassisch auf einem VPS. Was ist zwischenzeitlich geschehen? So einiges, lassen Sie mich berichten:

  1. Die schlechte Nachricht zuerst. Im Sell-Konto des Maschine-Setups, in dem wir stur und strikt EURUSD mit 100 Pips Nachkauf- und Take-Profit-Abstand handeln, gab es ein Reißleinen-Event. Statt eine sechste Sell-Position aufzubauen haben wir ja einen Sicherheitsmechanismus eingebaut, der uns vor ungezügelten Verlusten schützen soll. Dieser wurde getriggert. Vom Kursverlauf her "schade", denn wenig später folgte die Kursbewegung nach unten, auf die wir bis dahin vergeblich gewartet hatten. Aus Risiko-Gesichtspunkten bereue ich die Einstellung des EA's allerdings nicht. Denn im Nachhinein ist man immer schlauer - und wer weiß wie der Kurs noch weiter verlaufen wäre in einer anderen Konstellation.
  2. Das Maschine-Buy-Konto hat weiter schöne Gewinne eingesammelt und somit einen kleinen Teil der Sell-Verluste abgefedert. In der Gesamtbetrachtung von Buy und Sell zusammen sieht dann alles mit aktuell -9,06% Performance seit Juni 2017 nicht ganz so wild aus. Ein meines Erachtens vertretbarer Drawdown, den wir in den kommenden Monaten hoffentlich wieder aufholen können.
  3. Auf dem Mensch-Konto handelt zwar der mFX-MartingaleKlassisch EA ohne Eingriffe vollautomatisch. Seine Einstellungen, inbesondere Symbol- und Richtungswahl, werden aber diskretionär durch meinen Trading- und Buchschreibpartner Maik Schober von der Treasury Consulting GmbH gesteuert. Aktuell handelt er EURCHF auf der Short-Seite mit 80 Pips TP- und Nachkauf-Abstand sowie EURUSD nur Long, und zwar mit 120 Pips Raster. Diese Richtungswahl hat sich voll und ganz ausgezahlt. Das Mensch-Konto liegt mittlerweile mit 5% im Plus und konnte den Sell-Seiten-Drawdown beim EURUSD komplett vermeiden.
 
 

Was lernen wir aus diesen 4 Wochen (und der Zeit vorher)?

Nun, während wir natürlich "erst" aus insgesamt acht Monaten Erfahrung sprechen können, haben wir erste klare Hinweise auf Beweise für folgende beide Hypothesen:

  1. Die Martingale-Strategie funktioniert voll automatisiert mit relativ weiten Raster-Abständen, geringem Hebel/Risiko und vorsichtigen Renditeerwartungen, ABER NUR DANN, WENN
  2. Ein Trader-Stratege sich in Abständen von mehreren Wochen oder wenigen Monaten mit einer übergeordneten Markteinschätzung (Analyse von Trends, Nachrichten und seiner Erfahrung) darum kümmert, wie die Wahl von Asset, Handels-Richtung und Nachkauf-/TP-Abstand zu treffen ist.

Wir bleiben natürlich weiter am Ball, führen das Martingale-Trading mit Hilfe unseres EA's mFX-MartingaleKlassisch fort und berichten über den Verlauf dieses für uns hochspannenden Trading-Projekts.

Beste Erfolge in Ihrem eigenen Trading wünscht
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer