Gift für Martingale-EA bei "Mensch" und "Maschine"

Die letzten Tage brachten Verluste für unser "Maschine-" und auch das "Mensch-" Konto.

Im reinen EA-betriebenen Konto "Maschine" lief die EURUSD-Short Seite in die Reißleine. Es wurden statt Risikoerhöhung und Eröffnung einer sechsten Position alle (zusammen gerechnet 0.16 Lots) Sell-Positionen geschlossen und von neuem mit Start-Lotsize 0.01 begonnen.

Über das Reißleinen-Geschehen in EUR-CHF-Short auf Konto "Mensch" schreibt Manager Maik Schober:

"In der letzten Woche konnte sehr gut gesehen werden, wie stabil Trends verlaufen können. Der Euro marschierte gegenüber dem CHF 'in einem Rutsch' von 1,10 auf 1,14.

"Derartig stetige Trends sind Gift für den Martingale-EA. Für unser Setup hat das die Konsequenz, dass bei knapp unter 1,1380 CHF/EUR alle offenen Positionen bei Reißleine, also statt Eröffnung des sechsten Deals der Serie, mit Verlust geschlossen wurden. Alternativ hätten wir das Modell so kalibrieren können, dass erst beim Totalverlust des Kontos die Positionen geschlossen werden. Das wollten wir aber aus risikotechnischen Gründen nicht, wie ausführlich im Analyse-PDF beschrieben. Die nächsten Tage werden zeigen, ob unsere Kalibrierung oder die alternative ex post besser gewesen wäre.

"Gleichzeitig zeigt die jüngste Entwicklung auch, dass Unvorhergesehenes regelmäßig eintritt. Hätte mir vor 8 Wochen jemand gesagt, dass EUR-CHF bei 1,14 notiert, hätte ich sofort dagegen gewettet (und das habe ich ja auch, siehe dieses Martingale-EA-Setup). Genau dort liegt das Problem bei Martingale-Systemen: Regelmäßig treten Dinge ein, mit denen niemand gerechnet hat – und das führt zu dem seltenen, aber harten Verlust dieses Handelsmodells.

"Ich bleibe meiner Linie eines starken Frankens treu und handle die Short-Seite weiter. Die kleine Excel-Tabelle rechts zeigt auf, dass bei 1,1777 (Bid) der nächste Reißleinen-Verlust realisiert werden würde, falls zwischenzeitlich der Kurs nicht auf einen 80 Pips entfernten Take Profit-Kurs gefallen sein wird."