Die Maschine läuft: Martingale-EA mit ersten Deals

Seit Anfang letzter Woche ist der Martingale-EA, den wir in diesem Analyse-Papier unter die Lupe und begutachtet haben, in der "Maschine"-Version auf Handelssymbol EURUSD live. Die ersten Deals sind gemacht, sogar schon zwei TP-Stufen und zwei Nachkauf-Stufen sind erfolgt: die Gewinnmitnahmen auf der Buy-Seite, die Nachkäufe auf der Sell-Seite.

Technisch sind die beiden Handelsrichtungen übrigens auf getrennten Konten eingerichtet worden. Das liegt daran, da die "Maschine"-Konten bei einem Broker in USA eingerichtet sind. Während in Europa (und quasi im fast vollständigen Rest der Welt) Deals in beide Richtungen gleichzeitig zugelassen werden, sind solche Hedge-Positionen in den USA nicht erlaubt, zumindest nicht für Privat-Investoren. Daher haben wir den Umweg über zwei MT4-Konten gewählt. Auf dem einen läuft der Martingale-EA nur mit Richtung "Buy", auf dem anderen nur "Sell".

Diese beiden Konten können Sie hier auf der mql5.com-Community verfolgen:

Buy-Seite: https://www.mql5.com/en/signals/317634

Sell-Seite: https://www.mql5.com/en/signals/317636

Es ist spannend zu beobachten, wie der Expert Advisor nun im Live-Betrieb seine Arbeit leistet. Es sind auf Anhieb gleich Unterschiede zum Backtest sichtbar. Während in der theoretischen Untersuchung der Spread fix auf 20 Punkte, also 2 Pips eingestellt war, unterliegen die Deal-Ausführungen im Echtgeld-Handel variablen Spreads.

Das bedeutet zum Beispiel, dass auf der Buy-Seite der Folgedeal nach dem ersten Take-Profit einen leicht größeren Abstand zwischen Closing und Neueinstieg vorliegt als es der Backtest gezeigt hätte.

Auf der Sell-Seite sind dagegen aktuell 3 Deals mit zusammengerechnet 0,04 Lots geöffnet. Anstelle von Eröffnungskursen, die im Backtest des EA's exakt 100 Pips voneinander entfernt liegen, konnten hier nun minimal bessere Einstiegskurse erzielt werden.

Ob das gut oder schlecht ist, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Die Verschiebung im Buy sieht auf den ersten Blick schlechter aus, da höher gekauft wurde. Das bedeutet aber bei einer Abwärtsbewegung, dass auch früher eine Nachkaufposition eingegangen wird, die eine eventuell direkt folgende Kurs-Wende ausnutzt, während in der theoretischen Betrachtung dieser Deal vielleicht gar nicht gemacht worden wäre. Auf der Sell-Seite sieht's genau umgedreht aus: auf Anhieb steht ein Vorteil zu Buche, da zu einem höheren Kurs Short gegangen wurde. Ob sich diese Vertikalverschiebung am Ende auszahlt, steht aber noch in den Sternen.

Daher ist's ja jetzt so spannend, aus der Theorie, also der ausführlichen Backtest-Analyse, in die Praxis überzuleiten. Wir bleiben dran und halten Sie informiert!

Viel Erfolg für Ihren eigenen Handel
Cristof Ensslin und Maik Schober