MT4 Fragen und Antworten

Wie viele Charts kann man maximal gleichzeitig in einer MT4 Instanz laufen lassen?

Neulich erreichte mich wieder ein gute Frage zum Thema Expert Advisors (EA) und MetaTrader 4 (MT4), die ich hier und heute gerne beantworten möchte. Denn Sie hatten sie vielleicht auch schon:

Ich habe einen [...] EA entwickelt, den ich im Tageschart auf verschiedenen Einzel-Aktien handeln möchte.
Wie viele Charts kann man maximal gleichzeitig in einer MT4 Station laufen lassen?

Laut MQL4-Dokumentation ist die maximale Anzahl offener Charts pro MT4-Instanz auf den konstanten Wert von 100 festgelegt. Dies ist quer durch die Bank bei allen Brokern gleich.

Info nur für MQL4-Programmier-Geeks:
die Anzahl der maximal erlaubten Charts
kann im EA-/Skript-Code durch die Konstante
CHARTS_MAX abgerufen werden, z.B.

int limit = CHARTS_MAX;
 

Eine logische Konsequenz daraus ist, dass Sie auch "nur" maximal 100 EAs parallel laufen lassen können. Denn pro Chart kann immer nur ein EA installiert werden.

Wie viele Charts habe ich derzeit geöffnet?

Wer viele Charts gleichzeitig offen hat, verliert oft den Überblick, wie viele denn nun aktuell wirklich im MT4 geladen sind.

Um schnell feststellen zu können, wie viele Charts schon geöffnet sind und wie viele Sie noch aufmachen können, habe ich für Sie ein Skript geschrieben.

Bei Ausführung zählt es alle offenen Charts im MetaTrader. Es ermittelt außerdem die Anzahl der noch erlaubten zu öffnenden Chartfenster und gibt mir alle Werte bequem und übersichtlich in einem Nachrichten-Fenster aus, siehe Screenshot rechts oben und auch das Video ganz oben.

Ich möchte es gerne mit Ihnen teilen. Klicken Sie hier, um es sich kostenlos herunterzuladen. Den MQL4-Code für das MT4-Skript mFX-ChartZähler erhalten Sie auf dieser Infoseite käuflich per Sofortdownload.

Was aber tun, wenn ich mehr als 100 Charts öffnen möchte?

Wenn Sie mehr Handelssymbole als diese 100 gleichzeitig durch einen EA handeln lassen möchten, können Sie weitere MT4-Instanzen installieren, mit denen Sie aufs gleiche Konto zugreifen. Dort können Sie dann die weiteren Charts öffnen und ihren gewünschten Expert Advisor darauf installieren.

Wie man mehrere MT4-Instanzen auf ein und demselben PC oder VPS installiert?

Das geht ganz einfach, indem Sie diesen Schritten folgen:

  1. Installationsdatei für den MT4 Ihres Brokers ausführen (z.B. durch Doppelklick; brauchen Sie noch einen guten und zuverlässigen Broker und dessen MT4-Installationsdatei? Probieren Sie mal ein Demokonto bei JFD Brokers aus, komplett kostenfrei und unverbindlich).
  2. Gegebenenfalls der Windows-Dialogbox zustimmen, so dass das Programm auf Ihrem Rechner installiert werden darf.
  3. Es öffnet sich ein neues Fenster. Hier setzen Sie das Häkchen bei "Lizenzvertrag zustimmen" setzen (natürlich nur, sofern Sie dem Lizenzvertrag zustimmen), ABER KLICKEN SIE NOCH NICHT AUF WEITER!
  4. Stattdessen klicken Sie auf den Button "Einstellungen".
  5. Ändern Sie nun den standardmäßig vorgegebenen Namen des Installationsordners. Wählen Sie einen noch nicht bestehenden Ordnernamen, z.B. \meinBroker MT4 Instanz-2.
  6. Ändern Sie nun ebenfalls den Namen der Programmgruppe. Am besten nutzen Sie den gleichen Namen, den Sie auch oben für den Installationsordner vergeben haben.
  7. Optional: löschen Sie das Häkchen bei "MQL5.community Website Öffnen", damit Sie schneller ans Ziel gelangen.
  8. Auf "Weiter" klicken und die restliche Installationsautomatik abwarten.
  9. Auf "Fertig stellen klicken", geschafft!

Im Start- bzw. Programm-Menü finden Sie nun die alte und die neue(n) MT4-Installationen. Diese zusätzlichen Installationen nennen sich "Instanzen". Sie befinden sich in jeweils separaten Programmgruppen, damit Sie sie separat öffnen können. Nun müssen Sie sich nur noch auf den neuen MetaTrader 4-Instanzen mit Ihrem (gleichen oder unterschiedlichen) Konto einloggen.

Herzliche Grüße
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

PS: Wenn Sie den Code für das Skript haben möchten, um z.B. es selbst nach Ihren Vorstellungen weiter zu entwickeln oder zu ändern oder um leicht und einfach per copy&paste die Funktionalitäten beispielsweise in einen bestehenden EA zu integrieren, können Sie den Code als mq4-Datei unter dem folgenden Link kaufen und sofort downloaden: http://www.mindfulfx.de/chartzaehler-skript

Wie ich aus M1-Daten M5-Daten in der Histroriendatenbank im MT4 machen kann

Neulich erreichte mich eine Frage zum Thema hochqualitative Backtest-Daten. Sie lautet:

Ich habe mir für die Backtests Historydaten in M1 besorgt. Meine EAs laufen aber fast alle in der M5-Zeiteinheit. Haben Sie eine Idee, wie ich die M1-Daten in M5-Daten in der Histroriendatenbank im MT4 umwandeln kann?
— Christian S., mindful FX-Kunde

Die Antwort darauf ist ganz einfach:

Nutzen Sie einfach das im MT4 mit eingebaute Skript PeriodConverter.

Wie das geht, Schritt für Schritt?

  1. M1-Chart des gewünschten Symbols öffnen.
  2. Im Navigator-Fenster unter Skripte das Skript PeriodConverter doppelklicken.
  3. Multiplier / Period multiplier factor 5 (oder die gewünschte Timeframe-Minutenzahl) eingeben.
  4. OK klicken.
  5. Fertig.

Nun können Sie die hochwertigen M1-Daten auch auf dem M5-Timeframe nutzen.

Qualitativ hochwertige Daten sind notwendig, um eine höhere Backtest-Qualität zu erreichen. Am präzisesten dafür sind Tick-Daten. Diese können Sie zum Beispiel von Tickstory hier über unseren Partnerlink beziehen. Tickstory aggregiert Trade-Server-Daten von zahlreichen Brokern und aggregiert diese zu einer solideren, objektivierten Tick-für-Tick-Betrachtung der Kurshistorie.

Die Sicherstellung einer hochwertigen Datenqualität bringt Sie auf bessere Verlässlichkeit in der Vergangenheitsbetrachtung. Das ist zwar noch keine Garantie für die zukünftige Entwicklung. Es ist aber das beste Werkzeug, das uns vorliegt, um ein erstes gutes Gefühl für eine per EA automatisierte Trading-Strategie zu entwickeln.
— Cristof Ensslin in "Warum MT4-Backtests vom realen EA-Handel abweichen", 6.10.2017

Herzliche Grüße und ein erholsames langes Wochenende wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Zusammenschalten von zwei EAs auf einem Chart

Grundsätzlich kann im MetaTrader 4 (MT4) pro Chart ein einziger Expert Advisor (EA) geladen werden. Daher lautet die vorläufige Antwort auf die Frage

Ist es möglich, den DealTimer EA und den GewinnZiel EA in einem Chartfenster zu kombinieren?

Es ist immer nur ein EA pro Chart möglich.

(Diese Frage eines Kunden bezog sich auf unsere beiden per Sofort-Download erhältlichen EAs mFX-DealTimer und mFX-GewinnZiel. Für weitere Infos über diese EAs einfach auf den jeweiligen verlinkten EA-Namen klicken.)

ABER: Im MT4 lassen sich ja mehrere Charts des gleichen Symbols gleichzeitig öffnen. Daher gibt es eine Lösung, so dass zwei oder mehr Experts gleichzeitig laufen und miteinander arbeiten können.

... und so geht's...

Sie können die beiden EAs also zusammenschalten, indem Sie die Experten auf zwei Charts mit gleichem Symbol laden und dann die gleiche MagicNumber vergeben. Im Deal-öffnenden EA (hier: mFX-DealTimer) setzen Sie z.B. MagicNumber 12345 ein. Im zusätzlichen Deal-managenden Programm (hier: der GewinnZiel-EA mFX-GewinnZiel) können Sie den Symbol-Filter und den MagicNumber-Filter aktivieren und entsprechend mit der gleichen MagicNumber (in diesem Beispiel 12345) einstellen.

Das gilt generell gesprochen auch für andere Expert Advisors. Denn bei den allermeisten EAs können Sie die MagicNumber (manchmal auch „ID“, englisch für Identifikationsnummer, genannt) einstellen, mit der Deals geöffnet werden.

Die MagicNumber ist eine Identifikationsnummer, die Deals bei deren Eröffnung durch Skripte und EAs mitgegeben wird. Wird sie nicht bestimmt, wird die MagicNumber 0 (null) vergeben. Auch manuell eröffnete Deals haben die 0 als ID. Eine MagicNumber kann nur bei Dealeröffnung vergeben und nie wieder verändert werden.

In diesem Video zeige ich es Ihnen live an meinem Bildschirm

Aber aufgepasst: nicht alle EAs können sauber zusammenarbeiten.

Wenn beide EAs über Dealeröffnungsfunktionen verfügen oder Dealmanagementaktionen ausführen, kann es zu einem munteren hin und her führen. Z.B., dass der Stop-Loss bei jedem Tick hin und her springt oder dass Positionen geöffnet, geschlossen und danach sofort wieder eröffnet werden.

Testen Sie daher unbedingt ausführlich die Zusammenarbeit von zwei EAs im gleichzeitigen Live-Betrieb auf Demokonten (z.B. bei unserem MT4-Broker-Partner JFD Brokers), bevor Sie damit echtes Geld managen.

Viel Erfolg bei all Ihren Trading-Aktivitäten
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Kann man mit EAs dauerhaft Geld verdienen?

Als EA-Programmierer und langjähriger Trader werde ich immer wieder gefragt, ob man mit Trading-Robots wie Expert Advisors (EA) für MetaTrader 4 (MT4) dauerhaft Geld verdienen kann. Also nach dem Motto: EA „Plug & Play“ anschalten – und ein Jahr später ist das Konto verdoppelt, verzehnfacht oder verhundertfacht.

Die Antwort darauf ist ganz klar: es kommt darauf an.

Warum? Weil die Frage nicht genau genug gestellt ist. Die Frage muss beinhalten, wieviel Geld man im EA Trading verdienen möchte. Nehmen wir uns also ein paar Varianten dieser sehr berechtigten Fragestellung vor.

Kann man mit EAs dauerhaft sein Kapital jährlich verdoppeln?

Meiner Meinung nach lautet die Antwort hierauf ganz klar nein. Es wird Marktphasen geben, in denen ein EA mit viel Hebel und somit hohem Risiko leicht eine Kapitalvervielfachung schaffen kann. Da Sie aber in einer solchen Einstellung regelmäßig Ihr gesamtes Kapital riskieren, ist dies eher der Kategorie Spielkasino zuzuordnen. Kann also Spaß machen, unterhaltsam sein, aber nicht als ernsthaftes investieren verstanden werden.

Denn ob Sie die richtige Phase des Markts erwischen ist Glückssache. Sie können zwar Systematiken wie Equity Trailing Stop (siehe Blog Wie ein Equity Trailing Stop funktioniert) oder Rollende-Backtest-Methode (siehe Blog Den richtigen EA für aktuelle Marktphase finden: rollende Backtests) anwenden. Bei solch hohen Verlustrisiken ist aber der Erfolgsfall dennoch eher dem Glück zuzuordnen und tendenziell mit zahlreichen verlustbehafteten Anschalt-Versuchen verbunden.

Kann man mit EAs dauerhaft 10% oder 20% p.a. auf sein Kapital verdienen?

Hier lautet meine Meinung ganz klar ja. Sie können entweder ein Portfolio an Expert Advisors und somit Handelsstrategien auf ein Portfolio von Assets anwenden, gegebenenfalls unter Marktphasenfilter-Ansätzen wie den oben schon erwähnten Equity Trailing Stop oder Rollende-Backtest-Methode. Damit erzielen Sie durch gestreutes Risiko sehr effektives Verlustrisikomanagement und können dennoch eine im Vergleich zu langristigen Aktieninvestments attraktive Rendite erwirtschaften.

Oder aber Sie verwenden EAs, die systematisch algorithmisch arbeiten und mit effektivem Risikomanagement ausgestattet sind. Zu diesem zähle ich unter anderem unseren Martingale-EA mFX-MartingaleKlassisch mit all seinen Risiko-Schutzmechanismen. Wir setzen ihn selbst mit unserem eigenen Geld ein, in der Erwartung auf 10-20% Rendite pro Jahr. Er wird also keine Wunder verbringen. Zwecks übergeordnetem Risikomanagement setzen wir hier nur einen im Verlustfall verkraftbaren Bruchteil unseres investierbaren Kapitals ein. Denn es verbleibt auch hier ein, wenn auch extrem geringes, Totalverlustrisiko.

Mit meinen nun über 30 Jahren Börsen- und gut 6 Jahren EA-Trading-Erfahrung kann ich guten Gewissens sagen:

  1. Für den passiven Investor sind EAs ein prima Mittel, um dem diversifizierten Portfolio als kleine, geringe Beimischung zu dienen.
  2. Einem aktiven Vollzeittrader dienen Expert Advisors hingegen als unerlässliches Werkzeug, um emotionslos die eigenen Strategien umsetzen zu können.

Letzterer wird immer auch einen Blick darauf haben müssen, ob die zu Grunde liegende Handelsstrategie zur aktuellen Marktphase im gewählten Symbol bzw. Asset passt.

Generell gilt: Je mehr Zeit Sie ins EA-Trading investieren, desto mehr Rendite können Sie generell erwarten. Wenn Ihnen irgendjemand erzählt, er habe einen Wunder-EA, der Ihnen risikofrei Ihr Geld vervielfacht, sollten bei Ihnen blitzartig alle roten Karten und Flaggen vor Ihrem geistigen Auge heftig wedelnd erscheinen.

Beste Trading- und Investment-Erfolge wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Nur Signale, kein AutoTrading

Wie Sie den EA mFX-MAXingPro verwenden, um sich bei MA-Kreuzungen lediglich benachrichtigen zu lassen und manuell über das Signal zu entscheiden.

Wussten Sie schon? Mit dem EA mFX-MaxingPro können Sie wählen, ob Sie die Kreuzungen der im EA eingestellten gleitenden Durchschnitte automatisch vom EA handeln lassen wollen oder nicht. Sie haben auch die Möglichkeit, dass Sie einfach bei Signal informiert werden – per Email, Push-Benachrichtigung aus Handy oder Pop-Up-Alarm auf dem laufenden Rechner. Was Sie dann mit dem Signal tun, bleibt Ihre diskretionäre Wahl.

Hier eine kurze Anleitung (ab EA Version v1.33 gültig), wie das konkret geht. Es gibt mehrere Möglichkeiten:

Screenshot 1: Benachrichtigungs-management und "KeinTrading"

Screenshot 2: Live Trading nicht zulassen

  1. In den EA-Eigenschaften wählen Sie unter Eingaben → Moneymanagement → Lotsizeermittlung die Option „KeinTrading“ aus. Gleichzeitig muss weiter oben im Benachrichtigungsmanagement der oder die Benachrichtigungsweg(e) Ihrer Wahl aktiviert sein. Im Screenshot 1 nebenan sehen Sie, dass Pushbenachrichtigung aufs Handy sowie die Signaleinzeichnung als Pfeil im Chart aktiviert ist. (Deal-Schließungen über Gegensignale können aber noch weiterhin geschehen, so dass Sie auf diese Art
    den EA "auslaufen lassen" können).

  2. Sie können in den EA-Eigenschaften unter Allgemein → Positionen das Häckchen bei „Live Trading zulassen“ entfernen, siehe Screenshot 2. Für das Benachrichtigungsmanagement gilt das gleiche wie unter 1. beschrieben.

  3. Sie können ganz einfach den AutoTrading-Button deaktivieren. Auch hier ist das Benachrichtigungsmanagement wir unter 1. aufgezeigt einzustellen.

In allen drei Wegen erscheint im Chart links oben der Status „EA aktiv im nur-Signal Modus (KeinTrading)“. Damit können Sie sicher sein, dass der EA Ihnen nur die Signale liefert. Sie entscheiden dann selbst, wie Sie diese verwerten.

Falls Sie den EA mFX-MAXingPro schon haben, stellen Sie bitte sicher, dass Sie die aktuelle Version v1.33 verwenden. Die aktuelle Version steht Ihnen unter Ihrem persönlichen Download-Link aus der Kaufbestätigungsmail (von unserem Partner Digistore24) zur Verfügung, sofern Ihr Kaufdatum nicht mehr als 6 Monate (Variante EX4) bzw. 12 Monate (Variante MQ4) zurück liegt.

Wenn Sie den MT4-Expert Advisor mFX-MAXingPro erwerben möchten, klicken Sie einfach den folgenden Button:

Ihnen den allerbesten Tradingerfolg
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmier.

Launch: EA für Portfolio-Gewinnziele

Ein wichtiger Grundsatz im Trading ist die Diversifizierung. Ein über mehrere Assets gestreutes Portfolio verteilt das Risiko auf mehr als eine Position. Wenn die Deals untereinander nicht oder nur wenig korrelieren, senkt das das Risiko mehr als es Gewinnchancen nimmt. Ein Beispiel.

Am Morgen eines Handelstages werfen Sie einen Blick auf den Wirtschaftskalender und sehen, dass ein Zinsentscheid der EZB ansteht. Sie wissen zudem, dass der Markt sich von der darauf folgenden Pressekonferenz Hinweise zur weiteren Zinsentwicklung und Liquiditätsversorgung (Stichwort Quantitative Easing) verspricht. Daher besteht großes Potenzial für kräftige Marktausschläge.

Sie könnten nun alles auf EURUSD setzen, um Ihre Markteinschätzung dort hoffentlich in Gewinn umzumünzen. Was aber, wenn die profitablen Moves im DAX, IBEX, Deutsche Bank, Gold, EURCHF oder Bund-Future geschehen?

Sie erkennen, dass Sie immer erst im Nachhinein genau wissen, welche Reaktion eine Nachricht bei den verschiedenen Handelswerten ausgelöst hat. Daher streuen Sie Ihre Einsätze auf all diese sieben Assets, z.B. bei den von uns seit Januar empfohlenen JFD Brokers – bei dem Ihnen all diese Handelssymbole unter besten Konditionen und herausragender Ausführungsqualität zur Verfügung stehen.

Sie haben nun also Ihr MT4-Konto mit Deals in EURUSD, EURCHF, .DE30Cash (DAX 30), .SPAINCash (IBEX 35), DBK.D (Dt. Bank Aktie), XAUUSD (Gold) und .BUND_M8 (Juni 2018 Bund-Future) wie gewünscht positioniert. Mit dem anstehenden Marktevent möchten Sie in Summe 100 EUR gewinnen, aber maximal 50 EUR verlieren.

Die Pressekonferenz von Mario Draghi beginnt, der Markt kommt in Bewegung. Sie können nun die Entwicklung Ihres Portfolios Tick für Tick, Sekunde für Sekunde beobachten und alle Positionen manuell schließen, wenn die Gewinnsumme Ihren Zielwert im Plus oder Minus erreicht hat.

Oder aber, Sie lassen sich durch einen emsigen Helfer unterstützen, der zuverlässig und schnell arbeitet, ohne dass Sie eckige Augen bekommen. Dieser Helfer ist unser neuer MT4-EA mFX-GewinnZiel, den wir zusammen mit unserem Kunden Holger B. für Sie entwickelt haben.

Sie können darin eine Gewinn- und Verlustsumme oder auch einen Prozentsatz des Kontostands als Zielwert für Ihr Dealportfolio vorgeben. Außerdem erhalten Sie im Chart einen Alles-Schließen-Button, bei dessen Betätigung der EA mFX-GewinnZiel vorzeitig alle offenen Geschäfte im Konto zu aktuellen Marktpreisen schließt.

Der Expert Advisor ist einfach zu verstehen, zu installieren und anzuwenden. Und: wir haben ihn so erschwinglich wie möglich für Sie gemacht. Sehen Sie selbst durch Klick auf das Bild links oder unter http://www.mindfulfx.de/gewinnziel-ea.

Gibt es also einen EA, der alle Positionen schließt, sobald ein bestimmter Betrag X in der offenen Gewinnsumme erreicht ist? Ja, es gibt ihn ab heute! Hoffentlich hilft er auch Ihnen, einen bewegungsfrohen Markt mit Hilfe eines Risiko-diversifizierten Portfolios in stattliche Gewinne zu verwandeln.

Beste Wünsche für Ihren Trading-Erfolg
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA-Programmierer

Wie finde ich heraus, ob ein Indikator nachzeichnet, re-paintet oder sonstwie nicht konsistent ist?

Es gibt im MetaTrader 4 (und 5) Indikatoren, die nachträglich ihre Werte verändern können, obwohl die Kerzen schon abgeschlossen sind. Bei einigen wenigen macht dies von der Logik her Sinn. Bei den meisten anderen handelt es sich oftmals um die Art und Weise der Programmierung, die eben diese Inkonsistenz hervorruft.

Aber erst mal Schritt für Schritt.

Die große Mehrheit der im MetaTrader eingebauten Indikatoren arbeiten lupenrein und sind daher auch mehr oder weniger eins zu eins dazu geeignet, nachvollziehbare Signale zum Trading zu liefern – ob im manuellen Trading oder im automatisierten Algo-Handel mittels Expert Advisor (EA).

Alle Standard-Indikatoren fallen in diese Kategorie, sei es gleitender Durchschnitt (Moving Average oder MA), Stochastic, Relative Strength Index (RSI) oder Parabolic Stop-and-Reverse (PSAR). Auch „exotischere“ Hinweisgeber wie Heikin Ashi oder die Ichimoku-Wolke gehören hier dazu. Auf diese sind allesamt Verlass.

Ein paar der in der MT4-Installation mitgelieferten Indikatoren können im Nachhinein noch ihre Werte schon abgeschlossener Perioden verändern. Das ist aber schon in deren Logik eingebaut und somit in sich konsistent. Zum Beispiel der ZigZag und die Fractals gehören dazu. Wenn man die Logik dahinter kennt und versteht, lassen sich aber auch hierauf nachvollziehbare Signale basieren.

Kommen wir zur eventuell problematischen Kategorie.

Es handelt sich hierbei um so genante „Custom Indikatoren“, also nicht im MT4 eingebaute, individuell kreierte Indikatoren.

Sie haben alle gemeinsam, dass sie im MQL4 Code eines EA's mit der iCustom-Funktion abgerufen werden, sofern Sie über einen Ausgabe-Buffer verfügen, der im Detailfenster angezeigt wird. (Es gibt auch Indikatoren, die ausschließlich über Chart-Objekte ihre Werte darstellen. Diese müssen von EA's anders behandelt werden. Dazu aber ein ander Mal mehr.)

Entweder wurden sie von Ihnen selbst programmiert, sie haben sie programmieren lassen oder aber im Internet kostenlos oder kostenpflichtig heruntergeladen. Auch Indikatoren im „Market“ (siehe MT4 Terminal oder mql5.com) fallen allesamt in diese Kategorie.

Nun sage ich nicht, dass diese Indikatoren schlecht sind. Ganz und gar nicht. Im Gegenteil: einige meiner Kunden traden mit Hilfe solcher Werkzeuge extrem erfolgreich.

Ich möchte nur aussagen, dass der Verwender eines solchen Wegweisers sich bewusst sein muss, dass im Live-Betrieb und im Rückblick oft andere Signale ausgegeben und im Chart angezeigt werden. Wenn Sie sich dieser Eigenheiten bewusst sind, können Sie Schwachstellen vermeiden und die Stärken des Indiaktors besser nutzen.

An erster Stelle steht daher herauszufinden, ob der Indikator seine schon festliegenden Werte im Nachhinein verändert oder nicht. Dieses Phänomen nennt sich „nachzeichnen“ oder „re-painting“. Innerhalb dieser "Nachzeichner" gibt es konsistente und inkonsistente Indikatoren, wie oben schon erwähnt.

Konsistente und inkonsistente Indikatoren erkennen

Anhand zweier Beispiele zeige ich Ihnen nun, wie Sie beide voneinander unterscheiden können.

  1. Konsistenter Re-Painter: ZigZag

  2. Inkonsistenter Re-Painter: SuperTrooper (Name geändert)

Sie können diese Indikatoren folgendermaßen auf Konsistenz prüfen.

Schritt 1:

Öffnen Sie zunächst den Strategietester des MT4. Das geht mit der Tastenkombination Strg + r oder über Menü → Ansicht → Strategietester.

Links oben im Strategietester-Fenster wählen sie dann „Indikator“ statt der Standardeinstellung „Expertenprogramm“ aus. Wir beginnen mit dem ZigZag, siehe Screenshot 1.

Screenshot 1: Indikator-Modus und Indikator selbst im Strategietester des MetaTrader 4 auswählen

Schritt 2:

Danach geben wir einen Test-Zeitraum ein, z.B. eine Woche. Der Zeitraum sollte im Verhältnis zur Periode (wir wählen für unseren Test den M15-Chart) nicht zu lange sein, um die Ladezeit für die Datenhistorie kurz zu halten. Gleichzeitig auch nicht zu kurz, um genügend Datenpunkte testen zu können. Als Modell genügt uns hier „Kontrollpunkte“, damit der Backtest schneller durchläuft. Diese Einstellungs-Punkte sehen Sie im Screenshot 2 markiert.

Screenshot 2: Periode, Modell und Zeitraum auswählen

Schritt 3:

Nun starten wir den Test, indem wir auf „Test starten“ klicken, siehe Screenshot 3.

 Screenshot 3: Indikator-Test starten

Screenshot 3: Indikator-Test starten

Schritt 4:

Jetzt können wir die Testgeschwindigkeit erhöhen. Dazu bewegen wir den Geschwindigkeits-Schieber ganz nach rechts, siehe Screenshot 4. Sofort läuft der Test blitzfix durch, bis zum Ende des eingestellten Test-Zeitraums.

Screenshot 4: Test schneller machen

Schritt 5:

Wenn der Test beendet ist, laden wir den getesteten Indikator (hier: ZigZag; nachher siehe unten: SuperTrooper) ein zusätzlichen Mal aufs Test-Chart, obwohl er ja schon vom Tester aufs Chart gezeichnet wurde; siehe Screenshot 5. Wichtig: wirklich erst nach Vollendung des Tests den zusätzlichen Indikator auf Chart einfügen!

Screenshot 5: Getesteter Indikator zusätzlich aufs Test-Chart laden, nachdem der Test vollständig durchgelaufen ist.

Nun können wir im Chart nach links scrollen und werden erkennen, dass nur eine einzige Indikator-Linie zu sehen ist. Das bedeutet, dass beide Indikator-Installationen, die vom Strategietester gezeichnete und die von uns nach dem Test zusätzlich geladene, direkt übereinander liegen. Ein solcher vollständig deckungsgleicher Indikator-Verlauf deutet auf einen konsistenten Indikator hin.

Nun gehen wir die gleichen Schritte mit dem SuperTrooper durch.

In Screenshot 6 sehen wir das Ergebnis nach Ausführung des Schritt 5.

Screenshot 6: Test-Ergebnis des SuperTrooper Indikators

Das obere der beiden Indikator-Unterfenster ist der Test-Verlauf, der vom Strategietester ermittelt und eingezeichnet wurde. Das untere ist der im Nachhinein aufs Chart geladene Indikator. Beide haben die exakt gleichen Einstellungen. Finden Sie die Unterschiede?

Die Indikator-Verläufe sind ähnlich, aber lange nicht identisch:

  1. Ganz links sind im oberen der beiden Indikator-Fenster zwei Short-Signale eingezeichnet, während im unteren Fenster nur eines angezeigt wird.

  2. Die Zeitpunkte der restlichen Signale sind ebenfalls nicht an den gleichen Kerzen.

  3. Der live-Verlauf ist zudem viel zackiger als die Rückbetrachtung.

All diese Punkte weisen eindeutig auf einen inkonsistenten, nachzeichnenden Indikator hin. Wenn solche Ergebnisse auftreten, eignet sich der Indikator in der Regel nicht zur Signalgebung für ein Handelssystem und somit einen Expert Advisor.

Je nach Handelsansatz gibt es Ausnahmen für die Eignung solcher Indikatoren. Einer meiner Kunden arbeitet sehr erfolgreich systematisch mit einem inkonsistent re-paintenden Indikator. Das muss aber gelernt sein und benötigt viel Übung.

Beste Erfolge für Ihre eigene Indikator-Wahl
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA-Programmierer

Soll die EA Programmierung auf Basis von MT4 oder MT5 aufgesetzt werden?

Die Firma MetaQuotes, die Ersteller von MetaTrader 4 (MT4) und MetaTrader 5 (MT5), pusht derzeit sehr stark den MT5 voran. Insbesondere auf deren Website mql5.com, die ein Forum und Marktplatz für beide Versionen darstellt und die für EAs und Indikatoren sowohl für MT4 als auch MT5 dient, sieht man teils sehr aggressive Eigen-Werbung für die neuere der beiden Trading-Plattformen.

Gleichzeitig fragen Sie sich vielleicht, wie auch einer meiner Kunden derletzt:

Soll die EA-Programmierung auf Basis von MT4 oder MT5 aufgesetzt werden? Wie lange wird es die Handelsplattform MT4 überhaupt noch geben?

Das sind sehr berechtigte Fragen, egal ob sie die EA-Programmierung selbst oder das Erlernen der MT4-Programmiersprache MQL4 betreffen. Danke hierfür. Es ist immer wieder wert, sich über diese Fragen ausführliche Gedanken zu machen. Immerhin steht teils viel Zeit- und Geldeinsatz auf dem Spiel.

Hier also meine aktuelle Meinung zur "Lage der Nation der EA-Trader".

Aktuell höre ich von Brokern, dass der MT5 sich nicht wirklich durchsetzt. Er hat zwar deutliche Vorteile (z.B. ist er für den Börsenhandel zugelassen) - wenn die Broker oder Trader ihn aber nicht verwenden wollen, bleibt's beim MT4. Es wird sicherlich noch Jahre dauern bis es den MT4 wirklich nicht mehr geben wird.

Mich erinnert das ein bisschen an einen Kampf der Giganten, den ich während meiner Kindheit mit erleben durfte.

In den 80er Jahren gab es den Kampf zwischen VHS und Beta-Tapes um die Vorherrschaft im Videokassetten-Markt. Beta war technisch um Längen voraus, dennoch hat sich VHS durchgesetzt. Warum? Weil VHS viel schneller viel mehr Nutzer gewinnen konnte. Weil es unter anderem darum ging, aufgezeichnete Videos mit anderen zu teilen, wählten Nutzer die Plattform, die unter Freunden beliebter war.

Ähnliches ist meines Erachtens bei MT4 zu beobachten. Für MT4 gibt es schon so viel mehr Code, EAs, Indikatoren etc. Dieser Netzwerkeffekt ist nicht zu unterschätzen, auch wenn MT5 technisch besser ist.

Dazu kommt, dass MQL5 (Programmiersprache für MT5) komplizierter zu verwenden ist als MQL4 (Sprache für MT4). Das bringt mit sich, dass die Programmierung eines EA's für MT5 ca. doppelt so viel kostet wie für MT4. Denn die Programmierung dauert in etwa doppelt so lange.

Eventuell suchen Sie den MT4 zum Download auf von MetaQuotes betriebenen Web-Seiten derzeit vergeblich. Keine Sorge: den MT4 erhalten Sie bei jedem MT4-Broker zum Download. Er kann dann auch für andere Broker verwendet werden, indem Sie einfach Ihre Kontonummer, Ihr Passwort und den Server des anderen Brokers eingeben.

Wenn Sie also noch auf der Suche nach dem MT4 sind, oder aber den meinen Vergleichen nach günstigsten (zumindest für EURUSD und DAX-Future-CFD) MT4-Broker ausprobieren wollen, testen Sie doch mal die von uns oft empfohlene direktbroker-fx (Partnerlink https://www.direktbroker-fx.de/demo-2/?ref=mindful), falls nicht schon geschehen.

Alternativ empfehlen wir seit diesem Jahr auch JFD Brokers, einen progressiven Broker mit bester Technologie für schnellste und besser als erwartete Deal-Ausführungen. Es gibt engste Spreads und niedrige Commissions in über 800 (!) Assets sowie keine Interessenskonflikte, da kein Handelsbuch vorhanden ist, sondern die Orders direkt 1:1 an Liquiditätsprovider weitergeleitet werden. JFD ist mindful FX Partner seit 2018. Partnerlink zum kostenlosen Demokonto: https://www.jfdbrokers.com/de/trading/konto/kontoeroffnung?ib=ensslin

Wenn alles nach mir ginge, würde meine Vision so aussehen, dass MetaQuotes den MT5 vollständig kompatibel zur Programmiersprache MQL4 macht. Das würde die technischen Vorteile des MetaTrader 5 und die leichtere Handhabbarkeit der MT4-Programmiersprache zu einem Dreamteam kombinieren. Wäre das nicht prima?

Ihnen wünsche ich allerbeste, gewinnbringende Trades
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihr EA Programmierer

PS: es gibt neue Termine für unseren MQL4-Intensivkurs - EA-programmieren lernen im Mai 2018 in Stuttgart und Hannover - hier klicken, informieren und gleich anmelden!

EA deaktivieren bei Kontowechsel im MT4

Heute geht's ums Thema Sicherheit beim Wechseln des Kontos. Denn wenn man nicht aufpasst und im MetaTrader 4 (MT4) von Demo- auf Realkonto wechselt, kann es passieren, dass die Expert Advisors (EAs), die man gerade testet, aktiv bleiben und unerwünschte Deals eröffnen.

Mit diesem Hintergrund erreichte mich kürzlich diese Frage eines Kunden:

Wenn ich den EA im Demokonto einschalte, dann ist er auch im Realkonto aktiviert. Gibt es eine Möglichkeit, das zu vermeiden? Ich würde gerne erst den EA im Demo testen bevor ich ins Real-Konto wechsele.

Danke für diese Frage. Sie können dies auf zwei Wegen bewerkstelligen.

  1. Installieren Sie eine zweite MT4-Instanz auf Ihrem Rechner und trennen somit Demo- und Realkonto vollständig. In der einen Instanz loggen Sie sich mit Ihrem Demokonto, in der anderen Installation mit Ihrem Realkonto ein. So geht's: http://www.mindfulfx.de/blog/auf-mehrere-mt4-konten-beim-gleichen-broker-gleichzeitig-zugreifen
  2. Sie stellen den MT4 so ein, dass AutoTrading deaktiviert wird, wenn sie das Konto wechseln. Dazu wählen Sie im Menüpunkt Extras -> Optionen -> Experten -> Häkchen setzen bei "Automatisches Handeln deaktivieren, wenn das Konto gewechselt wurde," wie im folgenden Screenshot zu sehen:

So einfach kann es gehen!

Ich wünsche Ihnen beste Trading-Erfolge, ob mit oder ohne EA
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Trading-Systeme, die richtig funktionieren

Neulich erhielt ich folgende Email:

Ist es möglich, dass dieses ganze Technischeanalyse-Ding sich sehr schwer tut mit der dauerhaften Rentabilität?
Es hört sich jetzt etwas blöde nach “Undergroud-Trader” an. Aber kann es sein, das Systeme, die richtig funktionieren, nicht einfach per Google zu finden sind?

Dies ist eine fantastische Frage, die sehr berechtigt ist! Vielen Dank dafür. Diese Mail ist tatsächlich stellvertretend für viele ähnliche Fragen, die mir per Email oder über unseren YouTube-Kanal gestellt werden.

Viele Neulinge im Bereich Trading erhalten durch diverseste Eindrücke aus Büchern, von Youtube-Gurus und Websites, dass Trading zu einfachem, schnellen und vor allem risikofreien Reichtum führt - oder zumindest führen kann. Manchmal finde ich sogar heraus, dass auch erfahrenere Trader solchen Verlockungen nur schwer widerstehen können - mich selbst inbegriffen, muss ich ehrlich zugeben.

An all uns Menschen, die von Gier und Angst getrieben werden: Aufgepasst!

Um es kurz und knapp zu sagen: es gibt keine Abkürzung.

Trading ist eine Arbeit wie jede andere. Je mehr Sie darüber lernen und je mehr Zeit Sie darin investieren, desto größer sind Ihre Erfolgschancen. Klar, kann es sein, dass Sie (oder obige Gurus) kurzfristig eine Glücksträhne haben und irrsinnige Profite im Schlaf erwirtschaften. Wer aber auf Dauer erfolgreich sein und das Gewonnene nicht schnell wieder verlieren will, muss viel Geduld mit sich bringen.

Geduld für:

  • all die Lektionen, die man lernen muss; unter anderem durch Verluste, da einfach nicht alles aus Büchern, Magazinen oder von gutmeinenden Lehrern lernbar ist.

  • all die Zeit, die man investieren muss, um Systeme zu entwickeln.

  • all die Erfahrungswerte, die zu sammeln sind, um diese Systeme in den richtigen Märkten und zu den richtigen Zeitpunkten einzusetzen.

  • die langfristige, stetige Entwicklung der Rendite.

Wer langfristig denkt und weiß, dass eher in 10-20% Jahresrendite gedacht werden sollte, statt nach durchaus menschlicher und daher sehr weit verbreiteter Gier-frisst-Hirn-Manier an schnelle, ständig sich wiederholende Kapitalverdoppelungen sich zu sehnen, ist schon halb am Ziel.

Ich bin selbst ein Kind des Bullenmarkts zu Zeiten des Neuen Markts und der High-Tech-Blase der Jahrtausendwende. Ich musste diese Lektionen durch zunächst jubelnde Gewinne und dann schmerzhaft dahinschmelzende Depot-Stände selbst lernen.

Meine wichtigsten vier Lernerfahrungen möchte ich mit Ihnen teilen:

  1. Haben Sie realistische Rendite-Erwartungen! Wo hohe Gewinne locken, verstecken sich immer extrem hohe Risiken.

  2. Denken Sie langfristig! Statt ständig im M1- und M5-Chart nach Mustern zu suchen, entwickeln Sie lieber ein Handels-System im Tages- (D1) oder Wochenchart (W1). Meine besten Erfolge sind in eben diesen Timeframes. Darin entwickelte Systeme haben meiner Erfahrung nach auch eine viel größere Wahrscheinlichkeit, dauerhaft zu funktionieren.

  3. KISS - Keep it simple, stupid! Einfache Systeme funktionieren besser als komplizierte Systeme. Zum Beispiel ein Range-Ausbruchs-Modell à la Donchian-Channel wie im EA mFX-HochTiefAusbruch abgebildet oder ein Trendfolge-Modell mittels zweier Gleitender Durchschnitte wie im EA mFX-MAXingPro automatisiert, jeweils im D1- oder W1-Chart angewendet und mit realistischen Renditeerwartungen, ist auf Dauer vielversprechender als Systeme, die 27 Indikatoren und andere Trigger-Faktoren enthalten.

  4. Trading ist eine Vollzeitbeschäftigung. Klar können Sie durch Trading-Robots wie eben Expert Advisors für MetaTrader 4 sich das Leben erleichtern und Ihre Strategien stringenter und emotionsloser umsetzen. Sie können aber nicht im Ernst erwarten, dass Sie im Schlaf Geld verdienen können, wenn Sie nicht vorher tausende von Stunden Ihrer wertvollen Zeit fürs Lernen, Ausprobieren und Korrigieren aufgewendet haben. Wenn Sie keine Zeit und Hirnkapazität investieren können oder wollen, dann sollten Sie lieber auf langfristige Investitionen in ein Portfolio echter Vermögenswerte (sprich Immobilien, Aktien, Edelmetalle) setzen. Dann können Sie ruhig schlafen.

Ist es also möglich, mit Hilfe technischer Analyse Trading-Systeme zu finden, die funktionieren? Ich denke ja, aber nur sofern realistische Rendite-Erwartungen, Langfristigkeit, Einfachheit des Systems und verfügbare Zeitkapazität seitens eines lernfähigen und -willigen Traders zusammenkommen.

Auf beste Umsetzung dieser Lerneffekte
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Expert Advisors – immer zuverlässig?

Nun möchte ich auf die möglichen Ausführungsfehler eingehen, die neben

den realen Verlauf eines Expert Advisors (EA) unterscheiden lassen werden von dem, was ein Backtest im Strategietester des MetaTraders (MT4/MT5) machen würde.

Im Backtest werden immer alle Deals komplett korrekt ausgeführt, sofern der EA richtig programmiert ist. Wenn wir nun im laufenden Handel unterwegs sind, dann können verschiedene Fehlermeldungen vorkommen.

Eine der üblichsten Fehlermeldung ist, dass der Trade-Kontext "busy" ist. Die MT4-Fehlermeldung dazu lautet "Trade context is busy" und der Fehlercode ist 146. Das ist wie eine belegte Leitung am Telefon: der Trade Server des Brokers ist einfach schon von einem anderen EA oder vom manuellen Trading in Ihrem Metatrader gerade eine Aktivität empfangen und muss diese erst verarbeiten.

Es ist in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, dass der MT4 nur eine Leitung zum Trade Server Ihres Brokers hat. Wenn Sie ein und denselben EA auf 20 verschiedenen Währungspaaren oder CFDs laufen haben und wir nehmen an, dass Signale alle zu einem Kerzenbeginn (also per Schlusskursbetrachtung) generiert und ausgeführt werden, dann kann es natürlich vorkommen, dass mehrere, eben bis zu 20 verschiedene Orders gleichzeitig eröffnet, geschlossen oder angepasst werden sollen.

Ihr MT4 muss diese Orderanfragen sequentiell, also nacheinander, Stück für Stück, eine nach der anderen abarbeiten. Wenn nun alle 20 Charts einen Dealvorgang übermitteln wollen, kommt nur einer dieser EAs zum Tradeserver des Brokers durch. Die Versuche der anderen sind dann wahrscheinlich eine Millisekunde später dran und bekommen die Fehlermeldung zurückgemeldet, dass der Trader Server "busy" ist, die Leitung also belegt ist.

Wie ein EA mit einer solchen Fehlermeldung umgeht kommt ganz darauf an, wie er programmiert ist. Wenn Sie als Auftraggeber einen EA programmieren lassen, dann müssten sie sich auch am besten überlegen, welche Umgangsweise bei solchen Fehlern für Ihre Strategie die passende ist: z.B. kann man dem EA über entsprechende Gestaltung des Codes sagen, "okay, wenn ein Fehler kommt, dann

  • probiere es einfach so lange erneut bis das Signal wirklich ausgeführt ist; 
  • oder probiere es nur ein einziges Mal, und wenn dieses eine Mal eine Fehlermeldung kommt, oder diese spezielle Fehlermeldung generiert wird, dann lösche das Signal;
  • oder aber etwas in zwischendrin, dass z.B. 60 Sekunden lang oder für 50 Kursticks Neuversuche unternommen werden.

Das ist alles programmierbar und kann für jeden einzelnen der möglichen MT4-Fehlermeldungen auch separat programmiert werden. Damit wird der Umgang mit Ausführungsfehlern wirklich ganz speziell für Sie, Ihre Vorlieben und Ihr Handelssystem speziell abgestimmt.

Die am häufigsten vorkommenden Fehler sind

  • Trade-Kontext is busy, Leitung des MT4 zum Tradeserver des Brokers ist belegt (Fehler Code 146: "Trade context is busy.")
  • Der Preis hat sich zu stark seit Anfrage verändert (Fehler Code 135: "Price changed.")
  • Der Broker macht einen Requote (Fehler Code 138: "Requote.")
  • Es kann sein, dass nicht genügend Geld, nicht genügend Kapital für einen Deal vorhanden ist, insbesondere wenn Sie mit hohem Hebel arbeiten (Fehler Code 134: "Not enough money.")
  • Es kann sein, dass das Symbol für temporär oder dauerhaft vom Broker gesperrt, z.B. nach Fälligkeit eines Futures (Fehler Code 133: "Trade is disabled.")
  • Es kann sein, dass ein falsches Handelsvolumen errechnet oder eingestellt wurde, dass es zu klein oder zu groß ist oder auf zu viele Nachkommastellen gerundet wurde (Fehler Code 131: "Invalid trade volume.")
  • Rundungsfehler können auch für Stop- und Limit-Preise geschehen und eine Fehlermeldung auslösen (Fehler Code 130: "Invalid stops."). Dieser Fehler Code wird auch bei zu engen Stop- oder Limitabständen ausgegeben.

Diese Auflistung benennt nur die häufigsten Fehlerquellen. Weitere sind möglich, siehe diese Auflistung in der MQL4-Dokumentation. Möglichst viele dieser Szenarien müssen bedacht werden. Denn ein EA ist grundsätzlich nur so schlau wie er programmiert ist. Nur wenn er mit solchen Fällen bestückt wird, weiß er, wie er damit speziell umzugehen hat.

Genau diese Szenarien kommen in der Realität ganz einfach vor. Im Strategietester kommen sie dagegen nicht vor. Das führt zu Abweichungen zwischen dem theoretischen Backtest und der wirklich erzielten Performance.

Daher ist es auch so wichtig, in regelmäßigen Abständen die Funktionalitäten und Deals des Expert Advisors zu prüfen und am Rechner zu sein. Es gilt also auch aus dieser Sicht:

Ein EA ersetzt den Trader nicht. Er macht aber einen ernsthaften, guten Trader zu einem noch besseren Trader.

Auf beste Deals
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Heute ist NFP-Freitag: was Sie vor dem Live-Schalten eines Expert Advisors über Ausführungsqualität und „Slippage“ wissen sollten

Stellen Sie sich vor: es ist der erste Freitag im Monat, 14:29:59 Uhr deutscher Zeit. Der Markt scheint wie eingefroren, erstarrt wie die Kartoffelsuppe im Kühlhaus. Der Sekundenzeiger – langsamer als sonst - springt um und ....

es ist Punkt 14:30 Uhr und der Markt bricht in völlig irrationale Bewegungen aus. Ihr Herz pocht, Blutdruck und Puls angeschwollen. Sie möchten unbedingt auf den Kursausbruch aufspringen, in der Hoffnung auf eine Trendfortsetzung; aber die Ausführung Ihrer Order scheint nicht zu klappen. Ein erstes Mal, ein zweites Mal, ein drittes Mal.

Endlich, als Stunden empfundene 10 Sekunden später gibt Ihr Broker Ihnen endlich Ihren Ausführungskurs – und Ihr Mut sinkt in Ihre Knie, denn er ist ganze 27 Punkte schlechter als erhofft...

Kommt Ihnen das bekannt vor? Waren Sie selbst schon in einer solchen Situation? Dann wissen Sie aus eigener Erfahrung um das Problem der Ausführungsqualität. Sie möchten eigentlich zum aktuellen Kurs handeln, bekommen aber einen ganz anderen, oft schlechteren Kurs für Ihren Dealeinstieg.

Diese Situationen kommen immer wieder vor, teils erwartet (geplante, wichtige Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten wie z.B. die Non-Farm-Payrolls, der monatliche vielbeachtete US-Arbeitsmarktbericht ohne den Agrarsektor - wie oben im Beispielszenario erwähnt), teils unerwartet (überraschende Zentralbank-Entscheide, Wahlausgänge, Weltnachrichten, Flash-Crashes usw.). Insbesondere wenn Sie trendfolgend handeln möchten, wird Ihnen diese Besonderheit des Marktes immer wieder ein Schnippchen schlagen.

Viele Trader verschreiben sich Trendfolge-Strategien. Diese sind oftmals mit ganz kurzfristiger Haltedauer ausgelegt, so genannte Scalping-Techniken. Beispiel: eine Widerstandslinie im Dax läge bei 13.000 Punkten. Der Markt, also im Endeffekt viele Marktteilnehmer, liegen auf der Lauer. Wird die magische Marke nach oben hin durchbrochen, springen Börsenhändler, ob per Mensch oder Maschine, auf den Ausbruch aus.

Das verzerrt den Markt kurzfristig. Dies wirkt sich so aus, dass plötzlich fast keine Verkaufsquoten mehr vorhanden sind. Der Kurs springt nach oben wo er vorher noch fast planbar Tick für Tick, Sprosse für Sprosse langsam aber sicher erklomm.

All dies geschieht in Windeseile, wie ein Blitz.

Selbst wenn wir Expert Advisors (EAs) für solche Marktsituationen verwenden, sind wir dennoch in der Regel um Millisekunden zu spät dran, um wirklich vernünftige Kurse zu erhalten. Hedgefonds und Banken haben sich darauf spezialisiert, in solchen Situationen die schnellsten am Markt zu sein: mit buchstäblich kürzeren und schnelleren Leitungen. Unsere WLAN-Verbindung mag schnell erscheinen, sie ist aber "nur" ein für öffentliche Straßen zugelassener Porsche Carrera statt ein rasanter Formel-1-Flitzer.

Dieses Phänomen nennt sich gemeinhin „Slippage“. Es führt dazu, dass Sie einen Kurs anfragen (z.B. 13.001) aber einen schlechteren Kurs als Ausführung erhalten (z.B. 13.002, 13.005 oder noch höher). Das klingt nach teilweise keinem großen Unterschied, kann sich aber aufsummieren über den Verlauf der Zeit.

Generell gilt: je höher die Tradingfrequenz Ihres Trading-Systems ist, also je öfter sie Deals eröffnen und wieder schließen, desto ungünstiger wirkt sich die Slippage auf Ihre echte Trading-Performance aus – was übrigens in Backtests nicht abgebildet wird und somit nicht ersichtlich ist.

Wenn Sie Trendfolge-EAs backtesten, empfehle ich, den Strategietester im MetaTrader (gilt für MT4 wie MT5) mit einem deutlich höheren Spread einstellen als den, den Sie üblicherweise von Ihrem Broker erhalten.

Traden Sie beispielsweise in normalen Marktverhältnissen mit 0,2 Pips Spread in EURUSD (üblicher Spread z.B. bei direktbroker-fx.de), stellen Sie den Spread im Strategietester auf 1 Pip, 2 Pips oder noch höher ein. Dazu müssen Sie im Strategietester im Feld Spread den Wert 10 bzw. 20 eingeben, da MT4 in Punkten statt Pips denkt. 1 Punkt ist bei 5-stelliger Quotierung der Unterschied zwischen 1,18000 und 1,18001, was in der Forex-Terminologie 0,1 Pips bedeutet.

Aufgepasst: heute ist ein solcher NFP-Freitag. Es ist zwar nicht der erste Freitag im Monat, aber es steht dennoch die Veröffentlung der "Non-Farm-Payroll" Arbeitsmarkt-Schätzung des US-Arbeitsministeriums an.

Denn die Termin-Regel für die NFP-Veröffentlichung lautet: der dritte Freitag nach der Woche, die den 12. Tag des Monats beinhaltet. Der 12. November war ein Sonntag. In USA gilt der Sonntag als erster Tag der Woche, nicht der Montag wie international Standard. Daher ist der 24.11. der erste, der 1.12. der zweite und der 8.12. der dritte Freitag nach Vollendung der Woche, die in USA am 12.11. begann.

Für heute um 14:30 Uhr (MEZ) wünsche ich Ihnen alles Beste für Ihr Trading
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA-Programmierer

MQL4-Intensivkurs – EA-programmieren lernen: neuer Termin

Endlich ist es soweit. Ich freue mich, Ihnen einen neuen Termin für den MQL4-Intensivkurs - EA-programmieren lernen mitteilen zu können:

29.-30.1.2018

Montag, 29.1.2018, von 9:30 Uhr bis 17:30 Uhr und Dienstag, 30.1.2018, von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr werde ich mich intensiv darum kümmern, Ihnen eine praxistaugliche MQL4-Programmier-Anleitung zu bieten. Die Anmeldung ist ab sofort möglich auf der Website www.mindfulfx.de/mql4intensivkurs.

Der Workshop findet in Stuttgart statt und ist für Sie gedacht, wenn Sie das Programmieren von EAs lernen möchten, aber noch keinerlei oder erst wenig Programmierkenntnisse haben.

Vor ca. sechs Jahren habe ich selbst das EA Programmieren in der Programmiersprache MQL4 für MT4 aus Trader-Sicht gelernt. Diese Erfahrung kann ich Ihnen nun weiter geben.

Der Kurs [hat] meine Erwartungen mehr als erfüllt. Die strukturierte Vorgehensweise, der klare Aufbau sowie der Ablauf des Kurses haben mir gefallen. Theorie und Praxis wechselten sich auflockernd und zielführend ab.
Kurz um:
Der Einstieg in die EA-Programmierung ist mit Hilfe dieses Kurses gelungen.
— Workshop-Teilnehmer August 2017

Wir gehen dabei nicht so sehr auf die Theorie des Programmierens ein, denn dies ist kein Informatik-Universitätskurs. Sie sind Trader und wollen einfach Ihre Strategie-Ideen schnell und einfach selbst automatisieren können - für Tests und das Live-Trading.

Dieser Kurs, MQL4-Intensivkurs – EA-programmieren lernen, ist dafür gedacht, um Ihnen die Grundlagen dafür zu vermitteln.

Um die persönliche Intensiv-Betreuung und damit eine steile Lernkurve zu garantieren, ist das Teilnehmer-Kontingent strikt auf 8 Plätze beschränkt. Melden Sie sich hier an, um am Workshop teilnehmen zu können.

Ich freue mich auf Sie
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

BacktestTool: mehrere EA-Backtests aus MT4 verknüpfen und analysieren

Heute muss ich Ihnen mal etwas zeigen, was mich selbst sehr begeistert.

Und zwar geht es ums Backtesting von EAs. Wie Sie aus dem MT4-Strategietester wissen, wird dort in der Equity- bzw. Kontostands-Grafik als X-Achsen-Punkte jeder geschlossene Deal genommen. Das hat Vor- und Nachteile. Was mich daran aber immer gestört hat, ist, dass es schwierig zu fassen war für mich, welche Deals welchem Zeitraum zuzuordnen waren.

Ein weiteres Problem in MT4: ich kann mir immer nur einen Backtest auf einmal ansehen. Es wäre doch aber ungemein hilfreich, die aggregierte Performance mehrerer EA-Strategien (oder auch des gleichen EA's auf mehreren Symbolen) bequem zu ermitteln, oder?

Für beide Probleme habe ich jetzt eine Lösung: das BacktestTool. Ich bin selbst ganz begeistert davon!

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte; ein Video sagt mehr als tausend Bilder:

Wie kam es dazu?

Nun, unser guter Kunde Hans-Günter K. fragte, ob es so etwas schon auf dem Markt gibt. Mir war dergleichen nichts bekannt. Unser Programmierer René Balke hatte aber schon mal ein Trading-Journal in Java programmiert, das ähnliche Ziele für das Live-Trading verfolgte. 

1 und 1 zusammengezählt - und schwuppdiwupp war die Idee für das BacktestTool geboren.

Einige Zeit des Programmierens und Testens und Verbesserns später bin ich nun extrem froh über das Ergebnis - wie Sie im obigen Video sicher sehen konnten. Die beiden Probleme sind gelöst:

  1. Zeitlich in Tagen dargestellte Kontostands-Kurve
  2. Möglichkeit, mehrere Backtests zu aggregieren, sprich zu verknüpfen und gemeinsam oder getrennt zu analysieren.

Klasse, oder?

Es kommt aber noch besser: das BacktestTool ist ab sofort zum Kauf erhältlich, auch für Sie.

Klicken Sie einfach auf einen der BacktestTool-Links in diesem Blog-Artikel, um mehr zu erfahren.

Auf noch bessere Erkenntnisse aus dem MT4-Strategietester
Ihr Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer.

Welche Auswirkungen hat ein variabler Spread auf mein EA Trading und meine MT4-Backtests?

Neben dem A und O der Datenqualität ist ein weiterer Faktor, der Theorie (Backtest im Strategietester des MetaTraders) von Praxis (Live Trading mit Expert Advisors) trennt, der variable Spread.

Der Spread ist die Differenz zwischen Bid und Ask Kurs. Die meisten Broker bieten variablen Spread an, um die wahre Marktliquidität abzubilden. Sie schützen sich damit davor, in engen Marktsituationen Minusgeschäfte machen zu müssen. 

Das heißt, in figurativen 99% aller Handelszeiten haben Sie mit variablem Spread einen besseren, sprich engeren Spread. Nur in manchen Situationen kommt es zu Spreadausweitungen. Wann kann das passieren?

  1. Zum Tageswechsel: die Liquiditätsgeber, die hinter Ihrem Broker stehen, schließen oftmals zum Tageswechsel ihre Handelsbücher für wenige Minuten. Das geschieht in der Regel aus technischen Gründen, um Tradingergebnisse abzugrenzen und offene Positionen finanzierungstechnisch vom einen Tag in den nächsten zu „rollen“. Wenn Liquidität vom Markt entfernt ist, kommt es automatisch zu ausgeweiteten Spreads, da weniger Bid- und Ask-Quotierungen im Markt verfügbar sind.
  2. Am Wochenbeginn: Sonntag nachts und Montag früh sind die Märkte für Währungshandel als allererstes an Australiens Ostküste in Sydney geöffnet. Dort finden allerdings keine großen Volumina statt, abgesehen von australischen Anleihen und Aktien. Erst wenn die Händler in Tokyo, Hong Kong und Singapur hinzustoßen, sind im Devisenmarkt alle gängigen Währungspaare mit regulär engen Spreads handelbar. Wenn dann London hinzustößt, geht’s natürlich richtig los mit Volumen. Das heißt für Sie: während Sie zwar schon handeln können, ist um diese, für den deutsch-sprachigen Raum nachtschlafenden Zeiten mit ausgeweiteten Spreads zu rechnen. Das geschieht insbesondere stark, wenn ein Gap zwischen dem Freitags-Schlusskurs und dem Montags-Eröffnungskurs entsteht.
  3. Zu Zeitpunkten von wichtigen Nachrichten: manche davon sind planbar, manche nicht. Wir wissen zum Beispiel, wann EZB und Fed deren Zinsentscheide und das US Arbeitsministerium den monatlichen, berühmt-berüchtigten „Non-Farm Payroll“ Arbeitsmarktbericht veröffentlichen. Wann eine Naturkatastrophe geschieht, ein Terroranschlag verübt wird, oder wann die Schweizerische Nationalbank die Kursunterstützung bei 1,20 CHF pro EUR aufgibt, können wir nicht planen. Zu solchen Situationen werden Liquiditätsgeber ängstlich, wollen, wie alle anderen und wir auch, keine Verluste machen. Daher ziehen sie die Kursstellung zurück oder weiten zumindest die Kursdifferenz ihrer Kauf- und Verkaufquotierungen aus, der Markt wird dünn und der Spread weitet sich aus. Das geschieht oft sprunghaft.

Solche Situationen sind in einem EA-Backtest im Strategietester des MT4 in der Regel nicht abgebildet. Anders ausgedrückt: bei welchen Positionen, die im Backtest unberührt bestehen bleiben, der Stop-Loss in Wirklichkeit getriggert worden wäre, ist schwer zu sagen. Umgekehrt werden im Backtest Take-Profits erreicht, von denen der echte, handelbare Kurs aber meilenweit entfernt war.

All das führt dazu, dass Backtests von Expert Advisors mit sehr gesunder Vorsicht zu genießen sind. Je mehr Deals pro Tag/Woche/Monat, umso angreifbarer sind EA-Backtests.

Der ernsthafte Trader kommt nicht umhin, seine Modelle über Monate im Live-Betrieb eines oder besser mehrerer Demokonten zu testen, um Anfälligkeiten wie diese festzustellen. Die Erkenntnisse aus dem MT4-Demokonto-live-Test des EA's müssen dann dazu verwendet werden, die Backtest-Performance-Ergebnisse entsprechend konservativ um diese Risiken zu bereinigen.

Ich habe eine Schritt-für-Schritt Testempfehlung für Sie zusammen gestellt, die Ihnen helfen soll, EA Backtests richtig zu bewerten. Sie können sie rechts kostenfrei als PDF-"Spickzettel" erhalten.

Ihnen, Ihren Tests und Ihrem Trading alles Gute
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

EA soll bei Signal eine Push-Nachricht aufs Handy versenden

Kürzlich erreichte mich die Frage, wie man in MQL4 den Versand einer Pushnachricht aufs Handy programmiert:

Wie kann man vom EA generierte Handelssignale auf seinem Smartphone erhalten, ohne immer wieder auf die Charts zu schauen? Ich benötige das, da ich Vollzeit arbeite und dadurch sehr viele Chancen verpasse. Es sollen keine Positionen eröffnet werden im EA. Ich möchte nur informiert werden, wenn ein Signal generiert wurde, z.B. per SMS “EURUSD Long Signal”.

Der Versand von SMS geht vom MetaTrader 4 (MT4) nicht direkt, dafür aber eine Push-Nachricht. Das ist meines Erachtens sogar besser!

Dazu gehören drei Schritte:

  1. Pushnachricht im Code des Expert Advisors (EA) oder Indikators veranlassen.
  2. Im Code sicherstellen, dass nur eine Pushnachricht pro Signal vom Programm versendet wird.
  3. Erlaubnis der Pushbenachrichtigung im MT4 einrichten.

Schritt 1

Der erste Schritt ist sehr einfach zu bewerkstelligen. Im Code des EA's oder Indikators wird eine Zeile eingefügt, die die in MQL4 schon eingebaute Pushnachricht-Funktion abruft:

SendNotification ( "Buy-Signal liegt vor" ) ;

In den Anführungszeichen steht der Text, den die Push-Nachricht auf dem Handy darstellen soll. Diese Nachricht können wir noch etwas informativer gestalten, indem wir zum Beispiel noch das Chart-Symbol und den Chart-Timeframe (in Minuten) hinzufügen, auf dem der EA oder Indikator gerade läuft. Diese zusätzlichen Verkettungen habe ich in Fett in die MQL4 Codezeile eingefügt:

SendNotification ( "Buy-Signal liegt vor in " + Symbol() + " M" + Period() ) ;

Jedes Mal, wenn diese Codezeile des EA's oder -Indikators durchlaufen wird, veranlasst die MT4-Instanz nun den Versand der Push-Nachricht aufs Handy.

Schritt 2

In einem EA, der keine Deals eröffnet, sondern nur Nachrichten versendet, muss dann noch sichergestellt werden, dass wirklich nur einmal pro Signal die Pushbenachrichtigung versendet wird. Nehmen wir das einfache Beispiel, dass ein Buy-Signal generiert wird bei Überschreiten des Hochs der Vorkerze:

if ( Bid > High[1] )  {
SendNotification ( "Buy-Signal liegt vor in " + Symbol() + " M" + Period() ) ;
}

Der EA würde nun bei jedem Tick über dem Vorkerzen-Hoch die Pushnachricht veranlassen. Es kann also dutzende, hunderte oder gar tausende Male pro Kerzenperiode das Handy läuten. Das würde uns aber sicher mit der Zeit nerven.

Daher müssen wir eine boolesche Variable einfügen, eine Wahr-Falsch- oder True-False-Variable also, die die Sendeerlaubnis steuert. 

Wie das im Detail geht, sehen Sie im .mq4-Code-File, das Sie hier herunterladen können.

Schritt 3

Damit die Push-Benachrichtigungen funktionieren können, müssen Sie die entsprechenden Einstellungen im MT4, auf dem Sie den EA aktivieren wollen, unter dem Menüpunkt

Extras → Optionen → Benachrichtigungen

vornehmen. Dazu setzen Sie im gerade geöffneten Fenster

  1. das Häkchen links neben „Push-Benachrichtigungen einschalten“ und geben
  2. Ihre MetaQuotes ID ein.

Im Bild rechts sind diese beiden Schritte jeweils mit einem roten Pfeil markiert.

Um die MetaQuotes ID zu erhalten, müssen Sie die Mobilversion des MetaTraders für iPhone bzw. Android auf Ihrem Smartphone installieren. Dort finden Sie sie unter Einstellungen → Benachrichtigungen, sobald Sie in den iPhone-/Android-Einstellungen "Benachrichtigungen erlauben/zulassen" o.ä. für die MT4-App eingestellt haben.

Geschafft!

Herzliche Grüße und beste Trading-Erfolge wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

PS: wenn Sie am EA-programmieren Lernen interessiert sind, schauen Sie sich doch mal unseren MQL4-Intensivkurs - EA-programmieren lernen an.

 

Warum MT4-Backtests vom realen EA-Handel abweichen

Aha, Sie haben also einen Expert Advisor (EA) gefunden, der funktioniert?

Mit „funktioniert“ meine ich, dass Sie nach vielleicht sogar stundenlangem Optimieren der Parameter-Einstellungen in den EA-Eingaben und unzähligen Backtest-Durchläufen im Strategietester des MetaTrader 4 (MT4) endlich eine Kombination der Variablen gefunden haben, die in den letzten drei Monaten oder gar letzten ein oder zwei Jahren – je nachdem wie lange die Datenhistorie zurück reicht, die Ihr Broker Ihnen zur Verfügung gestellt hat.

Die Kapitalentwicklung, auch Equity-Kurve genannt, zeigt nun also von links unten nach rechts oben? Drawdowns sind fast keine vorhanden und Sie springen vor Freude in die Luft?

Langsam, langsam, langsam.

Bevor Sie Ihre Gier frei walten lassen und Ihr hart verdientes Erspartes einsetzen, in der Hoffnung auf (oder gar in Erwartung von) schnelle, sichere, quasi unendliche Gewinne, halten Sie bitte nochmal inne.

Backtests von EAs im Strategietester des MT4 sind genau das: Backtests. Nicht mehr und nicht weniger.

Wie viel haben sie mit der Realität zu tun - insbesondere der nahe anstehenden, zukünftigen Wirklichkeit?

Es sind einige Faktoren zu beachten. Die wichtigsten sind die Folgenden:

  1. Datenqualität Ihrer Kursverlaufsdaten

  2. Variabler Spread

  3. Ausführungsqualität

  4. Ausführungsfehler

Das erste ist die Datenqualität. Datenqualität ist das A und O eines Backtests.

Wenn Sie beispielsweise Demokonten bei drei verschiedenen Brokern eröffnet haben (eines davon hoffentlich beim von uns oft wegen seiner unschlagbar engen EURUSD-Spreads und ultra-niedrigen Commissions empfohlenen Berliner Brokers direktbroker-fx.de) und in deren MT4-Instanzen den Strategietester aufrufen, den gleichen EA im gleichen Zeitraum mit den exakt gleichen Testeinstellungen durchlaufen lassen, erhalten Sie oftmals komplett unterschiedliche Ergebnisse.

Wenn die Equity-Kurve nur bei einem der drei Brokers die gewünschte Form aufweist, haben Sie auf alle Fälle ein Problem mit der Datenqualität.

Wie kann so etwas überhaupt passieren? Nun, im Devisen- und CFD-Handel agieren Sie nicht an einer regulierten Börse, bei der jeder Kurstick öffentlich und zentral festgehalten wird. Wenn Sie Xetra-Aktienmarktdaten analysieren wollen, behandeln Sie die exakt gleichen Daten wie jeder andere Marktteilnehmer – egal ob Profi bei Hedgefonds oder Investementbanken, oder ob Gelegenheitsanalyst und Vermögensverwalter der eigenen 10 Cent.

Der Devisen- und CFD-Handel findet aber komplett dezentral statt. Das bedeutet, dass direktbroker-fx.de andere Tick-Daten erstellt als GKFX oder ActivTrades; einfach deshalb, weil jeder dieser Broker andere Liquiditäts-Provider nutzt, aber auch andere Kunden hat, die allesamt andere Deals in Auftrag geben und zu unterschiedlichen Zeitpunkten handeln.

Klar, es kann sein, dass die anderen beiden Broker Ihnen schlechte Daten zur Verfügung stellen und Sie wirklich beim Erfolg-versprechenden Broker richtig gelegen wären. Die Wahrscheinlichkeit dafür tendiert aber gegen null, meiner bescheidenen Meinung nach.

Ich würde dem ganzen Backtest eines EA's nur dann einen zweiten Blick schenken, wenn alle drei Broker-Daten ähnliche Kurvenverläufe darstellen.

Außerdem kann es passieren, dass Ihre MT4-Instanz die historischen Daten lückenhaft vorhält. Dadurch entstehen Kurssprünge, die im echten Handel nicht vorgekommen sind. Das kann sich gut oder schlecht auswirken auf die Performance Ihres Robots. Beide Ausprägungen sind aber nicht nützlich, um einen guten Eindruck des Vergangenheits-Verhaltens Ihrer automatisierten Trading-Strategie zu erhalten.

Hinzu kommt, dass MT4 im Strategietester nicht mit echten Tickdaten rechnet, um Speicherplatz zu sparen. In der Regel wird mit OHLCV-Daten gearbeitet. OHLCV steht für die fünf Eckpunkte einer jeden Chart-Kerze: Open, High, Low, Close, Volume. Diese Kerzen-Eckpunkte werden über einen Algorithmus zu Tickdaten simuliert.

Eine hohe Anzahl an "Chartanpassungsfehlern" im Testbericht sind ein Hinweis darauf, dass der Backtest zwar die Funktionalität eines EA's richtig wiederspiegelt, aber nicht dessen Performance.

Wie kann ich dem Problem der Datenqualität Abhilfe schaffen? 

Die einfachste und wahrscheinlich zuverlässigste Variante ist, dass Sie sich teils kostenfrei, teils kostenpflichtig hoch-qualitative historische Daten in Ihren MT4 laden. Am präzisesten dafür sind Tick-Daten. Diese bekommen Sie zum Beispiel von Tickstory hier über unseren Partnerlink. Deren Datenbasis aggregiert echte Trading-Daten von mehreren Brokern und bildet daraus eine solidere, objektivere Tick-für-Tick-Betrachtung des echten Kursverlaufs.

Die Sicherstellung einer hochwertigen Datenqualität bringt Sie auf bessere Verlässlichkeit in der Vergangenheitsbetrachtung. Das ist zwar noch keine Garantie für die zukünftige Entwicklung. Es ist aber das beste Werkzeug, das uns vorliegt, um ein erstes gutes Gefühl für eine per EA automatisierte Trading-Strategie zu entwickeln.

Alles Gute für Sie und Ihr Trading wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Über die Kunst, mit Expert Advisors stetige Gewinne zu erzielen

Wir nutzen MetaTrader 4 oder 5 und Expert Advisors (EAs), um Trading-Strategien zu automatisieren. Dadurch, dass das Trading vom Computer erledigt wird, kann ich mir über Strategie-Entwicklung und Marktphasen Gedanken machen. Muss ich sogar, denn das ist und bleibt meine Aufgabe als Trader.

Wir können wirklich keine so guten Prognosen abgeben. Obwohl wir so tun, als könnten wir, können wir es nicht.
— Alan Greenspan

Der Markt ist wie ein Flussverlauf, den man vom Quellpunkt bis zur Meeresmündung verfolgt. Wir können immer nur die nächsten paar 100 Meter, wenn überhaupt, sehen. 

Beispiel des Verlaufs des Rheins. Stellen Sie sich die Quelle vor: mit dem Thomasee am Oberalbpass in der Schweiz (westliches Graubünden) findet Deutschlands längster Fluss seinen Ursprung. Das Wasser ist grünlich-blau, herrlich idyllisch. Dann geht es als kleiner Bach ins Tag hinab, fröhlich sprudelnd über Stock und Stein. Immer wieder gibt es kleine Ruhephasen, kleine Tümpel, dann geht es weiter talwärts.

Irgenwann beruhigt sich das Ganze, zwischen Chur und Bregenz ist der Rhein teils eingefasst, alles schön kontrolliert. Dann geht’s in und durch den Bodensee. Tagelange Ruhe, aber mit Sturmgefahren: gar Windhosen können sich darauf entwickeln, Segler wissen um die Gefahren, die auf sie lauern.

Aus Deutschlands größtem See hinaus geht’s bald die imposant-rasanten Rheinfälle zu Schaffhausen laut tosend hinab. Dann die oberrheinische Tiefebene, dann vorbei an großen Industriebauten in der Metropolregion Mannheim-Ludwigshafen. Hier ist der Rhein schon lange schiffbar. Wie ist der Wasserstand?

Dann geht’s in die malerischen Mittelgebirge, munter links und rechts, vorbei an der Lorelei, wo schon so einige Kähne auf Grund gelaufen und zerschellt sind. Bis schließlich der Unterrhein sich bei Rotterdam in die Nordsee ergießt.

Stellen Sie sich nun vor, Sie schiffen den Rhein abwärts. Für jeden Teil ihrer Reise benötigen Sie ein anderes Schuhwerk oder Gefährt. In den Alpen Wanderstiefel, ein Kanu vielleicht im Tal zwischen der Schweiz und Österreich, wie wäre es mit einem Segelboot auf dem Bodensee oder einem Drachenflieger, um die Rheinfälle von Schaffhausen zu überstehen? Dann per Binnenschiff oder auch Touristendampfer bis nach Köln, oder mit Ruderbooten oder Fähren nach Holland und schließlich mit Schlepperkähnen und Hochseeriesen im Rotterdamer Hafen.

Prognosen sind eine schwierige Sache. Vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.
— Mark Twain

Wir kennen den Rhein. Den Markt kennen wir aber nicht. Er ändert sich ständig. Daher stellen Sie sich vor, dass Sie nicht wissen, welches Schuhwerk oder welchen Kahn Sie zu welchem Zeitpunkt benötigen. Denn die aufeinanderfolgenden Marktphasen stehen nicht wie ein bekannter Flussverlauf von vornherein fest, sondern sie verändern sich stetig und unerwartet.

Munter wechselt der Markt zwischen Seitwärtsphasen und Trendmärkten, in ganz unterschiedlichen Volatilitätsausprägungen.

In den 80er Jahren wurde durch das Turtle Trading Projekt in Chicago das Trading per Trendfolgemodellen populär. Ist es heute noch aktuell, jetzt wo es Algotrader der Großbanken und Hedgefonds gibt, die für Flash-Crashes und unerwartete Zacken in der Chartentwicklung sorgen? Vielleicht ja, vielleicht nein, aber wir dürfen keinesfalls einfach gut-gläubig annehmen, dass ein Modell noch in die heutige Zeit passt. 

Marktmeinung, Markttechnik und Marktpsychologie sind im ständigen Wandel. Das einzig konstante ist die Veränderung. Daher gilt für uns Trader, ob mit oder ohne Expert Advisor (EA) am Markt unterwegs, ob auf MT4, MT5 oder einer anderen Plattform mit dem Broker unserer Wahl verbunden (z.B. die von uns wegen engster EURUSD- und Dax-Future-CFD-Spreads oft empfohlene direktbroker-fx), dass wir in regelmäßigen Abständen hinterfragen müssen, ob unser Tradingansatz noch der richtige ist.

Die Ergebnisse dieser so objektiv und sachlich wie möglich durchzuführenden Selbst-Reflektion müssen dann entsprechend beherzt in erneuertes Vertrauen ins eigene Trading-System, in kleinen Anpassungen im Detail oder in großen, gegebenenfalls schmerzhaften Umwälzungen in den verwendeten Strategien umgesetzt werden.

Wo ist Rate of Change Indikator im MetaTrader?

Bis vor kurzem suchte ich vergeblich im MetaTrader 4 den Indikator "Rate of Change" oder auch "RoC" genannt. Dieser soll einfach die prozentuale Abweichung des aktuellen Kurses von vor x Perioden darstellen. 

Die mathematische Formel lautet:

RoC = ( aktueller Kurs / Referenzkurs - 1 ) * 100

Beispiel EURUSD, Tages-Chart (D1 in MT4), 14 Perioden: wenn EURUSD vor 14 Tagen bei 1,19090 stand und jetzt aktuell bei 1,19953 liegt, wird für die RoC ganz einfach gerechnet:

Also für unser Beispiel: 

RoC = ( 1,19953 / 1,19090 - 1 ) * 100 = 0,7247 (gerundet auf 4 Nachkommastellen).

Heißt zu gut deutsch, dass der EURUSD jetzt gerade 0,7247% höher steht als der Schlusskurs vor 14 Tagen.

Das ist ein schöner, einfacher, um den 0-Wert oszillierender Indikator, um einen Hinweis auf die Trendrichtung zu bekommen. Ich benutze ihn gerne im gleichen Chart mehrfach, z.B. einmal mit 10, einmal mit 38 und einmal mit 52 Perioden. 

Mit der mehrfachen Betrachtung kann ich Zufälligkeiten reduzieren und erhalte einen besseren Überblick, ob es sich wirklich um einen soliden Aufwärts- oder Abwärtstrend handelt. Dazu müssten alle drei RoCs auf der selben Seite der 0-Linie sein.

Wo ist nun aber der Indikator Rate of Change oder RoC im MetaTrader?

Zwar bin ich auf Foren fündig geworden und könnte diesen Indikator auch selbst programmieren in MQL4, aber dann handelt es sich ja immer um einen so genannten Custom-Indikator, dessen Abruf in einem Expert Advisor (EA) länger dauert als die eingebauten Indikatoren.

Ich konnte es einfach nicht fassen, dass ein solch einfacher, auch durchaus üblicher Indikator, nicht im MT4 vorhanden ist. Also bin ich auf die Suche durch die Code-Files der im MetaTrader eingebauten Indikatoren gegangen - und siehe da: wer suchet, der findet!

Darf ich vorstellen: Momentum.

Der Momentum-Indikator ist im MetaTrader untern den Oszillatoren zu finden. Wenn wir ihn öffnen, sehen wir schnell, dass das Momentum um die 100-Linie hin und her schwankt.

RoC ist um die 0-Linie zentriert, Momentum um die 100-Linie. Offensichtlich ein Unterschied, oder?

Ja und nein. Die Berechnung des Momentum ist ganz ähnlich wie die des RoC und geht wie folgt:

Momentum = ( aktueller Kurs / Referenzkurs ) * 100

Also für unser Beispiel: 

( 1,19953 / 1,19090 ) * 100 = 100,7247 (gerundet auf 4 Nachkommastellen), siehe auch der Chart-Screenshot rechts, den Sie durch Klicken vergrößern können.

Mathematisch wird einfach die Konstante '-1' weggelassen. Das führt rechnerisch dazu, dass Momentum um die 100, während RoC um die 0 oszilliert.

100,7247 im Momentum heißt dann ebenfalls wie oben im RoC, dass der derzeitige Kurs 0,7247% höher liegt als der Schlusskurs vor 14 Tagen.

Ansonsten ist Momentum aber exakt das gleiche wie die Rate of Change - und umgekehrt!

Nun kann ich also auch im MetaTrader meine EAs mit einem eingebauten, schneller und einfacher abrufbaren Indikator versehen. Dazu nutze ich einfach die iMomentum-Funktion.

Für unser 14-Tage-Momentum im aktuellen Chart wäre im MQL4-Code eines Expert Advisors also folgender Abruf zu erfolgen:

double aktuellerMomentum = iMomentum ( Symbol() , PERIOD_D1 , 14 , 0 , 0 ) ;

Feine Sache. Glauben Sie mir: als ich die Gleichheit von Momentum zum Rate-of-Change entdeckte, habe ich fast einen Luftsprung gemacht. Daher wollte ich dies unbedingt mit Ihnen teilen.

Ihnen die allerbesten Wünsche und erfolgreiche Trades
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer

Wie Sie auf mehrere MT4-Konten beim gleichen Broker gleichzeitig zugreifen

Ob Sie mehrere MetaTrader 4-Konten beim gleichen Broker gleichzeitig vom gleichen PC oder VPS aus beobachten wollen, oder ganz einfach mehrfach auf ein und dasselbe Konto zugreifen wollen:

Sie müssen dazu mehrere Instanzen des MT4 installieren.

In anderen Worten: ein MT4 von einem bestimmten Broker, z.B. die von uns oft empfohlene direktbroker-fx (gilt aber für alle Broker), muss in mehrfacher Ausführung installiert sein. Dann können Sie sich auf mehreren Konten gleichzeitig einloggen (oder auch mehrfach auf dem gleichen Konto eingeloggt sein). Alles von ein und demselben Rechner aus.

Wie installiert man nun mehrere Instanzen des MetaTraders des gleichen Brokers?

Das geht so:

1. Installationsdatei ausführen (z.B. durch Doppelklick).

2. Gegebenenfalls zustimmen, dass das Programm auf Ihren Rechner zugreifen darf.

3. Im neuen Fenster, das sich gerade geöffnet hat, das Häkchen bei "Lizenzvertrag zustimmen" setzen (sofern Sie dem Lizenzvertrag zustimmen), ABER NOCH NICHT AUF WEITER KLICKEN!

4. Stattdessen Auf Einstellungen klicken.

5. Standardnamen des Installationsordners auf einen noch nicht bestehenden Ordnernamen ändern, z.B. \meinBroker MetaTrader 4 II.

6. Standardnamen der Programmgruppe auf einen noch nicht bestehenden Namen ändern, z.B. meinBroker MetaTrader 4 II

7. Optional: Häkchen löschen bei MQL5.community Website Öffnen

8. Auf Weiter klicken und restliche Installationsautomatik abwarten.

In Ihrem Programm-Menü finden Sie nun die beiden "Instanzen" in separaten Programmgruppen und können sie separat öffnen. Ob Sie sich auf den beiden MT4-Instanzen mit dem gleichen oder mit unterschiedlichen Konten einloggen, ist Ihnen überlassen.

Das Einloggen in zwei verschiedenen Konten beim gleichen Broker begründet sich von selbst. Sie wollen einfach in beiden Konten gleichzeitig aktionsfähig sein.

Warum aber zwei mal gleichzeitig im gleichen Konto einloggen?

Dafür kann sprechen, dass Sie Expert Advisors (EAs) am laufen haben und diese auf Dutzenden von Symbolen installiert haben. Jeder MetaTrader hat nur eine Schnittstelle zum Tradeserver des Brokers.

Sie können also Ihre Kommunikationsfähigkeit mit dem Broker (fast) verdoppeln, indem Sie einen Teil Ihrer EAs in der einen Instanz und den anderen Teil in der zweiten Instanz laufen lassen.

Dabei ist unbedingt zu beachten, dass Sie nicht das gleiche EA-Setup auf beiden MT4-Instanzen verwenden. Ansonsten kann es zu Doppel-Ausführungen von Dealeröffnungen und anderen Problemen im Dealmanagement kommen.

Herzliche Grüße und beste Trading-Erfolge wünscht Ihnen
Cristof Ensslin von mindful FX, Ihrem EA Programmierer