"Green FX" - der Beginn eines Gedankens

Seit langer Zeit wird diskutiert, ob Investoren und Spekulanten einen volkswirtschaftlichen Nutzen stiften. Die eine Seite sagt Ja, denn größere Liquidität senke die Schwankungsanfälligkeit, ermögliche eine schnellere Preisfindung und gleiche damit Fehlbewertungen rascher aus. Damit sinken explizite wie implizite Transaktionskosten für die Realwirtschaft. Die Gegenargumente dazu sind, dass die Spekulation die Schwankungsanfälligkeit vergrößere, da Spekulanten sich nach dem Motto "The Trend Is Your Friend" oftmals opportunistisch verhalten. Ausschläge und Fehlbewertungen würden sich vergrößern und zeitlich verlängern.

Dieser Artikel zielt nicht auf eine umfängliche und ausführliche Diskussion der beiden Standpunkte ab. Wahrscheinlich haben beide Seiten recht. Yin und Yang gehören zusammen. Das Gute und Böse steckt in uns allen gleichzeitig. Es kommt zu unterschiedlichen Zeiten und in verschiedenen Situationen zum Vorschein.

Mit meinem jüngsten Projekt FX-Indikator nutzen wir die Werkzeuge der erfolgreich agierenden Devisenhändler, um für Unternehmen des realwirtschaftlichen Mittelstands bessere Wechselkurse zu ermöglichen. Damit hoffen wir, einen Beitrag zu mehr Marktgerechtigkeit zu leisten.

Danke, Mutter Erde. Dafür, dass Du mir die Grundlage für mein Leben lieferst. Danke für einen idealen Abstand zur Sonne. Danke für den wunderbaren Sauerstoff-Gehalt in der Luft nahe der Erdoberfläche. Danke für die Fülle an reinem Wasser und nahrhaften sowie schmackhaften Gewächsen und Geschöpfen.

Es ist Zeit für mich zurückzugeben. Immerhin verdanke ich Dir schon 33 abwechslungsreiche Sommer und Winter. Dabei ist mir der Gedanke zu "Green FX" gekommen.

Was heißt Green FX? Nun, das weiß ich selbst noch nicht vollumfänglich. Stück für Stück entwickle ich meine Gedanken dazu. Falls Ihnen dazu etwas einfällt, freue ich mich darauf, es zu erfahren - sei es per Kommentar oder einer E-Mail als Reaktion auf diesen Artikel. Bisher passen folgende Ideen zu Green FX:

  • Gewinne aus meinem eigenen Devisenhandel werden ganz oder teilweise an „grüne“ Zwecke gegeben; entweder an einschlägige Stiftungen und wohltätige Projekte – oder als Investment in grüne Energien und dergleichen.
  • Unternehmen mit negativer CO2-Bilanz können den Devisenmarkt nutzen, um das gleiche zu tun; sei es wenn ein Plankurs geschlagen wird und damit extra Profite entstehen – oder sei es dass ein Deviseneigenhandel für Gewinne sorgt, die wie oben verwendet werden können.
  • „Grüne“ Organisationen können den Devisenhandel nutzen, um entstehende Gewinne im Eigenhandel für weitere grüne Zwecke einzusetzen.
  • Für mich und mindful FX kann Green FX bedeuten, dass ich mich bei meinen Beratungsleistungen auf "grüne Unternehmungen" fokussiere - bzw. dabei helfe, solche, die es noch nicht sind dazu zu werden. Mindestens seitens des Währungsmanagements. Wir könnten zudem ein Zertifikat ausstellen, dass grünen oder nachhaltigen Umgang mit Devisenrisiken bestätigt (Gäbe es dafür Nachfrage? Was für ein Unternehmen oder eine Organisation könnte sich durch die Nutzung der Ideen von Mitbewerbern positiv absetzen?).
  • Sich "grün" verhaltenden Menschen oder Unternehmen könnten wir unsere Dienstleistungen preisgünstiger anbieten.

Ich bin gespannt, wie sich dieses Gedankengebilde weiter entwickelt. Der Ansatz passt sicher in den Zeitgeist. Daher würde ich mich freuen, Ihre Reaktionen dazu zu erhalten. Vielen Dank.

Alles Gute, Cristof Ensslin